Downtown Austin

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Donnerstag, 31. Mai 2007

Red Lobster Day

Nicht gerade viel los im Moment auch wenn ich zur Zeit meine Woche Auszeit habe von der Arbeit als Kompensation zur Nachtschicht in der letzten Woche. Die ersten beiden Tage brauchte ich um wieder in den Rhythmus zu kommen und wie immer wieder erwähnt bleibe ich Lucky (und mir) zuliebe oft in den eigenen vier Wänden.

Seit gestern ist es auch seit längerem wieder mal vorwiegend sonnig. Im Vergleich zum letzten Jahr ist es zur Zeit oft bewölkt und regnerisch allerdings von den Temperaturen her kein Vergleich zur guten alten Heimat. 20 °C sind hier das Minimum und mit dem Regen und den Wolken auch oft sehr schwül warm.

Freizeit und Sonne miteinander verbinden heisst mal kurz einen Abstecher an den swimming pool, nur kurz den die Sonne ist hier heftig. So heftig, dass auch das kurz das ich mir gestern vorgenommen hatte gereicht hat, dass ich jetzt rot leuchte wie ein lobster (Hummer) frisch aus dem Sud. Ich bin nur nicht sicher ob die Wolken welche gestern noch oft am Himmel und vor der Sonne waren mich getäuscht haben oder schlimmeres verhinderten. Hätte vielleicht auch nicht gerade zur Mittagszeit sein müssen. Wenn es so ist wie früher dann wird sich das Rot nach drei Tagen in ein schönes Braun wandeln und glücklicherweise brennt es gar nicht was somit ein gutes Zeichen ist. So schlimm wie zu Kindeszeiten bringe ich es zum Glück auch nicht mehr hin. Da hatte ich des öfteren die kritische Zone weit überschritten. Dann war ich dann meisten mehr ein Steak - medium-rare.

Montag, 28. Mai 2007

So easy, a caveman can do it

Woohoo, endlich frei! Ich hatte die letzte Woche mittlerweile schon zum dritten mal Nachtschichtarbeit, dh sieben Tage nonstop jeden Abend von 19:00 bis am nächsten Morgen um 07:00 arbeiten. Am Sonntag Abend geht's los, am nächsten Sonntag Morgen ist es vorbei. Vor dem ersten Mal hatte ich noch etwas Angst oder Ehrfurcht, was auch immer, aber letztendlich ist es easy peasy, wie die Engländer sagen. Könnte sogar ein Höhlenmensch machen den mit etwas Glück ist kaum etwas los und man schaut sich ein paar DVD an und versucht nicht einzuschlafen. Aber immer schön ein Auge auf die Monitore und ein Ohr offen fürs Telefon. Und ich kann sogar Lucky mitnehmen welcher es sich irgend wo in meinem cubicle bequem macht.

Als Ausgleich für die 84 Stunden Woche hat man die folgende ganze Woche frei und das ist doch auch nicht schlecht. Da ich im Stundenlohn arbeite habe ich dann zwar für diese freie Woche kein Einkommen aber ich hatte ja in der vorangegangenen Woche mehr als die doppelte Entlohnung und dort sogar noch alles über 40 Stunden mit 50% kompensiert. Booyah!

Leider leide ich jetzt wieder unter einem Jet leg. Am Sonntag Morgen aus der letzten Schicht habe ich mich nach 5 Stunden Schlaf kurz nach Mittag aufgerafft und bin dafür bereits am Abend um 11p wieder ins Bett. In der Hoffnung schnell wieder in den Rhythmus zu kommen. Nix war's! Kurz nach 1 Uhr früh bin ich aufgewacht und konnte nicht wirklich wieder einschlafen bis 3 Uhr. Ab dann bin ich halt aufgestanden und hab mich vor die Glotze gesetzt. Nicht unbedingt ein grosser Zufall hat auf einem Kanal sogar grad ein Filmchen gestartet welches ich mir doch wieder einmal ansehen wollte -- Caveman, mit dem Ex-Beatle Ringo Starr, Bond-Girl Barbara Bach (welche Ringo später heiratete und es sogar noch immer sind) und einem jungen Dennis Quaid am Anfang seiner Karriere. Seit dem Kino, wohl 1981, hatte ich den Film glaube ich nicht mehr gesehen was kein Wunder ist, den der grosse Knaller ist der Film ja nicht. Aber ein ganz wenig Kult und solche Filmchen werden hier zu meiner Freude immer wieder mal ausgestrahlt.

