Downtown Austin

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Mittwoch, 18. Juli 2007

Heute wir fahre Memphis!

Eigentlich hätte der Titel Prinz Valium heissen soll. Da Torsten den Prinzen in seinem letzten Kommentar schon verwendet hat geht mir dafür die Originalität etwas weg. Ich gehe mal fest davon aus, dass auch er ein Wortspiel und die gleiche Mehrdeutigkeiten (ambiguity) im Kopf hatte. Wer mit Prince Valium nichts anfangen kann - shame on you! Ich setze nicht mal den Link dafür ein, selber suchen. Die älteren Leser hier, sagen wir mal mit Geburtsjahr vor 1955, sind davon ausgenommen, ihr dürft euch hier orientieren. Kult sag' ich nur!

Heute ist also der grosse Tag, Laser Beschuss in meine Augen. Wer die Vorgeschichte verpasst hat kann hier nachlesen. Um 8:30 morgens soll es losgehen, respektive soll ich mich bei der Praxis einfinden. Da ich Beruhigungsmittel erhalten werde darf ich zwar hinfahren aber nicht nach Hause. Folglich fahre ich mit Taxi hin und dann auch wieder zurück. Wie ich so im Taxi sitze kommt mir die ehemalige Comix Serie von früher bei SWR3 in den Sinn. Da landet Osterwelle (der Kunde) immer mit Taxi Sharia im Wagen vom Fahrer Ützwurst: "Wo, du wolle?". Das folgende Gespräch zwischen den beiden endet letztendlich immer im Streit ob Elvis noch lebt. Zum Beweis beschliesst Ützwurst, zum Entsetzen von Osterwelle, umgehend Richtung Memphis zu fahren. Von Austin, Texas nach Memphis, Tennessee dauert das zwar auch seine Zeit aber es wäre immerhin machbar. Ich gerate zum Glück in kein Gespräch mit dem Fahrer über Elvis. Von Stau ist praktisch auch kaum was zu spüren und so sind wir 20 Minuten früher als nötig am Zielort.

Erst natürlich etwas Papierkram - ja ich kann erblinden, die Sehschärfe nicht wie erwartet sein - yada, yada. Dann natürlich auch das finanzielle. Wer wissen will was es kostet und mit zu Hause vergleichen will kann mir gerne schreiben. Mit dem Umrechnungskurs könnte es sich noch lohnen hier zwei Wochen Ferien einzuschieben. Ich wäre gerne bereit da was zu arrangieren falls gewünscht.

Dann kriege ich ein Becherchen mit zwei Tylenol - ein Allerweltsschmerzmittel - und eine blaue Pille. Wo ist die rote Pille frage ich mich? Angeblich ist das blaue Ding Valium. Ich spüle die drei Pillen runter mit etwas Wasser und warte nun gespannt auf die Dröhnung. Bin gespannt wie sich ein Valium Tripp anfühlt. Eine Frau ist noch vor mir dran und wird in die hinteren Räume geführt. Nach einer Viertel Stunde werde ich auch nach hinten gebeten. Ich spüre eigentlich noch nix vom Valium. Seltsam. Ich kriege eine Jacke, zwei Häubchen für über meine Schuhe und auch die Haare werden in eine Haube mikrobiologisch versiegelt. Lorie erklärt mir in der Zwischenzeit was mich so alles erwarten wird und auch wie ich mich verhalten soll während der Prozedur. Dann verbleibt noch etwas Zeit in welcher ich mich im Sessel zurück lehnen und weiter entspannen darf. Ich fühle mich noch wie immer, keine Spur von Delirium oder anderen Bewusstseinsveränderungen. "Das dauert aber mit dem Valium", denke ich.

Nach etwa 10 Minuten kommt Monica, setzt mir noch einen Mundschutz auf und dann geht es ab in den sterilen kühlen Behandlungsraum. Dr. Wong begrüsst mich und ich setze mich auf den Behandlungsstuhl, "fast wie beim Zahnarzt" denke ich. Vom Valium spüre ich immer noch nichts bin aber komplett ruhig und relaxed. Eigentlich habe ich mich auch gut vorbereitet und überhaupt keine bedenken. Kurze Zeit später darf ich mich auf dem Stuhl hinlegen die Augen schliessen und spüre wie ich mit dem Stuhl unter das Lasergerät gedreht werde. Dr. Wong beginnt mir nun einzeln Instruktionen zu geben und ich muss nichts sagen oder sonst wie bestätigen. Einfach nur machen was er sagt, Monica hält meine Hand. Er klebt mein rechtes Auge zu ich darf meine Augen öffnen, dass rechte bleibt entsprechend aber geschlossen. Ich soll mich nun im weiteren immer schön auf den grünen Punkt konzentrieren. Wenn er verschwindet oder unscharf wird alles kein Problem. Einfach immer schön darauf konzentrieren so lange ich ihn sehe. Wieder einmal frage ich mich: "Was ist mit dem Valium los?"

Jeden Schritt, jede Aktion kommentiert er, ich fühle mich wie beim Radio an einer Live übertragen der Operation. Mit einer Klammer hält er meine Augenlider offen, blinzeln muss ich trotzdem aber nichts geschieht. Er setzt mir dann ein Gerät auf das Auge das meinen Augapfel ansaugt und eine Klinge schneidet durch die obere Schicht und kreiert einen Lappen welcher für die eigentliche Laserbehandlung weg geklappt wird und wohl die Linse offen legt. Von vielen wird das als Horror Moment beschrieben. Ausser dem leichten Druck mit dem das Auge angesaugt und fixiert wird spüre ich nichts. Das grüne Licht war zwar kurz verschwunden und auch wurde es kurz dunkler und einen Moment später ist der grüne Punkt verschwommen. Den Schnitt als solchen nehme ich aber in keinster Art und Weise wahr. Danach klebt er mir das Auge zu, es folgt das gleiche Spiel beim rechten Auge. Immer wieder lobt er mich, "You do fantastic". Was denn? Ich liege ja nur da, halte mit Monica Händchen. Und ernsthaft; "Was ist mit dem Valium los?"

