Downtown Austin

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Dienstag, 31. Juli 2007

Kleine gelbe Menschen

Ich glaub ich habe es schon mal erwähnt, ich sitze relativ viel vor der Glotze. Dabei ist mir kürzlich nicht etwas aufgefallen, eher wieder in den Sinn gekommen. Selbst wer schon mal in Amerika war nimmt es mehrheitlich so wahr wie es in Filmen und TV Serien präsentiert wird. Nachrichten und damit Politik schliesse ich hiermit explizit aus. Da etwas zu analysieren oder hinein-zu-interpretieren wage ich mich noch nicht ran und ist zu komplex. Später vielleicht mal.

Eigentlich ist es offensichtlich, hinter einer TV Serie in Amerika steckt ein anderes Konzept als in einer Serie produziert vom oder für das deutsche Fernsehen. Oft schien es mir aber als ob das vielen Leuten in der alten Heimat nicht bewusst ist. Mit deutschem Fernsehen meine ich übrigens vorwiegend die öffentlich-rechtlichen in Deutschland, das Schweizer Leutschenbach Fernsehen und auch die beiden Österreicher 1+2, da man die in der Deutschschweiz auch zum Standard Angebot zählen darf. Amerikanisches Fernsehen will seit jeher unterhalten, deutsches Fernsehen will ... ähm, langsam mit den privaten Sendern auch unterhalten, aber es verfolgt mehrheitlich höhere Ziele. Immer noch steht über allem irgendwie dieser "Bildungsauftrag". Gibt es hier nicht, Quoten müssen her. Nielsen Rating heisst das Zauberwort. Und wenn Bildung dann in Form von Mythbusters oder Dirty Jobs. Aber eben, das ist nicht staatlich verordnet.

Eine TV Serie im deutschen Fernsehen scheint es muss immer dem realen Leben entsprechen, man will dem Zuschauer zB das wahre Leben eines Polizeibeamten näher bringen. Bildung, mit etwas Unterhaltung! Oder umgekehrt? Unterhaltung, mit etwas Bildung? Nee, kann nicht sein.

"Harry, fahr' mal den Wagen vor"-Derrick und andere deutsche Serien sind rein von der Aufnahmetechnik her den heutigen Reality Shows näher als einer fiktiven Geschichte. Man sitzt mehr als nur in der ersten Reihe. Man hatte das Gefühl die Personen und die ganze Handlung sind echt, dass man die begleitet wenn sie in ein Haus treten um die Leute zu befragen. Die ganze Szenerie am Filmset bei US TV Serien ist komplett anderes. Bei Columbo oder Magnum, P.I. schaute man sich im Vergleich dazu praktisch einen Kino Film an. Die Geschichten sind oft abstrus aber die ist auch nicht so wichtig. Die Charakteren und Dialoge sind viel wichtiger. Und es darf auch gelacht werden.

Ein weiteres Klischee. Die Notfallaufnahme jedes Krankenhauses in amerikanischen TV Serien ist konstant überfüllt mit tausenden von blutenden Patienten, vor allem weil angeschossen. Handkehrum kann sich angeblich kein Amerikaner Krankenversicherung leisten. Müssen wohl alles Touristen sein. Ich war vor einem Jahr in der Notfall Aufnahme wegen einer allergischen Reaktion auf den Stich einer Feuerameisen. Der echte Emergency Room sieht gleich langweilig aus wie in der alten Heimat. Und weit und breit kein George Clooney. Ein Disaster für jeden Regisseur mit Hollywood Aspirationen.

Auf was ich hinaus will? Oft schien es mir, dass dem Zuschauer in der alten Heimat dieser markante Unterschied nicht bewusst ist. "Ja genau so wie in der Lindenstrasse ist bei uns das Leben." folglich "Ah, so wie Roseanne leben die Amerikaner also???" Gleichzeitig hat dann auch noch die 'schrecklich nette Familie' losgelegt. "Mann, sind die Amis bescheuert?" Wer sich übrigens zu dieser Serie den Titel im Deutschen ausgesucht hat frage ich mich heute noch. Anyhow! Wobei wir mit Roseanne diesbezüglich etwas spezielles ansprechen müssen. Bis zu Roseanne zeichneten TV Serien über 'das alltägliche amerikanische Leben' mehrheitlich eine gute heile Welt. Fiktion also. Mit Roseanne kam das 'wirkliche Leben' der Amerikaner, vor allem das der unteren Mittelschicht, in die Fernsehstuben. Allerdings auch hier Fiktion, stark überzeichnet und konzentriert. Unterhaltung steht im Vordergrund, die Quoten müssen stimmen und der Amerikaner kann gerne und gut über sich selbst lachen. Obwohl, beim Gang durch den Supermarkt ertappe ich mich oft und denke: "Ich glaub ich weiss wie es bei den zu Hause zu und her geht". Hab es ja schliesslich bei Roseanne oder den Bundys gesehen.

Fast hätte ich es vergessen und eigentlich wollte ich auch nur folgendes vermelden - die ganze Einleitung sollte nur etwas der Rahmen bilden. Langer Rede kurzer Sinn wie man so schön sagt.

Die Simpsons sind jetzt im Kino. Und nein, nicht alle Amerikaner sind kleine gelbe Menschen! D'oh!

Gemäss den ersten Kritiken und Berichten soll The Simpsons Movie nicht sooo überwältigend sein. Ich werde mir das also ersparen und mich auf die Fall Season im Fernsehen freuen. Die geht bald los und dazu kann ich auch wieder was erzählen. Das kennt man so im deutschen Fernsehen nämlich nicht.

Montag, 30. Juli 2007

Durch diese hohle Hose ...

Wieder einen Online Blick in die alte Heimat riskiert und sogar ein Foto von Texas entdeckt. Gemäss Bildlegende! Ob es wirklich Texas ist kann nur vermutet werden zumal der nebenstehende Text technisch auch wenig bis gar nichts damit zu tun hat.

Klimaerwärmung verdoppelt Wirbelstürme
Durch die Erwärmung der Erdatmosphäre hat sich die Zahl der Wirbelstürme, die im Laufe eines Jahres über den Atlantik fegen, in den vergangenen hundert Jahren mehr als verzweifacht.

Dies geht aus einer Studie hervor, die amerikanischen [sic] Wissenschaftler gestern Abend veröffentlichten. ...


Im ganzen Text geht es um die Entwicklung der Wirbelstürme aus dem Atlantik. Also so einer wie Katrina welcher New Orleans ins komplette Elend gestürzt hat. Diese Wirbelstürme sind im Fachjargon tropische Wirbelstürme und so wie im Text beschrieben, wenn sie aus dem Atlantik entstehen, als Hurrikan bezeichnet. Informationen aus erster Hand gibt es vom National Hurricane Center.

Was auf dem Bild gezeigt wird, unabhängig davon ob das nun Texas ist oder nicht, ist umgangssprachlich im Deutschen eine Windhose, im Vergleich zum Hurrikan aber eher ein String-Tanga. Meteorologisch und (mit allem Respekt für die Betroffenen) auch vom Schaden her betrachtet ein kleines Stürmchen im Wasserglas. Und auch ein komplett anderes Phänomen. Die richtige Bezeichnung dafür ist Tornado und wer nun denkt, "Ja, ja die gibt es nur in Amerika" sollte den Link anklicken und sich mal genauer durchlesen.

Lerne und merke: Texas liegt weder im noch am Atlantik! Ausnahmen bestätigen die Regel wie ich später am 14.09.2007 vermelden werde.

Sonntag, 29. Juli 2007

TRUE

Ich greife mein letztes Thema auf bezüglich des Titels zu meinem Blog. Ich brauche einen neuen Titel welcher die Zeit überstehen sollte und vielleicht ein ganz klein wenig etwas über mich und den Inhalt des Blogs aussagt.

Der Titel aus meinem Profil wäre irgendwie nicht schlecht aber ich hab erwähnt weshalb halt doch nicht. Bei meiner weiteren Suche zu einem neuen Titel habe ich aber die Steilvorlage angenommen - Link provided as courtesy for Americans not aware of Soccer terms and their idiomatic use in German language (man weiss ja nie wer hier alles mitlesen tut, oder?) - und bleibe beim Bier, dem Budweiser und Wassup, seinen Werbespots. Der finale Punkt dieser Spots am Schluss beinhaltete ein einfaches true, also "wahr".

Ich setze nun das TRUE über alles bzw in den Titel. Wollte ich nur über mich und mein alltägliches Leben erzählen, und bei der Wahrheit bleiben, gäbe es nicht viel zu erzählen. Viel zu erzählen gibt es aber denke ich über Amerika - The american way of life respektive das 'wahre' amerikanische Leben. Mit Ausnahme von dem was ich mal unter USA scrutinized beschrieben habe berichte ich spontan über das amerikanische Leben. Einfach so wie ich es erlebe und empfinde - no bias (keine Vorurteile). Ist das nicht ein edles Ziel?

Da es folglich und in erster Linie um Amerika gehen wird hänge ich zum Wort true noch das America an im Titel. Und da es auch noch um mich geht - und Einwanderer sind angeblich die wahren Patrioten (warum sonst hätte ein Australlier die Hauptrolle in The Patriot gespielt) - kommt noch ein (n) dazu. Es soll nicht viel wahres über mich zu lesen geben aber manchmal doch ein bisschen. Und mit einem Zwinkern im Auge werde ich jeweils ein Bier dazu geniesse.

Dem Bauch zu Liebe aber ein Miller Lite. Die von Anheuser-Busch mit ihrem Bud Light haben zwar die besseren Werbespots aber es schmeckt mir nicht besser. Zu Light Beer oder Beer überhaupt sollte ich wohl auch mal was schreiben kommt mir grad in den Sinn. Ich hoffe das dauert nicht bis zu Eintrag Nr. 2466!

TRUE

Freitag, 27. Juli 2007

What's up, Doc?

Ich habe etwas in die Zukunft geschaut und folgendes festgestellt:
15 Jahren von heute bin ich beim 2465. Blog-Eintrag. Eine riesige Fan Gemeinde rund um den Globus surft täglich oder mindestens wöchentlich auf meinen Blog. Man amüsiert sich ab meinen Erzählungen und lernt auch etwas intimere Details über Amerika kennen und kann sogar seinen Wortschatz in Englisch erweitern.

In der Zwischenzeit residierte ich 2 Jahre in Florida und nun lebe ich in Utah's Dixie. Mit Dixie wird allgemein zwar der Süden von Amerika und im geschichtlichen Sinne die 11 konföderierten Staaten bezeichnet aber im Fall Utah ist es ebenfalls der Süden von Utah selbst. Für mich eine der schönsten Ecken der Welt die ich gesehen habe. Küsten und Strände mal ausgenommen. Sigh - genug geträumt!

Zurück wieder in der Gegenwart stelle ich fest, dass der Titel zu meinem Blog (Adrian - Austin, Texas) nicht zukunftstauglich ist. Zuerst wollte ich den Titel aus meinem Profil (Wassup, Dude) befördern zum Blog Titel aber ich bin mir nicht sicher ob ich mich damit in 15 Jahren noch identifizieren kann. Man wird ja älter, angeblich! Dabei ist mir aufgefallen, dass ich Wassup, Dude vielleicht auch erklären sollte. Wahrscheinlich können nicht alle Leser damit etwas konkretes anfangen. Und niemand kann wissen was ich alles an Gedanken in diesen kleinen Titel mit hinein gepackt habe. In sauberem Englisch müsste der Titel What is up, my friend heissen, mind you (übrigens).

Wassup ist eines dieser vielen Wörter welches zwei oder sogar mehr Wörter in sich vereint und aus dem alltäglichen Sprachgebrauch entlehnt ist. Ein solches Wort gilt üblicherweise nicht als Standard Englisch, ist in keinem normalen Dictionary zu finden und oft ist man sich auch nicht über die Schreibweise einig. Google liefert zB ein vielfaches an Treffern für Wassup (2,200,000) im Gegensatz zu Whassup (432,000) was für die Herkunft von What eigentlich logischer wäre. Allerdings hat Schrift und Sprache (speziell im Englischen) selten was mit Logik zu tun. Nicht vordergründige Logik auf alle Fälle. Die allgemein übliche Standard Anwendung und auch Schreibweise What's up, welche notabene schon eine Abkürzung beinhaltet, bringt es auf 9,600,000 Treffer und What is up etwas überraschend für mich auf 1,920,000.

