Downtown Austin

Downtown Austin

Samstag, 7. Juli 2007

Spookaburger

Heute ist mir etwas leicht unheimliches passiert und der Junge am Tresen hat auch gleich entsprechend reagiert. "Oh boy, you are going straight to hell!" Na danke schön.

Ich hatte heute nicht all zu grosse Lust zu kochen und was gibt es besseres in Amerika als mal eben zu einem Fastfood Joint zu gehen. Der joint hier hat übrigens nichts mit dem zu tun welchen sich gewisse Leute ab und zu oder auch dauernd reinziehen. Der joint hier ist ein Ausdruck der sich auf eine Lokalität bezieht. Gemäss einem Dictionary a cheap or disreputable gathering place, also ein billiger oder unehrenhafter Versammlungsort. Das unehrenhafter könnte man vielleicht noch anders mit verrufener oder unangesehener übersetzen. Ist irgendwie schwierig hier noch den richtigen Ausdruck dafür zu treffen. Anyways!

Bin ich also am Abend nach dem Spaziergang mit Lucky zu Whataburger. Nein, das ist kein Schreibfehler. Die Fastfood Kette heisst wirklich so, nicht "What a burger!" -- WHATABURGER! OK, die Idee ist natürlich, auch auf deren Webpage nachzulesen, dass man sich hinsetzt, einen Whataburger isst und dann sagt: "Ah, What A Burger!"

Die Lokale haben mehrheitlich eine leicht zu erkennende Architektur. Als A-Frame bezeichnet aber wohl eher wegen dem Winkel in der Mitte im W, haben sie den Lokalitäten ein markantes Giebeldach verpasst. Orange-Weisse Streifen auf allem und überall sind das weitere Markenzeichen. Nicht ganz überraschend heissen die meisten Speisen dann auch Whata-dies oder Whata-jenes. Dann rühmen sie sich auch damit, dass man sich seinen Burger so zusammenstellen kann wie man will. "Just the way you like it!" der Werbespruch den man immer wieder hört. Zusätzliches kann man aber eigentlich auch bei der Konkurrenz verlangen und kostet natürlich auch extra, siehe später. Obwohl 1950 gegründet und ständig im Wachstum hat sich die Firma eine moderatere Strategie zugelegt als die Konkurrenz. Whataburger findet man nur in 10 Bundesstaaten, ausschliesslich im Südosten. Das erste Lokal war übrigens in Corpus Christi, Texas und dem Unternehmen wurde vor ein paar Jahren vom Staat Texas auch der Titel Texas Treasure verliehen, also ein Texas Schatz oder Kostbarkeit.

Wo war ich, ach ja am Tresen, bestellen. Also "One Number 2, please", das ist die einfachste Art das Double Meat Whataburger Meal zu bestellen -- Wichtige Anmerkung: In Amerika ist das Meal das Menü, Menu ist die Karte. Wer also ein Whataburger Menu bestellt muss damit rechnen, alles was auf der Karte ist geliefert zu bekommen, kann teuer werden! -- "Cheese with that?" - "Yes, I'd like some cheese". Da der Käse extra ist, es ein Doppel Fleisch ist also auch Doppel Käse braucht, sehe ich später auf der Quittung, zweimal 40cent. Mit diesem Whatameal Nr. 2 ist ein Medium Drink und French Fries (Pommes Frites) schon dabei. Dann folgt die Frage: "Want to Whatasize that?" Ich könnte das Medium auf Large ändern, kriege ich etwas mehr Fritten und einen (noch) grösseren Becher für's Getränk. Will ich aber nicht. Überhaupt, Getränk kann ich soviel nach schenken wie ich will. Free Refill nennt sich das. Etwas das man sich vielleicht auch gerne in der alten Heimat wünscht. Irgendwann hatte ich mal gelesen, dass man das auch probiert hat, mit einigen Kunden hat das dann aber komplett überbordet. Die wollten wohl mit Kanistern kommen und den privaten Hausvorrat aufstocken. Ich dafür hätte jetzt gerne noch einen Apple-Lemon Pie. So ein nettes, heisses Apfeltäschen welches sie zur Zeit mit Zitrone gemischt im Angebot haben. Wohl mehr Apfel und Zitronen Aroma nehme ich mal an. Hab ja schliesslich mal in der chemischen Industrie und mit Aromastoffen gearbeitet. Ich weiss wie der Hase schmeckt!

Als wir uns darauf geeinigt haben was und wie ich es (das Meal!) gern hätte, spuckt seine Kasse das Total aus, inklusive Tax: $7.77 -- und heute ist auch noch der 7.7.07. Zufall, Absicht? Ist alles heute bei Whataburger $7.77. Nein, der Junge sagt etwas, was ich nicht gerade verstehe und auf Rückfrage gibt er mir zu verstehen, das dies Unglück bringe, in dem Sinne, dass ich direkt in die Hölle komme. Ich dachte das wären die drei 6sen. Nein, nein, die Doppel Schnapszahl sei das Problem. Na wunderbar, ist das auch schon geklärt und ich muss mir zukünftig keine Mühe mehr geben. Mit der Kirche selber hatte ich vor einigen Jahren ja schon Schluss gemacht.

Ich bin ja nicht abergläubisch, wenn dann sehe ich solchen Zufall eher als Beweis, dass ich noch mehr Glück haben kann.

Nach dem ich mein Meal vertilgt habe bin ich auf dem schnellsten Weg nach Hause, hab mich eingeschlossen und gehe dann auch artig früh ins Bett. Man will das Glück ja nicht unbedingt herausfordern. Wenn's in den nächsten Tagen keine neuen Blogs gibt dann ist an der Sachen halt vielleicht doch was dran. Sollte es irgendwie möglich sein würde ich aus dem Jenseits (in meinem Fall der Hölle) aber eine Message schicken. Versprochen!

1 Kommentar:

Walt hat gesagt…

Aber 7 ist doch eine Glückszahl, ich hätte da Augenblicks einen Lottoschein ausgefüllt und sicherheitshalber gleich noch ein paar Lotterielose gekauft :)

Show Me The Money!