Nun da meine Linse im rechten Auge offen liegt geht es auch gleich weiter. Es folgt nun zum grünen Punkt auch ein rotes Licht, immer schön darauf Zielen fordert er mich. "You're doing great, Adrian!" Er werde etwas über mein Auge halten und Test Schüsse machen. Ich werde jetzt blaues Licht sehen, den Laser hören und Ozon riechen. Synchron mit dem blauen Flackern höre ich die Schüsse welche wie diese Elektroschock Geräte klingen in den Filmen. Der Geruch des Ozon erinnert mich an die Schmied Stube aus der Schulzeit welche an meinem Schulweg war. Immer wenn sie ein Pferd beschlagen haben drang ein typischer Geruch nach draussen auf die Strasse. Nach den Test Schüssen geht es an meine Linse, erst die Kurzsichtigkeit. Ich sehe, ich höre, ich rieche; nur spüren tue ich nichts. Irgendwie erkenne ich, dass er danach mit einem Schwämmchen wohl Schmutz wegwischt. Eine weitere Salve macht meiner Hornhaut Verkrümmung den Garaus. Zuvor schon und immer wieder träufelt er auch irgend welche Flüssigkeiten auf mein Auge. Nach etwas mehr Reinigung erkenne ich wie er den Lappen zurück klappt und glatt streicht. Die Sicht auf den grünen Punkt ist wieder komplett vorhanden. Ich muss jedoch das Auge schliessen und er klebt es mir zu. Der gleiche Rest der Prozedur erfolgt nun noch am linken Auge. Das war echt locker bis jetzt, ich bin total entspannt. "Aber was ist den nun mit dem Valium?", denke ich.

Irgendwie hat der ganze Spass keine 15 Minuten gedauert in diesem Sessel. Wie zuvor schon dutzende Male sagt mir Dr. Wong wieder wie gut, fantastisch und awesome ich war, ich fühle mich wie ein Held. Er verabschiedet sich und freut sich auf morgen zur Nachuntersuchung. Monica begleitet mich in den Warteraum und ich beginne die Umgebung zu mustern. Alles noch etwas milchig irgendwie aber definitiv scharf. Unglaublich!

Man organisiert ein Taxi, erklärt mir nochmals was und wie ich die nächsten paar Stunden zu verbringen habe und das war es dann auch schon. 10 Minuten später ist das Taxi da und wir fahren nach Hause. Unterwegs inspiziere ich Auto Schilder, Strassen Schilder, Reklame Tafeln und einfach alles was irgendwie Zahlen oder Buchstaben hat. Alle paar Minuten träufle ich die verschriebenen Tropfen in meine Augen. Das Sochlor brennt tierisch und seien wir ehrlich, das Auge ist kein Schwamm. Der Grossteil der Flüssigkeiten läuft eigentlich immer wieder gleich raus. Egal, feucht halten das Ganze ist das Ziel für die nächste Stunde. Zu Hause soll ich ein Schläfchen halten, 2-3 Stunden sollten es schon sein hat man mir gesagt. Die Augenlider sind das beste Pflaster heisst es. Über dieses 'natürliche' Pflaster muss ich aber noch richtiges Pflaster kleben und zwei Plexiglas Schalen auch noch über beide Augen kleben damit ich auch ja nicht in Versuchung komme im Schlaf in den Augen zu reiben. Da ich mit den zugeklebten Augen nicht beurteilen kann wie lange ich nun ein Schläfchen halte und Lucky auch nicht dazu abgerichtet ist die Zeit zu lesen und mir zu sagen, stelle ich den Wecker. Muss ich halt mindestens so lange ausharren bis der los schrillt.

Nun da ich mein Schläfchen beendet habe kann ich so richtig mal die Umgebung und alles beäugen. Fantastisch, die milchige Schicht ist schon weg, nur die Tropfen welche ich noch dauernd brauche für die folgenden zwei Stunden trüben immer wieder mal Sicht. Die einzige Enttäuschung an der ganzen Geschichte heute war das Valium, von dem habe ich nichts mitbekommen. Vielleicht war es auch ein Placebo. Ansonsten ist aber alles bestens, kein Vergleich zu den Kontaktlinsen ganz zu schweigen zu der Brille. Ich bin hell begeistert.

Auf nach Memphis!

Und hier gehts zur Fortsetzung mit der Nachuntersuchung.

Kommentare:

Torsten hat gesagt…

Ich habe mal meinen Erfahrungsbericht ausgekramt. Hier im Original und ungekuerzt (ich hofe das sprengt nicht den Rahmen eines Kommentares):

Grundsaetzlich hat/hatte dieses Projekt fuer mich 6 Phasen:

1. Informationsphase
2. Arztwahl
3. Pre-Screening
4. Pre-OP Untersuchung
5. Lasik Behandlung
6. Post-OP Untersuchung



1. Die Informationsphase

Ich hatte mich ja schon einige Zeit mit dem Gedanken einer LASIK Behandlung getragen. Zunaechst einmal war mir der Gedanke von rasierklingenaehnlichen Augenhobeln und Laserstrahlen in meinem Auge jedoch nicht so einerlei.
Was macht man also, wenn man sich vor dem Unbekannte fuerchtet?
Man informiert sich.
Zunaechst habe ich mir also im Internet von allen moeglichen Seiten - auch auf deutschen - Wissen ueber die Lasik Behandlung an sich, deren Durchfuehrungsweisen, ueber die verschiedenen Laser und natuerlich ueber die Risiken und Kontraindikationen angeeignet.
Das will ich hier nicht im einzelnen auffuehren. Wen es naeher interessiert, der kann einfach im Internet nach Lasik googeln, und bekommt umfangreiche Quellen angezeigt.
Eine Seite jedoch moechte ich hervorheben, und zwar die der Federal Food and Drug Administration:
http://www.fda.gov/cdrh/lasik/
Die FDA ist so etwas aehnliches, wie das Gesundheitsministerium, also eine Bundesbehoerde. Hier fand ich alle unabhaenigen Informationen, die ich zur letztendlichen Meinungsbildung benoetigte. Auch fand ich hier eine sehr brauchbare Checkliste ueber was bei der Entscheidungsfindung zu beachten ist.

