Downtown Austin

Downtown Austin

Samstag, 29. September 2007

High Noon

Ich denke ich könnte auch einmal die Erklärung liefern für die Zeitangaben welche allgemein in Amerika verwendet werden -- AM und PM, auch bekannt als die 12-hour clock. Wer nicht Amerika bewandert ist wird sicher etwas Mühe haben damit da man in der alten Heimat eher mit der 24 Stunden Anzeige konfrontiert ist.

Wer hier vorschnell denkt, dass das wieder eine typisch amerikanische Erfindung oder dumme Mode der Amis ist, aufgepasst. Wer einen Kirchenturm mit Uhr in Sichtweite hat oder eine Armband Uhr hat mit Zifferblatt sollte sofort erkennen was Sache ist. Auch wenn sich in der alten Heimat die offizielle Angabe im 24-Stunden Zählung durchgesetzt hat ist das ein Mitbringsel und eine alte Geschichte zugleich aus Europa. Auch sagt man im Alltag nachwievor "20 Minuten vor 4 Uhr" und nicht "20 Minuten vor 16 Uhr", oder? Oder dann halt digital "es ist 15 Uhr 40". Anyways!

Was früher einmal in Europa üblich war ist -- trotz Computer und dem sonstigen Drang alles zu vereinfachen -- in Amerika weiterhin erhalten geblieben und auch die lateinischen Bezeichnungen für "vor dem Mittag" Ante Meridiem und "nach dem Mittag" Post Meridiem sind mit der Abkürzung am und pm im Sprachgebrauch allgegenwärtig und auch auf allen Uhrzeit Angaben zu finden.

Wenn man es mal verstanden hat ist es schnell intus und wer dann doch einmal die Zeit aus Gewohnheit noch mit fifteen fourty (15:40) angibt wird hier auch verstanden -- allerdings könnte man als Militärkopf angesehen werden. Zeit Notierung von 0 bis 24 Uhr sind im Militär der Standard allerdings in Hunderter Angabe. Tagwache ist dann zB nicht um five o'clock sondern um Ou-five-hundred. Das Null wird auch genannt aber nicht als Zero sondern wie der Buchstabe O ausgesprochen.

Konfus wird es vor allem beim Wechsel um 12 Uhr und die ersten Minuten und Stunde danach. Als einfache Regel gilt, dass die Stunde Null halt nicht mit einer oder zwei Nullen beginnt sondern mit 12, also der letzten Stunde wenn man so will auf dem Zifferblatt. So betrachtet irgendwie logisch, oder? Ich hatte aber gerade gestern meine kleine Mühe damit. Trotzdem versuchte mein Hirn aus alter Gewohnheit gestern die Zunge mit 00:30 zu übertölpeln welche das wohl absurd und als unnatürlich erachtete und dies energisch zurück wies. Hing ich folglich stammelnd am Telefon und mein Gesprächspartner hat zum Glück mein Elend erkannt und mich erlöst: "All right then, I'll give you a ring at 12:30" - "Yes, thank you [Dang it]". Die Klammer soll meine Gedanken repräsentieren und wurde nicht effektiv ausgesprochen.

Also, wenn es nun 12:01 ist vor dem Mittag (ante meridiem), ergo 12:01am, dann ist das folglich eine Minute nach Mitternacht. Eine Minute nach Mittag (post meridiem) ist entsprechend 12:01pm.

Nun kommt noch die schlaue Frage was ist denn nun mit genau noon (Mittag) oder genau midnight (Mitternacht). Sehr gute Frage und eine einfache Antwort! Genau so ist es richtig! Man sollte diese beiden Ereignisse nicht mit 12am oder 12pm versuchen darzustellen sondern als das was es ist: Noon or Midnight. Weitere Gedanken dazu vom NIST (National Institute of Standards and Technology).

Wer es nun doch unbedingt mit Ziffern ausdrücken will, oder es so geschrieben irgendwo liesst und sich nun am Schädel kratzt was nun gemeint ist, kann sich an folgende Regel halten. Wenn 12:00:00 genau Mittag ist (oder wäre, da bereits vorbei) ist alles was danach folgt post meridiem und entsprechend alles um Mitternacht, (Mist!) auch schon vorbei, bereits vor dem Mittag und somit ante meridiem. Man kann somit davon ausgehen, dass 12am Mitternacht ist und 12pm Mittag. Allerdings findet man unzählige Foren in welchen das zwar nicht angezweifelt wird aber immer ausgiebig diskutiert wird. Im Zweifelsfall also nachfragen und selbst am besten nie verwenden. Zum Glück gilt das Problem nur für zwei Mal 60 Sekunden am Tag.

Wer es noch auf den Punkt bringen will also zB auf Punkt Mittag sei an einen Western Film aus 1952 erinnert mit Gary Cooper -- High Noon.

Freitag, 28. September 2007

The Story of Texas

In den letzten Tagen hatte ich also Gäste und durfte denen etwas die Gegend zeigen. Hat mir natürlich auch die Gelegenheit gegeben einige Dinge zu sehen für welche ich bis dato nicht die Zeit gefunden habe oder auf Begleitung gewartet habe. So alleine auf Tourist machen ist auch nicht soo lustig.

Und ist es nicht so, dass man viele Attraktionen in der eigenen Umgebung den Touristen überlässt? Museen und historische Sehenswürdigkeiten gehören da glaube ich speziell dazu. Eigentlich will man da gerne mal hin aber irgendwie braucht es einen externen Auslöser damit man den Hintern aus dem Sofa hoch kriegt und man sich auf den Weg macht. Am Anfang einer Beziehung macht speziell der Mann man das vielleicht auch noch um die neue Flamme zu beeindrucken und später in der Beziehung um den Kindern etwas Unterhaltung zu bieten. Aber sonst?

In der alten Heimat gab es einige Dinge welche ich gerne mal besucht hätte aber es letztendlich nie geschafft habe. Und irgendwie getraut man sich auch nicht Kollegen zu fragt, man könnte als Spiesser gelten. Hier in der neuen Heimat ist es mittlerweile auch nicht viel anders. Wenn ich dann einmal aus Austin raus komme werde ich sicher mehr sehen als in der eigenen Stadt. Wobei Austin, TX auch nicht unbedingt die grossen Attraktionen hat und was die Umgebung anbelangt da geht es doch einige Kilometer bis in die nächste Stadt um etwas zu sehen -- da wird man schnellstens selbst zum Tourist.

Zu oberst auf meiner Liste hatte ich auf alle Fälle The Bob Bullock Texas State History Museum welches einem die Geschichte von Texas erklärt von der ersten Besiedlung durch die Indianer bis in die heutige Gegenwart. In diesem Museum gibt es einerseits die Exhibits, dann das Spirit Theater, dann noch eine Special Exhibit und auch noch das IMAX Theater.

Die Exhibits sind verteilt über drei Stockwerke und es beginnt in der ersten Etage und dem Titel Land mit der Besiedlung. Die zweite Etage befasst sich unter dem Titel Identity mit der Gründung der Republic of Texas und dem Anschluss in den Bund der Vereinigten Staaten. Die dritte Etage letztendlich trägt den Titel Opportunity und befasst sich mit dem was Texas speziell im letzten Jahrhundert und bis in die Gegenwart vor allem unter wirtschaftlichen Aspekten geprägt hat. Die Ausstellung hat viele einzelne Ausstellungsstücke und entsprechende Tafeln welche alles nötige erklären. Daneben gibt es aber auch noch besondere Ereignisse welche mit Hilfe von Diashow oder anderen bewegten Objekten gesprochen werden aber gleichzeitig auch noch mit Untertitel versehen sind. Wer sich ernsthaft damit beschäftigen will und alle Schilder lesen will sollte dafür mindestens zwei Stunden einrechnen denke ich. Wir haben uns nicht so viel Zeit gelassen aber ich werde sicher gerne mit den nächsten Gästen nochmals hingehen.