Die Obercoolen kürzen übrigens noch mehr ab und ein einfaches 'sup soll's dann gewesen sein. Je nach Grad der Abkürzung muss man das Gegenstück im Deutschen raus suchen, von "Was ist los?" bis "Was läuft", "Was geht" oder "Was steht".

Den Ausdruck, egal nun in welcher Form, findet man natürlich auch oft in Film, Fernsehen und natürlich Werbung. Ende der 1990 erreichten die Werbespots von Anheiser-Busch grosse Popularität für ihr Bier Budweiser. Aus Filmen dürfte die bekannteste Anwendung von Mel Blanc stammen. OK, vielleicht nicht wirklich ihm selbst, oder doch? Mel Blanc war die amerikanische Stimme hinter vielen Cartoon Figuren der Looney Tunes von Warner Brothers, was im Deutschen unter Schweinchen Dick & Co bekannt ist. Im Original ist What's up, Doc? die notorische Standard Frage von Bugs Bunny an Elmar Fudd. Was sagt er eigentlich in der deutschen Übersetzung? Die ständige Wiederholung eines Satzes einer Person wird im Englischen als catchphrase bezeichnet für das es im Deutschen kein schlaues Gegenstück gibt. Die Vorschläge 'Schlagwort, Slogan oder Markenzeichen' im Wörterbuch treffen es alle irgendwie nicht richtig für mich. Anyhow, onward dude!

Der Dude wiederum ist ein Ausdruck welchen man eigentlich in jedem anständigen Dictionary finden sollte, ist aber immer mit [Slang] oder [informal] bezeichnet. Gilt also nicht als Standard Englisch und kann wie so oft auch vielerlei bedeuten. Es wird meistens in der Form angewendet wie man im Deutschen ein "Mensch" oder "Mann" als Redewendung einem Satz anhängt. Für dude sollte man auch ein freundschaftliches Verhältnis zur anderen Person haben, ansonsten ist ein unverfängliches man oder einfach ein neutrales hey zu verwenden. Dude (Man/Hey), check this out! - "Mensch, schau dir das mal an". Dude kann aber auch einfach Freund oder eher Kumpel bedeuten und so als Anrede dienen.

Lerne und merke! Den Beamten an der amerikanischen Grenze oder Zoll sollte man NICHT mit 'sup, dude grüssen. You have been warned!

Zum Dude noch etwas. "Der Dude" respektive im Englischen natürlich The Dude ist wiederum etwas das amerikanisches Kultur Knoff Hoff voraussetzt. The Dude ist einerseits der Titel eines fantastischen Albums von Quincy Jones Anfang der 80er Jahre anderseits die Bezeichnung für einen Charakter im Film The Big Lebowski der Coen Brüder von 1998. Nach den Blues Brothers einer meiner Lieblings Filme. Kann im Profil ja nachgelesen werden.

Fassen wir zusammen: Wassup, dude beinhaltet also meine Liebe zu Bier, eine Referenz an Musik, die Looney Tunes und einen Film der Coen Brüder. Und es soll natürlich etwas cool wirken. Aber eben, ob dies noch der richtige Titel in 15 Jahren ist bin ich nicht sicher. Macht euch also gefasst auf einem Wechsel im Blog Titel und ich werde dann auch die Entwicklung mitliefern in einem kommenden Blog.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Einmal Nr. 3, bitte!

Bevor ich mit dem eigentlich Inhalt des Blogs beginne muss ich einige der Freunde in der alten Heimat etwas vorwarnen. Ich hoffe es ist kein Schock und hinterlässt euch in einem desillusionierten Zustand. Zwei Tage vor meiner Abreise in die USA hatte ich einen alten Zopf abgeschnitten. Jawohl, mein langes Haupthaar ist einer Radikalkur zum Opfer und abgefallen. A) dachte ich es ist wieder mal Zeit für kurze Haare, B) war die Zeit genau richtig da eine Auswanderung ein wesentlicher Wechsel in einem Leben ist, C) wusste ich nicht was mich in der Arbeitswelt erwartet und D) ein Cowboyhut mit den langen Haaren ist nicht Wind resistent. Kurzes Haar wirkt wie Widerhaken und vermag den Deckel auf der Pfanne zu halten.

All right, Punkt D ist natürlich etwas übertrieben. Auch wenn Texas stark an Cowboys erinnert so ist davon im alltäglichen Leben wenig zu sehen. Ein eingewanderter Schweizer der im Cowboy Outfit in Austin vor dem Computer hockt wäre etwa so abwegig wie ein Zürcher in Bern in der Sennentracht. Wer diesem Beispiel nun nicht ganz folgen kann ist nicht Schweizer, war wohl auch noch nie in der Schweiz und hat auch ein verklärtes Bild davon. Und nein, ich werde darauf nicht weiter eingehen, es geht hier um Texas, Amerika und um mich! Wobei Cowboystiefel und auch einen Cowboyhut habe ich, zwar keinen Stetson (, it's not just a hat, it's the hat) aber immerhin einen Resistol, der ist dafür aus Texas! OK, gekauft hab ich ihn in Las Vegas 1996.

Bin ich wieder mal abgeschweift? Genau, eigentlich geht es um meine Haare und ich war heute beim Coiffeur (schweiz. für Friseur). Lange Haare hatte ich immer wieder mal vor allem weil mich meine Haare auf dem Schädel eigentlich nicht so interessieren. Ausser ich stehe auf am Morgen, sehe mich im Spiegel und die Pracht lässt sich durch keinerlei Massnahme ausser Waschen in eine halbwegs gewünschte und anständige Position bringen. Bis ich dann aber so stark genervt bin und den Weg zum Coiffeur hinkriege vergehen meist noch einige Wochen. Es muss mich so stark nerven, dass es über die morgentlichen 2 Minuten vor dem Spiegel hinweg geht. Eine einfache Lösung zum Problem ist sich weitere 6 Monate über die Haare zu nerven bis sie langsam so lange sind, dass ich sie in einen Pferdeschwanz binden kann. Für mich die einfachste Lösung. Es gibt natürlich auch noch die Möglichkeit schön regelmässig zum Coiffeur zu gehen aber was mich auch noch nervt ist das Haare schneiden selbst. Konkret, Termine und der Preis.

Hat man ein normales Arbeitsleben blieb einem in der alten Heimat eigentlich nur der Samstag. Samstag hiess auch nur bis 16:00 Uhr und da man mit dem Problem nicht der Einzige war, hatte man ohne Voranmeldung keine Chance. Sollte man dann mal am Montag frei haben war das auch Pech - die Zunft der Hair Stylisten braucht dann frei um den Samstag auszugleichen. Ich hab ja so Mitleid mit euch.

Haare schneiden in der alten Heimat ist auch nicht grad billig, unter 50 harten Schweizer Fränkli geht kaum was. Irgend wann, und ich habe auch keine Ahnung wieso, hat es sich eingebürgert, dass man auch als Mann die Haare gewaschen kriegt vor dem Schneiden. Soll man also gefälligst mit dreckigen und fettigen Haaren zum Coiffeur, oder was? Einfach nur Haare schneiden wurde mir entweder mit 'haarsträubenden' Gründen abgelehnt oder es hiess; "sie müssen aber trotzdem den vollen Preis bezahlen". Na gut, dann Wasch mal! Bei einem Salon verpasste man mir sogar eine Haarmassage mit so einem Schüttelapparatus welcher der Figaro mit der Hand 5 Minuten über meinen Kopf führte. Im Preis schon inbegriffen. Die Kopfschmerzen welche ich anschliessend hatte wohl auch. Die hatten mich einmal und nie mehr wieder gesehen.

Es würde für mich sehr viel mehr Sinn machen wenn einem die Haare nach dem Schneiden gewaschen werden. All die Haarschnipsel welche noch auf dem Kopf sind vermögen alle Techniken die angewendet werden nicht davon abbringen nach dem Verlassen des Salons auf die Kleider, ins Gesicht und - worst of all - in den Hals und den Rücken hinab zu schweben. Fönen gehört zu den abstrusen Techniken mit dazu und Haar Gel macht es meiner bescheidenen Meinung nach auch nicht besser. Die Schnipsel einfach wieder sorgfältig ankleben, irgendwie clever.

Vermutlich haben all diese Probleme schon früh bei mir angefangen. Anders kann ich mir es nicht mehr erklären, dass ich mir im Teenager Alter sogar vom Vater hab die Haare schneiden lassen. Kein Problem, Kochtopf auf die Rübe und was rausschaut wegschneiden. Mit mehr Professionalismus durfte dann sogar der Busch im Garten als Vorbild herhalten.

Jetzt hier in Amerika sind die Schnipsel natürlich nicht weniger nervig im Nacken aber mit den Terminen und den Kosten sieht es einiges besser aus. Wenn ich am Montag frei habe stehe ich nicht vor verschlossener Tür und das würde selbst für den späten Samstag Nachmittag wie auch einen Sonntag gelten. Warten und geschweige den Stunden oder gar Tage zuvor anmelden musste ich mich bis dato noch kein einziges mal und die Haare waschen lassen muss man sich auch nicht. Kann man natürlich wenn man will und sie versuchen einem diesen Extra Dienst auch immer wieder mal zu verkaufen. Bei Super Cuts muss ich mir nur die Nummer merken für den elektrischen Rasierer für die Länge beim buzz cut im Nacken. Anscheinend ist es Schablone Nr. 3 was ich will und sie vorne drauf poppt. Und dann noch die schwierige Frage ob es im Nacken rund oder eckig sein soll. Was interessiert mich das? Ich muss mich ja nicht von hinten anschauen. Ansonsten reingehen, hinsetzen, Wasser aus der Flasche aufsprühen und 15 Minuten später ist die Sache erledigt. Nun kann ich nach Hause gehen und unter die Dusche.

Kosten tut das alles keine $15. Das einzige was etwas seltsam anmutet und immer noch dazu kommt ist gratuity or tip (das Trinkgeld) was noch üblich ist. Nicht das man mich jetzt falsch versteht, ich finde es ok. Nur wieviel es nun sein soll und wie oder wo ich die tip hinterlasse ist eine der grossen Quizfragen welche einem wohl niemand schlüssig beantworten kann. Die Meinung dazu geht weit auseinander wenn man sich die Antworten im Internet anschaut. Irgendwie 15-25% wobei es meistens wieder flat also gerade $1, $2 oder $3 sein sollen für den einfachen Männer Schnitt.

Dann gibt es auch immer wieder mal Aktionen oder man finden Coupons. Beim HEB Supermarkt sind auf der Rückseite des Kassenstreifen immer solche Coupons abgedruckt und da hab ich gerade kürzlich für Super Cuts einen Coupon gesichtet und nun auch gleich eingelöst. Nun kostet mich der hair cut statt der $13.50 nur $10.95. Respektive wieder $13.50 weil ich den Rabatt gleich zu ihrem Trinkgeld gemacht habe. Ich hoffe ihr hat das auch gepasst und wenn nicht werde ich das vielleicht beim nächsten Schnitt sehen.

Wobei das nächste Mal werde ich vielleicht zu einem richtigen Barber gehen. Genau so einer wie in den alten Filmen wo Männer noch unter sich sind. In der Zeitung hab ich grad kürzlich einen Artikel zu Avenue Barbershop gelesen der noch fast so wie früher aus diesen Filmen bekannt sein Geschäft betreibt. Den hab ich beim vorbeifahren schon mal gesehen, denn er hat draussen diese typische barber's pole, eine weisse Säule mit roten Streifen oder/plus anderen Farben welche sich dreht.

Sollte nicht mehr lange dauern, in 6 Wochen dürften meine Nerven wieder blank liegen.

Sonntag, 22. Juli 2007

Freud oder nicht Freud

Ich habe grad einen meiner Blogs wieder mal durchgelesen und einen Typ Fehler gefunden. Oder war es ein fat finger? Egal. Der typo liesst sich noch lustig.

... Passieren (umfalltechnisch) [sic] kann letztendlich ja nichts, ....

Sollte natürlich unfalltechnisch heissen. Ich hab es nun im Original geändert aber ich möchte es euch nicht vorenthalten und somit ist es auch in alle Ewigkeit dokumentiert im WWW!

