Downtown Austin

Downtown Austin

Freitag, 29. Juni 2007

Knock, Knock

"Who is it?"
"Teddy!"
"Teddy who?"
"Teddy is the is beginning of the rest of your life."



Knock-Knock-Jokes (Klopf Klopf Witze) bekannt, beliebt im englischen Sprachraum und unverstanden im Rest der Welt. Im Internet gibt es auch eine grosse Sammlungen von dieser Art Humor und natürlich auch eine eigene Website knock-knock-jokes.com dazu - nur so als Beispiel.

Warum ist diese Art von Humor im angelsächsischen Raum und speziell in Amerika so beliebt aber nicht im Rest der Welt?

Grund 1: Wortspiel und Sprachwitz - Übersetzung
Spiele mit Worten, d.h. Mehrdeutigkeiten durch andere Anwendung, Aussprache oder Betonung ist meist nicht übersetzbar. Übersetzen ist oft die Hölle genug weil die richtige Bedeutung eines Wort nicht exakt in der anderen Sprache existiert. Oft existiert nicht einmal ein Wort, man muss es mit einer Umschreibung übersetzen. Bei Wortspielen ein Ding der Unmöglichkeit.

Grund 2: Wortspiel und Sprachwitz - Anwendung
Englisch ist eine universelle Welt-Sprache im Gegensatz zum Deutschen. Im Deutschen haben wir feste Regeln, diese zu brechen ein Ver-brechen oder noch schlimmer ein Zeichen von Dummheit und fehlender Bildung, den Nicht-Muttersprachlern, aka Ausländern vorbehalten.
"Da werden sie geholfen!"
In Amerika waren, im Bezug auf Englisch wie es in England eigentlich 'erfunden' wurde, eine Mehrheit der ersten Siedler Nicht-Muttersprachler. Englisch kennt auch keinen Duden, es hat Dictionaries (Wörterbücher) welche nebst der Rechtschreibung ein Wort auch beschreiben. Weder in England noch in Amerika gibt es ein Staatsorgan das die Sprache vorschreibt, eine Sprachreform wie in Deutschland unbekannt, undenkbar. Ändert sich das Wort in der Anwendung, passt sich das Dictionary an mit der Beschreibung. Englisch wird so gebraucht und angewandt wie es einem passt. Hier wird mir ernsthaft angeraten meinen Akzent zu behalten, das wirke vor allem sexy bei den Frauen. Na wenn das kein Grund ist? Im Deutschen muss jedem Ausländer dringend angeraten werden seinen Akzent loszuwerden damit er gesellschaftlich akzeptiert wird. In der Geschäftswelt muss man aber auch mit Englisch vorsichtig sein. Es heisst nicht, dass man die Grammatik und gewisse Regeln ignorieren soll. Englisch muss im entsprechenden Umfeld doch wieder richtig, fehlerfrei und eventuell sogar akzentfrei, angewendet werden. Das hat in Amerika etwas mit Respekt zu tun. Fehlerhaftes Englisch in Briefen und selbst Emails wird als respektlos angesehen. Ein wesentlicher Unterschied zu dem was ich noch aus der Geschäftswelt in der alten Heimat in Erinnerung habe. Auch mit Slang und anderen heiklen Wörtern sollte man in der Sprache aufpassen. Ansonsten aber ist es möglich Englisch anzuwenden wie man will und eben auch mit der Sprache zu spielen was im Deutschen im Prinzip kaum möglich ist. Für Klopf, Klopf Witze ein Grundelement. Am ehesten kann man sie noch mit den Häschen Witzen vergleichen -- welche aber tragischer Weise ausgestorben scheinen.

Der Teddy im Beispiel ist nun nicht wirklich die Kurzform für Theodor, wie zB Theodor "Teddy" Roosevelt, sondern ein Wortspiel und sollte eigentlich Today bedeuten, also heute. Im Deutschen müsste man also ein Wort (oder noch besser Namen) finden, welches sich für 'heute' ersetzen lässt. Zum Beispiel Häute - anwendbar allerdings nur als geschriebener Klopf Klopf Witz denn gesprochen ist die Differenz nicht erkennbar. Lustig würde das so oder so im Deutschen aber niemand finden. Man kennt so etwas nicht, das ist höchstens albern.

Warum schreibe ich überhaupt über diese Knock, Knock Jokes. Heute morgen hat es geklopft an der Tür, richtig nicht geklingelt. Die Wohnungen hier in der Siedlung haben keine Klingel, nur einen Klopfer oder wer will klopft mit den knuckles (Knöcheln) seiner Hand. Wahrscheinlich noch ein weiteres Element oder Grund für die Beliebtheit der Knock Knock Jokes.
"Who is it?" - "FedEx" - "FedEx who?" - "I have a document delivery for you" - Arrgh, Spielverderber!