Zuerst gingen wir aber in das Texas Spirit Theater was uns so empfohlen wurde und ich eigentlich auch so weiter empfehlen möchte. In einer Art Dia Show wird hier in einem Schnelldurchlauf die Geschichte von Texas erklärt und man hat damit einen kleinen Einstieg und kann sich in der Ausstellung dann die Details anschauen. Die Show hat übrigens einige kleine nette Effekte welche ich hier aber natürlich nicht ausplaudern werde.

Dann gibt es noch eine separate Ausstellung mit wechselnden Themen in der Special Exhibit. Zur Zeit handelt es von Indianerstämmen im Wechsel der Zeit um 1890. Diese Ausstellung haben wir uns aber nicht gegönnt, da werde ich wohl selbst noch hingehen müssen. Aber eben, wir werden sehen.

Last but not least wäre dann noch das IMAX Theater zu erwähnen mit welchem wir angefangen hatten, da wir gerade rechtzeitig für den Beginn einer Vorführung ankamen. Die IMAX Vorführungen haben nicht unbedingt mit Texas zu tun sind aber natürlich wegen der speziellen Aufnahme und Vorführtechnik immer ein besonderes Vergnügen. Wir sahen eine Dokumentation über Waldbrände was sehr eindrücklich war und nicht nur wegen den Bildern. Nebst Dokumentarfilmen bringen sie zwischendurch auch Kinofilme in diesem Format. Weiter Information zu IMAX gibt es notabene auf der Website IMAX.COM.

Und damit ihr hier doch was kleines lernt zwei Sachen:

1. Texas stammt vom Namen her aus dem Spanischen, von Tejas was wiederum zurück geht auf eine Mission San Francisco de los Tejas. Tejas selbst kann angeblich nicht übersetzt werden da es die spanische Anwendung für einen indianischen Begriff ist aus der Sprache der Caddo, tejas bedeutet those who are friends (die welche Freunde sind).

2. Robert D. "Bob" Bullock der Namensgeber für das Museum war Texaner durch und durch und hatte eine mehr als 40-jährige politische Karriere in Texas. Den Höhepunkt hatte er von 1991-1999 als Lieutanent Governor of Texas was zwar nur der zweit höchste Posten im Staat ist aber von vielen als das mächtigere und verantwortungsvoller Amt angesehen wird als das des Governors.

Und für den ganzen Rest der Geschichte von Texas müsst ihr selbst nach Austin kommen und ins Bob Bullock Texas State History Museum.

See y'all later in Austin!

Dienstag, 25. September 2007

Natural Bridge Caverns

Heute ausnahmsweise einfach die Kopie aus meinem Travelblog und daher zur Abwechslung auch mal in English. Damit hier niemand nichts verpasst (und ich ein backup der Story habe).

I have relatives in town and what better way to show them something unique and maybe even spectacular in the area than the caverns near San Antonio. They were recommended to me a few times already and of course they are also mentioned in all the magazines that list must see attractions in Central Texas.

The caverns are located between San Antonio and New Braunfels about 8 miles West of I-35 at Exit #175. The route is FM 3009 and you really can't miss it. While the road turns sharp right the entrance with the big sign and another park (Wildlife Ranch) is straight ahead.

The caverns are named Natural Bridge Caverns because the entrance is beneath a natural bridge. Some long time ago water eroded the underground apparently creating a first cave just below the ground. As the water level dropped down, the surface collapsed and created a hole in the ground leaving behind an amazing 60-foot bridge made out of limestone. The tour guide urged us NOT to walk over the bridge because when it breaks they would have to change the name of the attraction. The bridge was discovered around 1900 and yes, the tour guide is quite funny and had a few more laughs for us.

In 1960 four college students from St. Mary’s University in San Antonio, obtained permission to explore the area. They were convinced that large underground passages existed under the limestone bridge. Only water was able to create such a whole in the ground and because water not just disappears it seemed to be very likely that there must be passages and probably some caves.

Over all they discovered a 2 miles underground world of natural beauty and amazement. Apparently the entry point beneath the bridge is almost in the middle of the whole system in a north to south direction. Because of that they offer different tours but I guess the North Cavern Tour has the most value. It takes about an hour and everyone able to take an hour hike should not have any problems. Mind you, you will walk 180 feet below the ground and the final is quite steep. I noticed a few people breathing heavily but everyone made it. Solid and comfortable walking shoes that provide good traction on wet surfaces are recommended. The walkway is paved all the way but humidity is 99% and dripping water everywhere. Well, what do you expect -- it's a cavern after all.

They placed lights all the way and you get a good look at everything -- it is quite breathtaking. You may take pictures inside the cavern but be warned; your camera's flash will not be able to enlighten the big chambers.

Montag, 24. September 2007

Des Besucher's Stress

Ich habe zur Zeit Besuch aus der alten Heimat und muss die armen Leute natürlich etwas durch Central Texas hetzen. Das bringt allerdings auch mich etwas in Rückstand mit dem Blog dafür hab ich dann ein paar Sachen zum nachholen und berichten.

Als kleines Leckerli ein paar Bilder von unserer Site Seeing Tour in Austin.

Da waren wir im Bob Bullock Texas State History Museum.

Dazu werde ich dann sicher noch einen separaten Bericht machen können. Allerdings konnte ich leider nicht mehr Bilder machen, da sie das Knipsen im Museum selbst untersagen. Also keine Fotostory erwarten darüber.


Vom Museum sind wir dann Richtung Zentrum von Downtown Austin spaziert und von hinten an das State Capitol.

Ins State Capitol selbst die Tour haben wir nicht gemacht, das erdulden müssen die nächsten Touris welche mich besuchen kommen. Einen Bericht darüber werde ich folglich erst irgend wann in ferner Zukunft machen dürfen. Es sind jetzt dummerweise alle gewarnt.


Beim Spaziergang durch Downtown hatte ich dann dafür noch einen schönen Schuss auf den Frost Bank Tower aufgenommen von West Richtung Ost an die South Congress Avenue.

Donnerstag, 20. September 2007

Mach mal das Loch zu

Im letzten Eintrag hatte ich die Klimaverhältnisse von Amerika mit Südeuropa oder gar Nordafrika verglichen und auf den Umstand hingewiesen, dass die Mehrheit der Einwanderer tragischerweise aus Nord- und Mitteleuropa stammt. Folglich Menschen welche sich mit dem Klima in Amerika schwer tun müssten. Was nun kommt ist hoffentlich nicht alles hogwash (Quatsch) aber ich sauge mir das ehrlich gesagt aus den Finger. Einfach meine Logik und ein Erklärungsversuch warum man in Amerika so auf kalte Luft schwört, auch (noch) nicht so energiebewusst isoliert und noch ein paar andere Dinge.

Nun, diese ehemaligen Einwanderer, sprich Mitteleuropäer, definieren sich ja gerne als arbeitsam und fleissig, sind sich aber naturgemäss eine solche Affenhitze nicht gewöhnt. Ich erinnere mich nur zu gut an die Leidensgenossen in der alten Heimat. Wurde es während ein paar wenigen Tagen im Jahr endlich über 30 °C warm hab ich mich gefreut, der Grossteil aber war am Fluchen ob der Hitze. Etwa am 5. Tag einer kleinen Hitzewelle konnte man in den Nachrichten und Zeitungen ua erfahren, dass die Elektrofachgeschäfte bereits Lieferschwierigkeiten haben mit Ventilatoren und mobilen Klimaanlagen. Und dann das Gejammer wenn in einer Nacht das Thermometer nicht unter die 20 °C gefallen ist, sogenannte tropische Nächte. Solche Nächte gibt es im Sommer in den meisten (vor allem südlichen) Staaten der USA gleich monatsweise. Hier in Austin hatten wir die letzte Nacht unter 20 °C irgendwann im Mai und jetzt kurz vor Herbstbeginn sind wir auch immer noch darüber. Bereits am Morgen um 8 Uhr beim Spaziergang mit meinem Hund komme ich selbst mit T-Shorts und Shorts bekleidet ins Schwitzen. Für die Auswanderer der letzten Jahrhunderte muss Amerika in jedem Sommer eine endlos scheinende Qual gewesen sein und ich denke das Gejammer Leiden ging auch an die nächsten Generationen über.

