Downtown Austin

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Samstag, 21. Juli 2007

Bend it Beckham!

Ist der Wechsel von David Beckham von Madrid nach Los Angeles ein Thema in den deutschsprachigen Medien? Ich denke mal nicht all zu gross. In Spanien und sicher in England schon eher. Fragt sich aber vielleicht manch einer, wie gross ist denn das Interesse in Amerika, dem Land des Football.

Wer zum letzten Wort nicht sofort die Augenbrauen hochgezogen hat (und vielleicht auch gut für alle anderen Leser), werde ich später in einem separaten Blog eine kurze Einführung zu football in den USA machen müssen. Soviel vorab, hier heisst das Soccer und die Popularität für Soccer hält sich sehr in Grenzen.

Warum nur will er nach 4 Jahren seinen Vertrag in España nicht verlängern und ausgerechnet in Amerika Soccer spielen und nicht mehr Fussball? Um den Amerikanern Soccer näher zu bringen, angeblich. "Yeah, right!" Ich denke mal es ist a) wegen des Geldes und vielleicht b) um ein ruhigeres Leben von den Paparazzis zu haben, speziell für seine Kinder.

Sein neuer Club die L.A. Galaxy sagt auch, um Amerika Soccer näher zu bringen und zahlt ihm dafür angeblich $250 Million für 5 Jahre. Zum Anfang ist das sicher mal nicht schlecht aber nur für David Beckham? Wenn man David alleine sieht und im Interview hört ist er eigentlich eher ein schüchterner und ruhiger Typ. Auch spielerisch ist er nicht die heisse Attraktion, nur der Freistoss seine grosse Spezialität und auch die Pässe attraktiv. Daher kommt übrigens auch der Begriff und Film Bend it like Beckham. Auf Englisch bedeutet to bend biegen und er vermag die Freistösse zu biegen. Damit allein soll er also die Amerikaner 'umbiegen'?

David scharf gemacht für Amerika hat ein Spice Girl, die Heirat mit Posh oder nun auch bekannt als Victoria. Zusammen zelebrieren sie einen exotischen Lebensstil. A glamorous life, etwas das natürlich in Amerika und speziell in Los Angeles sehr gut ankommt. Der Transfer hat nun tatsächlich in den Medien einigen Staub aufgewirbelt wobei es mehrheitlich um das Leben der beiden geht - und nicht um Soccer. Und genau da liegt der Beckham im Pfeffer. Ist die erste Würze mal vorbei, sprich es wird ruhiger im Leben der beiden oder sie vermögen nicht genug Schlagzeilen zu machen mit ihrem Privatleben ist es auch mit dem Beckham Effekt für Soccer schnell vorbei. Meine Meinung. So lange wir genug Geschichten und Skandale von anderen Stars oder Nicht-so-Stars haben erst recht: "Who gives a damn about the Beckhams?".

Momentan dreht sich alles um Michael Vick, einen NFL Star welcher in einen Skandal um Hundekämpfe verstrickt ist. Dann haben wir Barry Bonds der kurz davor steht im Baseball den Home Run Rekord zu egalisieren, was wieder um überschattet wird von jahrelanger Anschuldigung zu Doping. Und dann vergessen wir auch nicht Paris Hilton und all die anderen Hollywood Geschichten.

Letzte Woche gab es eine stündige Spezial Sendung mit Victoria Beckham "Coming to America". In diesem Link kann man sogar die Sendung ansehen (falls es nicht irgendwie technisch auf Amerika beschränkt ist). Ich hatte mir die Story natürlich am Fernsehen ansehen dürfen. Ein Zeitungsartikel und der Teaser im Fernsehen haben mich überzeugt und es kam grad nichts besseres. Etwas ab der normalen Welt diese Frau. Nur als kleines Müsterchen. Auch sie brauchte nun eine Drivers License und dafür bringt man keine Fotos sondern wird vor Ort abgelichtet. Da sie nonstop von einem Stylisten und einer Hair und Makeup Tante umgeben ist, mussten die sie natürlich vor der Aufnahme herrichten. Dann hat sie sich vor die Kamera hingestellt wie für ein Glamour Magazin. Üblicherweise darf man sein Ok zu der Aufnahme geben und sie wollte doch allen ernstes irgendwie noch mehr Licht von Oben oder Hinten oder sonst was. Die Frau im Office hat sie mit einem fragenden Blick angeschaut und gesagt: "Ma'am, this is the DMV!"

Heute gab es auch noch Live auf ESPN ein Freundschaftsspiel von Chelsea FC aus England bei L.A. Galaxy. Wohl zu Ehren für den ersten Auftritt von David. Das Stadion mit um die 25,000 Zuschauern war ausverkauft und viel Prominenz hat sich eingefunden. Man muss ja schliesslich zusammen halten und alle haben sie in die Kamera gelächelt und waren totally excited. Gespielt hat David dann aber nur die letzten 12 Minuten, da er immer noch eine Verletzung hat am Knöchel vom letzten Länderspiel mit England. Bei seiner Einwechslung gab es natürlich Standing Ovation und geblitze von Kameras auf den Tribünen. Sein erster Ballkontakt war auch gleich einer seiner legendären langen Pässe. Sein Kollege war aber ab der Präzision wohl etwas überrascht oder der gegnerische englische Verteidiger halt zu aufgeklärt. Einige Minuten später flog er akrobatisch durch die Luft nach einem Zweikampf um den Ball und blieb für Sekunden liegen und man befürchtete sogleich das Schlimmste. Er stand aber wieder auf, hat kurz etwas gehumpelt und bis zum Schluss brav fertig gespielt. Am Ergebnis was zu ändern vermochte er nicht mehr, Chelsea gewann durch ein Tor in der ersten Halbzeit 1:0.

Tja, ich denke mal das war's. Es wird zwar weiterhin immer wieder mal ein Spiel mit Mr. Beckham im Fernseher übertragen und man wird einen kleinen Artikel irgendwo in irgend einer Zeitung zu ihm finden, aber er wird das Interesse der Amerikaner nicht von American Football, Baseball und Basketball weg und zu Soccer hin biegen. Wieso, dazu im bereits angekündigten Blog zum Thema Soccer in den USA meine Meinung.

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