Downtown Austin

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Donnerstag, 12. Juli 2007

Saure Gurken Zeit

Wenn es um Moral und solches Zeugs geht wird immer gerne etwas über Amerika gelästert. Die "Amis" sind so was von prüde, Frauen dürfen ihre Brüste am Strand nicht entblössen aber die grösste Porno Industrie existiert in Amerika.

Nicht verwunderlich fand ich einen Presse Agentur Artikel über einen kleinen Penis welcher es nicht nach Amerika geschafft hat in der Online Ausgabe einer Zeitung.

Unter dem Titel "Deutsche Bilderbücher zu unrein für die USA" wusste man zu berichten, dass ein amerikanischer Verleger ein Kinderbuch nicht drucken wollte, weil es darin eine Illustration gab in welcher in einer Kunst Galerie ein kleines nackiges Männchen dargestellt war. Man gab sich sogar die Mühe nachzumessen; "Er gehört einer 7 Millimeter grossen gezeichneten Statue, die in einem gezeichneten Museumsraum auf einem Sockel steht, und ist selber ungefähr 0,5 Millimeter gross." 0,5 Millimeter! Zusätzlich gab es noch weitere entblösste Darstellungen in einer Zeichnung welche beanstandet wurden und in mehreren noch rauchende Personen -- also nicht in Flammen sondern mit Zigaretten.

Dazu muss man mal drei Sachen erwähnen und berücksichtigen:
A) Nur weil ein Verleger das ablehnt in dieser Form zu drucken heisst das noch lange nicht, dass dies Amerika generell betrifft. Wird hier aber gerne in den Vordergrund gestellt. Der Titel ist irreführend aber passt natürlich ins Schema. Die Bilderbücher sind nicht zu unrein für die USA sondern nur für diesen Verleger.
B) Was den Schutz der Kinder angeht, vor solchem Schmutz, hat man in Amerika einen einfachen Konsens gefunden. Null Toleranz. Im Bezug auf den Penis heisst das 0,0 Millimeter. Im Bezug auf das Rauchen 0 Zigaretten. Interessant wäre mal rauszufinden wo die Toleranz in den angeblich nicht so prüden Ländern wäre. Nehmen wir mal an das Zipfelchen steht im Verhältnis 1:5 und waagrecht vom Männchen weg.
C) Diese Null Toleranz wird mehrheitlich durch Interessen Gruppen gestützt welche sich gerne auf solches Material stürzen und es durch vielfältige Aktionen anprangern.

Vor allem aus letztem Punkt ergibt sich, dass sich in Amerika wahrscheinlich auch kaum je etwas verändern wird. So lange es solche Gruppen gibt welche solche Sachen anprangern und vor Gericht ziehen oder anderweitige Möglichkeiten haben und nutzen um den kommerziellen Erfolg zu stören. Was die Gerichte anbelangt sind es meines Erachtens die gleichen Gesetze welche wir auch haben nur finden sich in Amerika noch eher Richter welche diese Gesetze auch noch so auslegen. Vor allem halt wohl in ländlichen Gegenden. Und das Land ist gross lässt euch das mal gesagt sein.

Dem Grossteil der Bevölkerung geht es in den meisten Fällen zwar auch etwas zu weit aber im Grundsatz ist man sich halt einig. Und überhaupt wozu die Aufregung, no big deal! In den meisten europäischen Ländern würde man einen solchen Schutz wahrscheinlich auch unterstützen nur kümmert sich kaum jemand darum oder es fehlen entsprechende Mittel. Dann hakt man das halt unter einer liberalen Einstellung ab und lächelt etwas über die Amerikaner.

Womit wir zum finalen Punkt kommen. Ein Verleger wird es sich wahrscheinlich nicht leisten können und wollen deswegen finanzielle Einbussen erleiden zu müssen. Soll man gefälligst die Sache retuschieren und die Sache ist erledigt. No big deal! In Europa ist dies ein Zeichen für ein prüdes Amerika und entsprechend einen Presse Artikel wert. Muss wohl saure Gurken Zeit sein.

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