Nach meiner Odyssee mit der Registrierung meines Mustang hat sich auf Rückfrage bei der Spedition in der alten Heimat alles erledigt. Die haben aus versehen den Ausweis in ihren Unterlagen abgelegt statt mitgeliefert. Nun haben sie diesen per FedEx geschickt und drei Tage später hab ich nun den Ausweis in Händen. Leider muss ich nun zur Arbeit aber so eilig ist das nun auch wieder nicht. Das kann bis Montag warten. Ich hoffe die kommen mir dann nicht noch mit anderen unerwarteten Auflagen welche ich noch erfüllen muss. Mal schauen, gehe ich Montag also zur Registrierung: Knock, Knock - "Who is it?" - "Adrian" - "Adrian who?" - "Ehm, surrender my Swiss title?" Ich weiss Spielverderber. Wish me luck!

Montag, 25. Juni 2007

Halt die Schnauze, Idiot

Heute hätte ich gerne einen Kumpel neben mir gehabt oder auch nur die kleine Stimme im Ohr, "Shut up, idiot!"

Im Übersee Container mit meinen Möbel und dem sonstigen Grümpel ist auch mein '72 Ford Mustang mitgereist. Und zwar unter dem Motto "Back to where she belongs" (man bemerke, das Auto ist im Englischen weiblich) und nicht wie viele gemeint haben "das Bier nach München tragen". Der Markt mit alten US Cars hat sich seit ein paar Jahren sehr verstärkt, die Preise sind zum Teil massiv am steigen. Ein Grund dafür sind wahrscheinlich die Fahrzeug Auktionen welche durchs Land ziehen und nun auch im Fernsehen, offensichtlich seit kurzem, gezeigt werden. Ein perfekter 1970 Dodge Challanger hat grad kürzlich für 2,75 Mio. Dollar den Besitzer gewechselt. Diese Shows steigern einerseits die Aufmerksamkeit für die alten Klassiker und das wiederum natürlich die Preise und auch nicht nur für die Raritäten und perfekten Restaurationen. Die Restaurationen sind zudem ein weiteres TV Thema und konstant auf irgend einem Kanal zu sehen. Die Show "Pimp My Ride" auf MTV welche ich noch aus der alten Heimat kenne ist grad so das schwächste und billigste in diesem Bereich. Die anderen Shows zeigen oft echte Klassiker und exklusive und seriöse Restaurations Projekte. Davon ist mein Mustang noch weit entfernt aber als Basis für ein solches Projekt geniesst er hier einen wesentlich höheren Wert als in der alten Heimat. Ein Fahrzeug in gleichwertigem Zustand würde mich hier einige tausend Dollar mehr kosten als ich in der alten Heimat als Gegenwert erhalten hätte und somit waren die Mehrkosten für die Ausfuhrkosten für mich gerechtfertigt. Zudem sollte die Einfuhr auch relativ problemlos sein, ist ja schliesslich ein US Fahrzeug.

Das mit relativ problemlos ist eigentlich korrekt auch wenn die folgende Geschichte ein anderes Bild vermitteln mag. Im Prinzip gibt es vier einfache Kriterien zu berücksichtigen, allerdings sollte man diese wissen und muss sie halt reihum erledigen. Erstens Einfuhr/Verzollung, zweitens Identifizierung, drittens Versicherung und viertens Inspektion. Den Punkt 1 hat die Speditionsfirma erledigt, als Resultat hab ich ein Verzollungsdokument. Das dritte erledigt man natürlich auch hier mit einer Versicherungsgesellschaft und hat dazu eine Versicherungsbestätigung. Für das vierte, die Inspektion, geht man zu einer Garage welche dazu autorisiert ist eine Inspektion vorzunehmen. Gleichzeitig hatten die mir noch ein New Registration Dokument ausgestellt da das Fahrzeug bis dato nicht in Texas registriert war. Prima dachte ich, nun habe ich alles, leider hatte ich aber das zweite noch nicht gewusst da das auf keiner Webpage oder sonst wo zu erfahren war. Passiert wohl auch nicht jeden Tag, dass ein Schweizer sein Pony aus der alten Heimat nach Texas mitbringt. Erfahren hatte ich das dann halt bei meinem ersten Besuch beim Tax Assessor-Collector Office welches für die Registrierung zuständig ist und musste das wohl oder übel nachholen, bin folglich unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Das war Ende April nachdem ich mich endlich mal dazu aufgerafft hatte alles vermeintlich nötige zu erledigen.