Cavemen (Höhlenmenschen) sind hier in Amerika im Moment gerade relativ gross im kommen. Wie oft steht hinter solchen Dingen das Fernsehen und in diesem Fall Werbung. Geico ist eine Versicherung die ausschliesslich auf Autoversicherung macht und nebst ihrem Geico-Gecko auch Spotts mit eben solchen cavemen hat. Ein erster Werbespruch sollte die Anmeldung einer Versicherung auf ihrer Website geico.com als einfachste Sache der Welt preisen: "So einfach ein Höhlenmensch kann das". Zum Erstaunen der Werbefachleute hat sich dann halt herausgestellt, dass es noch Höhlenmenschen gibt und die fühlen sich nun beleidigt und tauchen immer wieder mal in Spotts auf in welchen sie nun ihr Leid klagen.

Mittlerweile hat sich mit ABC einer der grossen TV-Sender auf Cavemen, eine TV-Serie, eingelassen. Für die Fall Season ist der Start zu Cavemen angekündigt welche deren Probleme im heutigen Alltag schildert. Mal schauen, wird sicher lustig, denn rein aus der Thematik sollten sich wirklich lustige Sachen ergeben. Gemäss den Werbespotts ist es nicht so, dass die irgendwie in die Heutzeit gebeamt sind, sondern Cavemen sind einfach eine ethnische Randgruppe welche halt noch irgendwie ihre Gewohnheiten von damals haben, um nicht Niveau zu sagen. Würde mich nicht erstaunen, wenn im Deutschen Fernsehen bald eine Variante auftaucht mit Neandertalern, oder so. Leider fehlt dort das Bindeglied zu Geico.

Folgend ein paar Links zu youtube mit commercials von Geico damit ihr in der alten Heimat etwas eine Ahnung habt von was ich hier schreibe.
Seriously, we apologize
Woke up on the wrong side of the rock
Airport
Ist ganz einfach, nur auf den Link klicken, kann sogar ein Höhlenmensch -- ha ha!

Mittwoch, 23. Mai 2007

$54 für den Hund

Zur Zeit ist es noch nicht zu heiss und man kann locker die Balkon Tür offen lassen um etwas frische Luft durch die Wohnung ziehen zu lassen. Da ich ebenerdig wohne nennt sich das eigentlich patio (Veranda) aber da vergittert mit dem Geländer ist es genau das gleiche wie bei den Wohnungen im ersten und zweiten Stock. Bleiben wir also bei Balkon und dank dem Gitter hat auch Lucky langsam seinen Spass gefunden draussen die Umgebung zu beobachten. Ansonsten weicht er ja selten von meiner Seite, ausser er pennt im Schlafzimmer. Seit kurzem ist er aber locker 5-10 Minuten draussen bis ihn die Panik ergreift, herein spurtet und prüft ob ich noch da bin. Wenig später geht er dann aber wieder auf Beobachtungsposten.

Der Nachteil der offenen Balkontür ist, dass es kaum 5 Minuten dauert bis eine doofe Fliege den Flug durch die Tür macht und beginnt ihre hektischen Kreise in der Wohnung zu ziehen. Interessanterweise kann man die Tür 3 Stunden offen lassen aber mehr als eine zweite Fliege kommt selten rein. Das erste Miststück aber immer innerhalb der ersten fünf Minuten. I don't get it!

Mich würde die Fliege ja nicht so sehr stören, ausser sie beginnt mir um die Ohren zu schwirren. Lucky ist da aber erstens etwas weniger relaxt und zweitens wohl eher interessant für die Fliege als Anflugobjekt. Dann beginnt es mich doch zu stressen weil der Hund dreht komplett auf und durch wenn er eine Fliege auf seinem Radar hat. Eventuell sind seine Ohren halt feiner eingestellt auf den Vorbeiflug und es nervt ihn akustisch. Keine Ahnung was ihn antreibt jagt auf eine Fliege zu machen, welche in der Luft für ihn kaum erreichbar ist und durch ihre Grösse und Zick-Zack Flug kaum zu orten ist. Eine einzige Chance hat er jedoch wenn die Fliege sich mit dem Fenster abmüht und sich dort ihrer Sterblichkeit nicht bewusst ist. Da hat er dann meistens leichtes Spiel und offensichtlich eine Art Staubsauger Funktion mit welcher er sich die Fliege schnappt. Bon appetit, Yikes!

