Downtown Austin

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Montag, 6. August 2007

Who cares about soccer?

Hängen wir uns wieder ran ans Thema Fussball, sorry Soccer natürlich!

Im anderen Eintrag haben wir erfahren, Soccer gibt es in Amerika schon lange. Nur warum hat es Probleme in Amerika den gleichen Bekanntheitsgrad zu erhalten wie im Rest der Welt. Aus allem was ich hier sehe und höre über Soccer und auch aus Daten im Internet versuchte ich mir ein Bild zu machen. Hier (wie immer) meine Meinung warum sich Amerikaner nicht um Soccer kümmern.

Ein spezielles Problem in den Anfangsjahren war die Dimension des Landes und von damals bis heute natürlich auch das liebe Geld. Viele Sportarten haben sich in ihren Anfängen im vorletzten Jahrhundert (d.h. 1800-1899!) aufgrund der Grösse des Landes in kleineren Ligen innerhalb vernünftiger Grenzen organisiert. Man bedenke, damals gab es noch keine Autos für den Transport, geschweige denn ein Internet für die Kommunikation. Auch erst ab Mitte jenes Jahrhunderts konnte man dann endlich telegraphiert. Die jüngeren Leser werden jetzt denken: "They did what?" Guckst du hier: Telegraphie. Diese Ligen hatten dann untereinander wiederum Titel ausgetragen oder sich später auch zusammengeschlossen. Man sieht das selbst heute noch in den Ligen wie American Football und vor allem beim Baseball sehr gut. Zu diesen beiden zu gegebener Zeit separate Blogs. Beim Soccer hat man sich dabei aber leider auch oft zerstritten und teilweise sind ganze Ligen deswegen aufgelöst worden. Nicht gut, oder?

Beim Geld geht es natürlich um Publizität. Quetscht man alle grossen Sportarten in einen Wochenplan und mehrheitlich sogar noch auf ein Wochenende, dann bleibt kaum noch Platz für eine neue Sportart - das heisst im Fernsehen, in der Presse und natürlich auch im Leben jedes Amerikaners. Erstaunlicherweise aber haben die Soccer Clubs selten Probleme die Massen in ihr Stadion zu bringen. Die Liga aber konnte keine Verträge mit den grossen Fernseh Sendern abschliessen und auf die Frontseiten der Zeitungen gebracht hat man es auch selten. Das ist ein hart umkämpfter Markt und hat eine Sportart mal Probleme und verschwindet aus diesem Zirkus ist es meistens mit dem ganzen Sport aus und schwierig wieder Land zu gewinnen. Definitiv, nicht gut!

Das Medien -> Publizität -> Geld Karussell dürfe folglich das Hauptproblem sein. Ein kleiner Teufelskreis der nur mit Geld zu knacken ist. Dann mit Glück kommen die Medien, dadurch die Publizität und dann hoffentlich auch das Geld das man investiert hat wieder zurück. Ergo, eine Liga wieder frisch aufzubauen kostet Geld und darf letztendlich, wie das folgende Beispiel zeigen wird, keine Verluste machen sonst ist man gleich wieder im Teufelskreis. Man erinnert sich vielleicht noch an die letzte grosse Phase als Pelé, der Kaiser Franz (Beckenbauer) und auch einige andere Stars mal in Amerika gekickt haben. Das waren die Glanz und Gloria Zeiten von New York Cosmos SC. Diese Liga North American Soccer League (NASL) existiert in ihrer damaligen Form heute nicht mehr. Man hat sich innerhalb der Liga zerstritten aber hauptsächlich ist den Clubs das Geld ausgegangen weil die Saläre für die Spieler explodiert sind. Man wollte den Erfolg erzwingen. Vernünftiges Wachstum gilt nicht nur für eine Firma es trifft auch auf Sport Clubs oder eine Sport Liga zu. Ein wesentlicher Faktor welcher American Football, Baseball, Basketball und Icehockey auch immer wieder beschäftigt hat. Ich glaub alle haben schon einmal eine ganze Saison ausgesetzt wegen dem Streit um die Gehälter. In der alten Heimat hat man das vor ein paar Jahren gerade miterlebt als die NHL Stars 'überwintert' haben in den Europa Ligen. Die NHL kämpft deswegen immer noch mit ihrem Status und ist noch nicht da wo es zuvor war. Soccer hat aber gleich mehrere solcher Phasen immer wieder durch machen müssen. Und zwar bis zum Nullpunkt! Gut, weit gefallen sind sie nicht da sie nicht den hohen Status zuvor gehabt haben. Aber trotzdem, nicht gut!