Ich frage mich zwar noch ob es wirklich ein Typ Fehler ist. M und N liegen zwar nebeneinander aber mein Zürcher Mundwerk neigt dazu Umfall zu sagen wenn der hochdeutsche Unfall gemeint ist. "Läck, häsch de Umfall gseh?" Im Duden wiederum gibt es 'Umfall, der'; (ugs. für) plötzlicher Gesinnungswandel. Ach wirklich?

Frag ich mich noch weiter ob ein Schweizer Versprecher etwas mit dem gemeinsam hat was Sigmund Freud als Fehlleistung beschrieben hatte, allgemein als der Freudsche Versprecher bekannt. Ich denke aber nicht.

Und damit wir alle auch unser Englisch erweitern können hier eine kurze Lektion. Sprecht mir nach:

Die Fehlleistung heisst parapraxis. Der Freudsche Versprecher heisst Freudian slip.

Samstag, 21. Juli 2007

Bend it Beckham!

Ist der Wechsel von David Beckham von Madrid nach Los Angeles ein Thema in den deutschsprachigen Medien? Ich denke mal nicht all zu gross. In Spanien und sicher in England schon eher. Fragt sich aber vielleicht manch einer, wie gross ist denn das Interesse in Amerika, dem Land des Football.

Wer zum letzten Wort nicht sofort die Augenbrauen hochgezogen hat (und vielleicht auch gut für alle anderen Leser), werde ich später in einem separaten Blog eine kurze Einführung zu football in den USA machen müssen. Soviel vorab, hier heisst das Soccer und die Popularität für Soccer hält sich sehr in Grenzen.

Warum nur will er nach 4 Jahren seinen Vertrag in España nicht verlängern und ausgerechnet in Amerika Soccer spielen und nicht mehr Fussball? Um den Amerikanern Soccer näher zu bringen, angeblich. "Yeah, right!" Ich denke mal es ist a) wegen des Geldes und vielleicht b) um ein ruhigeres Leben von den Paparazzis zu haben, speziell für seine Kinder.

Sein neuer Club die L.A. Galaxy sagt auch, um Amerika Soccer näher zu bringen und zahlt ihm dafür angeblich $250 Million für 5 Jahre. Zum Anfang ist das sicher mal nicht schlecht aber nur für David Beckham? Wenn man David alleine sieht und im Interview hört ist er eigentlich eher ein schüchterner und ruhiger Typ. Auch spielerisch ist er nicht die heisse Attraktion, nur der Freistoss seine grosse Spezialität und auch die Pässe attraktiv. Daher kommt übrigens auch der Begriff und Film Bend it like Beckham. Auf Englisch bedeutet to bend biegen und er vermag die Freistösse zu biegen. Damit allein soll er also die Amerikaner 'umbiegen'?

David scharf gemacht für Amerika hat ein Spice Girl, die Heirat mit Posh oder nun auch bekannt als Victoria. Zusammen zelebrieren sie einen exotischen Lebensstil. A glamorous life, etwas das natürlich in Amerika und speziell in Los Angeles sehr gut ankommt. Der Transfer hat nun tatsächlich in den Medien einigen Staub aufgewirbelt wobei es mehrheitlich um das Leben der beiden geht - und nicht um Soccer. Und genau da liegt der Beckham im Pfeffer. Ist die erste Würze mal vorbei, sprich es wird ruhiger im Leben der beiden oder sie vermögen nicht genug Schlagzeilen zu machen mit ihrem Privatleben ist es auch mit dem Beckham Effekt für Soccer schnell vorbei. Meine Meinung. So lange wir genug Geschichten und Skandale von anderen Stars oder Nicht-so-Stars haben erst recht: "Who gives a damn about the Beckhams?".

Momentan dreht sich alles um Michael Vick, einen NFL Star welcher in einen Skandal um Hundekämpfe verstrickt ist. Dann haben wir Barry Bonds der kurz davor steht im Baseball den Home Run Rekord zu egalisieren, was wieder um überschattet wird von jahrelanger Anschuldigung zu Doping. Und dann vergessen wir auch nicht Paris Hilton und all die anderen Hollywood Geschichten.

Letzte Woche gab es eine stündige Spezial Sendung mit Victoria Beckham "Coming to America". In diesem Link kann man sogar die Sendung ansehen (falls es nicht irgendwie technisch auf Amerika beschränkt ist). Ich hatte mir die Story natürlich am Fernsehen ansehen dürfen. Ein Zeitungsartikel und der Teaser im Fernsehen haben mich überzeugt und es kam grad nichts besseres. Etwas ab der normalen Welt diese Frau. Nur als kleines Müsterchen. Auch sie brauchte nun eine Drivers License und dafür bringt man keine Fotos sondern wird vor Ort abgelichtet. Da sie nonstop von einem Stylisten und einer Hair und Makeup Tante umgeben ist, mussten die sie natürlich vor der Aufnahme herrichten. Dann hat sie sich vor die Kamera hingestellt wie für ein Glamour Magazin. Üblicherweise darf man sein Ok zu der Aufnahme geben und sie wollte doch allen ernstes irgendwie noch mehr Licht von Oben oder Hinten oder sonst was. Die Frau im Office hat sie mit einem fragenden Blick angeschaut und gesagt: "Ma'am, this is the DMV!"

Heute gab es auch noch Live auf ESPN ein Freundschaftsspiel von Chelsea FC aus England bei L.A. Galaxy. Wohl zu Ehren für den ersten Auftritt von David. Das Stadion mit um die 25,000 Zuschauern war ausverkauft und viel Prominenz hat sich eingefunden. Man muss ja schliesslich zusammen halten und alle haben sie in die Kamera gelächelt und waren totally excited. Gespielt hat David dann aber nur die letzten 12 Minuten, da er immer noch eine Verletzung hat am Knöchel vom letzten Länderspiel mit England. Bei seiner Einwechslung gab es natürlich Standing Ovation und geblitze von Kameras auf den Tribünen. Sein erster Ballkontakt war auch gleich einer seiner legendären langen Pässe. Sein Kollege war aber ab der Präzision wohl etwas überrascht oder der gegnerische englische Verteidiger halt zu aufgeklärt. Einige Minuten später flog er akrobatisch durch die Luft nach einem Zweikampf um den Ball und blieb für Sekunden liegen und man befürchtete sogleich das Schlimmste. Er stand aber wieder auf, hat kurz etwas gehumpelt und bis zum Schluss brav fertig gespielt. Am Ergebnis was zu ändern vermochte er nicht mehr, Chelsea gewann durch ein Tor in der ersten Halbzeit 1:0.

Tja, ich denke mal das war's. Es wird zwar weiterhin immer wieder mal ein Spiel mit Mr. Beckham im Fernseher übertragen und man wird einen kleinen Artikel irgendwo in irgend einer Zeitung zu ihm finden, aber er wird das Interesse der Amerikaner nicht von American Football, Baseball und Basketball weg und zu Soccer hin biegen. Wieso, dazu im bereits angekündigten Blog zum Thema Soccer in den USA meine Meinung.

Donnerstag, 19. Juli 2007

20/15

Heute aufgestanden und alles klar und scharf gesehen. Fast unheimlich. Mit den Kontaktlinsen gewöhnt man sich daran immer mal etwas zu blinzeln bevor man etwas wirklich scharf sieht. Die Linse rutscht unmerklich vor dem Auge herum und Flüssigkeit auf oder unter der Linse bricht die Optik. Nach dem LASIK Eingriff kann ich nun etwas anpeilen und es ist sofort scharf, kein zusätzliches Zwinkern mehr. Das einzige was immer noch stört ist die Flüssigkeit welche ich doch noch einige Wochen regelmässig verwenden muss. Allerdings ist das meist nach 5-10 Minuten gut verteilt und kein Thema mehr. Um 9:00 muss ich zur Nachuntersuchung.

Der Verkehr ist wieder optimal, Null Stau und so bin ich frühzeitig in der Praxis. Ich muss allerdings nur 5 Minuten warten und schon darf ich mit Monica zu den ersten Tests. Ergebnis, soweit alles bestens. Ich darf nochmal etwas warten im Nebenraum auf Dr. Wong welcher dann das Auge selbst noch genauer untersuchen wird.

Keine 2 Minuten später kommt er rein. Er begrüsst mich freundlich und lobt mich wieder wie gut ich war gestern. I am blushing! Quatsch, ich werde natürlich nicht rot! Mit seinen Apparaten schaut er mir tief in die Augen. Die Lappen sitzen perfekt stellt er fest, keine trockenen Stellen und mit den Ergebnissen aus dem Sehtest attestiert er mir eine Sehschärfe von knapp 20/15. Das werde sich in den kommenden Wochen aber wohl noch mehr bestätigen, befindet er.

Was heisst das nun 20/15, denkt sich manch einer. Wer in der alten Heimat seine Sehschärfe (Visual acuity) mit Leidensgenossen bespricht sagt meistens einfach gut oder schlecht und in letzterem Fall gibt man vielleicht irgendwelche kryptischen Werte an. Bei mir ist, falsch, war das zum Beispiel -3.0.

Diese Werte welche ich früher hörte oder nannte waren Angaben in Dioptrien. Was das nun genau in Sehschärfe bedeutet kann der Normalsichtige wie auch der Normalsterbliche nur abschätzen. Wenn mir einer sagt, dass er -6.0 hat, dann kann ich annehmen, dass er doppelt so schlecht sieht wie ich. Was immer das ist. Ist irgendwie wie die Richter Skala für Erdbeben. Sofern man das noch nie erlebt hat, kann man das nicht richtig zuordnen. Zudem bezieht sich der Dioptrien Wert auf die Korrektur der Gläser oder Linsen und nicht die effektive Sehschärfe. Zehn Jahre später kann die Sehschärfe anders sein aber die Dioptrien Werte wären immer noch die gleichen.

In Amerika (und angeblich auch bei den Briten) hat man im Alltag einen anderen Ansatz und die Angaben in Dioptrien sind nicht gebräuchlich. Wenn ich hier jemandem sage ich habe/hatte -3.0 schaut man mich nur fragend an. Hier bespricht man die Sehschärfe aufgrund der Snellen Chart, einer Sehprobentafel, im Deutschen auch bekannt als der Snellen-Index. Snellen war ein holländischer Augenarzt und hat diese Tafel 1862 entwickelt! Im Deutschen würde man angeblich vom Visus sprechen aber so was war mir persönlich nie geläufig. Sorry, wenn alles was ich hier nun schildere ein alter Hut ist. Mein Visus wäre jetzt wohl neu 1.5. Was der alte war - keine Ahnung.

In der Snellen Chart hat jede Zeile einen Wert welcher der Distanz entspricht aus der ein Normalsichtiger die Zeile lesen kann. Wer eine normale, perfekte Sehschärfe hat sollte die Standard Zeile aus 20 Fuss resp. 6 Metern entziffern können. Was nun kommt ist vorerst etwas verwirrend. Kann man aus der 20 Fuss Distanz nur die Zeile darüber lesen hat man 20/30. Anders ausgedrückt, man steht immer noch 20 Fuss von der Tafel entfernt aber man kann eine Zeile lesen für welche der Normalsichtige 30 Fuss (9 Meter) entfernt stehen könnte - daraus resultiert der Wert: 20/30 oder 6/9 in Meter oder 0,67 als Bruch. Und so weiter natürlich. Wer angeblich trotz Korrektur durch Brille oder Linse die Linie 200 nicht entziffern kann gilt als blind und invalide. Klingt jetzt vielleicht etwas makaber aber so fand ich es immer wieder definiert.

Ich kann nun also 20 Fuss entfernt eine Zeile entziffern für welche der Normalsichtige etwas näher ranrücken müsste, nämlich 15 Fuss. Im Grunde könnte man die erste Ziffer 20 also immer weg lassen weil sich daran nichts ändert. Heutige Tafeln und vor allem natürlich die Testgeräte brauchen keinen Raum mit diesen 6 Metern Distanz aber die Relation zwischen Ziffern und Distanz entsprechen letztendlich immer dem Prinzip der Snellen Chart. Beide Ziffern repräsentieren folglich überhaupt nicht mehr die effektive Distanz, aber es hat sich so eingebürgert die Testgeräte entsprechend darauf zu eichen und die Werte anzugeben. Solche Tafeln mit Zeilen von Buchstaben kennt im deutschsprachigen Raum auch jeder, mindestens beim Hausarzt sollte man die schon mal gesehen haben. Beim nächsten Besuch beim Hausarzt also die Tafel mal genauer anschauen oder den Dottore auf Hermann Snellen ansprechen.