Die Erfindung des Air Conditioning (im Sinne von Kühlung der Luft) Anfang des 20. Jahrhunderts war zuerst in der Industrie ein Segen und hat die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter angeblich wesentlich erhöht. Im Wiki Artikel zu Klimaanlage steht dazu folgender schöner Satz.
Bei 28 °C sinkt die Leistungsfähigkeit auf 70 % und bei 33 °C auf 50 %.
und dann weiter
Sie [Klimaanlagen] sind in vielen warmen Ländern die Voraussetzung für den Aufbau wettbewerbsfähiger Industrien, so wie sie ursprünglich dem Süden der USA erst den Anschluss an die industrielle Entwicklung des Nordens ermöglicht hatten. Ohne Klimatisierung könnten beispielsweise die heranwachsenden Industrienationen Südostasiens ihr Wachstumstempo nicht durchhalten
Später dann und vor allem nach dem zweiten Weltkrieg ging der Boom mit Klimaanlagen auch für den Heimbedarf los.

Hier können wir nun das Thema der Bauweise anschneiden. Auch dazu hilft die Erinnerung an Erfahrungen aus der alten Heimat. Das primäre Bedürfnis in Mittel- und Nordeuropa ist sicher einmal die Kälte draussen zu halten während man drinnen Wärme produziert und speichert. Schon vor langer Zeit hatte ich übrigens irgendwo folgendes einmal gehört oder auch gelesen. Vor der Erfindung der Zentralheizung brannte im Hause für die Wärme natürlich irgendwo ein Feuer. Man war somit dem Risiko ausgesetzt an Sauerstoff Mangel zu sterben und man liess deshalb immer im Schlafzimmer das Fenster ein wenig geöffnet. Wenn dem so ist und man sich so herum hört würde diese über Generationen überlieferte Erkenntnis angeblich noch in mancher Seele ruhen, der Drang des Nachts bei offenen Fenster schlafen zu müssen.

Den Nachteil eines gut isolierten Raumes in einem heissen Sommer kennt eigentlich auch jeder. Da reisst man auch die Fenster auf, denn war die Hitze einmal in der Wohnung oder im Haus hat man sie auch kaum mehr raus gekriegt. Bei dem Klima das in Amerika vorwiegend und halt vor allem im Sommer herrscht hat man dieses Problem nicht nur tageweise sondern vielerorts gleich monatsweise. Dick isolierende Häuser zu bauen machte hier keinen Sinn und Beton oder Backstein Wände welche die gespeicherte Sonne in der Nacht abgeben ist das letzte was man braucht in einer heissen Sommernacht. Der Hitze wegen dürften nur leichte und luftige Holzhäuser Sinn machen und Holz ist auch einfacher zu verarbeiten. Wieso sich also in einem quarry (Steinbruch) oder mit Beton mischen und ähnlichem abquälen.

Vor der Erfindung der Klimaanlage war Luftzirkulation das einzige was einigermassen Kühlung verschaffte. Das dürfte auch mit ein Indiz sein für etwas das im USA erklärt Blog beschrieben wurde. Amerikaner haben kein Problem mit Zugluft. Hier verspürt man, bedingt durch die Hitze, viel seltener das Verlangen die Löcher dicht zu halten. Last but not least, die Häuser nun besser zu isolieren, dh die Kälte zu speichern und die Hitze draussen zu halten ist erst seit der Erfindung und Verbreitung der Klimaanlagen möglich. Das wiederum ist natürlich mit Kosten verbundenen. Erst seit die Kosten für Strom am steigen sind macht dieser Mehraufwand mittlerweile Sinn aber selbst für viele ältere Häusen wird sich eine solche Renovierung nie wirklich rentabel rechnen und folglich verkaufen lassen.

Meine Gedanken dazu weshalb man hier vielerorts die Klimaanlage auch noch auf Extremkälte programmiert liefere ich beim nächsten Mal.

Mittwoch, 19. September 2007

Wir gehen in die Breite

Sprechen wir endlich mal etwas über das Klima (um's Wetter geht es hier) in Amerika, hatte ich mir unbedingt vorgenommen seit ich den Blog gestartet habe. Man spricht ja immer so gerne über's Wetter, nicht? Vor allem gibt es immer wieder Diskussionen wo ich das Gefühl habe, dass man in der alten Heimat zwar die USA schon als etwas angenehmer da wärmer im Klima beurteilt aber so richtig akzeptieren und vor allem in diesen Diskussion berücksichtigen tut man es nicht.

Das Urteil oder die Richtung in diesen Diskussionen ist immer etwa das oder die gleiche, die Amerikaner spinnen mit den Klimaanlagen, viel zu kalt und dann natürlich auch gleich die Bauweise der Häuser, schlechte Isolierung, Energieverschwendung. Da dieses Thema gerade in zwei anderen Blogs aufgegriffen wurde ist es Zeit denke ich nun meine two cents loszuwerden. Oder zumindest einen Anfang wagen.

Als erstes muss man sich bewusst sein wo Amerika auf dem Globus überhaupt liegt. Klar denkt jetzt jeder und kann zwar mit dem Finger auf dem Globus auf den grossen Flecken zeigen aber trotzdem -- ich denke da hapert es bei den meisten den ich rede von Breitengraden. Ein paar Vergleiche! Mainz liegt mit der Innenstadt zB auf dem 50. Breitengrad und hat man offensichtlich auf einem Platz sogar verewigt. Berlin ist irgendwo um den 52. Grad rum und Zürich schon einiges südlicher um 47°23'. Verglichen mit dem amerikanischen Kontinent liegt Berlin irgendwo zwischen Edmonton 53°34 und Calgary 51°02' und wer in Geografie etwas aufgepasst hat erkennt sofort, diese Städte liegen ja in Kanada. Richtig! Selbst Montreal 45°35' liegt noch südlicher als Zürich auf der Höhe von Mailand 45°28'. Von Kopenhagen 55°41' reden wir gar nicht erst und auch für London 51°30' ersparen wir uns einen Vergleich.

Gehen wir in Europa etwas weiter runter nach Rom 41°54' kommen wir langsam in die Nähe von New York 40°45' aber erst in Napoli 40°50' sind wir etwa ebenbürtig. Selbst die Menschen in Athen 37°58' oder auch auf Malta 35°52' sind noch nicht da wo man in sunny California bei Los Angeles 34°02' am Strand liegt. Dafür liegt San Francisco 37°47' auf der Höhe von Athen.

Für mein Austin 30°17' in Texas finden wir keinen Flecken mehr auf dem europäischen Kontinent, dazu müssen wir nach Aegypten und nach Kairo 30°05' und selbst auf den Kanarischen Inseln Lanzarote 29°14' oder Grand Canaria 27°45' sind wir noch einiges entfernt von Miami 25°46'. Um die Dimension von Texas noch etwas zu fassen. Amarillo im Norden bei 35°12' ist etwa bei Kreta. Wobei bis zur Grenze mit Texhoma 36°30' sind es auch noch ein paar Breitengrade. Das ist knapp vor der Küste an der südlichsten Spitze von Sizilien. Die südliche Spitze von Texas mit Brownsville haben wir bei 25°54' das sind somit knappe 11 Breitengrade. Mit diesen Daten können wir als Vergleich mal versuchen herauszufinden von wo bis wo Texas in Europa reichen würde. Dazu nehmen wir unser Schweizer Taschenmesser und ritzen den Staat Texas aus dem antiken Globus von Opa und verlegen in rüber nach Europa und setzen dabei die südliche Spitze an den südlichen Strand von Sizilien. Wir sollten nun sehen, dass an der nördlichen Grenze von Texas zum Beispiel Zürich zum Vorschein kommt. Das nur als Vergleich den wie vorher beschrieben beginnt Texas im Norden tatsächlich und effektiv in Breitengraden erst kurz vor der Küste von Sizilien.

Wer also Diskussion führt bei welchen es um Dinge des Klimas geht muss verstehen und berücksichtigen, dass man Klima Gewohnheiten aus Mitteleuropa eigentlich nur mit Kanada und vielleicht ein paar wenigen nördlichen Staaten der USA vergleichen kann. Einen Grossteil von Amerika muss man mit dem Süden von Europa vergleichen und sogar Nordafrika.