Die aktuelle Liga in Amerika ist die Major League Soccer (MLS). Die ist folglich relativ jung und muss sich seinen Platz erkämpfen im Medien Dschungel und gegenüber allen anderen Sportarten. Ein Unterfangen das wie die Vergangenheit zeigt und lehrt nicht einfach ist. Es ist zu befürchten, dass es dieses mal wieder nicht klappt das Amerika Soccer crazy (verrückt) wird. Der Einkauf von Beckham für $250 Million ist kein gutes Zeichen. Meine Meinung, nur wenn interessiert das schon! Zu dieser aktuellen Liga werde ich später auch einen separaten Eintrag machen müssen. Sonst wird das hier zu lange. Blog management, you know!

Oops, es gibt ja noch einen Punkt. Da muss ich nochmals auf "Was interessiert uns Soccer?" zurückkommen. Hier liesst und hört man immer wieder das Soccer langweilig ist. Man bekundet offen Mühe zu verstehen weshalb die restliche Welt so Soccer crazy ist. Ich bin mit Fussball gross geworden aber ich hatte selbst je länger je mehr meine Probleme mit Fussball als Zuschauer. Seit ich nun hier bin kann ich eines bestätigen; ich fühle mich unter Gleichgesinnten und habe auch keinerlei Entzugserscheinungen. Da ich Fussball kenne kann ich auch die Verständnis Probleme der Amerikaner nachvollziehen. Man schaut auf das Spielfeld und in fünf Minuten hat man verstanden um was es geht. Nur warum gibt es so wenige Tore und zu oft leider auch zu wenig Torchancen? Da kommt der Amerikaner nicht wirklich mit. Die meisten Amerikaner (mich inklusive) zappen da einfach weg. Baseball ist zwar auch ein ruhiges Spiel und hat vermeintlich wenig Action aber da geht es um was ganz anderes. Wie gesagt dazu folgen separate Einträge. Dann scheint man auch nicht zu verstehen weshalb man keine Veränderungen vornimmt im Regelwerk um das Spiel attraktiver zu machen. Tipps und Anregungen wie man Soccer in Amerika (und vielleicht auch dem Rest der Welt) wieder spannender machen kann werde ich wohl mal zusammentragen und niederschreiben. Aber eilig hab ich es damit ehrlich gesagt nicht. Ihr verzeiht, bitte!

Zusätzlicher Lesestoff:
ESPN - When soccer rules the world

Kommentare:

Possum hat gesagt…

Ein mir sehr gut bekannter, weil mit mir verheirateter Amerikaner hat die Theorie, dass Amerikaner Soccer deswegen langweilig finden, weil ein Unentschieden möglich ist und viele Mannschaften damit zufrieden sind. Das geht komplett gegen die, nun, nennen wir es mal ehrgeizige Natur des Amerikaners...

Ich hingegen bin ja der Meinung, dass in einem Land, in dem die Männer sonst bei Sportarten seeeeeeeeeeehr knackige, enganliegende Hosen tragen Fußball schon wegen der Labbershorts absolut keine Chance hat.

Adrian hat gesagt…

Zwei sehr interessante Theorie welche mich gleich auch noch auf zwei andere Punkte bringen welche ich komplett übersehen habe.

Ich werde das aber nicht hier erläutern sondern in einem weiteren Eintrag. Blog management, you know

possum hat gesagt…

Lach, jaja, ich verstehe. Außerdem ist man ja um jede Idee froh, die man verarbeiten kann!

Possum, daß Dich auch auf seine Blogroll gesetzt hat!

Show Me The Money!