Für die Identifikation musste ich zum lokalen Polizei Hauptquartier, musste aber dafür vorher einen Termin abmachen, was auch wieder etwas dauerte aber nun heute um 1PM statffindet. Dort sollte ich dann mein Fahrzeug einem zuständigen Detective zeigen. Dazu gibt es eine ganz interessante Sache welche mich etwas beunruhigt hat. Mein Fahrzeug hat ja noch kein Nummernschild und nun muss ich ausgerechnet zum Polizei Hauptquartier fahren, also eine richtige kleine Ei/Huhn Geschichte. Ganz und gar nicht, "kommen sie einfach mal und wenn sie angehalten werden erklären sie halt dem Officer das sie auf dem Weg zu mir sind." No big deal! Detective Seaholm hat dann die VIN (Vehicle Identification Number) überprüft, was bei uns überlicherweise als Fahrgestellnummer bekannt ist und auf ein Papier geschrieben plus noch einige weitere Daten. Nach zwei Minuten war schon alles fertig. Wer aufgepasst hat und sich nun noch fragt wie ich den früher schon zur Garage für die Inspektion kam ohne Nummernschild, hier die Antwort. Auf die gleiche Art, der von der Garage hat mir auch gesagt, "ja kommen sie mal und wenn der Officer fragt sagen sie ihm sie seien auf dem Weg zur Inspektion." Ohne Nummernschild rumkurven? Really, no big deal!

Well, nachdem ich mich vom Detective verabschiedet habe bin ich folglich direkt wieder zum Tax Office gefahren. Endlich sollte ich also ein Nummernschild oder das temporäre Papp Schild, welche man hier immer sieht, bekommen. Gemäss der Webpage sollte nun das folgende Prozedere kommen, a) ein Vehicle Title -- ein Dokument welches mich als Besitzer identifiziert und b) die Registration welche ein Sticker an die Windschutzscheibe gibt und natürlich die Nummernschilder. Nachdem die Miss alle Dokumente durchgesichtet hat, teilt sie mir mit, dass ich damit keine Vehicle Title bekomme, dazu müsste ich meinen Fahrzeugausweis aus der alten Heimat hinterlegen. "What?" Den Lappen musste ich doch der Spedition in der alten Heimat abgeben, damit ich mein Fahrzeug ausführen konnte und für die Einfuhr keinen Zoll zahlen musste, dafür hat sie das Einfuhrdokument und nun noch die Identifikation von Detective Seaholm. "or, what? I don't get it!" Zum Glück hatte ich noch eine Fotokopie vom Ausweis und ihr den überreicht. Damit schien die Sache dann doch plötzlich irgendwie geklärt und nach etwas getippe in den Computer und ausstellen eines Checks als Bezahlung hatte ich zwei schöne Texas License Plates und den Sticker vor mir. "One more question, Miss" und hier hätte die Stimme kommen sollen, "Shut up, idiot! Grab the plates stupid and run!" , aber nein ich musste fragen.

Ich machs mal auf Deutsch: "Wie ist das den nun mit dem Title. Der Title ist doch das Besitzdokument, d.h. bezeugt mich als Besitzer und wenn ich das Fahrzeug mal verkaufen sollte muss ich doch den Title dem neuen Besitzer übergeben, damit er das Fahrzeug dann ihn seinem Namen registrien kann, oder???" - "Aehm, ja. Moment ich frag mal meine Vorgesetzte". Ich denke ihr könnt euch das Resultat vorstellen. Meine Bezahlung wurde annuliert, die eingereichten Dokumente zurückgeben und natürlich musste ich die Schilder schweren Herzens wieder über den Tisch schieben und aus den Händen geben. Wieso konnte ich Idiot nicht die Schnauze halten und gehen? Wahrscheinlich weil es so richtig ist und ich sonst in Zukunft irgendwann noch mehr Ärger hätte. Bleibt mir für den Moment also wirklich nichts weiter als unverrichteter Dinge wieder aus dem Office zu laufen. Jetzt muss ich also mit meiner Spedition Kontakt aufnehmen und in Erfahrung bringen wo mein Fahrzeugausweis geblieben ist. Wirklich lustig wird es ja wenn der nicht mehr auffindbar ist und ich aus Amerika beim Strassenverkehrsamt in der alten Heimat ein Duplikat anfordern muss -- für mich und ein Fahrzeug das beides in der alten Heimat nicht mehr existiert. Lost in traffic! Das kann ja heiter werden. Ich darf im Moment nicht daran denken. Einfach mal hoffen, hoffen und nochmals hoffen, das der Ausweis beim Spediteur am Dossier hängt. Ich könnt' heulen!

Montag, 18. Juni 2007

Going to the beach

War wieder mal am Pool. Etwas rumplantschen und den Bauch an die Sonne strecken, 90 °F (32 °C) das Mindest-Standardmass am Nachmittag. Die letzte Session als ich vom Red Lobster Day berichtete und ordentlich rot davontrug hat sich wie erwartet gut und schön in ein braun gewandelt. Nix verbrannt und ergo auch keine Schlangenhäutung. Das Wetter ist einfach geil hier!

