Downtown Austin

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Donnerstag, 26. April 2007

Happy Anniversary to me

Wie die Zeit vergeht! Ich weiss, es ist ein alter Spruch aber doch immer wieder wahr. Vor genau einem Jahr bin ich der alten Heimat entflogen, ab nach Amerika in ein neues Leben. Einerseits kommt es mir vor wie eine Ewigkeit anderseits scheint es fast wie gestern. Wenn ich an diesen Tag zurück denke ist es erstaunlich wie schnell nun das erste Jahr vorbeiging. Davor noch die Zeit in der ich auf diesen Tag hin gefiebert habe, die letzten beiden Monate und vor allem Wochen und Tage eine Qual waren zwischen Hektik und Langeweile. Ansonsten kommt es mir wirklich schon fast vor wie eine Ewigkeit und somit auch Zeit etwas Bilanz zu ziehen.

Der Abflug wird mir immer in Erinnerung bleiben, da ich trotz Wolken einen unerwarteten Blick von oben auf einen grossen Teil meiner Vergangenheit hatte. Der Vorteil wenn man direkt am Flughafen wohnt und der Pilot das Flugzeug in eine Schleife rund um diese Gegend ziehen muss. Wer nur in die Ferien entschwindet wird diese Perspektive mit anderen Augen sehen.

Die ersten Monate waren erst mal Ferien und etwas an klimatisieren. Wobei sich letzteres mehr auf Dinge des täglichen Alltags bezieht als auf das Klima. Den sozialen Status verankern durch Beantragen der Social Security Number, Drivers License, finanzielle Stabilität mit einem Bankkonto und sich natürlich auch sonst etwas mit der näheren Umgebung vertraut machen. Austin und Texas überhaupt war ja absolutes Neuland für mich. Die Umstände die mich ins Zentrum von Texas führten waren etwas beeinflusst durch meine letzte berufliche Tätigkeit in der alten Heimat und je mehr ich mich im Internet über Austin informiert habe um so mehr war ich überzeugt, dass dies ein guter Ort ist für den Anfang. Die Option mich später wo anders niederzulassen habe ich mir in letzter Minute noch offen gelassen indem ich mein Hab und Gut in der alten Heimat hab einlagern lassen anstatt direkt zu verschiffen.

Die Job suche war zu Beginn etwas harzig und es dauerte doch einiges länger als erwartet aber gut Ding will Weile haben. Ja, ja noch so ein Spruch. Aber ich bin im Moment doch ziemlich zufrieden mit meinem Job auch wenn es sicher noch nicht das ist was ich mir als Optimum vorstelle und persönlich wünschen würde. Im Vergleich zu vielen anderen Angeboten für welche ich mich beworben habe war ich aber bei den meisten froh, dass sie sich letztendlich für einen anderen Kandidaten entschieden haben. Es gab hier wirklich ein beidseitiges Interesse und nach nun auch schon bald fünf Monaten kann ich sagen, dass es auch beide Seiten bis dato nicht bereut haben. Wenn dann aber das erste Jahr mal herum ist werde ich mich sicher neu orientieren wobei sich intern eventuel bis dann sogar neue Möglichkeiten ergeben. Mal schauen.

Mit dem ersten Job habe ich auch mein temporäres Domizil im Hotel aufgegeben, eine Wohnung gemietet und meinen Gerümpel verschiffen lassen. Alles ist Heil angekommen und kaum eingerichtet kommt es mir mittlerweile vor als würde ich hier schon Ewigkeiten leben. Im übrigen ist das Leben hier auch nicht anders, da es durch Arbeit und damit einem gewissen Rhythmus geprägt ist. Der Spielraum ist während dieser Tage eingeschränkt und die Wochenende respektive freien Tage sind für kleinere Aktivitäten in und um die Wohnung gedacht. Der Haushalt ist das eine und dann ist da ja auch noch Lucky, den wollen wir doch auch nicht vergessen hier.

Ob und was der mit dem Transfer mitbekommen hat wird er mit in den Hunde Himmel nehmen. Auch wenn ich oft denke, dass wir uns verstehen so beschränkt sich das wohl doch eher auf seine Fressgelüste, Streicheleinheiten und Gassi gehen. Soweit ich das aber als subjektiver Betrachter beurteilen kann scheint er hier auch sehr zufrieden und glücklich zu sein -- oder aber es ist im scheiss egal. Was mich grad kürzlich überrascht hat ist, dass es sogar einen Appenzell Mountain Dog Club of America gibt. Wobei meiner ja ein Bastard, also kein reinrassiger Appenzeller ist; noch mit etwas Fuchs drin oder so, wer weiss das schon? Mittlerweile ist er jetzt 12 Jahre alt und ich bin immer wieder so im Elend wenn ich daran denke wie lange das noch geht. Einerseits wäre ich froh endlich wieder mal rücksichtslos auf Party zu machen und meine Freizeitpläne nicht hundetauglich halten muss, was ein einigermassen schwieriges und komplexes Unterfangen ist. Anderseits befängt mich Angst vor dem Tage an dem das Unvermeidliche eintreffen wird. Ich freue mich auf die Zeit danach aber ich habe die sprichwörtlich tierische Angst vor diesem Tag. Zumal man keine Ahnung hat wann es eintrifft und vor allem wie.

Kurzum wir sind beide sehr glücklich hier und der Umzug in ein neues oder anderes Leben hat sich für mich bis jetzt sehr positiv entwickelt. Über einen anderen riesigen Pluspunkt an der ganzen Geschichte, das Wetter, will ich mich hier nun nicht auch noch äussern. So viel besser ist es ja auch nicht. Nur immer etwas wärmer, sonniger und weniger Regen. Was will ich mehr.

Happy Anniversary to me und bis demnächst!

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