Downtown Austin

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Sonntag, 17. Juni 2007

Formula 1 sucks

Durch Zufall, Werbung sei dank, habe ich erfahren, dass heute der Formel 1 US Grand Prix in Indianapolis stattfindet und sogar Live von FOX gesendet wird. Formel 1 kann man hier normalerweise auch sehen, allerdings nur auf Kanal Speed und da Live auch zeitlich oft etwas früh am Morgen.

Also wieder einmal fast wie früher die Füsse hoch und Formel 1 schauen am Sonntag Nachmittag. Irgendwie hatte ich ja schon noch die schwache Erinnerung, dass Formel 1 mehrheitlich nicht mit Spannung und Action in Verbindung stand. Durch noch einen Zufall hatte ich aber vor einigen Tagen den Unfall vom vorangehenden Rennen in Canada gesehen, womöglich gibt es doch Action in der Formel 1. Nach 10 Runden lag ich etwas desillusioniert vor der Glotze und den letzten Funken von Aufregung ausgelöscht hat es mir 20 Runden vor Rennende, das heisst schon nach nur gut einer Stunde Autorennen. Bummer! Zwei Mercedes hintereinander, 18 Sekunden dahinter zwei Ferrari hintereinander und dann irgendwo viel später ein trauriger Rest vom Feld. Das sich daran nicht mehr viel ändern würde war abzusehen. Ein Jacques Villeneuve ist ja nicht dabei welcher sich Teamintern doch noch ein Duell geleistet hätte. Irgendwie hatte ich es geahnt und Formula Uno ist für mich nun abgehackt. Für in zwei Wochen haben die wieder auf FOX interessanterweise den Frankreich GP angekündigt auf 10 Uhr und damit wohl zeitversetzt aber ich glaub ich werde mir das ersparen. Zeit fuer NASCAR, booyah!

OK, Formel 1 kann man nicht direkt mit NASCAR vergleichen sondern wenn schon mit der IndyCar Serie welche auch zur Open Wheel Car Kategorie gehören. Die IndyCar Serie bestreiten mit 17 Rennen auch relativ wenig Rennen und sind selbst hier in Amerika nicht der grosse Knaller beim Publikum. Mit einer Ausnahme, Indy500. Das Rennen auf dem Indianapolis Motor Speedway ist doch alle Jahre wieder eines der grossen Sport Ereignisse in Amerika. Wer die restlichen 16 Rennen und die ganze Serie gewinnt interessiert glaube ich nur die treusten Anhänger der Serie -- aber die Sieger in der Indy500 sind die Helden des Motorsports. Was derzeit noch interessant an der IndyCar Serie ist und doch einige mehr anlockt ist, dass mit Danica Patrick eine Frau mitfährt, a) hübsch anzuschauen und b) dann nicht nur mittendrin sondern auch vorne mit dabei.

Trotz Danica kommt im Moment aber nichts an NASCAR heran und vorbei in Sachen Motorsport in Amerika. Oft wird NASCAR auch als ein Monster bezeichnet da es von den Medien geliebt und gepusht wird und die Organisatoren wohl alles daran setzen, dass es auch so bleibt. NASCAR ist im übrigen ein Oberbegriff von mehreren Renn-Serien und das grosse Aushängeschild (welches in Übersee wohl als NASCAR verstanden wird) ist die Nextel Cup Series. Es hat aber auch einiges zu bieten und kommt vor allem im Fernseher sehr gut rüber. Erstens fährt mit mehr als 40 Boliden ein ordentlicher Haufen um den Sieg, zweitens fahren sie fast jedes Wochenende oder glaub 40 Rennen ingesamt und drittens erlauben es die meisten der ovalen Strecken den Fahrern Arsch-an-Arsch zu fahren und sogar three wide (zu dritt nebeneinander) aus der Steilkurve zu dröhnen. Und genau das bringen die Kameras und Mikrofone auch am Fernseher ordentlich ins Wohnzimmer. Irgendwann werde ich mir das aber Live zu gemühte führen müssen, entweder hier in Texas in Dallas, dem Talladega Superspeedway in Alabama oder sogar Daytona in Florida. Eigentlich egal, einfach Benzin und Gummi will ich riechen und das Dröhnen der Motoren hören wenn sie an uns vorbeipreschen.