Übrigens auch Pinguine lieben es sonnig:
A cop sees a guy driving down the street with three penguins in the back seat of his car. The cop stops him, and the guy explains that he found the penguins just standing by the side of the road. The cop says, "I think you'd better take those penguins to the zoo." The guy agrees and drives off. Next day, the cop sees the same guy drive by with the same three penguins in his back seat, only this time the penguins are wearing sunglasses. The cop stops him again and says, "Hey, buddy, I told you to take those penguins to the zoo." The guy says, "I did. Today we're going to the beach."

Sonntag, 17. Juni 2007

Formula 1 sucks

Durch Zufall, Werbung sei dank, habe ich erfahren, dass heute der Formel 1 US Grand Prix in Indianapolis stattfindet und sogar Live von FOX gesendet wird. Formel 1 kann man hier normalerweise auch sehen, allerdings nur auf Kanal Speed und da Live auch zeitlich oft etwas früh am Morgen.

Also wieder einmal fast wie früher die Füsse hoch und Formel 1 schauen am Sonntag Nachmittag. Irgendwie hatte ich ja schon noch die schwache Erinnerung, dass Formel 1 mehrheitlich nicht mit Spannung und Action in Verbindung stand. Durch noch einen Zufall hatte ich aber vor einigen Tagen den Unfall vom vorangehenden Rennen in Canada gesehen, womöglich gibt es doch Action in der Formel 1. Nach 10 Runden lag ich etwas desillusioniert vor der Glotze und den letzten Funken von Aufregung ausgelöscht hat es mir 20 Runden vor Rennende, das heisst schon nach nur gut einer Stunde Autorennen. Bummer! Zwei Mercedes hintereinander, 18 Sekunden dahinter zwei Ferrari hintereinander und dann irgendwo viel später ein trauriger Rest vom Feld. Das sich daran nicht mehr viel ändern würde war abzusehen. Ein Jacques Villeneuve ist ja nicht dabei welcher sich Teamintern doch noch ein Duell geleistet hätte. Irgendwie hatte ich es geahnt und Formula Uno ist für mich nun abgehackt. Für in zwei Wochen haben die wieder auf FOX interessanterweise den Frankreich GP angekündigt auf 10 Uhr und damit wohl zeitversetzt aber ich glaub ich werde mir das ersparen. Zeit fuer NASCAR, booyah!

OK, Formel 1 kann man nicht direkt mit NASCAR vergleichen sondern wenn schon mit der IndyCar Serie welche auch zur Open Wheel Car Kategorie gehören. Die IndyCar Serie bestreiten mit 17 Rennen auch relativ wenig Rennen und sind selbst hier in Amerika nicht der grosse Knaller beim Publikum. Mit einer Ausnahme, Indy500. Das Rennen auf dem Indianapolis Motor Speedway ist doch alle Jahre wieder eines der grossen Sport Ereignisse in Amerika. Wer die restlichen 16 Rennen und die ganze Serie gewinnt interessiert glaube ich nur die treusten Anhänger der Serie -- aber die Sieger in der Indy500 sind die Helden des Motorsports. Was derzeit noch interessant an der IndyCar Serie ist und doch einige mehr anlockt ist, dass mit Danica Patrick eine Frau mitfährt, a) hübsch anzuschauen und b) dann nicht nur mittendrin sondern auch vorne mit dabei.

Trotz Danica kommt im Moment aber nichts an NASCAR heran und vorbei in Sachen Motorsport in Amerika. Oft wird NASCAR auch als ein Monster bezeichnet da es von den Medien geliebt und gepusht wird und die Organisatoren wohl alles daran setzen, dass es auch so bleibt. NASCAR ist im übrigen ein Oberbegriff von mehreren Renn-Serien und das grosse Aushängeschild (welches in Übersee wohl als NASCAR verstanden wird) ist die Nextel Cup Series. Es hat aber auch einiges zu bieten und kommt vor allem im Fernseher sehr gut rüber. Erstens fährt mit mehr als 40 Boliden ein ordentlicher Haufen um den Sieg, zweitens fahren sie fast jedes Wochenende oder glaub 40 Rennen ingesamt und drittens erlauben es die meisten der ovalen Strecken den Fahrern Arsch-an-Arsch zu fahren und sogar three wide (zu dritt nebeneinander) aus der Steilkurve zu dröhnen. Und genau das bringen die Kameras und Mikrofone auch am Fernseher ordentlich ins Wohnzimmer. Irgendwann werde ich mir das aber Live zu gemühte führen müssen, entweder hier in Texas in Dallas, dem Talladega Superspeedway in Alabama oder sogar Daytona in Florida. Eigentlich egal, einfach Benzin und Gummi will ich riechen und das Dröhnen der Motoren hören wenn sie an uns vorbeipreschen.