Die Fenster sind screened-in dh mit einem Fliegennetz versehen aber nicht die Balkontüren. Nun gut, dacht ich mir, dem kann man abhelfen. Geht man zum Baumarkt und kauft sich so ein Fliegennetz oder allenfalls einfach einen Vorhang. Bin ich also durch den Home Improvement Markt marschiert und hab mich letztendlich für einen Vorhang entschieden -- Kosten $54. Samtiger, bordeaux farbiger Stoff und somit undurchsichtig, so dass ich auch abends trotz Licht in der Wohnung keine Moskitos anziehe. Zudem ist der Stoff schwerer als ein Netz und flattert nicht im Durchzug -- bin ja nicht blöd. Dazu eine Vorhangstange welche sich dank der Bauweise hier locker montieren lässt -- nix Beton. Vom optischen Standpunkt her bin ich zwar nicht so glücklich weil der Lumpen als dunkler Fleck in der Wohnung etwas raussticht aber es soll ja funktionell sein nicht schön. Das war gestern.

Heute habe ich dann die Balkontür mal geöffnet und bin etwas raus, Hund im Laufschritt mir nach ebenfalls. Wollte bei ihm auch noch sicherstellen, dass er damit kein Problem hat und begreift, dass der Vorhang kein festes Hindernis ist. Innert kürze hat es sich gezeigt, dass dies auch kein Problem sein wird, weil ...

... der Wind welcher ums Haus und durch den Balkon zieht und angenehm erfrischend über die Haut streift bewirkt einen Sog welcher den Vorhang ziemlich senkrecht aus der Tür rauszieht. Bummer! Für eine Minute stand ich regungslos auf der Veranda und hab den flatternden Lumpen beobachtet. Meine Schultern sind wahrscheinlich auf Höhe der Brustwarzen abgesoffen und der Blick in meinem Gesicht dürfte Walter Matthau alle Ehre gemacht haben. Nicht so zerfurcht aber leer, kalt und total desillusioniert. Statt einem Vorhang als Fliegenfänger hab ich nun eine waagrecht montierte Fahne. 54 Dollar für die Katz!

Die obligate Fliege welche ich natürlich anschliessend in der Wohnung hab ihre Kreise ziehen sehen war sich meiner Stimmung wohl bewusst und hat sich nicht getraut sich in der Nähe von mir niederzulassen. Zum Glück muss ich bald zur Arbeit, soll sie ihre Kreise alleine ziehen.

Samstag, 19. Mai 2007

Schweinerei: Bleifrei kostet 1,04 CHF/Liter

Eigentlich ist im Moment ja alles ruhig. Im Nahen Osten nichts neues, in Afrika alles beim alten und auch in Südamerika rührt sich nicht nix. Das Oel ist nicht billig aber auch nicht so teuer wie zu Spitzenzeiten -- eigentlich. Seit Wochen steigt der Preis an der Tankstelle aber kontinuierlich. Dann kam Mitte April die Meldung Refinery shortage und seit daher steigt die Preisrakete erst richtig aufwärts. An meiner Valero Tankstelle hab ich letzten Sonntag noch $2.919/Gallon bezahlt und den Tank nur zur Hälfte gefüllt. Wird ja sicher bald wieder sinken und da ich nur 10 Meilen zur Arbeit und retour brauche dürfte das bis zu diesem billigeren nächsten Mal reichen. Pustekuchen!

Heute sind mir bei einer Tankstelle ab den Preisen an deren Anzeigetafel fast die Augen erblindet und zu Hause hab ich einen Blick auf die Anzeigetafel meiner Tankstelle geworfen: $3,119/Gallon. Satte 20Cents mehr innert einer Woche, unglaublich. Mist, hätte ich doch nur vollgetankt das letzte Mal. Bis die 20Cents wieder wegschmelzen vergehen Wochen, wenn's überhaupt wieder mal runtergeht. Runter geht's bekanntlich ja nie so schnell wie rauf, wissen wir alle.