Die Tafel ist also eine ganz simple Art die Sehkraft zu testen - nicht zu messen! Letztendlich gemessen wird mit den Referenzgläsern welche einem der Optiker oder Augenarzt an einem Apparat abwechslungsweise vor die Augen hält. Das Resultat sollte de facto immer dem entsprechen was 20/20 ist. Das Rezept in Amerika für die Linsen oder Brillengläser wird folglich auch in Dioptrien ausgestellt. Auf meinem Rezept steht nichts von 20/irgendwas sondern -3.0. Aber eben, dieser Wert braucht ausser den Augen-Experten niemand.

Für die Driver's License - DL (Führerschein) ist eine Sehschärfe von mindestens 20/40 ohne, 20/50 mit Korrektur Linsen erforderlich. Dazu muss man beim Departement of Public Safety (DPS) - überhaupt nicht zu vergleichen mit dem Strassenverkehrsamt in der alten Heimat - angeben ob man Brillen oder Linsen trägt und vor Ort gleich einen Sehtest machen. Ich musste damals angeben, dass ich Linsen trage und auch in ein Gerät schauen und die Buchstaben ablesen. Wie erwähnt, es könnte ja sein, dass meine Linsen nicht mehr die Besten sind. War aber alles OK und auf meiner DL steht folglich, dass ich Korrektur Gläser benötige. Dr. Wong hat mir nun noch ein Kärtchen in die Hand gedrückt wo er bestätigt, dass dies nicht mehr der Falle wäre. Er hat mir aber auch gleichzeitig gesagt, dass dies kein amtliches Dokument sei. Passieren (unfalltechnisch) kann letztendlich ja nichts, aber im Prinzip sei ich natürlich schon in einer violation (einem Verstoss), ha ha! Es habe schon ab und zu mal ein Officer angerufen um sich das trotzdem noch bestätigen zu lassen. Im Prinzip müsste ich jetzt also zur DPS und meine DL neu ausstellen lassen was natürlich mit Kosten verbunden ist. Er meinte aber, dass ich das auch bis zur nächsten Erneuerung aufschieben könnte. Eine DL (Class C für Normale Automobilisten) in Texas ist nur 6 Jahre ab dem folgenden Geburtstag gültig und muss man folglich erneuern - kurz nachgeschaut, das wäre April 2013. Wer will kann das im Texas Drivers Handbook nachlesen. Sehr spannende Lektüre!

Um die Englisch Lektion abzuschliessen noch die gängigen Fehlsichtigkeiten. Die Kurzsichtigkeit (Myopie) ist die near- or short-sightedness (Miopia) und die Weitsichtigkeit (Hyperopie) ist die farsightedness (Hyperopia). Für die Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) wird im Englischen eigentlich nur die Fachbezeichung Astigmatism verwendet.

OK, alles scharf nun?

Mittwoch, 18. Juli 2007

Heute wir fahre Memphis!

Eigentlich hätte der Titel Prinz Valium heissen soll. Da Torsten den Prinzen in seinem letzten Kommentar schon verwendet hat geht mir dafür die Originalität etwas weg. Ich gehe mal fest davon aus, dass auch er ein Wortspiel und die gleiche Mehrdeutigkeiten (ambiguity) im Kopf hatte. Wer mit Prince Valium nichts anfangen kann - shame on you! Ich setze nicht mal den Link dafür ein, selber suchen. Die älteren Leser hier, sagen wir mal mit Geburtsjahr vor 1955, sind davon ausgenommen, ihr dürft euch hier orientieren. Kult sag' ich nur!

Heute ist also der grosse Tag, Laser Beschuss in meine Augen. Wer die Vorgeschichte verpasst hat kann hier nachlesen. Um 8:30 morgens soll es losgehen, respektive soll ich mich bei der Praxis einfinden. Da ich Beruhigungsmittel erhalten werde darf ich zwar hinfahren aber nicht nach Hause. Folglich fahre ich mit Taxi hin und dann auch wieder zurück. Wie ich so im Taxi sitze kommt mir die ehemalige Comix Serie von früher bei SWR3 in den Sinn. Da landet Osterwelle (der Kunde) immer mit Taxi Sharia im Wagen vom Fahrer Ützwurst: "Wo, du wolle?". Das folgende Gespräch zwischen den beiden endet letztendlich immer im Streit ob Elvis noch lebt. Zum Beweis beschliesst Ützwurst, zum Entsetzen von Osterwelle, umgehend Richtung Memphis zu fahren. Von Austin, Texas nach Memphis, Tennessee dauert das zwar auch seine Zeit aber es wäre immerhin machbar. Ich gerate zum Glück in kein Gespräch mit dem Fahrer über Elvis. Von Stau ist praktisch auch kaum was zu spüren und so sind wir 20 Minuten früher als nötig am Zielort.

Erst natürlich etwas Papierkram - ja ich kann erblinden, die Sehschärfe nicht wie erwartet sein - yada, yada. Dann natürlich auch das finanzielle. Wer wissen will was es kostet und mit zu Hause vergleichen will kann mir gerne schreiben. Mit dem Umrechnungskurs könnte es sich noch lohnen hier zwei Wochen Ferien einzuschieben. Ich wäre gerne bereit da was zu arrangieren falls gewünscht.

Dann kriege ich ein Becherchen mit zwei Tylenol - ein Allerweltsschmerzmittel - und eine blaue Pille. Wo ist die rote Pille frage ich mich? Angeblich ist das blaue Ding Valium. Ich spüle die drei Pillen runter mit etwas Wasser und warte nun gespannt auf die Dröhnung. Bin gespannt wie sich ein Valium Tripp anfühlt. Eine Frau ist noch vor mir dran und wird in die hinteren Räume geführt. Nach einer Viertel Stunde werde ich auch nach hinten gebeten. Ich spüre eigentlich noch nix vom Valium. Seltsam. Ich kriege eine Jacke, zwei Häubchen für über meine Schuhe und auch die Haare werden in eine Haube mikrobiologisch versiegelt. Lorie erklärt mir in der Zwischenzeit was mich so alles erwarten wird und auch wie ich mich verhalten soll während der Prozedur. Dann verbleibt noch etwas Zeit in welcher ich mich im Sessel zurück lehnen und weiter entspannen darf. Ich fühle mich noch wie immer, keine Spur von Delirium oder anderen Bewusstseinsveränderungen. "Das dauert aber mit dem Valium", denke ich.

Nach etwa 10 Minuten kommt Monica, setzt mir noch einen Mundschutz auf und dann geht es ab in den sterilen kühlen Behandlungsraum. Dr. Wong begrüsst mich und ich setze mich auf den Behandlungsstuhl, "fast wie beim Zahnarzt" denke ich. Vom Valium spüre ich immer noch nichts bin aber komplett ruhig und relaxed. Eigentlich habe ich mich auch gut vorbereitet und überhaupt keine bedenken. Kurze Zeit später darf ich mich auf dem Stuhl hinlegen die Augen schliessen und spüre wie ich mit dem Stuhl unter das Lasergerät gedreht werde. Dr. Wong beginnt mir nun einzeln Instruktionen zu geben und ich muss nichts sagen oder sonst wie bestätigen. Einfach nur machen was er sagt, Monica hält meine Hand. Er klebt mein rechtes Auge zu ich darf meine Augen öffnen, dass rechte bleibt entsprechend aber geschlossen. Ich soll mich nun im weiteren immer schön auf den grünen Punkt konzentrieren. Wenn er verschwindet oder unscharf wird alles kein Problem. Einfach immer schön darauf konzentrieren so lange ich ihn sehe. Wieder einmal frage ich mich: "Was ist mit dem Valium los?"

Jeden Schritt, jede Aktion kommentiert er, ich fühle mich wie beim Radio an einer Live übertragen der Operation. Mit einer Klammer hält er meine Augenlider offen, blinzeln muss ich trotzdem aber nichts geschieht. Er setzt mir dann ein Gerät auf das Auge das meinen Augapfel ansaugt und eine Klinge schneidet durch die obere Schicht und kreiert einen Lappen welcher für die eigentliche Laserbehandlung weg geklappt wird und wohl die Linse offen legt. Von vielen wird das als Horror Moment beschrieben. Ausser dem leichten Druck mit dem das Auge angesaugt und fixiert wird spüre ich nichts. Das grüne Licht war zwar kurz verschwunden und auch wurde es kurz dunkler und einen Moment später ist der grüne Punkt verschwommen. Den Schnitt als solchen nehme ich aber in keinster Art und Weise wahr. Danach klebt er mir das Auge zu, es folgt das gleiche Spiel beim rechten Auge. Immer wieder lobt er mich, "You do fantastic". Was denn? Ich liege ja nur da, halte mit Monica Händchen. Und ernsthaft; "Was ist mit dem Valium los?"

Nun da meine Linse im rechten Auge offen liegt geht es auch gleich weiter. Es folgt nun zum grünen Punkt auch ein rotes Licht, immer schön darauf Zielen fordert er mich. "You're doing great, Adrian!" Er werde etwas über mein Auge halten und Test Schüsse machen. Ich werde jetzt blaues Licht sehen, den Laser hören und Ozon riechen. Synchron mit dem blauen Flackern höre ich die Schüsse welche wie diese Elektroschock Geräte klingen in den Filmen. Der Geruch des Ozon erinnert mich an die Schmied Stube aus der Schulzeit welche an meinem Schulweg war. Immer wenn sie ein Pferd beschlagen haben drang ein typischer Geruch nach draussen auf die Strasse. Nach den Test Schüssen geht es an meine Linse, erst die Kurzsichtigkeit. Ich sehe, ich höre, ich rieche; nur spüren tue ich nichts. Irgendwie erkenne ich, dass er danach mit einem Schwämmchen wohl Schmutz wegwischt. Eine weitere Salve macht meiner Hornhaut Verkrümmung den Garaus. Zuvor schon und immer wieder träufelt er auch irgend welche Flüssigkeiten auf mein Auge. Nach etwas mehr Reinigung erkenne ich wie er den Lappen zurück klappt und glatt streicht. Die Sicht auf den grünen Punkt ist wieder komplett vorhanden. Ich muss jedoch das Auge schliessen und er klebt es mir zu. Der gleiche Rest der Prozedur erfolgt nun noch am linken Auge. Das war echt locker bis jetzt, ich bin total entspannt. "Aber was ist den nun mit dem Valium?", denke ich.

Irgendwie hat der ganze Spass keine 15 Minuten gedauert in diesem Sessel. Wie zuvor schon dutzende Male sagt mir Dr. Wong wieder wie gut, fantastisch und awesome ich war, ich fühle mich wie ein Held. Er verabschiedet sich und freut sich auf morgen zur Nachuntersuchung. Monica begleitet mich in den Warteraum und ich beginne die Umgebung zu mustern. Alles noch etwas milchig irgendwie aber definitiv scharf. Unglaublich!

Man organisiert ein Taxi, erklärt mir nochmals was und wie ich die nächsten paar Stunden zu verbringen habe und das war es dann auch schon. 10 Minuten später ist das Taxi da und wir fahren nach Hause. Unterwegs inspiziere ich Auto Schilder, Strassen Schilder, Reklame Tafeln und einfach alles was irgendwie Zahlen oder Buchstaben hat. Alle paar Minuten träufle ich die verschriebenen Tropfen in meine Augen. Das Sochlor brennt tierisch und seien wir ehrlich, das Auge ist kein Schwamm. Der Grossteil der Flüssigkeiten läuft eigentlich immer wieder gleich raus. Egal, feucht halten das Ganze ist das Ziel für die nächste Stunde. Zu Hause soll ich ein Schläfchen halten, 2-3 Stunden sollten es schon sein hat man mir gesagt. Die Augenlider sind das beste Pflaster heisst es. Über dieses 'natürliche' Pflaster muss ich aber noch richtiges Pflaster kleben und zwei Plexiglas Schalen auch noch über beide Augen kleben damit ich auch ja nicht in Versuchung komme im Schlaf in den Augen zu reiben. Da ich mit den zugeklebten Augen nicht beurteilen kann wie lange ich nun ein Schläfchen halte und Lucky auch nicht dazu abgerichtet ist die Zeit zu lesen und mir zu sagen, stelle ich den Wecker. Muss ich halt mindestens so lange ausharren bis der los schrillt.

