Downtown Austin

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Montag, 2. Juli 2007

Weltsprachen

Im letzten Bericht hatten wir es über Sprachwitz und das Englisch eine Weltsprache ist. Das gilt sicher auch für Spanisch was hier die (un-)heimliche zweite Sprache ist in den USA. Auf die gesamte Weltbevölkerung bezogen kommen wahrscheinlich Indisch und Chinesisch sicher noch in Frage. Was definitiv nicht dazu gehört ist Deutsch, Italienisch, Französisch und Rätoromanisch, die Reihenfolge ist willkürlich.

Ihr könnt es euch wahrscheinlich schon vorstellen. Meine Odyssee mit der Registrierung meines Mustangs geht in eine weitere Runde. War heute zum dritten Mal beim Tax Office für die Registrierung und ich werde sicher noch ein viertes Mal hin müssen. Hoffentlich aber zum letzten Mal -- Dolores hat es mir persönlich versprochen und noch Schwarz auf Rosa bestätigt.

Am Freitag hatte ich meinen Fahrzeugausweis per Courier aus der alten Heimat nachträglich erhalten und dachte somit habe ich alle Dokumente zusammen um mein Fahrzeug endlich in Texas registrieren zu können. Irrtum sprach der Igel und stieg vom Kaktus.

Gibt es hier übrigens, Kaktus, cactus (plural cacti, cactuses or cactus) auf Englisch. Ob es hier in Texas auch Igel gibt weiss ich nicht, hab noch keinen gesehen, aber Armadillos, bisher allerdings nur als roadkill, was soviel bedeutet wie "war zu langsam um den Highway zu überqueren", tot, auf der Strasse überfahren. Das englische Wort für Igel ist übrigens hedgehog, ein interessantes Wort. Hedge kann ein Hag oder Hecke sein aber auch eine Absicherung etc, was eine Hecke auch irgendwie ist. Hedge Funds sind vielleicht bekannt und dann war kürzlich der Trickfilm Over the hedge hatte aber vielleicht im Deutschen einen anderen Titel. Hog ist das Schwein. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass es für Schwein noch andere Wörter gibt nämlich pork, pig und swine, was Übersetzungen so schwierig macht, da muss man unheimlich aufpassen. Der Igel ist also im wörtlichen Sinne im Englischen ein Schweinchen, oder auf gut Deutsch: "eine feige Sau die sich hinter einer Hecke verschanzt".

Die bei der Registrierung machen jetzt auch etwas auf Schwein, ich meine Heckenschwein, oder dass ich denen kein hog für ein pork, swine oder gar pig verkaufe. Sie wollen den Fahrzeugausweis aus der alten Heimat nicht so wie er vor ihnen liegt verstehen -- akzeptieren ja, verstehen nein. Man gibt sich in der alten Heimat ja alle Mühe; hat alle Texte in den vier Welt- äh Landes-Sprachen abgedruckt. Leider kommt man damit in der Welt aber nicht weit. Es ist wohl nicht vorgesehen das Herr und Frau Schweizer mit ihrem Fahrzeug weiter als bis in eines der angrenzenden Länder fährt. Darüber hinaus wird bitte schön geflogen und ein Auto gemietet. Da wird nur der Führerausweis benötigt.

Für den Führerausweis wird im weiteren empfohlen eine internationale Übersetzung mitzuführen. Wer TCS Mitglied ist bekommt den glaub ich gratis. Bis dato habe ich aber immer ohne solch ein Zusatzdokument einen Mietwagen bekommen in Amerika. Sonst vorzeigen musste ich den Lappen nie. Mittlerweile ist mir das längstens egal, denn ich habe eine Texas drivers license oder kurz DL. Braucht man auch sonst oft um sich auszuweisen, eine ID (Identitätskarte) kennt man nicht. Kurz nachgeschaut, auf die Schweizer ID hat man notabene eine fünfte Sprache drauf gequetscht -- Englisch. Woo-hoo!

Zurück zur Registrierung und kurzum ich muss nun eine Übersetzung für den Ausweis organisieren was dann sicher auch nicht billig ist, selbst hier. Sie hat mir ein Blatt mitgegeben mit gut zwei Dutzend Adressen von Übersetzungsfirmen.

Bin ich also mit meinem Stapel Papiere wieder raus marschiert und hab ihm Auto die Liste durch telefoniert. Etwa sechs davon sind vom Namen her schon sehr auf eine Sprachen spezialisiert die ich nicht brauche. Die ersten zwei Firmen welche ich dann anrufe machen keine amtlichen Dokumente, bei der dritten Firma nimmt nur ein Telefon-Beantworter ab - Sorry, Honey - und die vierte Agentur macht nur Sign-Language (Zeichensprache), das ist ja interessant! Beim fünften pfeifft mir ein Fax-Geräte in die Ohren aber beim sechsten Anruf scheine ich endlich Glück zu haben. Ich kann den Lappen einscannen und ihnen emailen und innert 3-4 Tagen sollte ich die Übersetzung mit irgendwelcher Beglaubigung bekommen. Die Kosten mag ich jetzt fast nicht erwähnen, $149.00. Nun gut, wenn ich die ganze Registrierung eines Fahrzeuges hier in Amerika vergleiche mit der alten Heimat ist das immer noch günstig. Jährlich kostet der Spass hier um die $100.00 und da ist die Abgasprüfung und Inspektionen schon mit eingerechnet. Wobei bei meinem Classic Mustang die Abgasprüfung sogar entfällt.

Also freut euch und lacht mit mir, die Geschichte geht weiter. Ich hab schon Tränen in den Augen vor lachen.

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