Während dieses Racing in einem Oval für einige wahrscheinlich als unattraktiv, da angeblich nicht schwierig, empfunden wird bringt es doch einiges an Spannung. Es gibt keine wirkliche Ideallinie, zumindestens wird durch das konstante nebeneinander Fahren der Gummiabrieb weit ausserhalb einer solchen Linie getragen, so dass ein Überholvorgang nicht zum Harakiri Manöver wird. Es ist kaum möglich, dass einige Teams ihr Fahrzeug so enorm viel besser ausbalancieren können, dass sie dem Rest des Feldes davonbrausen. Es hat mit dem Oval zu wenig Streckenabschnitte welche eine solche Differenz ermöglichen und selbst dann, da ein Rennen mindestens drei Stunden dauert, hat jedes Team genug Zeit kleine Änderungen vorzunehmen. Insgesamt werden die Abstände nie so gross wie in der Formel 1. "Halt!", wird nun mancher rufen, die neutralisieren auch immer wieder das Rennen und so kommt das ganze Feld wieder zusammen. Fast richtig, wiederum bedingt durch das Oval verursacht eine Panne oder Unfall ein höheres Risiko als vielleicht in der Formel 1. Daher werden die Fahrer durch die gelbe Fahne (Caution) und dem Pacecar aufgehalten und zusammengeführt. Aber, dadurch das eine Runde nicht so lang ist sind die Auswirkungen für das Zusammenführen nicht gleich gravierend im Resultat und es gilt ja auch nur für Fahrer innerhalb der gleichen Runde. Plus und das ist wiederum auch interessant, der Fahrer an der Spitze der Überrundeten bekommt einen Freipass und kann an das Ende der Spitzengruppe aufschliessen. In praktisch jedem Rennen welches ich bis jetzt verfolgt habe waren drei oder mehr Fahrer am Schluss in einer Position in welcher sich jeder in der letzten Runde oder sogar Kurve noch den Sieg schnappen konnte. Da muss man das Resultat bis zum Finale abwarten.

Eine Caution gibt es bei diesen Rennen übrigens auch wenn irgendwelche Gegenstände auf die Fahrbahn geraten. Beim Formel 1 Rennen heute in Indianapolis hat ja ein Streckenposten sein blaues Fähnchen etwas ungeschickt auf die Fahrbahn geworfen. Vielleicht auch aus Absicht in der Hoffnung das Rennen wird neutralisiert, die Fahrer schliessen zusammen und es wird wieder etwas spannender. Hat er aber Pech gehabt, in der Formel 1 muss jeder das bekannte Resultat bis zum Schluss erdulden.

Mit Nummer 42 fährt notabene ein Ex-Formel 1 Fahrer in der NASCAR. Der Juan Pablo Montoya, welchem sein Vorname hier als (H)uan und nicht Chuan ausgesprochen wird. Alle Wörter aus dem Spanischen mit einem J werden hier als H gehaucht und nicht als CH gekratzt. Bisweilen fährt er etwas unscheinbar in der Mitte des Feldes mit und heute hat er seinen Wagen so satt in einer Steilkurve in die Wand gesetzt, dass er aufgeben musste. Oft hämmern sie ihr Fahrzeug während einiger Runden in Schuss und fahren wieder mit bis zum Schluss aber bei ihm war diesmal offensichtlich mehr kaputt. Mehr als drei Stunden in Höchstgeschwindigkeit im Kreis fahren ist halt wohl nicht ganz so einfach wie anderthalb Stunden durch ein paar Schikanen.

I LOVE NASCAR!

Freitag, 15. Juni 2007

The love of my life

Mal was lustiges zwischendurch. Bin beim Surfen durch das Welt Weite Web (psst, während der Arbeit) über folgenden Witz gestolpert. Da ich auch ein alter Single bin nicht ganz unpassend. Mit meinen Eltern hat das aber nichts zu tun, also nicht das ihr schlecht über die denkt. Irgendwelche Ähnlichkeiten mit Lebenden oder Toten ist folglich rein zufällig.

Joe: Mike, you're 45 years old and never been married. Is it cause you can't find a woman that you love?
Mike: No, that's not the problem. I've found several women that I've loved. The problem's that when I bring 'em home to meet my folks, my Mom hates them. I don’t want to marry someone that is going to fight with my family.
Joe: I have the answer to your problem. Find a girl that is exactly like your mother. Your mother should get along with her and your problems are solved.

About 2 months later Mike and Joe are talking again.
Joe: So, Mike, did ya find a nice girl to bring home to your folks?
Mike: Yeah, but it didn't work out so well.
Joe: Why's that? Wasn't she just like your mother?
Mike: She was exactly like my mother. My Mom adores her.
Joe: So what’s the problem?
Mike: My Pop hates her.

Donnerstag, 14. Juni 2007

Play ball!