Ingesamt sollen wir uns sogar auf $4,00 gasoline einstellen. Das traurige ist dabei, dass es wie erwähnt nicht irgendwelche Problem irgendwo auf der Welt sind, sondern die Raffinerien im eigenen Land. Über Jahre als die Preise niedrig waren haben die Oelmultis ihre Raffinerien nicht weiter ausgebaut und nur grad das nötigste repariert. Die steigende Nachfrage hätte über die kommenden Jahre wohl kaum weiter gewährleistet werden können. Pech für uns Konsumenten nun das die meisten Anlagen an der mexikanischen Golfküste sind und die zwei Hurricanes 2005 diese alten Anlagen etwas heftig durchgeschüttelt haben.

Irgendwie ist es ja zu verstehen, dass das Problem mit den Raffinerien nur über den Endpreis an der Zapfseule bereinigt werden kann, aber dass man über Jahre wenn nicht gar Jahrzehnte nichts investiert hat kommt einem jetzt schon etwas in den falschen Hals. Zumal keiner weiss ob das was wir nun mehr zahlen in die Sanierung und Ausbau der Anlagen geht oder in die Taschen irgend welcher Finanzjongleure. Ich bezweifle es mal stark, ersteres.

Leider ist es auch ein kleiner Trost, dass wir inflationsbereinigt noch nicht die Preise von 1981 haben und uns das gegenüber damals auch besser leisten koennen. Nach einem Jahr hier kann ich mich auch nicht mehr an der Umrechnung zu 1,04 CHF/Liter erfreuen. Was soll's, werd ich halt mal zum Boss gehen und sagen ich brauch mehr Geld. Der wird das schon verstehen!

Montag, 14. Mai 2007

Summer's here!

Heute war es so weit, zum ersten Mal richtig schön heiss mit Temperaturen über 30 °C. Eigentlich ist es schon seit Anfang April angenehm warm und Shorts, T-Shirt sind die angenehmste Art sich draussen zu bewegen. Zeitweise war es sogar schwül und oft bewölkt in diesen letzten Wochen. Ein Gewitterchen ab und zu war dann gar nicht schlecht und hat es etwas angenehmer gemacht. Von richtig heftigen Unwettern die hier eigentlich üblich sind um diese Jahreszeit wurden wir aber dieses Jahr verschont in Austin. Hoffe das bleibt auch so und für die kommenden Tage ist die Vorhersage zwar wieder etwas wie zuvor aber kein richtiges Unwetter in Sicht für uns.

Der heutigen Morgen hat eigentlich nicht so toll angefangen. Eine Grille hat sich irgendwo direkt vor meinem Schlafzimmer Fenster platziert und ab 5 Uhr früh für gute 2 Stunden so laut gezirpt, dass ich kaum mehr schlafen konnte. Im Englischen ist die Grille übrigens eine cricket und nicht zu verwechseln mit dem grasshopper was im Deutschen der Heugümper oder Heuschrecke wäre. Nun fragt mich nicht was der Unterschied zwischen den beiden Viechern ist. Primär ist es auf alle Fälle so, dass wir nur bei der Grille von zirpen (engl. chirp/-ing) reden, oder? Egal genervt hat es heute morgen. Die Grillen mit ihrem gechirpe hört man übrigens fast das ganze Jahr durch wenn man irgendwo ein Feld vor sich hat.

Den Rest vom Tage habe ich dann auch mal richtig genutzt. Ich arbeite meine normale 40 Stunden Schicht in 4 Tagen ab, somit habe ich den Montag zusätzlich nach dem Wochendende auch noch frei. Heute wollte ich endlich mal mein Haupt-Badzimmer fertig einrichten um statt im Gästebad zukünftig in 'meinem' Badzimmer duschen zu können. Beim Einzug vor mehr als 3 Monaten hatte ich die erste Woche im Gästezimmer genächtigt bis meine Möbel im Container angeliefert wurden und temporär auch das Gästebad benutzt. Einen zweiten Duschvorhang hatte ich mir vorerst aber noch nicht zugelegt, wollte damals noch bis kommende Woche warten -- das war dann eben heute, 3 Monate später also. Ich habe mir dafür was spezielles geleistet allerdings weiss ich gar nicht wie man das nennt. Nennen wir es mal einen Doppelvorhang. Statt dem nachwievor nötigen und üblichen Plastikvorhang hab ich zusätzlich einen Stoffvorhang gekauft. Innen zum Wasser und in die Wanne rein hängt nun also ein eintöniger Plastik und aussen raus zum rangucken ein Baumwoll Lumpen. Irgendwie schön, es sind doch die kleinen Dinge im Leben, gell!