2. Die Arztwahl

Die Arztwahl war sicherlich eine der wichtigsten Entscheidungen.
Nicht nur war es fuer mich wichtig, dass modernste Geraetschaften verwendet werden, sondern Reputation und vor allem Erfahrung sollte der Arzt meiner Wahl haben.
Nun muss man wissen, dass die LASIK Behandlung in den USA schon seit Jahren einen Boom erlebt wie die Schoenheitschirurgie seit der Erfindung der Silikon-Titte.
Das heisst eben auch, dass jede Pommesbude an der Ecke Lasik zu Dumpingpreisen anbietet, um ein Stueck vom Dollar-Kuchen abzubekommen. Es gab sogar Berichte von "mobilen Lasik Centern", wo die Behandlung fuer $99 pro Auge in einem Wohnmobil vorgenommen wurde. Sowas bleibt dann natuerlich nur den absolut Bescheuerten vorbehalten. Und da in den USA fuer medizinische Behandlungen ganz normal geworben werden darf, sieht man auch immer entsprechende Anzeigen in der Zeitung und im TV.
Auch ist es gesetzlich nicht geregelt, das der Arzt eine entsprechende Fachausbildung besitzen muss, um die Behandlung durchfuehren zu duerfen; er muss nicht einmal Augenarzt sein. Somit kann der Gynaekologe waehrend des Abstriches der Patientin anbieten, doch auch noch schnell ihre Sehschwaeche zu beheben, ebenso wie der Hautarzt bei der Verschreibung von Fusspilzsalbe.
Wo schnell viel Geld zu verdienen ist, da gibts eben auch immer wieder Quackslaber und Halsabschneider.

Ich habe mich zum einen ueber verschiedene Internetresourcen ueber die lokalen Aerzte informiert - aber vor allem ueber alle moeglichen Leute, die schon Lasik an sich hatten durchfuehren lassen.
Letztendlich habe ich mich dann fuer zwei Aerzte entschieden bei denen ich unabhaengig voneinander das Pre-Screening durchfuehren lassen wollte. Das Pre-Screening dient dazu festzustellen, ob man fuer Lasik ein geeigneter Kandidat ist oder ob moeglicherweise eine Augenkondition vorliegt, bei der die Behandlung nicht vorgenommen werden sollte oder kann. Das Pre-Screening ist immer kostenlos, daher war es fuer mich ohne Risiko zwei verschiedene Aerzte auszuprobieren.

Zum einen hatte ich mir Dr. Steven Dell ausgesucht. Das ist der Bruder von Michael Dell, der hier in Austin einen Computerladen betreibt Dr. Dell hat umfassende Erfahrung auf seinem Gebiet, was man unter verschiedenen Quellen nachlesen kann, und scheint auch einer der modernsten auf seinem Gebiet zu sein.
Ich habe mich dann jedoch gegen ihn entschieden. Die Gruende lagen im Besuch seiner Praxis. Die Praxis liegt im 5. Stock in einem modernen Buerokomplex. Schweres Mahagoni Holz und Marmor ueberall in der Empfangslobby. Wartezimmer konnte man das nicht nennen. Die Angestellten an der Rezeption alle im Business Suits gekleidet - nix mit Schwesterkitteln. Auch hatte ich das Gefuehl, dass ich die Damen beim Naegelfeilen stoerte. Dann war der ganze Laden leer. Kein einziger Patient.
Ok - in der Regel ist in den Lasik Centern nur ein Tag der Woche Operationstag. An den anderen Tagen wird nur OP Vor- und Nachsorge betrieben. Aber so gar keiner da.....? Die Technikerin, die das Pre Screening bei mir vornahm war jedoch sehr auskunftsbereit und konnte auf alle meine Fragen zufriedenstellend antworten. Aber den eigentlichen behandelnden Arzt bekam ich nicht zu Gesicht. Selbst die Pre-OP Untersuchung wuerde jemand anderes vornehmen, liess man mich auf Nachfrage wissen. Den Doc wuerde ich also demnach nur im OP zu Gesicht bekommen. Das und dann die beschriebene, seltsame Atmosphaere in der ganzen Praxis.........das gefiel mir alles nicht so. Ich fuehlt mich hier nicht wohl. Und damit war Dr. Dell aus dem Rennen.

Zum anderen fiel meine Wahl auf Dr. Wong. Von ihm hatte ich durch einiges an Mundpropaganda gehoert. Und dann habe ich mich natuerlich im Internet ueber ihn schlau gemacht. Seine Praxis war bei weitem nicht so praetentioes, aber nicht minder modern. Die Arzthelferinnen waren ausserst zuvorkommend. Und es waren auch einige Patienten da. So hatte ich die Gelegenheit gleich einmal herumzufragen, wie es denen denn so ergangen sei und wie zufrieden sie mit der Behandlung waren. Der Tenor der Antworten war - wie auch von denjenigen, die ich schon vorher ueber ihre Lasik Erfahrung befragt hatte - enthusiastisch. 'Die beste Geldanlage, die sie je gemacht hatten' hoert man sehr oft.
Eine der Ober-Arzthelferinnen Lorie, kam dann auch recht bald zu mir, um mir die Praxis und den Behandlungsraum zu zeigen - nebst einigem Papierkram, den ich natuerlich auszufuellen hatte.
Den OP konnte ich dann durch eine grosse Glasscheibe ansehen. Vor der Glasscheibe nahmen wir auf einem bequemen Sofa Platz. Von hieraus koennte dann eine Begleitung oder Angehoerige bei der Behandlung zu sehen, erklaerte man mir. Der Behandlungsraum sah in etwa so aus, wie der Raum eines Computertomographen. Eine justierbare Liege und am Kopfende die entsprechende Lasermaschinerie. Auch war der Raum ein Hoch-Reinheitsraum, angeschlossen an eine entsprechende Filteranlage.
Lorie beantwortete mir dann auch kompetent alle Fragen.
Schliesslich ging es zu Dr. Wong in den Untersuchungsraum. Er war mir sofort sympatisch und als er merkte, dass sich schon einiges an Wissen ueber die Physiologie des Auges mitbrachte - schliesslich hatte ich ja mal Bio Leistungskurs - ging er auch sehr auf Details und Auswirkungen der Prozedur ein. Dass er das eigentliche Screening selbst vornahm und nicht seine Techniker machen lies, fiel mir auch positiv auf. Das Ergebnis der Untersuchung war - Ueberraschung! - das ich ein optimal geeigneter Landidat fuer Lasik sei.
Ich hatte mich fuer Dr. Wong entschieden.