Heute war wieder mal etwas Sport angesagt. OK, nicht Sport betreiben sondern Sport schauen und zur Ausnahme nicht mal im Fernseher sondern Live, ein Baseball Game. Ich bin eingeladen! Mike, meinen Versicherungsfritze zähle ich hier mittlerweile zu meinem Freundeskreis was hier als Bezeichnung nicht so stark eingegrenzt wird wie in der alten Heimat. Man hat einige gemeinsame Freuden oder Leiden und trifft sich ab und zu was reicht sich hier als Freunde zu bezeichnen. Unter Männern nennt man sich schnell mal buddies oder wird vorgestellt als: "That's my buddy/friend, Adrian!" Die Verbindung oder umgekehrt Trennung zwischen Freunden, Kollegen oder auch Bekannten ist hier viel fliessender. Die Erwartung sind auch nicht so hoch oder werden anders ausgedrückt, so dass man von Europäern immer schnell mal hört die Amerikaner sind oberflächlich. Es ist aus meiner Erfahrung ein Missverständnis des Wortes Freund und seiner Bedeutung im Englischen. Zurück zum Baseball Game.

Mike's Gesellschaft sponsort das lokale Baseball Team, die Round Rock Express welche in der Pacific Coast League (Triple-A), einer Liga der MiLB (Minor League Baseball), spielen. Das ist also nicht in der sonst bekannten MLB (Major League Baseball) welche jährlich den Höhepunkt in den World Series zelebrieren. Das Stadion ist folglich auch nicht riesig aber doch ordentlich mit allem Schnick-Schnack was man für einen Familienabend oder Nachmittag braucht. Dazu gehört ein swimming pool und andere Spielanlagen wie auch ein Kletterfelsen. Round Rock (Google Map) ist noch eine selbstständige Stadt gehört aber zum Grossraum Austin und befindet sich im Norden davon am I-35 Richtung Dallas. Da ich im Süden von Austin wohne ist das nicht grad in der Nachbarschaft aber für amerikanische Verhältnis auch nicht ab der Welt und dank den highways kommt man normalerweise auch schnell ans andere Ende der Stadt. Selbst mit Feierabend Verkehr brauche ich genau eine Stunde. Am bekanntesten ist Round Rock übrigens als Hauptsitz von Dell Computers. Zurück zum Baseball Game.

Auf dem Weg zum Stadion habe ich schon die ganze Zeit die turmhohen Wolken und darunter in die weite Ferne eine schwarze Wand im Visier. Auch im Radio geben sie immer wieder Sturmwarnungen durch ziemlich genau auf die Zeit wenn das Spiel beginnen sollte. Als wir beim Stadion ankommen beginnt es tatsächlich auch leicht zu regnen und der Start war somit mit Sicherheit mal aufgeschoben. Ob gleich aufgehoben wird sich zeigen. Ein Stürmchen zieht hier in der Regel relativ schnell durch und gemäss Vorhersage denke ich sollten wir auch nur am Rande der Gewitterstörung sein. Auf jeden Fall haben wir Zeit für Essen und Trinken vor dem Spiel wobei das wiederum etwas ist was man beim Baseball schauen quer durch das ganze Spiel betreibt. Heute ist es aber leicht anders -- ich bin ja eingeladen. Etwa einmal jährlich mietet seine Gesellschaft einen der Konferenzräume in der Arena und offeriert Speis und Trank. Ich denke das sollte hauptsächlich für Kunden sein allerdings hatte ich vor Ort mehr den Eindruck, dass es fast nur Mitarbeiter waren und ich einer der wenigen Kunden war welcher Gratis das Spiel sehen und sich den Bauch vollschlagen wollte. Typisch amerikanisch gibt es Hamburger und Hotdog, alles aufgetischt in Wärmeschalen und mit den nötigen Beilagen um sich sein Mahl selbst aufzubeigen. Als Ausgleich dazu ein kalorienbewusstes Miller Lite. Ich habe andere Agenten, seinen Boss, seinen Boss-Boss, noch einen Boss-Boss und dann glaub auch noch einen Boss-Boss-Boss kennen gelernt aber keine andere Kunden von ihm. Was mir auch egal war, Versicherungsmenschen sind ja auch Menschen, oder? Nach etwa einer halben Stunde hat der Regen aufgehört und über die Lautsprecher wurde der Beginn des Spiels auf 8:05 angesagt, also genau eine Stunde später. No big deal! Gleichzeitig flimmerte auf einem Fernseher in der Lounge auch das 4. Finalspiel im Basketball, der NBA, über den Schirm. Die San Antonio Spurs welche man hier auch fast als Lokalteam bezeichnen darf sind noch ein Sieg vom Gewinn des Finals entfernt. Das Resultat werde ich wohl morgen in Erfahrung bringen müssen oder im Radio auf dem Heimweg erfahren. Da dieser Bericht aber nicht wirklich Live ist kann ich es ja verraten -- die Spurs sind NBA Meister 2007, 4:0 die Cleveland Cavaliers weggefegt. Yeehah! Zurück zum Baseball Game!