Dann kommt noch ein weiteres Problem. Tragischerweise finden wir unter der Bevölkerung in Nordamerika vorwiegend Auswanderer aus Mittel- und Nordeuropa. Die Südeuropäer wiederum finden wir in Mittel- und Südamerika. Da die ausschliesslich Spanisch oder Portugiesisch sind fragt man sich nur noch warum die Italiener ausgerechnet in New York und Chicago zu finden sind, zumindest haben sie ihre Mafia Hochburgen in diesen beiden Städten. Anyways!

Was und wie sich das im täglichen amerikanischen Leben widerspiegeln tut ein anderes Mal mehr.

Sonntag, 16. September 2007

Who are you? Who who - who who

Da es sich Torsten kürzlich bei diesem ->Eintrag nicht verkneifen konnte mein anyways zu kommentieren will ich heute etwas Aufklärung dazu bieten. Und als erstes gleich vorneweg; er hat natürlich recht, richtig heisst es anyway.

Anyways!

Das frustrierende interessante wenn man Englisch (oder wahrscheinlich irgendwelche Sprache) lernt ist die Tatsache, dass "Eingeborene" in ihrer Muttersprache in keinster Art und Weise das Englisch sprechen welches man uU mühevoll in der Schule gelernt hat. Da gibt es erstens das was man schlechthin Dialekte nennt (als Schweizer weiss ich was damit gemeint ist), dann Redewendungen, Synonyme und dabei nicht zu vergessen das was man so schön idiomatisch nennt und dann Begriffe welche im angelsächsischen Raum unter dem Terminus informal oder colloquial (notabene für mein Verständnis schlecht zu vergleichen oder zu übersetzen mit umgangssprachlich) figurieren und je nach Umgebung auch zum Slang degradieren. Vor allem letztere drei Typen sind im Englischen für Nicht-Muttersprachler schwierig einzuschätzen. Als genereller Rat gilt die Finger (resp. das Mundwerk) davon zu lassen.

Irgendwann kommt man nicht darum herum und schnappt sich solche Floskeln auf und bindet sie in den Wortschatz ein - selbst wider besseren Wissens. Anyways gehört für mich dazu. Aus dem Standard Englisch ist mir zwar bewusst und bekannt das es anyway heisst und auch noch ein anyhow oder whatever gibt wenn ich so etwas ausdrucken will wie "Was/Wie auch immer" - mir doch egal! Bei whatever kann man sogar noch streiten ob es nicht in zwei Wörtern - what ever - geschrieben werden muss. Dann gäbe es noch however was wiederum immer zusammengeschrieben wird und nicht genau gleich zu verwenden ist. Ferner mit Vorsicht zu geniessen wie man in den Erläuterungen dazu im Wiki sieht. Dann sollte man noch die räumliche wherever (nicht whereever) und persönliche whoever Variante erwähnen.

Das anyways aufgeschnappt habe ich in meiner, sagen wir mal beruflichen, Umgebung denn hier höre ich selten bis gar nie anyway sondern immer anyways. Zu Beginn dachte ich noch es muss am Feintuning meiner Ohren liegen, dass ich noch ein S im Ohr nachklingeln höre aber immer öfter wurde klar das die hier alle anyways sagen. Also mal kurz im Wordreference Forum nachgeforscht und tatsächlich wurde das Thema schon einige Male erwähnt und in diesem Thread zusammengefasst. Da lernt man dann, dass es anyways schon sehr lange gibt aber halt eben von der Mehrheit nicht als Bestandteil des Standard English angesehen wird und, dass man darüber sogar sehr aufgeregt diskutieren kann wenn man wegen dem Gebrauch des Wortes sozial klassiert oder eingestuft wird. Eine Klassifizierung ist die regional Zuordnungen auf den Süden von Amerika - was auf Texas ja zutrifft. Aber eben nochmals zur Erinnerung die Regel als Nicht-Muttersprachler am besten die Finger von solchen Wörtern zu lassen selbst wenn man im Süden von Amerika unterwegs wäre.

Da Englisch eine Weltsprache ist, da auf der ganzen Welt gesprochen und deshalb auch beeinflusst (und verändert) wird, ergeben sich wohl verstärkt Fehler in der Anwendung welche im entsprechenden Umfeld als vollkommen normal angesehen werden aber ausserhalb davon klar als Fehler taxiert werden. Natürlich gibt es Beschützer der Sprache und Paul Brians von der Washington State University ist einer davon und nebst anyways hat er eine ganze Liste solcher Fehler aufgelistet. Wer sein Englisch möglichst "standard rein" halten will also diese Liste komplett auswendig lernen. Anywho!

Was in der Liste von Paul Brians noch fehlt, reihum als falsch bezeichnet wird aber man nichts desto trotz immer wieder hört ist anywho anstelle von anyhow. Das heisst selbst wenn es sich auf Sachen bezieht und nicht Personen was man ja noch knapp verstehen (akzeptieren ???) könnte. Soeben kürzlich habe ich es wieder gehört und zwar aus dem Munde von Dennis Miller und somit nicht irgend einem low grade idiot oder Immigranten wie mir der dauernd in die who versus how Falle tappt. Beim Sprechen habe ich damit eigentlich keine Problem aber wenn ich eines der beiden Wörter schreiben muss komme ich immer ins grübeln und benötige meine Eselsbrücke. Ich muss zur Hilfe an die Gruppe The Who denke.

Wie auch immer, ich bleibe hier im Süden beim anyways - muss mich ja irgendwann einmal anpassen selbst wenn ich den Texas drawl nie wirklich rein kriegen werde. Von anywho werde aber auch ich vorerst einmal die Finger lassen und hoffentlich auch nicht in voller Aufregung über meine Zunge rutschen lassen. Was immer!

Samstag, 15. September 2007

Humberto war kurz da

Ich habe in meinem Blog Archive alte Artikel studiert und da ist soeben etwas aktuelles passiert das ich mit einem jener Blogs verbinden kann. Im Blog vom 30. Juli habe ich auf den Unterschied zwischen Hurrikan und Tornado hingewiesen und das Texas nicht am Atlantik liegt.

Vor allem letztere Aussage ist im Bezug auf einen Hurrikan ja nicht ganz korrekt. Obwohl ein Hurrikan üblicherweise seinen Ursprung im Atlantik hat kann er durchaus auch in Texas auf Land treffen - wenn er den Weg durch Golf von Mexiko gemacht hat. Oder wie Hurricane Humberto welcher soeben im Golf von Mexiko selbst erst so richtig los legte.

Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag werden viele Bewohner an der Südostküste von Texas nicht so schnell vergessen vor allem weil es eine kleine Überraschung war. Was wie erwähnt normalerweise seinen Ursprung weit draussen im Atlantik hat und man mehr als eine Woche im voraus weiss ist im Verlauf des Mittwochs knapp vor der Küste entstanden und über die kleine Ortschaft High Island, Texas hinweg gefegt. Humberto gilt nun als der erste Hurrikan seit Rita vor zwei Jahren welcher auf amerikanisches Festland traf. Obwohl es "nur" ein Kategorie 1 Sturm war hat es entsprechend der Bauweise natürlich wieder einige Bewohner resp. deren Häuser arg erwischt - vor allem weil unerwartet. Florida wird spöttisch oft der Plywood State (Sperrholz Staat) genannt weil in der Vorbereitung auf einen Hurrikan die Bewohner ihre Fenster und Eingänge mit Sperrholz verbarrikadieren. Dazu war die Vorwarnzeit bei Hurricane Humberto leider viel zu kurz als dass man noch zum Baumarkt rennen konnte. Ein Todesopfer ist angeblich zu beklagen. Ein Mann kam ums Leben weil sein Carport (überdachter Parkplatz) über ihm eingestürzt ist.

Hier in Central Texas hat man vom Sturm überhaupt nichts mit bekommen. Im Gegenteil! Der Wirbel vom Sturm hat die ganze Feuchtigkeit aus der Gegend quasi abgesogen und im Moment haben wir deswegen schönstes Sommerwetter und gemäss Vorhersage wird es auch noch einige Tage weiterhin so schön bleiben. Und überhaupt bleibt es auch so noch einige Zeit lang angenehm warm. Der Herbst kann noch warten und den Winter haken wir dann innerhalb eines Monat ab irgend wann im Februar.