3. Das Pre-Screening

Das Pre-Screening ist relativ schnell erklaert. Es dient dazu eventuelle Ausschlusskriterien festzustellen auf Grund derer die Behandlung nicht durchgefuehrt werden kann oder sollte, wie zum Beispiel ein zu duenne Hornhaut, chronisches Trockenes Auge oder zu hoher Augeninnendruck etc.
Die Prozeduren sind im Prinzip dieselben, die jeder Augenarzt bei einer gruendlicheren Untersuchung durchfuehrt, also Augeninnendruck, Nachtsicht, Farbsicht, dreidimesionale Sicht etc, etc., sowie ein Sehtest natuerlich. Und das ist es auch schon.

Anmerkung: Alles oben beschriebene fand schon vor fast einem Jahr statt. Ich hatte die Prozedur damals aufgeschoben, u.a. eben auch aus finanziellen Gruenden. Alle folgenden Punkte sind aktuell zum Zeitpunkt dieses Postings.

4. Pre-OP Untersuchung
Nachdem ich mich nun entschlossen habe Lasik durchfuehren zu lassen, habe ich gestern wieder Dr. Wongs Praxis kontaktiert. Zum einen wollte ich wissen, ob sie meine Unterlagen noch haben oder ob ein erneutes Pre-Screening notwending ist, und dann wollte ich natuerlich die entsprechenden Termine festlegen.
Nachdem ich von Lorie freudig am Telefon begruesst wurde, liess sie mich wissen, dass meine Unterlagen noch da sind und wir sofort einen Termin fuer die Pre-OP Untersuchnung machen koenne.
Diese Untersuchung ist aeusserst ausfuehrlich und wird etwa 2 Stunden dauern. Sie dient u.a. dazu meine Augen zu kartografieren und die entsprechenden Daten zu sammeln, die letztendlich in den Computer gefuettert werden, der den Laser steuern wird.
Etwa 3-5 Tage vor der Untersuchung und 7 Tage vor der Laserbehandlung kann man keine Kontaktlinsen mehr tragen, da diese die Hornhaut des Auges verformen und dies zu ungenauen Daten bei der Untersuchung fuehren kann. Dies gilt fuer weiche Kontaktlinsen. Bei harten ist die Nicht-Tragezeit zwei Wochen.
Da meine Pre-OP Untersuchung nun fuer Montag, den 12. Juni vorgesehen ist und die eigentliche Behandlung fuer Mittwoch den 14. Juni, trage ich seit heute wieder ganz schick Brille
Einen Tag vor der Untersuchung werde ich beginnen dreimal taeglich "Kuenstliche Traenen" in meine Augen zu traeufeln als Vorbereitung. Die kann man hier problemlos im Supermarkt kaufen.

Montag, 12. Juni
Puenktlich um 2.15pm betrete ich die Praxis von Eyes Of Texas. Trotz der Tatsache, dass es nun schon ziemlich genau ein Jahr her ist das ich hier war, erkennt mich die Arzthelferin am Front Desk sofort und begruesst mich mit Namen. Ich bekomme ein Formblatt in die Hand gedrueckt mit der Aufforderung es ganz genau zu lesen und natuerlich zu unterschreiben. In einigen Minuten werde man dann auch noch ein Video einspielen (zwei Fernseher haengen von der Deck im Wartezimmer), welches mich ueber die LASIK Prozedur und die moeglichen Risiken aufklaeren wird. Auf der Rueckseite des Formblattes gibt es zu diesem Video einen Fragebogen mit elf Richtig oder Falsch Fragen, woran gemessen werden soll, ob ich auch alles was in dem Video gesagt wird verstanden habe......
Ich nehme also Platz und beginne das Formblatt durchzulesen. Waehrenddessen laeuft ein allgemeines Informationsvideo - man koennte es auch Werbevideo nennen - fuer LASIK. Das Formblatt enthaelt Infos ueber Pros und Contras zu Lasik, Risiken, Nebenwirkungen und Alternativen zu Lasik. Unter anderem auch, dass das Ergebnis der Behandlung - also Adleraugen mit Roentgen- und Microwellenfunktion - zwar sehr wahrscheinlich ist, aber natuerlich nicht garantiert werden kann. Auch die Moeglichkeit einer Verschlechterung der Sehkraft unter bestimmten Umstaenden, sowie Post-OP Infektionen, die zu weiteren Komplikationen bis hin zu Blindheit und Verlust des Auges fuehren koennen werden aufgefuehrt. Es steht auf diesem Papier eben alles, was nicht absolut ausgeschlossen werden kann - und absolut ist ja eh nix auf dieser Welt. Auch das der Laser eventuell eine Fehlfuntkion haben koennte und einem statt gute Sehkraft zu verleihen ein satanisches Emblem in die Brust eingraviert, bleibt nicht unerwaehnt.
Am Ende des Formulars steht dann der Satz 'Ich hab alles gelesen und kapiert', den ich nicht nur unterschreiben muss, nein, ich muss eben diesen Satz handschriftlich auf die dafuer vorgesehene Zeile schreiben und dann erst unterschreiben.
Das Video, welches die Arzthelferin mittlerweile eingelegt hat ist im Prinzip mein Formblatt in bewegten Bildern. So ziemlich die gleiche Information wird von einem Sprecher und mit entsprechenden Grafiken nocheinmal gegeben. Nach dem Video fuelle ich den Fragenbogen auf der Rueckseite meines Fomulars aus, der sich auf das Video bezieht.

So, nu bin ich bestens aufgeklaert.

Es sind uebrigens einige Patienten im Wartezimmer. Die meisten scheinen noch in der Vorbereitungs bzw. Screeningphase zu sein. Viele sind auch in die Infomappe vertieft, die ich bei meinem ersten Besuch vor einem Jahr auch bekommen hatte.

Nach einigem Warten ruft mich die Arzthelferin in einen Nebenraum mit einigem optischen Geraet. Hier wird nochmal meine Sehschaerfe gemessen - einmal durch Zahlenlesen an der Wand und dann durch computerisiertes Vermessen indem ich in ein Geraet schaue und meinen Blick auf einen Heissluftballon konzentriere. Danach wird die Hornhaut meiner Augen vermessen, worauf mich meine Augen von einem 22" Computermonitor extrem vergroessert anstarren, ueberlagert von einem Wust technischer Daten, Grafiken und Farben, die alles moegliche an Informationen fuer den Fachman liefern - also nicht fuer mich.
Die Arzthelferin fuehrt mich nun in ein anderes Behandlungszimmer, wo ich auf den Doc warte.
Etwa zehn Minuten spaeter kommt er dann hereingeweht. Er begruesst mich enthusiastisch und ist voellig von den Socken, dass es schon ein Jahr her ist, dass wir uns gesehen haben.
Als erstes fragt er, ob ich noch Fragen zur Lasik habe. Ich habe eigentlich nur noch einige wenige Fragen zur Verhaltensweise nach der OP. Z.B., wann kann ich wieder in der Hot Tub sitzen, was ist mit Sport etc, etc.

