Downtown Austin

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Freitag, 4. Mai 2007

You can say you to me

OK, Zeit für eine kleine English Lektion. Alle haben sicher mindestens etwas Erfahrung mit der englischen Sprache selbst wenn sie es mehr oder weniger auf der Strasse gelernt haben. Andere wiederum haben es ordentlich, wie es sich gehört, in der Schule gelernt oder sonst einer Unterrichtsform. Ich habe mich schon sehr früh für die englische Sprache interessiert, ganz im Gegensatz zum Französisch. Eigentlich müsste es ja umgekehrt sein, denn als Kind habe ich über viele Jahre hinweg zwei Wochen der Schulferien im Sommer in Genf verbracht. Allerdings hatte ich dort auch meinen ersten Kontakt zur englischen Sprache und zu Amerikanern. Die Basis zum Englisch hatte ich aber doch ordentlich in der Schule erworben. Mittlerweile habe ich meine Englisch Kenntnisse stetig erweitert muss nun aber auch nach einem Jahr Leben in den Staaten fast ernüchternd feststellen, dass ich Meilen entfernt bin von einem perfekten Englisch. Bis ich hier alles und jeden verstehe und auch fehlerfrei und hoffentlich irgendwann mal akzentfrei Sprechen kann wird hier in Austin noch viel Wasser den Colorado River runter fliessen. Oft verbringe ich Stunden damit einfache Satzkonstrukte oder sogar einzelne Wörter zu entschlüsseln -- Internet sei dank -- weil es kaum einleuchtet welchen Regeln das folgt und wann man das nun sagen kann oder nicht. Mit dem Verstehen, alsowobeginnteinWort undwannhoertesauf undwiewarseinNamegleichnochmal, habe ich auch immer noch so meine Probleme. Aber da hilft wohl nur Zeit und Geduld bis ich endlich alle Buchstaben und Wörter sauber ausfiltern kann.

Statt nun meine Erkenntnisse aus den Recherchen sonst wo zu dokumentieren damit ich es nachschlagen kann werde ich hier immer wieder mal solche kleinen Lektion einfügen. Bei meiner ersten Lektion geht es um etwas sehr banales. Fast allen ist bekannt, dass es im Englischen mit der Anrede etwas einfacher ist weil, die einen vermuten es und die anderen wissen es, es im Englischen nur das "Du" gibt aber kein "Sie" oder "Ihr". "Ey you, get your ass over here!"

Gehst du ins Kino / Gehen sie ins Kino / Geht ihr ins Kino
In allen Fällen heisst das im Englischen "Are you going to the movies".

Während dies mehr oder weniger richtig ist, vor allem was den Schulunterricht anbelangt, bringt der Alltag und der tägliche Umgang mit der Sprache ein anderes Bild zu Tage für die dritte Variante. Die englische Sprache kennt tatsächlich Wörter für diese plurale Form, war mir bis dato aber nicht bekannt. Während einige Formen davon als regional oder veraltete gelten, folglich nicht resp. nicht mehr gelehrt werden, sind andere neueren Datums und deshalb nicht Standard und auch nicht im Schulunterricht zu finden. Diese neuen Formen haben zu alledem entwicklungsgemäss auch regionalen Charakter.

Veraltete resp. regionale Varianten -- angeblich Ireland und Australien -- sind youse, you's oder manchmal auch noch yous geschrieben. Von der Aussprache her dürfte es aber kaum einen grossen Unterschied ausmachen. Ebenfalls angeblich soll diese Form auch noch in Amerika's Norden in gehobener oder vornehmer Form angewendet werden. Wer es also in Boston oder so mal in eine noble Gesellschaft verschlägt könnte folglich "Where are youse coming from?" zu hören kriegen. Voraussetzung bleibt, dass man mindestens zu zweit ist denn die einfache Anrede bleibt in jedem Falle ein du, also you. Was aber von fast jedem heutzutage in Amerika angewendet wird ist you guys um ein Gruppe von Leuten anzusprechen. Das Wort guy (pl. guys) ist allerdings strenggenommen eine Bezeichnung für Junge und ein Mädel ist eine gal (pl. gals) aber die Mehrzahl guys wird oft verwendet um eine Gruppe von Personen -- Leute -- beider Geschlechts anzusprechen. Selbst unter Frauen wird man daher öfters mal guys hören. Handkehrum kann es aber auch mal passieren, dass aus einer gemischten Gruppe heraus eine Frau prostestiert: "I'm not a GUY!". Wie erwähnt, wirklich anstrengend manchmal das zu verstehen aber zurück zu you guys. Respektive zum Ursprung meiner Recherche denn hier im Süden gibt es noch eine weitere Variante. Daraus folgt auch noch, dass man das you guys eigentlich auf den Resten von Amerika beschränken sollte. Das Zauberwort hier im Süden umgeht auch noch die Geschlechterthematik weil es ganz simple you all heisst. Es wird aber gebunden aussprochen und entsprechend als y'all geschrieben.

Zurück zum Beispiel mit dem Kino haben wir also folgendes Ergebnis:
  1. (angeblich) Ireland und Australien: Are youse going to the movies?
  2. Gehobener Norden der USA ditto 1. wobei ich mal bezweifle das die ins Kino gehen.
  3. Nicht-Süden der USA: Are you guys going to the movies?
  4. Süden der USA: Are y'all going to the movies?
Simple, isn't it?

So, für die erste Lektion soll's das nun mal gewesen sein aber es gibt hier sicher noch einiges zu ergründen. Bis bald und
"See y'all next time!"

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