Nun da ich mein Schläfchen beendet habe kann ich so richtig mal die Umgebung und alles beäugen. Fantastisch, die milchige Schicht ist schon weg, nur die Tropfen welche ich noch dauernd brauche für die folgenden zwei Stunden trüben immer wieder mal Sicht. Die einzige Enttäuschung an der ganzen Geschichte heute war das Valium, von dem habe ich nichts mitbekommen. Vielleicht war es auch ein Placebo. Ansonsten ist aber alles bestens, kein Vergleich zu den Kontaktlinsen ganz zu schweigen zu der Brille. Ich bin hell begeistert.

Auf nach Memphis!

Und hier gehts zur Fortsetzung mit der Nachuntersuchung.

Dienstag, 17. Juli 2007

Blog Update: Format-Template Wechsel

Ich werde etwas am Blog Format rumbasteln, es wird also zwischendurch und wahrscheinlich demnächst etwas anders aussehen. Es ist folglich nicht euer Computer kaputt. Nicht das ihr den jetzt meinetwegen aus dem Fenster schmeisst.

Update 16:24
Der Update ist komplett, jetzt bin ich glücklich. Beim vorherigen Template hat es mich etwas gestört, dass nicht die ganze Breite des Browser ausgenutzt wurde. Das machte die Artikel so lang. Hoffe ihr seit auch glücklich.

Montag, 16. Juli 2007

Etwas augapfeln

Zur Abwechslung mal ein kleines Quiz. Und was gibt es zu gewinnen? Trommelwirbel: Br-Br-Br-Br-Br-Br --

Nichts, natürlich! Kann mir das nicht leisten, bin doch kein Rockefeller. Wie früher in einem Blog schon mal erwähnt macht man im Englischen gerne ein Substantive zu einem Verben, von der Sache zur Tätigkeiten also. Im Englischen heisst der Augapfel eyeball, direkt übersetzt soviel wie ein Augenball oder eine Augenkugel. Also nix mit Apfel, hat ja schliesslich keine Kerne mittendrin, oder 'es Bütschgi' (für die lieben Nicht-Schweizer-Leser, das wäre das Kerngehäuse). Wie vermutet gibt es im Englischen auch das Verb augapfel - to eyeball. Überlegt mal kurz was man damit im Englischen wohl meint. Die Antwort am Schluss und in der Zwischenzeit etwas anderes, aber wir bleiben beim Thema Augapfel.

Seit irgendwann in der Schule hat man dummerweise erkannt, dass ich nicht bis ganz vorne an die Tafel sehen kann. Folglich die schlechten Noten und man hat mir eine Brille verpasst. Die Noten wurden aber nicht besser, schliesslich konnte ich jetzt besser aus dem Fenster schauen, ha ha!

Das Nasenvelo ist aber nicht mein Ding ausser als Sonnenbrille zum Verdunkeln der Augen und dem damit verbundenen coolen Ausdruck. Was zusammen mit einer normalen Brille wiederum das pure Gegenteil wäre. Total un-cool! Mein favorisiertes Modell übrigens ein Klassiker, die Wayfarer von Ray-Ban.

Anyways, meine Sehkraft ist nicht die Beste in die Weite und mit 20 gab's zum Geburtstag von Mami (Danke!) ein Satz Kontaktlinsen. Anfangs die sogenannt Halbharten und zu Beginn meines 3 Monate Amerika Trip 1994 hatte ich bei einem Augenarzt mir weiche 14-Tage Wegwerf Linsen verschreiben lassen. Das Prozedere dazu in Amerika ist insofern etwas anders, als dass ein Optiker keine Augen vermisst. Er macht nur die Gläser oder liefert die Linsen und dafür braucht er ein Rezept (prescription) welches man sich von einem Augenarzt ausstellen lassen muss. Auch wenn die Linsen in Amerika günstiger sind als in der alten Heimat wird es somit insgesamt nicht billiger. Im Falle der Linsen kann man diese mittlerweile natürlich via Internet bestellen und sich liefern lassen, aber auch hier natürlich Rezept vorausgesetzt. Vielleicht sogar Brillen und Gläser, but don't know cause don't care. Für Linsen ist das Rezept glaube ich nur zwei Jahre gültig. Wenn man sich am letzten Tag also noch einen Satz Wegwerf Linsen für ein Jahr organisiert geht man im Schnitt alle drei Jahre zum Augenarzt. Meistens ist es so, dass ein Augenarzt gleich neben oder sogar im Laden vom Optiker seine Praxis hat, wie symbiotisch. Jeder Augenarzt hat bisher aber auch ausdrücklich mit überreichen des Rezeptes darauf hingewiesen, dass man nicht im nebenstehenden Laden die Linsen kaufen muss.

Die Linsen Aufbewahrungs- und/oder Reinigungsflüssigkeit kauft man übrigens auch nicht beim Optiker. Das Personal schaut einem zu einer solchen Frage etwas entgeistert an. Die Flüssigkeit gibt es im Supermarkt in der Drogerie Ecke (pharmacy) nebst Zahnpaste, Schminke, Schnupfen-/Allergie-/Kopfwehmitteln und weiteren pharmazeutischen Produkten.

Kaum eingereist in die U.S. of A. letzten Jahres ging mein Vorrat auch zur Neige und ich musste mir einen neuen Satz organisieren. Mittlerweile gab es aber genau diese Linsen nicht mehr, Fortschritt nennt sich das. Der Augenarzt hat mir folglich die Nachfolger Linsen empfohlen, welche noch dünner sind was angeblich besser ist für den Tragekomfort. Ich bin von dieser neuen Generation von Linsen aber nicht richtig begeistert. Denn dünner heisst noch umständlicher zum in die Augen fummeln. Sie rollen sich unheimlich gerne auf und so kann man sie natürlich nicht aufs Auge drücken. Auch sonst war ich nicht wirklich überzeugt, hatte immer wieder mal "Sehstörung" und überhaupt habe ich schon seit etwa fünf Jahren immer wieder an einer Laserbehandlung herum studiert. Refraktive Chirurgie nennt sich das insgesamt, LASIK was ich haben möchte.

Mit meinem Deutschen Freund hier in Austin komme ich aufs Thema zu sprechen und per Zufall hat sich der gerade kürzlich hier die Augen beschiessen lassen. Da er vom Resultat und speziell der Praxis sehr begeistert erzählt ist für mich die ganze Recherche zum Thema natürlich gleich erledigt. Da ich ja immer wieder mal Nachtschichtarbeit und die darauf folgende Woche frei habe ist ein Termin für mich folglich vorprogrammiert. Und mein Satz Linsen geht langsam zur Neige.

Vor knapp zwei Monaten war ich zur Beratung und einer Voruntersuchung, welche hier notabene meist gratis ist. Der damalige Eindruck hat mir die Beschreibungen von Torsten bestätigt und ich hatte die Termine auf diese Woche fixiert. Nun bin ich bei der Vorbereitung wobei er alles genau vermisst. Zuvor durfte ich mehr als eine Woche keine Linsen mehr tragen und hatte meine Brille wieder aufgesetzt. In den vergangenen Nachtschichten hatte ich das bis dato auch gemacht um meine Augen etwas zu entspannen vom Linsen tragen. Also keine bedeutende Umstellung für mich. Um alles genau beurteilen zu können träufelt er mir verschiedenste Tropfen in die Augen. Was da so unter anderem dabei war werde ich kurze Zeit später erfahren -- auf der Heimfahrt. Ansonsten alles bestens, stay excited, I'll tell you when to get worried. Netter Junge, der Dr. Wong!

Hatte ich nicht kürzlich Sonnenbrillen erwähnt und wie doof das ist wenn man Brillenträger ist? Zum Glück habe ich die Sonnenschutz Klipps für meine Brille dabei aber so richtig fett dicht vor den Augen machen die nicht. Auf der Fahrt zum Tax Assessor Office um meine License Plates für den Mustang zu holen habe ich ordentliche Probleme mit meinem Blick auf die Strasse. Als ich freudestrahlend aus dem Office trete ohne den minimalen Sonnenschutz an meine Brille geklippt erlebe ich eine Atmosphäre welche sich kaum beschreiben lässt. Total überbelichtetes Szenario und die ganze Umgebung in ein seifiges Gelb getränkt. Schnell die Augen zu gekniffen und den Sonnenschutz aufgeklippt. Etwas besser aber immer noch alles viel zu grell. Insgesamt komme ich aber gut nach Hause. Ein Blick in den Spiel erklärt das Phänomen. Meine Pupillen sind so weit geöffnet, dass der Blick fast Angst macht. Mich wundert was der Typ beim Tax Office wohl gedacht hat, gesagt hat er nichts. Ich möchte eigentlich noch ein Foto davon machen aber die Angst ein zufälliger automatischer Blitz könnte mich erblinden lassen hält mich davon ab (die Bilder hier sind von früher). Überhaupt hatte ich langsam Kopfschmerzen von der dauernden Überbelichtung und den Jetleg von der Nachtschichtarbeit hatte ich auch noch in den Knochen und Muskeln. Zeit für ein Mittagsschläfchen und am Mittwoch wird gelasert. Also, see y'all Wednesday! Hoffentlich!

What's that? Ach ihr wollt noch wissen was eyeballing bedeutet. Alrighty! Also, to eyeball oder auch nur einfach to eye wird in Dictionaries im Normalfall beschrieben als "etwas anschauen" so wie man im Deutschen auch etwas "beäugt". Umgangssprachlich hat es aber meist noch andere Bedeutungen. Meistens hört man eyeballing im Sinne von schätzen und wenn jemand eyeball engineering betreibt ist das wie man im Deutschen vielleicht "Handgelenk mal Pi" gebraucht. Es kann aber auch bedeuten jemanden anglotzen und wenn man mit jemanden eyeball-to-eyeball steht, steht man sich sprichwörtlich "Auge in Auge" gegenüber.

Hier gehts zur Fortsetzung mit Lasik.

No Comment!!!

OK, ein kleiner Kommentar.
Die Nummern sind natürlich manipuliert. Aber ja, ich hab endlich meine License Plates für den Mustang. Booyah!

Und die ist nur temporär, ich werde mir noch eine Specialty License Plate leisten, davon gibt es Dutzende. Für mich wird es eine Classic Car License Plate werden. Ich hoffe das geht ohne grössere Probleme über die Bühne. Schliesslich sollte es jetzt ein richtiger Ami Schlitten sein.

Donnerstag, 12. Juli 2007

Saure Gurken Zeit

Wenn es um Moral und solches Zeugs geht wird immer gerne etwas über Amerika gelästert. Die "Amis" sind so was von prüde, Frauen dürfen ihre Brüste am Strand nicht entblössen aber die grösste Porno Industrie existiert in Amerika.

Nicht verwunderlich fand ich einen Presse Agentur Artikel über einen kleinen Penis welcher es nicht nach Amerika geschafft hat in der Online Ausgabe einer Zeitung.

Unter dem Titel "Deutsche Bilderbücher zu unrein für die USA" wusste man zu berichten, dass ein amerikanischer Verleger ein Kinderbuch nicht drucken wollte, weil es darin eine Illustration gab in welcher in einer Kunst Galerie ein kleines nackiges Männchen dargestellt war. Man gab sich sogar die Mühe nachzumessen; "Er gehört einer 7 Millimeter grossen gezeichneten Statue, die in einem gezeichneten Museumsraum auf einem Sockel steht, und ist selber ungefähr 0,5 Millimeter gross." 0,5 Millimeter! Zusätzlich gab es noch weitere entblösste Darstellungen in einer Zeichnung welche beanstandet wurden und in mehreren noch rauchende Personen -- also nicht in Flammen sondern mit Zigaretten.