Der Tenor seine Antworten ist, dass man einfach mit gesundem Menschenverstand handeln sollte und die Augen fuer die erste Zeit eben wie eine frische Wunde behandeln sollte, die vor allem geschuetzt werden sollten, was sie zusaetzlich reizen koennte. Z.B. Hot Tub die erste Zeit nur mit Schutzbrille - weniger wegen dem Wasser, sondern wegen den Bromin Daempfen (ein Desinfektionsmittel, wie Chlor, nur weniger aggressive fuer Menschen), die das frisch operierte Auge reizen koennten.
Sport sei kein Problem, solange sichergestellt ist, dass die Augen gegen mechanische Einfluesse, moeglichst durch Schutzbrille, geschuetzt sind - wie z.B. Ball ins Gesicht oder unbewusstes Reiben. Und natuerlich Sonnenschutz. Dies wuerde er aber sowieso JEDEM unter der Texas Sonne anraten, ob mit oder ohne Lasik. Besonders Menschen wie mir mit heller Augenfarbe. Und dann natuerlich fuer die ersten Wochen die Augen mit "kuenstlichen Traenen" ueberfeucht halten, was nicht nur die Heilung unterstuetzt, sondern auch das moegliche Fremdkoerpergefuehl die ersten Tage nach der OP lindern hilft. Zusaetzlich dazu werde er mir noch zwei Augentropfen verschreiben, die ich einen Tag vor der OP, also morgen, beginnen werde. Diese Tropfen, ein entzuendungshemmendes Antibiotikum-Steroid Gemisch und ein Anti-Oedem sind dann noch einige Zeit nach der OP regelmaessig anzuwenden.
Nachdem dies alles geklaert ist, beginnt er mit seiner Untersuchung. Wieder Sehtest, Nachtsicht, Rundumsicht, Farbsehen, Augeninnendruck, Hornhautoberflaeche, Augenfeuchtigkeit etc. Dann verabreicht er mir zwei verschiedene Augentropfen, die meine Pupillen maximal erweitern werden und die Akkomodation (Naheinstellung) ausschalten werden. Bis die Tropfen ihre Wirkung entfalten dauert es etwa 15 Minuten, die ich im Wartezimmer verbringe.
Nachdem ich nichts mehr lesen kann, was naeher als einen Meter ist - inlkusive die Uhr auf meinem Handy - nehme ich an, das 15 Minuten vorbei sind und die Tropfen wirken.
Wieder zurueck im Behandlungszimmer mit Dr. Wong beginnt dieser das Innere meiner Augen intensiv zu erforschen. Netzhaut, Durchblutung, Grauer Star, Glaukoma, Klarheit der Augeninnenfluessigkeit, Sehnerv etc.
Dabei schreib er immer fleissig Daten auf, die er fuer die OP benoetigten wird.
Das Fazit seiner Untersuchung ist: meine Augen koennten - ausser der Tatsache das sie nicht scharf sehen koennen - nicht gesuender sein. Und Dr. Wong scheint noch gluecklicher ueber diese Tatsache zu sein als ich.
Zum Schluss schreibt er noch ein Rezept fuer die Steroid Augentropfen. Die Anti-Oedem Tropfen reicht er mir mit einem kleinen "Augen-Kit", welches eine Sonnenbrille, Augenschutzschilder (fuer die Nacht), verschiedene Feuchtigkeitstropfen und einer schriftlichen Anleitung fuer die Anwendung der Tropfen und einige Verhaltenshinweise fuer vor und nach der OP, enthaelt.
Ausserdem informiert er mich, dass ich fuer den Tag der OP moeglichst fusselfreie Kleidung tragen soll, am besten einen Trainingsanzug aus Nylon, da der OP ein Hochreinheitsraum sei. Gleichzeitig empfiehlt er auch, warm genug gekleidet zu sein, da der OP auf etwa 13-15C heruntergekuehlt ist (verhindert das Wachstum von Mikroben). Auch soll ich keine Cremchen und Parfumchen oder After Shave benutzen, und besonders um die Augen nichts auftragen, was in irgendeiner Form Verunreinigung waehrend der OP verursachen koennte.
Weiterhin muss ich fuer den OP Tag eine Begleitung haben, die mich zumindest nach der OP abholt und nach Hause bringt. Nicht nur, dass die Sicht direkt nach der OP etwas verschwommen sein kann, auch bekommt man vor der OP ein Beruhigungsmittel, welches die Fahrtuechtigkeit doch um einiges beeintraechtigen kann.
Nachdem dies alles gesagt ist, beglueckwuenscht er mich zu meiner Entscheidung "And don't be concerned, but stay excited!"
Am Frontdesk lasse ich die Damen noch wissen, dass Mittwoch nun definitiv mein OP Tag ist. Es wird vormittags sein, die genaue Uhrzeit konnen sie mir aber erst am Dienstag telefonisch mitteilen.

Damit bin ich hier fertig und verlasse die Praxis. Ich schreite durch die Tuer nach draussen und......WHAAAAMMMMM!!!!!
Die Sonne knallt mir ins Gesicht und ich bin blind! Shit! Ich hatte total vergessen, dass meine Pupillen ja noch maximal erweitert sind! Selbst im Schatten der Baeume erscheint mir alles extrem grell. Mann! Schnell die schicke Brille aus meinem Augen-Kit rausgekramt und irgendwie ueber meine normale Seh-Brille geklemmt.....etwas besser! Die Fahrt nach Hause ist trotz Sonnenbrille ziemlich prickelnd. Denn ich kann die Augen geradeso aufhalten, um nicht komplett geblendet zu werden. Gluecklicherweise sind die Texas Autofahrer in der Regel sehr nachsichtig - ich werde nicht ein einziges mal angehupt.

Meine OP Erfahrung am Mittwoch werde ich wohl kaum am gleichen Tag hier schreiben koennen. Aber da mein Manager mich "gezwungen" hat auch den Donnerstag frei zu nehmen bin ich vielleicht dann dazu in der Lage.
Leider werde ich wohl am Mittwoch auch nicht in der Lage sein das WM Spiel Deutschland gegen Polen zu sehen Laeuft hier live um 2pm auf ESPN2. Muss ja die Augen moeglichst geschlossen halten. So werde ich dem Fernseher wohl nur zuhoeren........