Zuvor hatte ich aber auch meinen Balkon schon mal fertig hergerichtet und meinen Kaffee offiziell draussen geschlürft. Lucky hat sich die ganze Zeit hächelnd zu mir gesellt und die Umgebung neugierig begutachtet wenn er mir nicht grad im Wege stand.

Nachmittags war trotz der Hitze ein Gang ins Fitness fällig und mir ist dann eingefallen, dass ich denen meine Adressänderung noch nicht mitgeteilt habe. Natürlich hatte ich auch wieder mal ein Problem mit dem Englisch. Nachdem ich ihr den Strassen Namen genannt hatte "Brodie Lane" hat sie etwas gefragt das ich überhaupt nicht verstanden habe. Die Frage hat wohl irgendwie wie folgt gelautete: "Be are ody I eah." Auf mein Sorry, hat sie es nochmals wiederholt ohne das ich damit aber mehr anfangen konnte. Im dritten Anlauf hat sie zum Glück was anderes gefragt das ich dann auch verstanden habe. Ich soll es mal buchstabieren, den Strassen Namen. Ich also, "B-R-O-D-I-E". Tja, es hat sich herausgestellt, dass sie mir den Strassen Namen zweimal buchstabiert hat und ich jedoch einen Satz erwartet habe und verstehen wollte. Ich frage mich wie man so etwas in der Muttersprache problemlos auseinander halten kann ich aber hier selbst nach einem Jahr wie ein Esel am Sprachberg stehe. In solchen Momenten denke ich wirklich ich habe in diesem Jahr überhaupt keine Vorschritte gemacht und es muss noch Jahrzehnte dauern bis ich auf dem Berge bin.

Nachdem ich mich zwei Stunden lang auf dem Hamsterband und mit Gewichten abgemüht habe kam fast das schönste vom Tag. Ich habe mich in unserer Siedlung zum Swimming Pool begeben und mich bei ein paar Längen etwas abgekühlt. Das Wasser wird hier zwar nicht geheizt ist aber bereits fast zu warm und sicher schon über 25 °C. Anschliessend habe ich dann noch die leichte Bräune an der Nachmittagssonne wieder mal etwas aufgefrischt.

Schade, morgen muss ich wieder zur Arbeit aber zum Glück stehen uns hier sicher noch zahlreiche heisse Tage bevor.

Freitag, 4. Mai 2007

You can say you to me

OK, Zeit für eine kleine English Lektion. Alle haben sicher mindestens etwas Erfahrung mit der englischen Sprache selbst wenn sie es mehr oder weniger auf der Strasse gelernt haben. Andere wiederum haben es ordentlich, wie es sich gehört, in der Schule gelernt oder sonst einer Unterrichtsform. Ich habe mich schon sehr früh für die englische Sprache interessiert, ganz im Gegensatz zum Französisch. Eigentlich müsste es ja umgekehrt sein, denn als Kind habe ich über viele Jahre hinweg zwei Wochen der Schulferien im Sommer in Genf verbracht. Allerdings hatte ich dort auch meinen ersten Kontakt zur englischen Sprache und zu Amerikanern. Die Basis zum Englisch hatte ich aber doch ordentlich in der Schule erworben. Mittlerweile habe ich meine Englisch Kenntnisse stetig erweitert muss nun aber auch nach einem Jahr Leben in den Staaten fast ernüchternd feststellen, dass ich Meilen entfernt bin von einem perfekten Englisch. Bis ich hier alles und jeden verstehe und auch fehlerfrei und hoffentlich irgendwann mal akzentfrei Sprechen kann wird hier in Austin noch viel Wasser den Colorado River runter fliessen. Oft verbringe ich Stunden damit einfache Satzkonstrukte oder sogar einzelne Wörter zu entschlüsseln -- Internet sei dank -- weil es kaum einleuchtet welchen Regeln das folgt und wann man das nun sagen kann oder nicht. Mit dem Verstehen, alsowobeginnteinWort undwannhoertesauf undwiewarseinNamegleichnochmal, habe ich auch immer noch so meine Probleme. Aber da hilft wohl nur Zeit und Geduld bis ich endlich alle Buchstaben und Wörter sauber ausfiltern kann.