Dazu muss man mal drei Sachen erwähnen und berücksichtigen:
A) Nur weil ein Verleger das ablehnt in dieser Form zu drucken heisst das noch lange nicht, dass dies Amerika generell betrifft. Wird hier aber gerne in den Vordergrund gestellt. Der Titel ist irreführend aber passt natürlich ins Schema. Die Bilderbücher sind nicht zu unrein für die USA sondern nur für diesen Verleger.
B) Was den Schutz der Kinder angeht, vor solchem Schmutz, hat man in Amerika einen einfachen Konsens gefunden. Null Toleranz. Im Bezug auf den Penis heisst das 0,0 Millimeter. Im Bezug auf das Rauchen 0 Zigaretten. Interessant wäre mal rauszufinden wo die Toleranz in den angeblich nicht so prüden Ländern wäre. Nehmen wir mal an das Zipfelchen steht im Verhältnis 1:5 und waagrecht vom Männchen weg.
C) Diese Null Toleranz wird mehrheitlich durch Interessen Gruppen gestützt welche sich gerne auf solches Material stürzen und es durch vielfältige Aktionen anprangern.

Vor allem aus letztem Punkt ergibt sich, dass sich in Amerika wahrscheinlich auch kaum je etwas verändern wird. So lange es solche Gruppen gibt welche solche Sachen anprangern und vor Gericht ziehen oder anderweitige Möglichkeiten haben und nutzen um den kommerziellen Erfolg zu stören. Was die Gerichte anbelangt sind es meines Erachtens die gleichen Gesetze welche wir auch haben nur finden sich in Amerika noch eher Richter welche diese Gesetze auch noch so auslegen. Vor allem halt wohl in ländlichen Gegenden. Und das Land ist gross lässt euch das mal gesagt sein.

Dem Grossteil der Bevölkerung geht es in den meisten Fällen zwar auch etwas zu weit aber im Grundsatz ist man sich halt einig. Und überhaupt wozu die Aufregung, no big deal! In den meisten europäischen Ländern würde man einen solchen Schutz wahrscheinlich auch unterstützen nur kümmert sich kaum jemand darum oder es fehlen entsprechende Mittel. Dann hakt man das halt unter einer liberalen Einstellung ab und lächelt etwas über die Amerikaner.

Womit wir zum finalen Punkt kommen. Ein Verleger wird es sich wahrscheinlich nicht leisten können und wollen deswegen finanzielle Einbussen erleiden zu müssen. Soll man gefälligst die Sache retuschieren und die Sache ist erledigt. No big deal! In Europa ist dies ein Zeichen für ein prüdes Amerika und entsprechend einen Presse Artikel wert. Muss wohl saure Gurken Zeit sein.

USA scrutinized

Oben im Titel zu meinem Blog schreibe ich, dass ich nicht Meinung zu etwas machen will. Trotzdem wird es immer wieder mal einen Eintrag geben, der vielleicht in genau diese Richtung geht. Und über die Jahre wird es sicher eine Gruppe von Beiträgen geben welche einem Schema folgen, es werden Beiträge sein in welchen es um die Vereinigten Staaten von Amerika, oder kurz Amerika, geht und wie sie in der Welt gesehen und wahrgenommen wird. Da ich jetzt in Amerika lebe habe ich irgendwie das Bedürfnis solche Wahrnehmungen zu kommentieren. Es ins rechte Licht zu rücken. Es sind mir zuvor schon immer Artikel in Zeitungen und Zeitschriften aufgefallen welche meiner Erfahrung und Meinung nach nicht das wahre Amerika zeigen. Aber aus der alten Heimat heraus konnte ich sie schlecht kommentieren -- und ich führte noch keinen Blog. Ha ha!

Das hat sich jetzt geändert, ich lebe hier und ich hab einen Blog. Wenn ich mal wieder was finde, Online halt, das etwas über Amerika berichtet was so nicht ganz richtig ist oder einen falschen Eindruck vermittelt, dann werde ich meinen Senf dazu liefern. Wie gesagt ich will keine Meinung machen, es soll einfach meine Meinung (Senf) sein.

Ich habe mich auf gefragt ob ich die Quelle angeben will. Ich habe entschlossen dazu zu schweigen, soll heissen ich werde die für das Verständnis nötigen Passagen dazu zitieren ansonsten lasse ich die Quelle weg, ich will nicht anprangern. Allerdings werde ich mir den Link aufheben falls jemand ums verrecken wissen will wo ich das her habe. Ich kann aber natürlich nicht garantieren, dass es die dazugehörige Seite noch gibt im Welt Weiten Web.

Solche Artikel werde ich unter dem Label USA scrutinized publizieren. Das Verb to scrutinize bedeutet so viel wie hinterfragen oder kritisch beäugen. Im Fall für meine Beiträge heisst das dann aber nicht Amerika selbst sondern die Artikel über Amerika. Sollte ich mal was finden, dass ich in Amerika selbst kritisch beäuge und darüber berichten will, dann werde ich das wohl anderweitig bezeichnen.

Und es geht gleich los mit dem ersten Beitrag.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Fetter Finger

Ein fat-finger ist umgangssprachlich was sonst ein typo ist. Typo ist das englische Wort für Tippfehler als Abkürzung von Typographical error.

Einen solchen fetten Finger habe ich heute gefunden beim Tagi Online
MP3-Player werden teurer
... Verschont bleiben Computerfestplatten, weil diese nur nebenbei für das Speichern von urheberrechtlich geschütztem Material verwendet werden. Das Parlament, das an der Revision des Urheberrechts abreitet [sic], sieht dies ebenfalls so. ...

Das Parlament dürfte daran wohl eher arbeiten. Irgendwie scheinen sie mir dabei aber schon etwas hoch zu Ross zu sein.

Im Text hab ich noch eine Besonderheit eingefügt welche man in englischen Texten des öfteren einmal antrifft. Das Wort sic, immer italicized und in den eckigen Klammern [sic]. Sic steht für das lateinische Wort sicut und bedeutet offenbar so etwas wie "also", "folglich" oder "genau so". Man verwendet es immer dann, wenn man Text zitiert und ein Wort darin ist welches offensichtlich falsch ist, in welcher Form auch immer, dh es kann auch nur der Kontext sein in dem es steht, muss also kein fat-finger sein. Das [sic] nach dem Wort zeigt also an, dass man den offensichtlichen Fehler absichtlich mit zitiert hat.

Lady Bird

Zwischendurch auch mal etwas ernstes und trauriges. Es gab mir aber auch die Gelegenheit etwas in der amerikanischen Geschichte zu forschen und daran will ich euch teilhaben lassen.

Bevor ich zur Nachtschichtarbeit gestartet bin hatte ich im Fernseher noch etwas durch die Kanäle gezappt und habe dann bei den lokalen Sendern in deren Nachrichten erfahren, dass Lady Bird soeben verstorben ist. Hmm, wer war den Lady Bird?

Vorerst hatte ich keine Ahnung aber relativ schnell wurde mir aus den Kommentaren klar, dass es sich um Claudia Alta Taylor Johnson handelt, die Witwe des 36. US Präsidenten, Lyndon B. Johnson, oft auch nur LBJ bezeichnet. Wer durch Texas wandelt, trifft immer wieder mal auf seinen Namen. Da gibt es den Lake LBJ, die oder das LBJ Library & Museum an der UT in Austin, das Johnson Space Center (JSC) in Houston und und und, und sogar eine Radiostation KLBJ. Kein Wunder, Lyndon B. Johnson war Texaner und so war es auch seine Frau, Lady Bird. Sie ist sogar eng mit der Stadt Austin verbunden. Sie hat ihren Uni Abschluss an der University of Texas hier in Austin gemacht. Nun ist sie offensichtlich auch hier in Austin gestorben.

Die jüngeren Leser werden den Namen Lyndon B. Johnson kaum in Erinnerung haben weil es wenige Ereignisse gibt welche zusammen mit seinem Namen erwähnt werden oder direkt in Verbindung stehen. Aber er war nicht irgend ein Präsident. Um ihn herum gibt es einige Besonderheiten welche während oder kurz vor seiner Amtszeit als Präsident stattgefunden haben.

Das bekannteste Ereignis ist sicher der Tod von John F. Kennedy am 22. November 1963. Johnson war dessen Vize und er wurde bereits 2 Stunden nach dem Tod von Kennedy als Präsident vereidigt. Im folgenden Jahr hat er sich zur Wiederwahl gestellt und wurde mit überwältigender Mehrheit gewählt gegenüber Barry Goldwater. Der Name von Johnson steht auch in engem Zusammenhang mit dem Vietnam Krieg. Obwohl der Vietnam Konflikt seinen Anfang 1959 hatte ist es 1965 während Johnson's Amtszeit zur Eskalation gekommen was heute mehrheitlich in Erinnerung bleibt über den Vietnam Krieg. Das Ende des Krieges hat Johnson selber nicht mehr erlebt da er Anfang 1973 verstarb, mehr als zwei Jahr vor dem offiziellen Ende am 30. April 1975.

Nachdem wir nun wissen wo wir Lady Bird einreihen müssen, können wir noch etwas zu ihr selbst erzählen. Fangen wir mal mit dem Namen an.

Lady Bird ist ein Begriff den man nicht übersetzen kann ins Deutsche. Lady wird vereinfacht mit Dame übersetzt, kommt unserem deutschen Begriff aber nicht richtig nahe. Lady beinhaltet meist auch etwas ehrfürchtiges, edles und gehobenes. Bird ist oder wäre ein Vogel. Lady Bird also: die Dame Vogel? -- oder mit dem Vogel? Die Antwort ist unerwartet einfach. In Kinderjahren hatte ein Kindermädchen sie als "as pretty as a ladybird" bezeichnet -- "so hübsch wie ein Marienkäfer". Der ladybird ist im Englischen was bei uns der Marienkäfer ist. Wieder einmal ein Wortspiel also. Der Vergleich wurde zum Namen und hat sich für sie aus den Kinderjahren als Begriff bis in alle Ewigkeit erhalten.

Als Ehefrau eines US Präsidenten ist sie natürlich auch sonst eine Lady, eine First Lady. Dazu muss man im Bezug auf die USA noch etwas besonderes wissen. In Amerika ist die First Lady nicht "am Presi seine Frau". Meistens halt aber nicht grundsätzlich. Die "First Lady of the United States" ist ein inoffizieller Titel für die Hostess des Weissen Hauses. Schaut man in die Vergangenheit findet man einige First Ladys welche nicht die Frau des amtierenden Präsidenten waren. Der Begriff Hostess mag vielleicht auch etwas erstaunen, übersetzungstechnisch. Im Deutschen haben wir die noch als die Frauen im Flugzeug in Erinnerung, oder auch Stewardess. Die wollen aber mittlerweile Flight Attendant heissen -- Flugbegleiter. Gemäss LEO könnte hostess sogar ein Animiermädchen sein. Zutreffender ist aber Gastgeberin. Für die First Lady, nicht die Flight Attendant, die sollen nur noch begleiten. Soll sich also niemand beklagen wenn der Service im Flugzeug zu wünschen übrig lässt. Es steht alles im Namen.

Der First Lady stehen also gewisse Aufgaben zu im Weissen Haus und vor allem seit Lady Bird nehmen die First Ladys angeblich diese Funktion auch ernster in dem sie andere Aufgaben wahrnehmen als nur gerade Gastgeberin zu sein. Teilnahme bei wohltätigen Aktivitäten ist so ungefähr das Mindeste. Es ist allerdings wiederum ein striktes Taboo das die Frau des Präsidenten einer "bezahlten" Arbeit nachgeht. Das hätte mal jemand der Frau Kopp sagen sollen. Speaking of which. Sollte mit Hillary Clinton die erste Präsidentin der USA gewählt werden hätten wir nicht nur zum ersten Mal einen Mann als First Lady, der dann zwar angeblich der First Gentleman genannt werden sollte, sondern sogar auch noch einen ehemaligen US Präsidenten. Ausser die Hillary würde sich das anders überlegen und irgend eine Frau als Hostess und somit First Lady wählen. Mein Top-Vorschlag: Monica Lewinsky!

Lady Bird gilt als die erste First Lady welche aktiv dazu beigetragen hat, dass LBJ wieder gewählt wurde. Insofern hat sie dem Titel First Lady eine neue Dimension hinzugefügt. Mittlerweile mischen alle Ehe Partner aktiv mit, Bill Clinton hat jetzt auch aktiv begonnen sich für seine Frau stark zu machen im Wahlkampf.

Gesundheitlich ging es ihr angeblich seit 1993 immer schlechter, seit einigen Jahren soll sie komplett erblindet sein und konnte auch nicht mehr sprechen. Heute ist sie nun im Alter von 94 Jahren ihn ihrem Hause in Austin gestorben.