5. Lasik Behandlung

14. Juni, 6:38 am

Gleich, um 9.15 am ist es soweit. Ich mach mich langsam auf den Weg....

14. Juni 2006, 8:50 am

Es ist soweit. Ich betrete die Praxis.
Die Arzthelferin hinter dem Front Desk begruesst mich freundlich mit Namen und reicht mir auch gleich ein letztes Formular, welches ich lesen, ausfuellen und unterschreiben muss. Es enthaelt nocheinmal die Bestaetigung, dass ich LASIK an mir durchfuehren lassen will, dass Dr. Wong mich ueber alles moegliche aufgeklaert hat, dass ich beide Augen gleichzeitig behandeln lassen will und - natuerlich - was das ganze kostet.
Ich reiche das Formular zurueck und schreibe einen Scheck.
Da ich etwas zu frueh bin, nehme ich im Wartebereich platz, nehem mir ein Erdnussbutter Cookie und einen Becher Wasser (Kaffee steht heute nicht bereit, da der Genuss desselben am OP Tag nicht angeraten wird) und gucke mir Georgie auf FoxNews an, wie er sein Irak-Politik zum besten gibt.
Ab und zu kommt eine der Arzthelferinnen aus dem OP Bereich - heute alle in entsprechender Montur mit Op Haube, Mundschutz und Op Bekleidung. Alle winken mir freundlich zu und begruessen mich, als sie mich sehen.
Die OP's sind schon in vollem Gange. Aus dem hinteren Bereich der Praxis hoere ich das Ticken des Lasers - es klingt, wie ein ueberdimensionaler Piezo-Zuender. In den beiden Behandlungszimmern werden schon die naechsten zwei Patienten vorbereitet.
Bin ich aufgeregt? Noe, mehr gespannt auf das was kommt.
Schliesslich ist es auch fuer mich soweit. Die Arzthelferin hinter dem Front Desk reicht mir meine Pillen. 10mg Valium fuer's Lala-Land und zwei Tylenol Extra Strength (Paracetamol). Nach etwa 10 weiteren Minuten kommt Lori aus den tiefen der Praxis - ebenfalls in voller OP Montur - und fuehrt mich in einen der normalen Behandlungsraeume. Als erstes geht sie mit mir nocheinmal ueber die Anwendung der verschiedenen Augentropfen nach der OP, die ich bereits seit gestern regelmaessig anwende. Lori wird auch bei der OP dabei sein, und mir die Hand halten, wie sie mir laechelnd mitteilt......
Als naechstes erklaert sie mir detailliert, wie der OP Ablauf sein, welche Geraeusche und Gerueche ich zu erwarten habe und wie ich mich zu verhalten habe - was im Prinzip heisst: nix machen, nicht bewegen, nicht sprechen, nicht nicken, keine Gesichtsmimik, nix - ohne vom Doc dazu aufgefordert zu werden. Macht ja auch Sinn in Anbetracht der Natur der OP......
Irgendwann verliere ich dann den Faden von dem, was Lori sagt und ich fuehle mich irgendwie wuschig - das Valium beginnt zu wirken. Lori muss das wohl an meinem glasigen Blick erkannt haben, denn sie fragt mich verschmitzt, ob ich das Valium schon fuehle. "Mmmmhoh" ist das einzige, was ich darauf erwidern kann.
Nun traeufelt sie mir noch ein Anaesthetikum in die Augen und noch ein, zwei andere Tropfen. Dann lehnt sie den Behandlungsstuhl in dem ich sitze zurueck, schaltet das Licht aus und erklaert mir, dass ich mich voellig entspannen soll, damit das Valium sein ganze Wirkung entfalten kann. Dann verlaesst sie den Raum.
Ich doese so vor mich hin - Valium ist irgendwie geiles Zeug, denke ich.
Irgendwann kommt Lori zurueck - es ist soweit.
Sie hilft mir aus dem Stuhl. Meine motorischen und cerebralen Reaktionen sind nun doch merklich verlangsamt. Lori fuehrt mich am Arm in den OP. Ichegistriere, dass es hier merklich kaelter ist. Sie fuer mich zum OP Tisch, der entfernt an einen Zahnarztstuhl erinnert. "Nur seitlich draufsetzen, noch nicht hinlgegen" weist sie mich an. Ich gehorche. Ueberhaupt ist das selbststaendige Denken jetzt auesserst verlangsamt.
Schliesslich betritt Dr. Wong den Raum. Auch er begruesst mich herzlich. Dann erklaert er mich nocheinmal, wie wir miteinander kommunizieren werden waehrend der OP. Er wird mir Schritt fuer Schritt erklaeren, was er als naechstes tun wird und mir ab und zu die Anweisung geben zu blinzeln. Und das ist auch das einzige was ich tun darf. Ansonsten - nicht bewegen under sprechen sobald ich unter dem Laser positioniert bin.
An dann - aeusserst wichtig - sobald unter dem Laser positioniert, werde ich ein gruenes Licht sehen. Auf dieses Licht muss ich meinen Blick waehrend der ganzen OP konzentrieren, so dass ich meine Augen nich bewege.
Ok - das erscheint mir in meinem derzeitigen, medikamentoesem Zustand machbar......
Endlich darf ich mich hinlegen. Unter dem Laser positioniert sehe ich das gruene Licht. "Mach das Licht zu deinem Freund", bestimmt der Doc. Ok...ich starre in das Licht. Waehrend ich so auf meinen gruenen Freund starre hoere ich den Doc und Lori eine Art pre-operative Checklist durcharbeiten. Klingt in der Tat wie zwei Piloten bei kurz vor dem Start.
Dann gehts los.
Zunaechst traeufelt der Doc einiges an Tropfen in meine Augen. Dann erklaert er, dass er nun die "Deckel" kreieren wird. Das ist das Stueck Hornhaut, welches vom Auge abgetrennt wird und nur noch an einem Ende mit dem Auge verbundern sein wird.
Vor meinem geistigen Auge sehe ich nun eine skalpellscharfe Klinge, die in mein Auge schneidet! Das Valium daempft die aufkommende Aufregung ab.....
Als erstes deckt Dr. Wong mein rechtes Auge ab. An meinem linken Auge bringt er ein Art klammer an, die verhindert, dass ich blinzeln kann.
Ich starre in das gruene Licht....es ist mein Freund......
Dann bringt er das Keratom an meinem Auge an. Ein Art Metalring, der das Schneidgeraet enthaelt.
Ich starre in das Licht... es ist mein Freund......
Nun werde er den Deckel kreieren, kuendigt Dr. Wong an. Und ich werde kurzzeitig meine Sicht verlieren, laesst er mich wissen. Und dies sei das Geraeusch, welches ich dabei hoeren werde, erklaert er weiter. Ich hoere ein Geraeusch, das mich stark an einen Bohrer beim Zahnarzt erinnert, nur etwa eine Oktave tiefer.
Ich starre in das Licht.....es ist mein Freund......
Ich hoere das Geraeusch wieder. Gleichzeitig spuere ich einen Druck an/ in/auf meinem Auge (schwer zu beschreiben), der sich von rechts nach links ausbreitet. Zeitgleich veraendert sich meine Sicht. Alles wird grau, dann grauer, mein Freund, das Licht, verschwimmt und verschwindet dann ganz. Ich spuere deutlich, dass sich etwas durch mein Auge arbeitet. Absolut keine Schmerzen, aber unangenehmer, relativ starker Druck. Und natuerlich WEISS ich, was da gerade passiert - und das ist meinem emotionalen befinden jetzt nicht gerade zutraeglich. Das Valium arbeitet gegen die aufkeimende Panik an. Die Sicht wird grau mit Schnee - etwa wie bei einem Fernseher, bei dem man das Antennenkabel rausgezogen hat. Dann Dunkelheit....schwarz. Dann kehrt die Sicht zurueck - von schwarz, ueber grau - und dann ist das Licht wieder da. Deutlich verschwommener nun. Ich bin froh meinen Freund wiederzusehen...
Dr. Wong lobt mich "You are doing a great Job!" und Lori haelt tatsaechlich meine Hand, wie ich nun bemerke.
Dr. Wong hantiert nun mit einer Art Q-Tip in meinen Auge. Spueren tu ich davon nichts. Ich starre weiterhin ins Licht......
Einige Tropfen werden verabreicht, das Keratom wird entfernt in die Klemme. Dr. Wong fordert mich auch einge Male zu blinzeln. Ich gehorche. "Sehr gut!", sagt er zufrieden. Dann deckt er mein linkes Auge ab und widmet sich meinem rechten Auge.
Die Prozedur an meinem rechten Auge verlauft exakt auf die gleiche Weise. Der einzige Unterschied: ich weiss nun, was mich erwartet und bin nun deutlich angespannter.
Endlich ist auch das zweite Auge vorbereitet, der Hornhautdeckel ist kreiert.
Nun beginnt die zweite Phase der OP: das Lasern.
Beginnend mit meinem rechten Auge klappt Dr. Wong den soeben kreierten Deckel mit einer Art Q-Tip auf. Sofort wird meine Sicht absolut verschwommen. Das untere Hornhautgewebe liegt nun frei. Und einen Teil davon wird der Laser gleich abtragen....
Das Licht ist jetzt nicht mehr gruen sondern rot. Und es ist natuerlich kein Lichtpunkt mehr, sonder absolut fusselig und verschwommen und schein kein Zentrum zu haben. Der Doc hatte mir das natuerlich vorher angekuendigt. Der Laser wird in Position gebracht. Meine Lider werde natuerlich immernoch von der Klammer offengehalten. Ich starre auf das Licht. Jetzt bloss die Augen nicht bewegen, denke ich. Trotz des Valiums bin ich nun deutlichst wacher.
Dr. Wong kuendigt das Lasern an
Hoere das Piezo-Geraeusch und sehe viele, schnell aufeinanderfolgende weis-blaue Lichtblitze. Ich rieche Ozon (hochenergetisches Licht trifft auf O2 und produziert O3 - wie bei einem Gewitter). Ich spuere absolut nichts dabei. Danach klappt Dr. Wong den hornhautdeckel mit seinem Q-Tipp wieder zurueck und bringt ihn in die richtige Position. Einige recht oelige tropfen werden aufgetragen. Die Liderklammern werden entfernt, ich werde aufgefordert mein Auge zu schliessen und dann wird es abgedeckt.