Das Spiel hat mal ohne uns angefangen und bevor wir raus gingen hab ich mir meinen Becher nochmals mit Bier füllen lassen. Big mistake! Kaum die Tür geöffnet hat sich der Mann welcher draussen davor stand als Aufsichtsperson herausgestellt. "Sorry, no beer outside!" hat er uns höflich aber bestimmt mitgeteilt. Also kehrt um und zurück in die Lounge. Etwas verblüfft hab ich meinen buddy gefragt was das bedeutet, denn das letzte Mal hatte ich doch auch Bier getrunken zum Spiel. Das Problem ist wohl ein lokales, im Bezug auf das Stadion, ein tax (=Steuer) Problem. Das Bier in der Lounge wird über andere Kanäle, offensichtlich auch steuerliche, ins Stadion befördert oder zumindest ausgeschenkt, wohl weil gratis. Würde ich mein Bierchen also draussen zum Spiel schlürfen geht einer Steuerbehörde einige Cents durch die Finger. Kann man natürlich nicht akzeptieren. Zum Glück war es kein Jumbobecher und 10 Minuten später hab ich mein Bier ausgetrunken und ja, nun können wir -- zurück zum Baseball Game!

Hmm, wird jetzt natürlich etwas schwierig wenn ihr wenig oder nichts von Baseball und den Regeln versteht. Kurzum wir (RR Express) haben geführt bis kurz vor Schluss und dann leider doch noch 2:3 verloren. Was soll's, hat Spass gemacht mit Mike am Spiel rumzuhängen und mein Bauch ist auch gefüllt. Nächstes Mal freue ich mich aber doch wieder auf Pizza slices oder ein Cheesesteak Sandwich und natürlich ein Bier zum Spiel -- auch wenn es ein paar tax dollars mehr kostet.

Freitag, 8. Juni 2007

Tragisches aus der alten Heimat

Obwohl ausgewandert halte ich mich doch immer wieder mal auf dem Laufenden, was die alte Heimat bewegt und schaue in die Online Seite der lokalen Zeitungen. Heute lese ich folgende erschütternde Nachricht:
Engpass in der Cervelat-Produktion
Der Cervelat droht ab Herbst ohne klassische Hülle dazustehen. ... Rund 100 Millionen Cervelats verzehren die Schweizerinnen und Schweizer pro Jahr - beim Bräteln, als Salat oder auch einfach roh. Nötig sind dafür 15 bis 20 Millionen Meter feinster Rinderdarm, der zu 80 Prozent aus Grossfarmen in Brasilien stammt.
Wow, wer hätte das gedacht. Der geliebte Schweizer Wurstriegel steckt in brasilianischen Rinderdärmen. Man spekuliert und fragt sich ja oft was im Cervelat drin ist, nun wissen wir also wenigstens was drum herum ist. Bis Herbst. Offensichtlich hapert es in Brasilien etwas mit der BSE Kontrolle und die Schweiz hat sich schon zu stark mit der EU verbündet welche einen Einfuhrstopp verhängt hat. Die Vorräte sollen ab Herbst zu Ende sein für danach versucht man sich angeblich mit Schweinedärmen über China zu versorgen. Ist fast das gleiche, oder?

Well, mir kann es ja egal sein. So abhängig vom Cervelat war ich nie, dass ich den hier vermisse und 99% all meiner Cervelat Einkäufe in den letzten 10 Jahren waren eh im Hundemagen von Lucky verschwunden. Die Frankfurter welche man hier kaufen kann schmecken ihm genau so gut und es macht sogar irgendwie Sinn, die sind ja auch für hot dogs gedacht. Woher diese Wurschtis ihre Haut haben will ich jetzt auch gar nicht wissen.

Montag, 4. Juni 2007

Lasst uns randsteinen und fersen

Heute wieder mal eine Englisch Lektion. Dies dürfte interessant sein für alle welche mal mit Hund nach Amerika gehen. Spontan fällt mir dazu gerade niemand ein in meinem Bekanntenkreis, aber was soll's. Mein Wille zählt.

