Downtown Austin

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Donnerstag, 2. August 2007

Blaue Flaschen

Ich bin zwar schon mehr als ein Jahr in Amerika und mein Englisch war zuvor schon recht gut aber bis zum Profi wird es noch einige Jährchen gehen schätze ich mal. Ich bin etwas realistischer geworden. Anfangs dachte ich, ein paar Monate und dann ist die Sache geritzt. Dann nach der ersten Ernüchterung macht man sich sorgen und mit den Monaten dachte ich dann an die Sprüche "Ja im Alter da wird es schwieriger mit dem Lernen einer Sprache". Ich denke nicht, es sind viel eher die Ansprüche die wir alten Säcke an uns selbst haben.

Als Kind, vom ersten "Ma-Ma" bis wir uns ganz klar und ordentlich ausdrücken konnten, vergingen mehrere Jahre. Jetzt als Erwachsene finden wir Kinder in den ersten beiden Jahren einfach nur niedlich: "ja tu-tu-tu, gulli gulli" und vergessen dabei die Zeit die vergangen ist wenn wir die ersten ernsthaften Gespräche mit ihnen führen.

Für Jugendliche und solche die in jungen Jahren eine zweite Sprache lernen ist es entweder Zwang und damit eh irgendwie Scheisse oder man kümmert sich wohl noch nicht so darum was und wie man daher redet. Auch die haben es noch nicht, die Ansprüche. Erst wir alten Säcke, dumm auch!

Wer eine Sprache ordentlich gelernt hat in der Schule und auch sonst oft angewendet hat ist trotzdem im Stadium eines Kleinkindes in den ersten beiden Jahren. Wie soll man auch mehr Kenntnis haben als so ein Knirps der üblicherweise Tag ein Tag aus vor sich hinbabbelt. Dabei kommt mir die Tochter vom Freund in der alten Heimat in den Sinn wenn ich die im Skype wieder mal sehe und höre. Wenn ich die ganze Zeit so viel quatschen könnte ging es vielleicht auch schneller. Geht ja aber leider nicht. Wobei Lucky wäre das womöglich auch ziemlich egal, aber mir nicht. Wenn mich jemand so sehen würde und wenn das hängen bleibt? Wenn ich dann dauern vor mich hinrede, muss ich mich rechtfertigen? "Nein ich führe keine Selbstgespräche, ich lerne die Sprache!!!"

Also halte ich vorläufig die Klappe und begnüge mich mit den wenigen Möglichkeiten im Alltag und sonst im Office. Dafür extra eine Freundin an Land ziehen, ich weiss nicht. Den Wortschatz erweitern kann man wenigstens beim Lesen. Im Internet gibt es ein spezielles Forum wo man etwas in die Tiefen und Abgründe der Sprache sieht. Ich empfehle jedem der sich etwas ernsthafter mit einer Sprache befasst das Wordreference Forum sich mal anzusehen, welches übrigens mehrere Sprachen abdeckt. Oft schnuppere ich da einfach im English only oder German rein und entdecke interessante Sachen im Englischen, und manchmal sogar auch im Deutschen.

Grad heute habe ich folgendes Thema gesehen: Jumping at bluebottles. Hab ich mich natürlich schon etwas gewundert was es den mit dem Sprung auf blaue Flaschen auf sich hat. Oh Wunder hatte ich da etwas gefunden was man als Kind irgendwann gelernt bekommt aber als Erwachsener kaum in der Sprachschule.

Bluebottles ist eine Fliege aus der Gattung der blow-fly. Die blow-fly ist das, was bei uns die Schmeissfliege ist welche wiederum, was mir auch nicht klar war bis soeben, nicht das gleiche ist wie die 'gewöhnliche' Hausfliege. Im Englischen wohl einfach eine fly. Diese bluebottles nun ist das grosse Monster Flubobjekt von Fliege welches man gelegentlich mal sieht und meistens blau schimmert. Die mit den grünen Schimmer werden logischerweise dann auch greenbottles genannt. Das jumping at in der Frage bezieht sich dann lediglich auf jagen dieser Fliege respektive springen (to jump) nach solchen Fliegen.

Interessant noch der Kommentar in folgendem Link: Bluebottles. Diese Fliegen nisten ihre Eier ausschliesslich in Fleisch (daher glaub der Unterschied zur Hausfliege). Wer also vermehrt solche Fliegen in seiner Nähe hat ist entweder selbst schon tot oder hat irgendwo in der Gegend etwas Totes herumliegen. Also bei Gelegenheit mal den Puls fühlen. Wobei wenn ihr das nun gelesen habt sollte das auch reichen und dafür vielleicht ein Blick hinters Sofa werfen.

Wenn euch jemand aber sagt your fly's open ("Deine Fliege ist offen") dann ist damit kein fliegendes Objekt gemeint. Die fly in diesem Sinne wäre der Hosenschlitz. Also mal einen scheuen Blick vorne an sich runter riskieren.

1 Kommentar:

Sarag hat gesagt…

Hoi Adrian,
was kümmert dich, was andere möglicherweise denken?

Es gibt tolle Podcasts, die du dir runterladen kannst, somit hörst du Englisch, was auch sehr hilfreich ist.

Ich denke oft in Englisch, das hilft auch :-)

Oder du machst einen online Englischkurs:
www.san-team.en101.com

So, nun muss ich an meinem Visionsbrett weiterarbeiten, deshalb bin ich heute Sonntag überhaupt online gegangen, und dann doch abgeschweift :-)

Sarah, deine Cousine

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