Derselbe Vorgang wiederholt sich nun an meinem linken Auge.

Und das wars. Fertig.

Ich darf mich nun aufsetzen.
Etwas benommen sehe ich mich im Raum um. Meine Sicht ist milchig, was zu erwarten war. Durch den Milchschleier hindurch sehe ich die Uhr an der gegenueberliegenden Wand, darunter eine Sehtafel mit Buchstaben - und ich kann beides lesen! Doll!!
Der Doktor beglueckwuenscht mich und verabschiedet mich bis zu Post-OP Untersuchung am naechsten Tag. Lori fuehrt mich aus dem OP ins Wartezimmer. Der naechste Patient steht schon bereit.....
Insgesamt habe ich etwa 15 Minuten im OP verbracht.

Waehrend ich im Wartezimmer auf Melissa warte, die von der Arbeit unterwegs ist, um mich nach hause zu bringen, beginne ich mit meiner Augentropfentherapie. Alles zehn Minuten drei verschiedenen Augentropfen, bis ich zu Hause bin und 2-3 Stunden schlafen kann.

Meine Augen sind jetzt extrem lichtempfindlich. Trotz der Sonnenbrille, die ich bereits hier im Wartezimmer trage, kann ich die Augen kaum offen halten. Trotzdem kann ich es mir nicht verkneifen durchs Fenster zu sehen, in die Welt dort draussen, die ich durch den Milchschleier nun ohne Sehhilfe scharf erkennen kann. Ich bin entzueckt. Meine Augen Traenen extrem stark wegen der Lichtempfindlichkeit. Die meiste Zeit halte ich die Augen geschlossen und oeffne sie nur fuer die Tropfen. Schmerzen habe ich absolut keine, nur hier und da ein kratzendes Gefuehl.
Nachdem der OP Stress nun vorbei ist, gewinnt das Valium wieder die Oberhand. Ich werde muede, was sich auf der Fahrt nach Hause weiter verstaerkt. Das Oberflaechenanaesthetikum lasst nun auch nach. Das unangenehme Druck- und Kratzgefuehl wird staerker.
Zu Hause angekommen will ich nun nur noch ins Bett. Ich schlafe sofort ein......