Gestern hatte ich mal das Schild genauer gelesen über dem Ding das man in der alten Heimat allgemein als Robidog bezeichnet. Dazu erst etwas Basiswissen weil vielleicht nicht alle Leser Schweiz bewandert sind. Robidog ist ein schweizerdeutsches Wort weil eine rein schweizerische Erfindung und man wird mit dem Wort ausserhalb der Schweiz auf Unverständnis stossen. Ich hab mich auch noch schnell im Internet dazu orientiert und dabei folgenden interessanten Blog gefunden in welchem eine Deutsche ihre Sicht auf das Schweizer "Hundekotsammel-System" schildert. Einen speziellen Namen für das amerikanische System hab ich bis dato nicht bemerkt ausser, dass man vielerorts gebeten wird to pick up after your dog. Man soll also 'nach seinem Hund aufnehmen'. Allerdings wird nicht gesagt was man den nun aufnehmen soll, wohl weil offensichtlich oder weil to offensive/zu anstössig. Whatever!

Zurück zum Schild. Da steht nun leash-curb and pick up after your dog. Den letzten Teil haben wir schon entschlüsselt, bleibt also leash was die Leine ist und curb wäre allgemein der Rand- oder allenfalls Rinnstein, letzterer sollte aber eher der gutter sein. Wer sein Englisch streng nach britischer Weise (BE=British English) gelernt hat wird zu curb noch insistieren und sagen das man es kerb schreibt. Das ist korrekt aber die amerikanische Schreibweise (AE=American English) ist curb und ausgesprochen wird es beiderseits des Teichs auf die gleiche Art. Englisch hat die aus deutscher Sicht beneidenswerte Eigenart das man oft aus einem Hauptwort (noun) direkt das Verb dazu bilden kann wenn man mit dieser Sache oder Ding etwas tut. Im Deutschen gibt es das ganz selten auch aber so spontan fallen mir dazu nur Anglizismen ein, also Wörter welche wir direkt aus dem Englischen schon so übernommen haben. Und konjugieren müssen wir sie trotzdem auch noch was nicht immer so einfach oder offensichtlich ist wie im Englischen. Tut ihr nun smsen oder simsen? Auf dem Schild wird leash, die Leine, also zum Verb und gebietet den Hundebesitzer seinen Hund zu leinen, respektive natürlich anzuleinen oder 'an der Leine zu führen'.

Mit curb hatte ich dann aber so meine Mühe zu verstehen was damit gemeint sein soll. Soll ich meinem Hund einen Randstein umbinden? Wer nun ein Deutsch-Englisch Wörterbuch zur Hand nimmt wird das Rätsel kaum lösen oder sogar sprachlos zur Kenntnis nehmen müssen, dass man den Hund "an die Kandare nehmen" oder auch "im Zaume halten" soll. How dare you! Es ist eigentlich ganz einfach wenn man sich eine Stadt mit dem Trottoir (oder Bürgersteig für unsere Deutschen Freunde) vorstellt und man dort mit dem Hund Gassi geht/to walk the dog. In England läuft man übrigens auf dem pavement oder footpath und in Amerika auf dem sidewalk. Läuft man nun auf dem sidewalk und wird gebeten to curb a dog heisst es ganz simple den Hund 'randsteinseitig zu führen', damit er dort im gutter sein Geschäft verrichten tut und nicht mitten auf dem sidewalk. Clever, isn't it?

Bleibt noch zu klären, wieso das Wörterbuch den Hund zügeln oder an die Kandare nehmen will. Das Nomen curb hat natürlich noch weitere Bedeutungen als nur Randstein. Ursprünglich kommt curb von alten Worten in Französisch [corber] und auch in Latein [curvus] was uns im Deutschen wiederum wahrscheinlich die Kurve abgegeben hat. Unser Randstein ist im Englischen folglich eine Kurve zwischen Fahrbahn und Gehweg und wurde zu curb. Und jetzt kommt es, beim Zaumzeug eines Pferdes / bridle gibt es offensichtlich eine (vorwiegend amerikanische) Variante welche eine krumme Verbindung unter dem Kinn mit dem Mundstück hat was man als curb bit bezeichnet. Im Deutschen habe ich dazu den Begriff Kinnkette gefunden. Das Pferd also mit diesem Zaumzeug oder speziellen Technik zu führen wird im Englischen mit to curb bezeichnet und für mein Verständnis etwas zu salopp mit "an der Kandare führen" oder sogar "zügeln" übersetzt. Wobei zügeln hier nicht als schweizerdeutsches Wort für umziehen verwechselt werden darf. Man sollte also nicht auf die Idee kommen seine Möbel zu curben, gell! Im Englischen tut man immer noch moven.

Nach dem Abstecher zu den Pferden nochmals kurz zurück zum Hund. Im Englischen führt man den Hund nicht bei Fuss sondern an den Fersen. Der Hund folgt einem auf den Fersen. Also heel für Ferse und ihr ahnt es schon man macht daraus einfach das Verb, to heel the dog, man ferst den Hund. Will man dem Hund "Bei Fuss" befehlen schreit man hier einfach "Heel".

Wer all den Aufforderungen auf dem Schild hier in Austin uebrigens nicht nachkommt kann gebuesst werden im Rahmen von $50-$250.

Show Me The Money!