Zusätzliche englische Links zu Lady Bird und LBJ
Time Magazine - Online July 11, 2007 - Lady Bird Johnson, 1912-2007
Time Magazine - Cover Story August 28, 1964 - The First Lady Bird
Wikipedia: Lyndon B. Johnson
Wikipedia: Lady Bird Johnson

Samstag, 7. Juli 2007

Spookaburger

Heute ist mir etwas leicht unheimliches passiert und der Junge am Tresen hat auch gleich entsprechend reagiert. "Oh boy, you are going straight to hell!" Na danke schön.

Ich hatte heute nicht all zu grosse Lust zu kochen und was gibt es besseres in Amerika als mal eben zu einem Fastfood Joint zu gehen. Der joint hier hat übrigens nichts mit dem zu tun welchen sich gewisse Leute ab und zu oder auch dauernd reinziehen. Der joint hier ist ein Ausdruck der sich auf eine Lokalität bezieht. Gemäss einem Dictionary a cheap or disreputable gathering place, also ein billiger oder unehrenhafter Versammlungsort. Das unehrenhafter könnte man vielleicht noch anders mit verrufener oder unangesehener übersetzen. Ist irgendwie schwierig hier noch den richtigen Ausdruck dafür zu treffen. Anyways!

Bin ich also am Abend nach dem Spaziergang mit Lucky zu Whataburger. Nein, das ist kein Schreibfehler. Die Fastfood Kette heisst wirklich so, nicht "What a burger!" -- WHATABURGER! OK, die Idee ist natürlich, auch auf deren Webpage nachzulesen, dass man sich hinsetzt, einen Whataburger isst und dann sagt: "Ah, What A Burger!"

Die Lokale haben mehrheitlich eine leicht zu erkennende Architektur. Als A-Frame bezeichnet aber wohl eher wegen dem Winkel in der Mitte im W, haben sie den Lokalitäten ein markantes Giebeldach verpasst. Orange-Weisse Streifen auf allem und überall sind das weitere Markenzeichen. Nicht ganz überraschend heissen die meisten Speisen dann auch Whata-dies oder Whata-jenes. Dann rühmen sie sich auch damit, dass man sich seinen Burger so zusammenstellen kann wie man will. "Just the way you like it!" der Werbespruch den man immer wieder hört. Zusätzliches kann man aber eigentlich auch bei der Konkurrenz verlangen und kostet natürlich auch extra, siehe später. Obwohl 1950 gegründet und ständig im Wachstum hat sich die Firma eine moderatere Strategie zugelegt als die Konkurrenz. Whataburger findet man nur in 10 Bundesstaaten, ausschliesslich im Südosten. Das erste Lokal war übrigens in Corpus Christi, Texas und dem Unternehmen wurde vor ein paar Jahren vom Staat Texas auch der Titel Texas Treasure verliehen, also ein Texas Schatz oder Kostbarkeit.

Wo war ich, ach ja am Tresen, bestellen. Also "One Number 2, please", das ist die einfachste Art das Double Meat Whataburger Meal zu bestellen -- Wichtige Anmerkung: In Amerika ist das Meal das Menü, Menu ist die Karte. Wer also ein Whataburger Menu bestellt muss damit rechnen, alles was auf der Karte ist geliefert zu bekommen, kann teuer werden! -- "Cheese with that?" - "Yes, I'd like some cheese". Da der Käse extra ist, es ein Doppel Fleisch ist also auch Doppel Käse braucht, sehe ich später auf der Quittung, zweimal 40cent. Mit diesem Whatameal Nr. 2 ist ein Medium Drink und French Fries (Pommes Frites) schon dabei. Dann folgt die Frage: "Want to Whatasize that?" Ich könnte das Medium auf Large ändern, kriege ich etwas mehr Fritten und einen (noch) grösseren Becher für's Getränk. Will ich aber nicht. Überhaupt, Getränk kann ich soviel nach schenken wie ich will. Free Refill nennt sich das. Etwas das man sich vielleicht auch gerne in der alten Heimat wünscht. Irgendwann hatte ich mal gelesen, dass man das auch probiert hat, mit einigen Kunden hat das dann aber komplett überbordet. Die wollten wohl mit Kanistern kommen und den privaten Hausvorrat aufstocken. Ich dafür hätte jetzt gerne noch einen Apple-Lemon Pie. So ein nettes, heisses Apfeltäschen welches sie zur Zeit mit Zitrone gemischt im Angebot haben. Wohl mehr Apfel und Zitronen Aroma nehme ich mal an. Hab ja schliesslich mal in der chemischen Industrie und mit Aromastoffen gearbeitet. Ich weiss wie der Hase schmeckt!

Als wir uns darauf geeinigt haben was und wie ich es (das Meal!) gern hätte, spuckt seine Kasse das Total aus, inklusive Tax: $7.77 -- und heute ist auch noch der 7.7.07. Zufall, Absicht? Ist alles heute bei Whataburger $7.77. Nein, der Junge sagt etwas, was ich nicht gerade verstehe und auf Rückfrage gibt er mir zu verstehen, das dies Unglück bringe, in dem Sinne, dass ich direkt in die Hölle komme. Ich dachte das wären die drei 6sen. Nein, nein, die Doppel Schnapszahl sei das Problem. Na wunderbar, ist das auch schon geklärt und ich muss mir zukünftig keine Mühe mehr geben. Mit der Kirche selber hatte ich vor einigen Jahren ja schon Schluss gemacht.

Ich bin ja nicht abergläubisch, wenn dann sehe ich solchen Zufall eher als Beweis, dass ich noch mehr Glück haben kann.

Nach dem ich mein Meal vertilgt habe bin ich auf dem schnellsten Weg nach Hause, hab mich eingeschlossen und gehe dann auch artig früh ins Bett. Man will das Glück ja nicht unbedingt herausfordern. Wenn's in den nächsten Tagen keine neuen Blogs gibt dann ist an der Sachen halt vielleicht doch was dran. Sollte es irgendwie möglich sein würde ich aus dem Jenseits (in meinem Fall der Hölle) aber eine Message schicken. Versprochen!

Donnerstag, 5. Juli 2007

Klassenfoteli

Beim surfen in den Nachrichten aus der alten Heimat bin ich wieder mal auf etwas sehr interessantes gestossen. Das Klassenfotoarchiv. Der Lehrmittelverlag des Kantons Zürich hat um die 50'000 Klassenfotos des resp. der "Haus"-Fotografen der Zürcher Schulen erworben, digitalisiert und nun online gestellt.

So schwach im Gedächtnis kann ich mich an drei solche Foto Sessions erinnern. Von zweien habe ich sogar noch Fotos in meinem Archiv. Somit nicht von allen. Also ab auf die Suche.

Das erste Mal war wohl in der 3. Klasse. Da ich aus der Zeit eine Einzel Aufnahme habe war ich erst gar nicht sicher ob wir auch eine Aufnahme haben von der ganzen Klasse. Denn ich erinnern mich eigentlich nicht an so etwas. Trotzdem mal nachschauen. Eh voila! Das Gruppenfoto hab ich nun in diesem Archiv gefunden und irgendwie kommt die Erinnerung dazu schwach zurück. Kann jetzt aber natürlich auch nur Einbildung sein. Wer weiss das schon so genau nach bald 40 Jahren. Wer mich kennt viel Spass beim raten, ich hatte selber Mühe. Irgendwie passt es auch nicht ganz mit dem Einzelfoto zusammen, vielleicht war das Einzelbild sogar doch noch früher. Keine Ahnung! Kann mich auch an einigen der Mitschüler nicht mal erinnern oder erst nach langem hirnen. Den Namen der Lehrerin hatte ich immer gewusst aber in meiner Erinnerung kein Gesicht mehr dazu. Nun da ich sie sehe muss ich sagen; könnte irgend wer sein. Absolutes Vakuum im Hirn.
3. Klasse

Im gleichen Jahr ging es dann gleich nochmals zur Sache, allerdings in einem anderen Schulhaus und eine Klasse weiter. Auch hier habe ich zu ein paar Gesichtern keine Erklärungen wie die darauf gekommen sind. Auch habe ich die Aufnahme im Bezug auf den Standort irgendwie anders in Erinnerung. Whatever!
4. Klasse

Dann zwei Klassen später beim gleichen Lehrer gab es die dritte und letzte Aufnahme. Dazu habe ich schon viel mehr Erinnerungen, nicht nur gute, Au weia! Davon habe ich übrigens einen Abzug von damals und hatte den lustiger weise vor knapp 2 Wochen in den Händen und ebenfalls digitalisiert für mein eigenes kleines privates Archiv, war mir also schon bekannt. Mittlerweile dürfte es nicht mehr so schwer sein mich zu erkennen. Natürlich nur die welche mich auch kennen.
6. Klasse

In den folgenden Jahren kann ich mich an keine Klassenfotos mehr erinnern und auch die Suche danach bringt nichts überraschendes mehr zu Tage. Bin auch sehr froh darüber. Ansonsten hätte ich wirklich mein Gedächtnis in Frage stellen müssen.

Abschliessend noch etwas, dass nicht nur Zürcher sondern alle Schweizer nutzen können, die Website Klassenfreunde. Da kann man sich eintragen und findet eventuell auch Einträge seiner damaligen Klassenkameraden. Sofern sie schon darauf gestossen sind oder ja, natürlich noch leben. Oder sich auch an das richtige Abschluss Jahr erinnern. Das ist etwas schwierig mit dieser Website da dies nicht unbedingt üblich ist sich an diesem Jahr zu orientieren. Hier in Amerika haben sie es einfacher, da wird die Klasse immer mit dem Abschlussjahr bezeichnet. Bei meinen Klassen hat es auch erst vereinzelt einige Gestalten die sich eingetragen haben. Aber irgend jemand muss ja den Anfang machen, oder?

Mittwoch, 4. Juli 2007

I'm not Jewish! - Well, nobody's perfect.

Heute ist also der 4. Juli, der Nationale Feiertag. Schon zum zweiten Mal seit ich in Amerika bin und ich sollte mich endlich etwas damit befassen.

Bis ich mich allenfalls Einbürgern lassen kann dauert es zwar noch weitere vier Jahre aber bis dann sollte ich es wissen. Emil und Walo lassen grüssen!

July 4th ist auch bekannt als der Independence Day - der Unabhängigkeitstag. Also diesen Begriff mal kurz gegoogelt. Und was haben wir an erster Stelle - Wasseli was?

Ueberraschung, den Film Independence Day. Soweit sind wir also - Hollywood an erster Stelle. Ich habe den Film damals zwar nicht im Kino gesehen aber ich kann mich noch gut an die Kommentare erinnern; "Patriotischer Ami Streifen" und ähnliches. Als ich den Film später im Fernsehen gesehen hatte, hab ich mich an die Kommentare erinnert und kann sie nicht so richtig nachvollziehen. Autor & Regisseur Roland Emmerich ist ja bekanntermassen Deutscher (das Spielbergle aus Sindelfingen), der US Präsident propagiert den Independence Day für die ganze Welt und letzt endlich muss auch die ganze Welt gegen die Aliens kämpfen. OK, man sieht zu 99% nur die Amerikaner kämpfen aber hey, Aliens scheren sich einen Dreck um unsere Nationen und Grenzen auf der kleinen Kugel im All. Da müssen wir alle zusammen stehen, ein einzig Volk von Brüdern.

Bei Google geht es danach ja noch viel weiter zum Begriff, ~12,900,000 mal. Als nächste Links nach dem Film kommen zwei zur Wikipedia ua mit einem Link zu Independence Day im allgemeinen, also nicht nur in Amerika. Nicht ganz überraschend finde ich auch Switzerland aufgelistet mit der mystischen Zahl daneben 1291. In der weiteren Recherche bin ich ehrlich gesagt etwas vom 4. Juli abgerutscht auf den 1. August. Bevor ich die Geschichte der USA verstehe und erkläre, sollte ich vielleicht erst die eigene Geschichte verstehen, oder auch erklären? Eh? Allen klar wieso der 1. August der Nationale Feiertag ist in der Schweiz? Ich hatte immer wieder Fragen zu dem was einem über die eigene Geschichte als Eidgenosse erzählt wird. Da ist so vieles passiert in den 700+ Jahren, wenig scheint bedeutungsvoll für das was heute die Schweiz ist und vieles widerspricht sich noch. Dann wird oft und gerne auch behauptet und am Stammtisch gerne ein Mythos zur Wahrheit gemacht. Zeit da mal aufzuräumen und Internet sei Dank sollte das kein Problem sein. Beim Surfen im Web wurden die Fragen nur noch grösser und vielfältiger. Unzählige Websites liefern ihre wahre Geschichte zur Entstehung der Schweiz, sie passt so gar nicht in das was ich noch irgendwo in meinen Hirnzellen hatte. Die raren Webseiten mit historischen und belegten Fakten zu finden grenzte fast an die Suche der Nadel im Heuhaufen (needle in a haystack). Und sie widersprachen wohltuend von dem was einem die anderen auftischen.