Donnerstag, 13. September 2007

Jenseits des Mississippi

Was ich hier auch so sehr liebe ist die Vielfalt an Radio und Fernsehen und wer schon mal in den USA war und sich entweder Radio oder Fernsehen zu Gemüte geführt hat wird sich vielleicht gewundert haben über deren Sender Bezeichnungen. Während in der alten Heimat SRG, ARD&ZDF, SWR Ö1-3 und und und ja Abkürzungen sind welche man mit entsprechendem Wissen nachvollziehen kann, ist es bei KLBJ, WQHT, KXAN, WGN and whatnot schon etwas schwieriger. Das einzige was einer bei vielen Reisen und genauer Beobachtung feststellen wird ist, dass die Sender im Osten fast ausschliesslich Wxxx heissen und im Westen Kxxx. Was haben sich die Amerikaner da wohl wieder dabei gedacht.

Was die beiden Anfangsbuchstaben angeht relativ wenig. Dazu muss man die ITU (International Telecommunication Union) zu Rate ziehen und deren ITU Prefix Liste. Durch die ITU sind allen Ländern entsprechende Buchstaben oder Buchstabengruppen zugeordnet welche in vielerlei Kommunikation verwendet werden und den Sendern als deren Call Sign (Rufzeichen) dienen. In der Schweiz dürfte HB vielen bekannt sein als Kennzeichen bei Flugzeugen und ist nebst HE eines der beiden Prefixe für die Schweiz. Die USA haben nun W, K zugeordnet bekommen plus noch ein paar mehr da etwas grösser als die Schweiz. Zu Beginn der Radio Kommunikation wurde in Amerika erst einmal wahllos W und K den Sendern zugeteilt plus zwei weitere Buchstaben. Relativ schnell war aber klar, dass es mit dem Boom des Radio keine freien Bezeichnungen mehr geben würde. In wie weit da schon Fernsehen eine Rolle mitgespielt hat weiss ich nicht aber bezweifle es mal. Ist heute erstens etwas anders geregelt wie wir gleich sehen und zweitens kam es auch erst einige Jahre später auf.

Die FCC (Federal Communication Commission) welche in Amerika über das alles Wacht hat dann irgendwann um 1930 herum beschlossen erstens auf drei zusätzliche Buchstaben auszuweiten und das erwähnte W für Sender im Ost und K für Sender im West bestimmt und dazu als Trennlinie den Mississippi bestimmt. There you go! Einige alte Sender existieren aber noch welche diese frühgeschichtliche Bezeichnung behalten durften und deshalb gibt es über das Land verteilt noch einige Sender mit einem 3-letter Callsign und eventuell auch noch jenseits des Mississippi. WGN ist für ersteres ein bekanntes Beispiel. Diese Call Sign Regelung ist nach Einführung von Fernsehen und FM natürlich noch um einige Details erweitert worden. Ein Detail wäre die Art der Kommunikation. Die primäre Abkürzung steht grundsätzlich für den Sender und nicht die Kommunikationsart welche er ausstrahlt, d.h. ein Call Sign kann für TV, AM oder FM sein, plus noch einiges mehr.

Als ich mich etwas über dieses Thema - für mich und euch - schlau gemacht habe bin ich sogar noch auf eine kleine Überraschung gestossen. Was hier beim Radio hören nicht unbedingt auffällt aber doch prägnant und irgendwie typisch für US-Radios ist, sind die explizite Nennung von Sender Name, Frequenz und Lokation. OK, macht man in der alten Heimat irgendwie ja auch, aber eben nicht ganz so typisch und explizit. Tatsächlich ist es nun so, dass die Sender durch die FCC verpflichtet sind stündlich, mit der Bitte kurz zur vollen Stunde, sich zu identifizieren durch Mitteilung der Sender Bezeichnung, Frequenz/Kanal und die Lokation ihrer Registrierung. Ob das noch und vor allem wie geprüft wird sei mal dahingestellt aber es ist interessant wie das mehr zelebriert wird denn als Pflicht durchgegeben wird. Ich habe mich ja schon einige Male dabei ertappt laut mitgesprochen zu haben: "This is KASE 101 - Austin, Texas" - "Yeehah!" Ok, das Yeehah ist mein Zusatz und nicht Bestandteil der Sender Identifizierung und irgendwann geben sie auch noch die effektive Frequenz an 100,7 und die Bezeichnung als K-A-S-E und nicht als Wort Kase ausgesprochen. Das Mitsprechen vorhin war wenn ich auf Country eingestellt bin. Oft bin ich auf Classic Rock getrimmt mit KLBJ 93.7 FM - The Rock of Austin. Der einzige Sender der nun etwas aus der Reihe tanzt ist 103.5 BOB FM. Wenn man aber genau hinhört zur vollen Stunden dann hört man noch eine andere Kennung nämlich KBPA und vor allem auch, dass der Sender eigentlich in San Marcos beheimatet ist.

Wer mal rein hören will einfach die Websites prüfen. Viele der Sender könnt ihr auch über Internet empfangen, obwohl hier sind immer noch Diskussionen im Gange wegen den Gebühren. Das geht immer etwas hin und her, so dass die Sender manchmal wieder ihre Präsenz im Internet einstellen.

Beim Fernsehen notabene können sie die Sender Identifizierung elegant mit der Kennung in der Bildecke lösen wobei diese Pflicht wiederum nicht mehr gilt für Sender welche ausschliesslich über Kabel übermittelt werden. Zur Fernsehlandschaft werde ich mir später mal ein Thema einfallen lassen.

Dienstag, 11. September 2007

Montag, 10. September 2007

Schuhlöffeln

Ich habe an anderer Stelle schon berichtet, dass man in der englischen Sprache ein Hauptwort relativ problemlos in die Tätigkeit umwandeln kann. Soeben in einem meiner Emails im Office habe ich folgenden Satz gefunden der diesen Fall wunderschön vorführt.
That tool in particular was never truly meant to be for inventory tracking though we have managed to shoehorn it into that function.
Frei ins Deutsche übersetzt
"Dieses Programm im besonderen war nie wirklich dazu bestimmt das Inventar zu pflegen, jedoch, wir haben es geschafft es in diese Funktion zu schuhlöffeln."

Sonntag, 9. September 2007

Donnerstag, 6. September 2007

NFL Opening Kickoff 2007

Die Football Season der NFL (National Football League) ist heute Abend offiziell mit dem Kickoff Game eröffnet worden. Seit 2002 und nun zum vierten Mal in Folge zu Ehren des Super Bowl Champions der letzten Season veranstaltet die NFL am Donnerstag vor dem Start Wochenende das erste Spiel.

Die Indianapolis Colts als Super Bowl Champions der letzten Season empfingen heute zu Hause die New Orleans Saints und setzten gleich ein starkes Zeichen an die restlichen Teams und Kommentator Al Michaels von NBC interpretierte es bezeichnet zum Schluss, "We are the champions, make no mistake!". Peyton Manning warf drei laserscharfe Touchdown Pässe und die Verteidigung im Gegensatz liess keinen Touchdown zu. Lediglich ein Fieldgoal und ein Fumble Touchdown welche die Offensive der Colts hinnehmen musste gestattete den Saints Einträge auf dem Scoreboard.

New Orleans Saints - Indianapolis Colts 10:41

Spielbericht auf NFL.com

Zeit - Verschiebung

Google linkt gerne hierhin und jemand hat bei Yahoo! Clever einen Link gesetzt. Da die meisten wohl nicht an meinem Blog Eintrag interessiert sind aber an einer Antwort zu am/pm oder et/pt habe ich nun erst eine kurze Antwort für die Wissensdurstigen und dann wer noch mag meine ursprüngliche Geschichte.

Zuerst einmal was ist am oder pm. Die Abkürzungen stehen für ante meridiem respektive post meridiem was ganz simple entweder vor dem Mittag oder nach dem Mittag bedeutet. Die Bezeichnung 8pm ist somit 8 Uhr nach dem Mittag und was man in der alten Heimat unter 8 Uhr abends oder 20:00 Uhr versteht.