Statt nun meine Erkenntnisse aus den Recherchen sonst wo zu dokumentieren damit ich es nachschlagen kann werde ich hier immer wieder mal solche kleinen Lektion einfügen. Bei meiner ersten Lektion geht es um etwas sehr banales. Fast allen ist bekannt, dass es im Englischen mit der Anrede etwas einfacher ist weil, die einen vermuten es und die anderen wissen es, es im Englischen nur das "Du" gibt aber kein "Sie" oder "Ihr". "Ey you, get your ass over here!"

Gehst du ins Kino / Gehen sie ins Kino / Geht ihr ins Kino
In allen Fällen heisst das im Englischen "Are you going to the movies".

Während dies mehr oder weniger richtig ist, vor allem was den Schulunterricht anbelangt, bringt der Alltag und der tägliche Umgang mit der Sprache ein anderes Bild zu Tage für die dritte Variante. Die englische Sprache kennt tatsächlich Wörter für diese plurale Form, war mir bis dato aber nicht bekannt. Während einige Formen davon als regional oder veraltete gelten, folglich nicht resp. nicht mehr gelehrt werden, sind andere neueren Datums und deshalb nicht Standard und auch nicht im Schulunterricht zu finden. Diese neuen Formen haben zu alledem entwicklungsgemäss auch regionalen Charakter.

Veraltete resp. regionale Varianten -- angeblich Ireland und Australien -- sind youse, you's oder manchmal auch noch yous geschrieben. Von der Aussprache her dürfte es aber kaum einen grossen Unterschied ausmachen. Ebenfalls angeblich soll diese Form auch noch in Amerika's Norden in gehobener oder vornehmer Form angewendet werden. Wer es also in Boston oder so mal in eine noble Gesellschaft verschlägt könnte folglich "Where are youse coming from?" zu hören kriegen. Voraussetzung bleibt, dass man mindestens zu zweit ist denn die einfache Anrede bleibt in jedem Falle ein du, also you. Was aber von fast jedem heutzutage in Amerika angewendet wird ist you guys um ein Gruppe von Leuten anzusprechen. Das Wort guy (pl. guys) ist allerdings strenggenommen eine Bezeichnung für Junge und ein Mädel ist eine gal (pl. gals) aber die Mehrzahl guys wird oft verwendet um eine Gruppe von Personen -- Leute -- beider Geschlechts anzusprechen. Selbst unter Frauen wird man daher öfters mal guys hören. Handkehrum kann es aber auch mal passieren, dass aus einer gemischten Gruppe heraus eine Frau prostestiert: "I'm not a GUY!". Wie erwähnt, wirklich anstrengend manchmal das zu verstehen aber zurück zu you guys. Respektive zum Ursprung meiner Recherche denn hier im Süden gibt es noch eine weitere Variante. Daraus folgt auch noch, dass man das you guys eigentlich auf den Resten von Amerika beschränken sollte. Das Zauberwort hier im Süden umgeht auch noch die Geschlechterthematik weil es ganz simple you all heisst. Es wird aber gebunden aussprochen und entsprechend als y'all geschrieben.

Zurück zum Beispiel mit dem Kino haben wir also folgendes Ergebnis:
  1. (angeblich) Ireland und Australien: Are youse going to the movies?
  2. Gehobener Norden der USA ditto 1. wobei ich mal bezweifle das die ins Kino gehen.
  3. Nicht-Süden der USA: Are you guys going to the movies?
  4. Süden der USA: Are y'all going to the movies?
Simple, isn't it?

So, für die erste Lektion soll's das nun mal gewesen sein aber es gibt hier sicher noch einiges zu ergründen. Bis bald und
"See y'all next time!"

Show Me The Money!