Während dieses Racing in einem Oval für einige wahrscheinlich als unattraktiv, da angeblich nicht schwierig, empfunden wird bringt es doch einiges an Spannung. Es gibt keine wirkliche Ideallinie, zumindestens wird durch das konstante nebeneinander Fahren der Gummiabrieb weit ausserhalb einer solchen Linie getragen, so dass ein Überholvorgang nicht zum Harakiri Manöver wird. Es ist kaum möglich, dass einige Teams ihr Fahrzeug so enorm viel besser ausbalancieren können, dass sie dem Rest des Feldes davonbrausen. Es hat mit dem Oval zu wenig Streckenabschnitte welche eine solche Differenz ermöglichen und selbst dann, da ein Rennen mindestens drei Stunden dauert, hat jedes Team genug Zeit kleine Änderungen vorzunehmen. Insgesamt werden die Abstände nie so gross wie in der Formel 1. "Halt!", wird nun mancher rufen, die neutralisieren auch immer wieder das Rennen und so kommt das ganze Feld wieder zusammen. Fast richtig, wiederum bedingt durch das Oval verursacht eine Panne oder Unfall ein höheres Risiko als vielleicht in der Formel 1. Daher werden die Fahrer durch die gelbe Fahne (Caution) und dem Pacecar aufgehalten und zusammengeführt. Aber, dadurch das eine Runde nicht so lang ist sind die Auswirkungen für das Zusammenführen nicht gleich gravierend im Resultat und es gilt ja auch nur für Fahrer innerhalb der gleichen Runde. Plus und das ist wiederum auch interessant, der Fahrer an der Spitze der Überrundeten bekommt einen Freipass und kann an das Ende der Spitzengruppe aufschliessen. In praktisch jedem Rennen welches ich bis jetzt verfolgt habe waren drei oder mehr Fahrer am Schluss in einer Position in welcher sich jeder in der letzten Runde oder sogar Kurve noch den Sieg schnappen konnte. Da muss man das Resultat bis zum Finale abwarten.

Eine Caution gibt es bei diesen Rennen übrigens auch wenn irgendwelche Gegenstände auf die Fahrbahn geraten. Beim Formel 1 Rennen heute in Indianapolis hat ja ein Streckenposten sein blaues Fähnchen etwas ungeschickt auf die Fahrbahn geworfen. Vielleicht auch aus Absicht in der Hoffnung das Rennen wird neutralisiert, die Fahrer schliessen zusammen und es wird wieder etwas spannender. Hat er aber Pech gehabt, in der Formel 1 muss jeder das bekannte Resultat bis zum Schluss erdulden.

Mit Nummer 42 fährt notabene ein Ex-Formel 1 Fahrer in der NASCAR. Der Juan Pablo Montoya, welchem sein Vorname hier als (H)uan und nicht Chuan ausgesprochen wird. Alle Wörter aus dem Spanischen mit einem J werden hier als H gehaucht und nicht als CH gekratzt. Bisweilen fährt er etwas unscheinbar in der Mitte des Feldes mit und heute hat er seinen Wagen so satt in einer Steilkurve in die Wand gesetzt, dass er aufgeben musste. Oft hämmern sie ihr Fahrzeug während einiger Runden in Schuss und fahren wieder mit bis zum Schluss aber bei ihm war diesmal offensichtlich mehr kaputt. Mehr als drei Stunden in Höchstgeschwindigkeit im Kreis fahren ist halt wohl nicht ganz so einfach wie anderthalb Stunden durch ein paar Schikanen.

I LOVE NASCAR!

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