Und nun zu ET und PT was für manche wohl das grössere Fragezeichen ist. Vorab um das besser zu verstehen etwas Geographie und der bescheidene Vermerk das Amerika sehr gross ist!

Von Ost nach West sind es so im Durchschnitt 3,000 Meilen oder ~4,800 Kilometer. Der Erdumfang am Äquator ist ~40,000 km und zu den Polen hin wird der Umfang natürlich noch kürzer. Amerika ist somit in der Breite gesehen einiges länger als ein Zehntel, etwa ein Achtel. Dieser Achtel umgerechnet auf einen 24 Stunden Tag ist damit drei Stunden und tatsächlich verhält es ist auch genau so mit den Zeiten in Amerika. Wenn es 8pm ist an der Ostküste dann haben wir erst 5pm an der Westküste. Folglich braucht es für drei Stunden Zeitunterschied vier Zeitzonen.

Die Abkürzungen sind somit Hinweise auf Zeitzonen. ET steht für Eastern Time (Ost-Zeit) und PT für Pacific Time (Pazifik-Zeit). Die zwei Zeitzonen dazwischen sind CT Central Time (Zentrums-Zeit) und MT Mountain Time (Berg-Zeit). Der Mountain oder Berg ist eine Referenz für die Rocky Mountains.

Bedingt durch diese Distanzen und Zeitzonen hat das entsprechend Auswirkungen auf die Zeitangabe wie für das Fernsehen und die Programme. Live Sendungen wie z.B. beim Sport müssen entsprechend nebst der Zeit unbedingt angeben auf welche Zeitzone sich diese Angabe bezieht. Wenn der Beginn eines Spiel irgendwo mit 1ET angegeben wird dann weiss ich, dass dies genau zum Mittag ist in der Central Time. Will ich das im Fernseher anschauen muss ich folglich um 12 Uhr einschalten und nicht erst um 1 Uhr. Wäre ich wiederum an der Pazifikküste wüsste ich, dass ich das bereits um 10 Uhr morgens machen muss.

Das reguläre Programm wiederum wird bei den Hauptsendern in den entsprechenden Zeitzonen versetzt und damit zur gleichen tatsächlichen Tageszeit ausstrahlen. Eine Ausnahme ist hierzu jedoch fast die gesamte Central Time welche mit der Eastern Time gleich geschaltet ist. Das wird man mit 9/8c angegeben. Wenn eine Sendung um 9 Uhr abends beginnt an der Ostküste dann läuft das im Mittelland zwar "gleichzeitig" aber bereits um 8 Uhr. Eine Serie wie z.B. NCIS wird somit in diesen zwei Zeitzonen zwar gleichzeitig aber nicht "zeitgleich" ausgestrahlt. Die meisten MT und PT Zonen wiederum strahlen die Serie "wahrscheinlich" um 9 Uhr aus. Entsprechend findet man oft den Vermerk Check your local listings was soviel bedeutet wie, dass man die genau Startzeit in der lokalen Zeitung nachschauen soll wann das ausgestrahlt wird.
Und nun mein ursprünglicher Blog Eintrag--wer noch mag.


Heute beim Online Blick in die alte Heimat folgendes gefunden und darüber gegrübelt.
Das neue Spitzenmodell «iPod touch» sieht wie das Apple-Handy iPhone aus, wird ebenfalls über einen berührungsempfindlichen Bildschirm bedient und kann drahtlos (WiFi) mit dem Internet verbunden werden, wie Apple gestern (Ortszeit) bekannt gab.
Gestern - Ortszeit? Wie versteht sich das und ist vorgestern (Ortszeit) oder in der letzte Woche (Ortszeit), im Monat April (Ortszeit) und im Jahr 2004 (Ortszeit) auch möglich? Ich bin ganz discombobulated (durcheinander).

Im gleichen Online Blatt auch noch gefunden
Der 65-Jährige hatte dies bereits im März in Aussicht gestellt und eine Wahlkampforganisation aufgebaut. «Ich bewerbe mich um die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten», sagte Thompson in der «Tonight Show» von Jay Leno auf NBC, die Mittwoch um Mitternacht (Ortszeit) ausgestrahlt wurde.
Diese Ortszeit kann ich noch nachvollziehen, sprich macht Sinn. Allerdings, je nach Wohnort muss es nicht Mitternacht sein. Sendungen welche nicht Live sind werden oft zu unterschiedlichen Zeit ausgestrahlt wegen den mehreren Zeitzonen in Amerika.

Die Tonight Show in diesem Falle wird irgendwann am Nachmittag in California aufgezeichnet und ein erstes Mal um 11:35pm ET (Eastern Time) ausgestrahlt. Das geht dann zwar über Mitternacht für diejenigen an der Ostküste aber für mich zB in Texas gilt die Central Time. Da die Show in den Staaten mit Central Time effektiv zur gleichen Zeit ausgestrahlt wird wie an der Ost Küste mit Eastern Time flimmert die Show bereits um 10:35pm über meinem Bildschirm. Bei den Programm Ankündigungen sieht man daher oft 9/8C (ausgesprochen nine-eight Central) angegeben. Das bedeutet somit die Show läuft um 9 Uhr an der Ostküste und gleichzeitig in den Zonen mit Central Time halt schon eine Stunde früher. Andere Zeitangaben in der Prime Time wären entsprechend 7/6c, 8/7c oder 10/9c.

Etwas anders und irgendwie umgekehrt sieht es dann an der West Küste aus, da wird die Show um 11:35pm PT (Pacific Time) ausgestrahlt, allerdings separat in den Staaten mit Mountain Time effektive schon zwei Stunden früher um 10:35pm MT. Eine gemeinsame Darstellung der Zeit so wie an der Ostküste mit der Central Time ist dort nicht erforderlich weil eine solche Sendung ja auch effektiv nicht zeitgleich ausgestrahlt wird.

Dann gibt es noch eine weitere Variante der Zeitangabe. Sender welche ihr Programm amerikaweit ankündigen, zB in Zeitschriften oder Internet, verwenden wiederum das Format 10 ET/PT, dh die Sendung sollte effektiv 10 Uhr Ortszeit ausgestrahlt an der Ost und Westküste. Man kann und muss dann dabei annehmen, dass dieses Programm in Central und Mountain Time entsprechend um eine Stunde über den Bildschirm flimmert.

Das alles kann aber unter bestimmten Umständen in einer Stadt auch wieder ganz anders sein. Vor allem die Mountain Time Zonen stehen etwas quer in der Sender Landschaft. Die sogenannten Affiliates (Zweigstellen) der grossen Sender, wie zB NBC in diesem Fall, sind in ihrer Gestaltung "relativ" frei wann sie diese aufgezeichneten Sendungen ausstrahlen. Die Kabelnetz Betreiber spielen dabei natürlich auch noch eine Rolle und wie das bei den Satelliten Anbietern wie DirectTV oder Dish Network aussieht frage ich mich auch gerade noch. Daher findet man bei solchen Sendungen auch immer den Hinweis Please check your local listings - Man soll bitte die lokalen Sendepläne konsultieren.

PS: ET also Eastern Time ist im Normalfall 6 Stunden später als Mitteleuropäische Zeit. Die Ausnahme sind ein paar Wochen bei der Sommerzeitumstellung. Weiter haben wir plus eine Stunde für Central Time (CT) was fast zu 100% für Texas zutrifft (und damit natürlich auch Austin). Nochmals eine Stunde kommt dazu bei Mountain Time (MT) und last but not least eine weitere Stunde zur Pacific Time (PT). Letzteres ist somit 9 Stunden von Mitteleuropa verschoben in der Zeit.

Etwas zur 12-Stunden Uhr -- anstelle der Anzeige in 24 Stunden -- und damit verbunden AM versus PM habe ich später in diesem Beitrag geschrieben.