Etwa zwei Stunden spaeter - punktlich zum Anpfiff Deutschland - Polen, wache ich auf. Das unangenehme Kratzgefuehlist fast voellig verschwunden, ebenso ist der Milchschleier zu etwa 70% besser! Doll!!!!
Ich fuehle mich gut genug, um mir das Spiel anzusehen!

Klasse!

ANMERKUNG:
Ein grosses Lob an Dr. Wong. Alle Eindruecke, Erfahrungen und Vorgaenge waehrend der OP wie weiter oben beschrieben, wurden mir jeweils bis ins einzelne von Dr. Wong kurz vorher angekuendigt und beschrieben, das schliesst zu erwartende Geraeusche und Gerueche, sowie die exakten Phasen des beschriebenen Sichtverlustes ein. Wirklich nichts waehrend der OP geschah ohne Dr. Wong's vorherige Ankuendigung.
Ansonsten sind die beschriebenen Eindruecke und Erfahrungen absolut subjektiv und wurden nach bestem Wissen und Gewissen einen Tag spaeter niedergeschrieben. Das heisst nicht, dass sie unbedingt akkurat sind oder vollstaendig sind. Meine Erfahrungen muss sich nicht mit den Erfahrungen andere decken, noch sollte sich irgendjemand auf meine Beschreibungen verlassen.

6. Post-OP Behandlung

15. Juni, 7:50am

Ich wache auf. Das erste was mich interessiert: wie gut kann ich heute gucken. Also aufgestanden und nach draussen auf die Terasse gegangen: der Milchschleier hat sich weiter verbessert. Er st noch da, aber nur noch wirklich bemerkbar, wenn ich von innen durch ein Fenster nach draussen ins Helle gucke. Dann erschein eine Art Aura um das Fanster.
Ansonsten muss ich sagen, sehe ich mal mindesten so gut, wie vorher mit Kontaktlinsen.
Schaun mer mal was die Post-Op Untersuchung heute nachmittag erbringt.....

3:30PM
Ich bin wieder in der Praxis zur Nachuntersuchung.
Bevor ich mit Dr. Wong spreche, fuehrt die Arzthelferin die gleichen Untersuchungen an mir durch, wie bei der Pre-OP Untersuchung. Also wieder in drei verschiedenen Apparate gucken, Augen vermessen lassen, Sehschaerfe bestimmen etc.
Fuenf Minuten spaeter sitze ich in dem mir nun schon recht vertrauten Untersuchungszimmer. Dr. Wong schreitet schliesslich herein. Drahtig und agil wie immer.
Zunaechst fragt er mich nach meinem Befinden. Ich erzaehle ihm, wie ich die OP empfunden habe und wie es mir danach ergangen ist.
Dann beginnt er mit allerlei Untersuchungen.
Meine "Flaps" (die Hornhautdeckel) seien optimal positioniert und haetten sich perfekt zurueck auf die Augen gelegt. Auch ansonsten ist nichts ungewoehnliches zu entdeckem, laesst er mich wissen. Alles sehe extrem gut und sauber aus. Nicht einmal Roetungen kann er finden, was nicht ungewoehnlich waere. Meine Augen werden einwandfrei und optimal abheilen, ist er ueberzeugt. Genau so, wie er es schon vor der OP eingeschaetzt hatte.
Dann der Sehtest: die Zeile fuer 20/20 Sehstaerke kann ich ohne Probleme lesen (20/20 = 100%). Ich kann sogar schon die Zeile darunter lesen, also 20/15! Und Dr. Wong ist sich sicher dass ich in einigen Monaten, wenn der Heilungsprozess komplett abgeschlossen ist, die 20/10 erreichen werde - also auch die unterste Zeile auf der Tafel werde lesen koennen!

(Hier eine Beispiel Sehtafel designt fuer 3 Meter Entfernung. 20/10 ist nicht auf der Tafel - benoetigt Acrobat Reader)

Meine Sicht werde in den naechste Wochen und Monaten aufgrund des Heilungsprozesses in geringem Umfang fluktuieren. Auch werde ich in der ersten Zeit in der Nacht einen sogenannten Aura-Effekt um Lichtquellen herum feststellen. Eine natuerliche Reaktion der Augen auf Lasik ist auch die Tendenz zur Trockenheit. Daher werde ich fuer einige Zeit immer ein Flaschchen mit kunstlichen Traenen mitfuehren, welche ich regelmaessig und je nach Bedarf anwenden soll, um die Augen feucht zu halten. Dies helfe dem Heilungsprozess. Sonnenschutz sei obligatorisch in Texas - ob mit oder ohne Lasik. Auch der leichte Schleier in der Sicht werde sich graduell im Laufe des Heilungsprozesses zurueckbilden.
Die medikamentoesen Augentropfen - eine Antibiotikum/Steroid Loesung zur Infektionshemmung und 5%ige Natrium-Chlorid Loesung (also im Prinzip Salzwasser) zur Abschwellung werde ich noch bis zum kommenden Sonntag 4x taeglich anwenden muessen. Danach eben nur noch die Feuchtigkeitstropfen.

Dann gibt er noch allgemeine Verhaltenshinweise, wie, nix ins Auge stecken, was man sowieso nicht reinstecken wuerde - ah so.... Sollte ich schwimmen gehen, die erste Zeit Schutzbrille tragen. Ansonsten einfach gesunden Menschenverstand im Umgang mit den Augen walten lassen.
Und auch solle ich keine Angst haben die Augen zu reinben, wenn noetig.
Und zur Demonstration fordert er mich auf die Augen zu schliessen, was ich tue. Dann reibt er mit seinen Daumen ziemlich fest auf meinen Lidern hin und her. Ich bin ein wenig erschrocken.
"Siehste," grinst er mich an, "alles schon bombenfest, da verrutscht nix."
Ok - das habe ich kapiert.

Und das wars soweit.

In drei Monaten habe ich meine naechste Kontrolluntersuchung.
Ich verabschiede mich bei den Maedels am Frontdesk und bin raus.

Ich kann nun beginnen sorglos mein sehhilfefreies leben zu geniessen!

Adrian hat gesagt…

Thanks Torsten.

Wir sollten unsere Augen wieder mal ausfuehren und zB auf ein grosses saftiges Texas Steak richten.

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