Um nicht ganz in die dunkle Zeit der Schweizer Geschichte abzudriften und zurück zum Independence Day zu kommen will ich wenigstens meine Meinungen kund tun über das Alter Amerikas gegenüber dem der Schweiz. Gleich nach "Amerika hat keine Kultur" hörte ich immer; "Die USA sind ja kaum 200 Jahre alt aber die Schweiz schon mehr als 700 Jahre.". Humbug! Uebrigens auch im Englischen bekannt, einfach anders aussprechen.

Hier wird Apfel mit Banane verglichen. Wer auf 1291 und somit bald 716 Jahre für die Schweiz besteht müsste das mit der Landung von Columbus in 1492 oder sogar noch früher mit den Wikinger um 1000 AD vergleichen. Beide Ereignisse werden hier aber nicht zelebriert. Was vor dem 4. Juli 1776 statt gefunden hat war notabene eine britische Kolonie. Plus noch etwas französische und spanische Kolonien, aber das ist alles eine andere Geschichte. Das waren auch noch keine Amerikaner sondern europäische Siedler.

Wenn man etwas dem Independence Day gleichstellen kann, dann wäre es der Wiener Kongress welcher mehr den Kantonen als einer Schweiz ihr Neutralitätsrecht nach Napoleon zu sprach. Alles davor hat zwar auf dem heutigen Gebiet der Schweiz stattgefunden und sicher gewissen Einfluss auf das spätere Resultat. Mit der heutigen Schweiz als Bund und Staat aber hat es wenig bis gar nichts gemeinsam. Im Prinzip war es zuletzt unter Napoleon eine französische Kolonie. Ich weiss etwas sehr frei interpretiert, aber nur so als Vergleich. Die Bundesverfassung, bis zu welcher es noch einige Jahrzehnte dauerte, kann man der United States Constitution (Die Verfassung der Vereinigten Staaten) gleichsetzen. Auch die hat nach der Unabhängigkeitserklärung noch etwas gedauert, der offizielle Termin dazu ist der 17. September 1787. Und das ist vor der Bundesverfassung.

Frage an die Eidgenossen -- und ich habe bewusst keine Links zu Schweizer Begriffen gemacht. Wisst ihr aus dem hohlen Bauch heraus wann die Schweiz wie sie heute existiert ihre Unabhängigkeit durch den Wiener Kongress erhalten hat und wann sie mit ihrer Bundesverfassung gegründet wurde? Ich werde meine Recherchen dazu am entsprechenden Tag publizieren, dem 1. August.

Etwas haben Amerika und die alte Heimat gemeinsam zum Thema Nationalfeiertag. Feuerwerk!
Jede Stadt und fast jedes Kaff hat hier meist ihr Feuerwerk. Das von Macy's in New York gilt als das grösste und spektakulärste. Die Bevölkerung lässt es auch gerne krachen, wenn sie darf. Vielerorts ist aus feuerpolizeilichen Gründen ein Verbot ausgesprochen, zB auch hier innerhalb den City Limits von Austin. Am Abend bin ich nun bei einem Arbeitskollegen in Lakeway, TX eingeladen und man steht den Eidgenossen in nichts nach. Vor dem Eindunkeln hört man die ersten Kracher, mit dem Sonnenuntergang fallen die letzten Hemmungen. Keine 2 Stunden später herrscht feuerwerksmässige Ruhe weil alles Pulver verschossen.

Etwas spezielles ist die Sorglosigkeit mit dem Termin. Man hat hier keine Angst, dass es Unglück bring Geburtstag und ähnliches schon vor dem Tag zu feiern oder zu gratulieren. Wer hier zB sagt er habe am nächsten Dienstag Geburtstag darf nicht erschrecken wenn man ihm freudig dazu gratuliert. Wer Abergläubisch (superstitious) ist also Klappe halten. Schon am Samstag war ich bei einem anderen Arbeitskollegen in Kyle, TX. Da wird die Feier und das Feuerwerk immer schon am Wochenende zuvor veranstaltet.

Bleibt noch der Titel für diesen Blog zu klären oder erklären -- für diejenigen welche es nicht erkannt haben. Der Spruch stammt aus dem Film Independence Day, also wieder mal schauen. Kann nicht so patriotisch sein wenn darin Juden vorkommen, oder?

Dienstag, 3. Juli 2007

Das hochaufgelöste Fernsehen

Auf der Arbeit wieder mal etwas online in die alte Heimat geschaut und folgenden Artikel gelesen:

Mehr Betreiber mit HDTV-Format
Nach dem bereits auf Oktober angekündigten Start von Cablecom kommt das hochaufgelöste Fernsehen (HDTV) auch bei den übrigen Kabelnetzbetreibern auf breiter Front. Eine Hemmschwelle ist die geringe Verfügbarkeit von HD-Programmen. ...

Aus diesem Grunde eine kurze Reise durch die Fernsehstuben in Amerika. Ich wollte dazu schon lange etwas schreiben -- beschränken wir uns heute erst einmal auf High Definition Television. HDTV ist hier auch noch lange nicht der Standard aber längst Realität. Während man hier noch die Spuren der Entwicklung von HDTV sieht dürfte es in der alten Heimat wohl gleich mit der ultimativen 1080i oder sogar 1080p Auflösung losgehen - oder es geht noch weiter, wer weiss das schon. 1080, dass sind 1080 Zeilen und i bedeutet interlaced im Gegensatz zu p und progressive. Fragt mich jetzt nicht nach dem Unterschied, ist nicht mein Rechau. Eine Vorstufe zu 1080i und 1080p ist 720p. Das Format von HDTV ist 16:9 was an und für sich nichts neues ist, solche Bildschirm Formate gibt und gab es schon lange in der alten Heimat. Allerdings ist das normale Fernsehsignal immer nur 4:3, es geht also immer etwas verloren oder wird verschenkt. Bei 1080 Zeilen und mit 16:9 haben wir wie viele Spalten und entsprechend Total Bildpunkte auf dem Bildschirm? You do the math!

Wie sieht HDTV den nun in der Realität aus? Da ich mir einen HDTV Fernseher geleistet habe und fast alles was dazu gehört kann ich Antwort geben.

Erstens, -- der grosse Wermutstropfen -- die Kabelnetzbetreiber werden dafür Geld verlangen und man muss eine Empfänger Box vorschalten. Im Falle von Time-Warner Cable hier benötigt man zwingend auch die Digital Channel. Whatever! Ich will HDTV! Der HDTV Tier kostet zwar nur etwas um die $9.95 aber der Digital Bereich zum Standard schlägt mit etwa $61.30 zu Buche. Und ohne den Standard von irgendwas $10.50 geht schon gar nichts, nicht zu vergessen die gute Mehrwert Steuern und schon ist man fast bei $100 im Monat. Dann gibt es diverse weitere Zusatzdienste und Fernsehen on demand. Die Liste ist lange, TV Total. Wirklich müssen muss man zwar nicht wenn man sich mit terrestischen Sendern begnügt, also aus der Luft. Dann kann man gratis Fernseh gucken hier. Keine Fernsehgebühren, kein schlechtes Gewissen mit Schwarz sehen. Wobei wer will das schon, eh? Ich meine Fernsehen aus der Luft. Gratis ja, logisch. Hinzukommt, ein herkömmlicher Fernseher kann kein HD Signal verarbeiten also muss ein neues Gerät her. Catch 22. Soweit ich das hier überblicken kann ist es aber nicht vorgesehen, dass die Fernseher HD empfangen können oder sollen. Obwohl es solche Geräte gibt der Trend scheint mir geht in eine Trennung zwischen Monitor und Empfänger. Mal abwarten was die Zukunft hier bringt.

Zweitens und zuvor schon etwas angedeutet braucht es auch einen entsprechenden Bildschirm dazu. Die Empfänger Box umgeht dies zwar eigentlich, dass man seinen Fernseher aufrüsten muss für den Empfang von HD aber das bringt nichts denn der Fernseher kann damit nichts besseres anfangen. Der bleibt im Format PAL/NTSC oder was auch immer. Zudem, das Empfangsgerät kommuniziert HighDef zum Monitor über ein dediziertes Kabel und nicht das herkömmliche Antennenkabel. Es spuckt da wahrscheinlich schon was aus aber nichts hochwertiges. Last but not least, wer HDTV will, will auch keinen Monitor mit kleinem Format oder Diagonale. Hohe Auflösung auf kleinem Bildschirm macht keinen Sinn. Ein Dackel kann ins Katzenkistchen poopsen aber nicht eine Dogge. Ein 40' sollte es also schon mindestens sein, dass sind irgendwie ein Meter in der Diagonale. Kostet natürlich auch etwas mehr als ein herkömmlicher 4:3 Fernseher.

Drittens und das ist die erwähnte Hemmschwelle im Artikel muss der Sender in HighDef senden, dh es gibt entweder neue Sender oder die bestehenden Sender senden nebst dem bisherigen Signal auch in High Definition. Ich empfange mittlerweile etwas um die 20 HD Programme wovon 3/4 ein Zweitsignal sind. Also etwa 15 Sender kann man auch als herkömmliches Signal empfangen und 5 Programme nur mit HDTV. Von den 15 gibt es aber 3-5 welche oft und eigentlich fast alle Schummeln zeitweise, sprich sie übertragen ihr "normales" Fernsehprogramm über den HDTV Kanal. Einige blasen dann sogar das 4:3 Format in die Breite auf 16:9 auf was dicke Menschen gibt (in Amerika ja nicht so das Problem) oder man hat die schwarzen Balken zur Ausnahme mal links und rechts. Plus die Qualität ist nicht die selbe, denn auch für die Aufnahme sind entsprechende Geräte nötig. Fernsehstudios oder Filmcrews benötigen auch neue HD-fähige Kameras. Das bisherige Filmmaterial in den Fernsehstudios ist oft konventionell aufgenommen also selten HD fähig. Die Ausnahme sind Programme welche neu in HDTV aufgezeichnet sind und natürlich die Kino Filme. Hier beginnt HDTV wirklich Spass zu machen.

Die Serie CSI:Miami zB schau ich mir mittlerweile nur wegen HDTV an und darauf scheinen sie die Serie auch abzurichten. Horatio Caine und seine Forensik Truppe in 4:3 Standard muss zum gähnen sein. Wenn ich die Serie nun in HDTV anschaue komme ich mir manchmal vor wie ein cavemen der zum ersten Mal Schwarz-Weiss Fernsehen sieht. Der Inhalt des Programms ist unwichtig, die bewegten Bilder faszinieren.

Movies, da kommt richtig Kinofreude auf. Die sind schon in Breitband, also mindestens 16:9 oder sogar im Original anamorphen Kinoform was zusätzlich halt wieder die schwarzen Balken oben und unten hat (aber was soll's). Da schmeiss ich mir dann gerne einen Beutel Popcorn in die Microwave und die Lichter werden ausgeknipst. Mit HD Net Movies gibt es sogar einen Kanal der nonstop und gratis Filme in HighDef bringt, mehrheitlich zwar aus dem letzten Jahrhundert aber immer wieder Leckerbissen. Und mit DVR ist das alles noch besser -- was das ist erzähle ich ein anderes mal.

Wer es bis jetzt noch nicht gemerkt hat und ich gestehe: Ich bin HD süchtig. Die Sender in alter herkömmlicher Qualität schaue ich nur noch sehr selektiv an. Im Prinzip könnte ich auf Standard und Digital verzichten was am meisten kostet aber das geht leider nicht, ist wohl auch so gedacht. Heimliche Inflation nennt man wohl so was. Bin gespannt wann sich der erste Süchtige aus der alten Heimat bei mir meldet. Ich befürchte aber das dauert noch etwas.

Show Me The Money!