Dienstag, 4. September 2007

In Memorium Michael Jackson

Wie es der Zufall so will habe ich heute schon wieder etwas vor am Abend. Ich treffe mich mit meinem deutschen Buddy. Wir haben beschlossen dem Konzept der Unterstützung hilfebedürftiger junger Frauen treu zu bleiben wie ich das gestern schon beschrieben habe. Wir sind zu einem weiteren Lokal dieser Art von Gastronomie gegangen, dieses Mal bei Hooters am Riverside Drive. Die Hooters Restaurants sind schon eine grössere Kette und gehört sicherlich zu den Vorvätern dieser Family Restaurants. Mittlerweile sind sie auch in Europa vertreten denn gerade kürzlich habe ich erfahren, dass es solche Lokale auch in der alten Heimat gibt. Sogar mit entsprechendem Aufruhr -- typische amerikanische Doppelmoral! Keine Ahnung die Leute. Die Speisekarte von Hooters ist zwar nicht so umfangreich wie bei Bone Daddy's aber das ist auch nicht so schlimm, denn es sind die Chicken Wings welche einfach Pflicht sind bei Hooters. Man(n) kann sagen, dass man(n) ausschliesslich wegen diesen Wings zu Hooters geht. Ja, und natürlich auch wegen dem Sport am Fernseher und um die armen jungen Frauen zu unterstützen. Die Musik war auch noch interessant, es liefen einige (sehr) alte Titel. Vor allem bei Day Tripper von den Beatles konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Eigentlich hätte ich ja heulen müssen. Kaum jemand ausser mir in dem Lokal dürfte schon geboren sein als der Song die Charts stürmte.

Anschliessend wollten wir noch etwas die Bierkultur in Austin fördern. Sind wir also zum Ginger Man an die 4th Street gegangen. Beim Ginger Man kann man sich ein Bier aus einem der mehr als 70 Hähne an der Wand zapfen lassen. Oder auch eines der vielen Flaschenbiere bestellen. Das Lokal ist in einem alten Gebäude und der sehr hohe Raum gibt dem Lokale eine besondere Atmosphäre. Nebst der Bar hat es die üblichen Tische aber auch einige Lümmelecken wo man sich auf einer Couch oder in einem Sessel niederlassen kann. Wer will kann auch noch ein Spiel machen an einem der Dartboards oder am Billardtisch. Am heutigen Dienstag Abend war nicht viel los aber so mussten wir uns folglich nicht um einen der Sofa Plätze streiten. Geschlürft haben wir zuerst ein Guinness (weil man das einfach nur ab Fass richtig geniessen kann).

Auf dem Ecktisch hatte es einige Kopien eines Biermagazins in welchem ich etwas geblättert und gelesen habe. Da war auch ein Artikel über Michael Jackson, ein Engländer und der Kultautor oder Ratgeber wenn man so sagen kann über Bier und dann aber auch über Whisky. Also nicht DER Michael Jackson - die singende, gebleichte und kinderliebende Pop-Ikone aus Amerika. Zu meiner Zeit als Bartender hatte ich mir mal die kleine Ausgabe des Bier Ratgebers gekauft, also das vom Autor nicht vom Sänger. Das erinnert mich, es muss echt sch....e sein den gleichen Namen zu haben wie eine Bekanntheit. Wo war ich? Ach ja, im Magazin habe ich dann auch erfahren, dass er [der Autor] ua als Beer Hunter (Bier Jäger) bekannt ist und eine entsprechende Website hat. Muss ich also mal rein schauen. Etwas später war es Zeit für ein zweites Bier. Wie ich am Tresen stand und auf das Bier warte sagt ein anderer Gast zum Bartender: "So, Michael Jackson's dead, huh?" - "Jup" so die knappe aber bestätigende Nachricht des Bartenders. Hmm, da hatte ich gerade den Artikel gelesen und nun erfahre ich, dass er tot sein soll? Zuhause im Internet gegooglet und tatsächlich ist seit kurzem bekannt, dass er angeblich schon am letzten Donnerstag in London im Alter von 65 Jahren an einem Herzversagen gestorben ist. Möge er in Frieden ruhen und hoffentlich im Himmel weiterhin auf die Jagd nach Bier gehen dürfen. Ich hab leider keine Ahnung wie die Regeln dort sind, mit Alkohol und so. Ich denke, ich sollte einmal in eine der Kirchen hier gehen und nachfragen. Könnte ich auch noch das Thema Doppelmoral besprechen. Das gäbe sicher einen interessanten Blog Eintrag. Der Gast im Pub hat noch gemeint; er hat halt vielleicht zu viel Bier und Whisky testen müssen. Wer weiss das alles schon, so viele Fragen und keine Antworten. Als zweites Bier habe ich mir übrigens noch ein dunkles amerikanisches Bier gegönnt. Hab mir aber leider den Namen nicht gemerkt. Geschmeckt hat es auch so. Ein Hoch auf Michael!

Auch hier war die Musik noch interessant. Mehrheitlich alles Blues, R&B und Soul Klassiker aber dazwischen immer wieder ELO (Electric Light Orchestra). Irgendwie weird (sonderbar, eigenartig). Keine Ahnung ob die Musik ab Band, CD kam oder die Mischung aus den Wünschen in einer Music Box zusammengestellt wurde. Auf alle Fälle kam ich mir nicht mehr so Prähistorisch vor.

Das Haus in dem das Ginger Man Pub geheimatet ist, ist wie viele Gebäude in Downtown Austin (Innenstadt von Austin) bedroht irgendwann einem grossen Hochhaus Platz machen zu müssen. Immer wieder liesst und hört man vom Kampf der alteingesessenen Austinites gegen die finanzstarken Unternehmen. Erstere wollen Austin eigenartig und verrückt halten, letztere natürlich haben wahrscheinlich nur den Profit im Visier.

Austin eigenartig, sonderbar oder auch verrückt zu behalten (wie immer man weird übersetzen will) ist übrigens ein Motto von vielen für Austin und lautet Keep Austin Weird. Es ist sogar bei der lokalen Politik auf der Agenda unter Cultural Vitality (kulturelle Lebensfreude). Irgendwann werde ich dazu mal etwas ausführlich berichten und einen Streifzug durch das Zentrum von Austin machen für euch. Da gibt es wirklich einige verrückte Sachen zu sehen und natürlich zu berichten.

Montag, 3. September 2007

Chicks - Hühner

Heute treffe ich mich wieder einmal mit meinem Versicherungsfritze und Buddy Mark. Wir wollen zum Ballpark (Baseball Stadion) gehen und das letzte Spiel der Season der Round Rock Express sehen. Zwei Stunden vor Spielbeginn haben wir bei mir im Süden von Austin das was man downpour nennt, im Deutschen so etwas wie ein Wolkenbruch oder wenn es aus Kübeln schüttet. Eine Viertel Stunde später war das zwar vorbei aber auf dem Weg in den Norden von Austin muss ich dauernd immer wieder Tropfen auf meiner Windschutzscheibe wegwischen. Wir entschliessen uns kurzfristig das Spiel sausen zu lassen, ziemlich sicher wird es mal um eine Stunde verschoben und die Wahrscheinlichkeit, dass es dann ganz abgesagt wird besteht auch noch. Stattdessen macht Mark den Vorschlag zu Bone Daddy's am Research Boulevard zu gehen. War ich noch nie, also los!

In Amerika gibt es einige Unternehmen, ausschliesslich in der Gastronomie, welche es sich wohl zum Ziel gemacht haben speziell junge Frauen zu unterstützen und ihnen eine Beschäftigung und seriöses Einkommen zu ermöglichen. Der Grossteil dieser Frauen muss glücklich sein darüber den einige sind fast etwas unterernährt und eigentlich alle können sich wohl keine richtigen Kleider leisten. Der Betreiber des Lokals stellt ihnen aber wenigstens Shorts und ein sauberes T-Shirt zur Verfügung. Bei Bone Daddy's in der Bedienung arbeiten ausschliesslich solche arme junge Frauen aber man sieht sprichwörtlich, dass sie sehr froh darüber sind -- sie sind allesamt sehr fröhlich. Da nur wegen der jungen Frauen kaum Menschen kommen würden und die armen Frauen unterstützen hat es immer auch eine grosse Anzahl von Fernsehgeräten an den Wänden auf denen Sport läuft. Eine perfekte Symbiose, sportbegeisterte Menschen, mitunter auch ganze Familien, kommen in diese Art von Lokalitäten. Sie schauen Sport während sie sich ernähren bei etwas leckerem von der Speisekarte und ermöglichen so den jungen Frauen ein Einkommen. So hatten sich Mark und ich einige Football Spiele gleichzeitig angesehen. Von der Karte habe ich mir ein Beer Can Chicken bestellt, das war aussen schön knusprig und ihnen ausgesprochen super zart. Natürlich konnte ich nicht das ganze Hähnchen essen und hab mir den Rest einpacken lassen. Das gibt eine schöne Überraschung für Lucky wenn ich nach Hause komme.

Um 10 Uhr haben wir dann beschlossen das wir genug junge Frauen, ähm Sport gesehen haben und so gingen wir nach Hause. Auf dem Heimweg dachte ich mir ich könnte noch schnell einige Lebensmittel einkaufen. Viele der Grocery Stores (Lebensmittel Lade) haben 24 Stunden geöffnet. Bin ich folglich noch bei meinem H-E-B auf den Parkplatz eingebogen und hab mir einen Einkaufswagen geschnappt und bin durch die Gänge gefahren auf der Suche nach Nahrung. Da kommen ja immer noch die animalischen Triebe hoch wie wenn man sich auf der Jagd befindet. Hah, da die Milch, hab ich dich! Blattschuss, ein Stück Rindfleisch! Beim Gemüse (ja die Amerikaner essen auch Gemüse) hab ich zum ersten Mal den Longhorn an der Wand registriert wie das Bild zeigt. Eine Referenz an das lokale College Football Team natürlich. Der Vorteil so spät noch einzukaufen ist natürlich, dass man fast alleine unterwegs ist. Allerdings findet auch eine andere Aktivität statt welche einem beim Weg durch die Regale behindert. Aus dem Lager werden hunderte Kisten rausgefahren und dutzende Mitarbeiter sind höchst aktiv auch um diese Tageszeit und beginnen die Regale wieder aufzufüllen.

Wer übrigens denkt in Amerika ist alles 24 Stunden täglich erhältlich sei gewarnt. Ich kann es nur gerade für Texas mit Bestimmtheit sagen, ab Mitternacht gibt es bis irgendwann in die Morgenstunden kein Alkohol zu kaufen. Das musste ich am 4. Juli respektive 5. Juli erfahren. Da bin ich nach der Independence Day Party um 10 Minuten vor Mitternacht noch eingeschwenkt bei H-E-B weil ich noch etwas brauchte und habe mir auch gleich einen Karton Notvorrat an Bier geangelt. Da ich dann aber erst um 5 Minuten nach Mitternacht an der Kasse war wurde mir der Karton gnadenlos wieder weggenommen. Also immer schön voraus planen!

War es für mich also ein richtig gelungener Abend. Durch unseren Besuch hatte ich geholfen ein paar arme junge Frauen finanziell zu unterstützen, eingekauft hatte ich und mein Hund hat auch wieder einmal etwas spezielles abbekommen ausser nur Konserven Futter. So etwas sollte ich bald wieder einmal machen.

Sonntag, 2. September 2007

Zum letzten Indianer

Ich weiss nicht mehr um was es ging. Vor einigen Wochen hat jemand von der amerikanischen Regierung zu irgend etwas in der Welt seine Meinung kundgetan. Auf gut Deutsch sich eingemischt in die Angelegenheiten eines anderen Landes. Gelesen habe ich das irgendwo im Online Artikel einer Zeitung in der alten Heimat und natürlich hat ein Schlauberger seinen Kommentar dazu gehängt, ua (wieder einmal) mit der Bemerkung, dass sich die Amerikaner erst bei den Indianern entschuldigen sollten. Ich habe beim Monument Valley Indianer gesehen die Schmuck und andere Kunst verkauft haben. Und ich hatte geheult und mich innerlich entschuldigt. Aber ehrlich, ich verstehe nicht warum immer die Sprüche kommen, dass sich die Amerikaner entschuldigen müssten. Mir fehlt etwas die Basis dafür und die Geschichte unterstützt es auch nicht ganz. Interessanterweise gab es gerade kürzlich einen passenden Artikel mit Basiswissen dazu beim Autor.

Was bei dieser Anschuldigung immer schön vergessen wird ist, dass es Europäer waren die den amerikanischen Kontinent in Besitz nahmen und die Indianer verdrängten. Und so nebenbei nicht nur auf dem Gebiet was heute die USA sind. Ich stelle hier auch gleich eine Behauptung auf. Ohne die Unabhängigkeitserklärung gäbe es heute keine Indianer mehr. Den kolonialen Herrschern beziehungsweise deren fernen Regierungen wäre es total egal gewesen was mit den Ureinwohnern passiert wäre. Der neue Staatenbund und deren Verfassung hingegen ermöglichte es die Indianer vor der kompletten Ausrottung zu schützen. Ob und wie dies seit der Gründung der USA abgelaufen ist, ist sicher sehr umstritten und auch heute noch ein heisses Thema, dazu kann ich und will ich mich nicht äussern. Aber eben, ich denke Amerika als solches braucht sich nicht zu entschuldigen und es geschehen immer wieder Bemühungen das Verhältnis zu verbessern oder Fehler zu korrigieren. Und zwar nicht nur von der Regierung. Jüngstes Beispiel habe ich am Donnerstag in der lokalen Zeitung gelesen.

Am 1. September im College Football empfangen hier in Austin die Texas Longhorns der University of Texas das Team von Arkansas State. Letztere sind aber auch als die Indians bekannt und haben entsprechende Signaturen und Maskottchen so wie hier alles mit dem Longhorn betitelt und verziert ist. In dem Artikel vom Statesman steht nun allerdings geschrieben, dass davon nur noch der Name auf dem Scorebord zu lesen sein wird. Auch der wird demnächst verschwinden und durch einen neuen Namen ersetzt. Was ist passiert?

Ich hatte kürzlich die Sportaktivitäten der Schulen erläutert und was die NCAA dabei für eine Rolle spielt. Eben diese NCAA welche alle Championships überwacht und regelt hat sich 2001 über die Verwendung von Namen, Logos und Maskottchen Gedanken gemacht die mit indianischer Kultur in Verbindung stehen und welche einige Schulen für ihre Teams verwenden. Mitte 2005 hat man dann das ganze ausformuliert den Clubs vorgelegt und im August wurden die Guidelines (Richtlinien) ausgegeben. Bis 1. August 2008 sind die Schulen verpflichtet entsprechende Darstellungen oder Namen aus ihren Sportvereinen zu entfernen welche in NCAA Championships teilnehmen.

Die Ausnahme bestätigt natürlich auch hier die Regel. Schulen welche Referenzen zu oder mit einem entsprechenden Stamm haben können diese behalten sofern es deren Stammes Regierung bewilligt. Sofern man das so sagen darf, Pech haben alle wie zB Arkansas State die einfach Indian im Namen da es dafür keine Regierung gibt. Diese Option bleibt denen verwehrt. Sie können nur die Änderungen vornehmen - oder klagen. Das scheint aber einzig die University of North Dakota (Fighting Sioux) in Erwägung zu ziehen und will die Richtlinien gesetzlich anfechten. Ob sie damit Erfolg haben bezweifle ich mal, denn es steht jeder Schule frei sich der NCAA anzuschliessen. Werden in einem Verbund Gesetze geändert oder Richtlinien herausgegeben welche einstimmig angenommen wurden sollte das eigentlich unanfechtbar sein.

Übrigens die Longhorns haben das erste Spiel gestern 13:21 gewonnen gegen Arkansas State. Man beachte, dass Heimteam wird in Amerika immer an zweiter Stelle genannt und somit auch das Resultat. Schön nach dem Motto: "Das Team A ist zu Besuch bei Team B". In diesem Sinne finde ich es auch sehr schön und positiv, dass wir nun zum letzten Mal sagen mussten wir haben die Indianer besiegt.

Show Me The Money!