Downtown Austin

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Montag, 3. September 2007

Chicks - Hühner

Heute treffe ich mich wieder einmal mit meinem Versicherungsfritze und Buddy Mark. Wir wollen zum Ballpark (Baseball Stadion) gehen und das letzte Spiel der Season der Round Rock Express sehen. Zwei Stunden vor Spielbeginn haben wir bei mir im Süden von Austin das was man downpour nennt, im Deutschen so etwas wie ein Wolkenbruch oder wenn es aus Kübeln schüttet. Eine Viertel Stunde später war das zwar vorbei aber auf dem Weg in den Norden von Austin muss ich dauernd immer wieder Tropfen auf meiner Windschutzscheibe wegwischen. Wir entschliessen uns kurzfristig das Spiel sausen zu lassen, ziemlich sicher wird es mal um eine Stunde verschoben und die Wahrscheinlichkeit, dass es dann ganz abgesagt wird besteht auch noch. Stattdessen macht Mark den Vorschlag zu Bone Daddy's am Research Boulevard zu gehen. War ich noch nie, also los!

In Amerika gibt es einige Unternehmen, ausschliesslich in der Gastronomie, welche es sich wohl zum Ziel gemacht haben speziell junge Frauen zu unterstützen und ihnen eine Beschäftigung und seriöses Einkommen zu ermöglichen. Der Grossteil dieser Frauen muss glücklich sein darüber den einige sind fast etwas unterernährt und eigentlich alle können sich wohl keine richtigen Kleider leisten. Der Betreiber des Lokals stellt ihnen aber wenigstens Shorts und ein sauberes T-Shirt zur Verfügung. Bei Bone Daddy's in der Bedienung arbeiten ausschliesslich solche arme junge Frauen aber man sieht sprichwörtlich, dass sie sehr froh darüber sind -- sie sind allesamt sehr fröhlich. Da nur wegen der jungen Frauen kaum Menschen kommen würden und die armen Frauen unterstützen hat es immer auch eine grosse Anzahl von Fernsehgeräten an den Wänden auf denen Sport läuft. Eine perfekte Symbiose, sportbegeisterte Menschen, mitunter auch ganze Familien, kommen in diese Art von Lokalitäten. Sie schauen Sport während sie sich ernähren bei etwas leckerem von der Speisekarte und ermöglichen so den jungen Frauen ein Einkommen. So hatten sich Mark und ich einige Football Spiele gleichzeitig angesehen. Von der Karte habe ich mir ein Beer Can Chicken bestellt, das war aussen schön knusprig und ihnen ausgesprochen super zart. Natürlich konnte ich nicht das ganze Hähnchen essen und hab mir den Rest einpacken lassen. Das gibt eine schöne Überraschung für Lucky wenn ich nach Hause komme.

Um 10 Uhr haben wir dann beschlossen das wir genug junge Frauen, ähm Sport gesehen haben und so gingen wir nach Hause. Auf dem Heimweg dachte ich mir ich könnte noch schnell einige Lebensmittel einkaufen. Viele der Grocery Stores (Lebensmittel Lade) haben 24 Stunden geöffnet. Bin ich folglich noch bei meinem H-E-B auf den Parkplatz eingebogen und hab mir einen Einkaufswagen geschnappt und bin durch die Gänge gefahren auf der Suche nach Nahrung. Da kommen ja immer noch die animalischen Triebe hoch wie wenn man sich auf der Jagd befindet. Hah, da die Milch, hab ich dich! Blattschuss, ein Stück Rindfleisch! Beim Gemüse (ja die Amerikaner essen auch Gemüse) hab ich zum ersten Mal den Longhorn an der Wand registriert wie das Bild zeigt. Eine Referenz an das lokale College Football Team natürlich. Der Vorteil so spät noch einzukaufen ist natürlich, dass man fast alleine unterwegs ist. Allerdings findet auch eine andere Aktivität statt welche einem beim Weg durch die Regale behindert. Aus dem Lager werden hunderte Kisten rausgefahren und dutzende Mitarbeiter sind höchst aktiv auch um diese Tageszeit und beginnen die Regale wieder aufzufüllen.

Wer übrigens denkt in Amerika ist alles 24 Stunden täglich erhältlich sei gewarnt. Ich kann es nur gerade für Texas mit Bestimmtheit sagen, ab Mitternacht gibt es bis irgendwann in die Morgenstunden kein Alkohol zu kaufen. Das musste ich am 4. Juli respektive 5. Juli erfahren. Da bin ich nach der Independence Day Party um 10 Minuten vor Mitternacht noch eingeschwenkt bei H-E-B weil ich noch etwas brauchte und habe mir auch gleich einen Karton Notvorrat an Bier geangelt. Da ich dann aber erst um 5 Minuten nach Mitternacht an der Kasse war wurde mir der Karton gnadenlos wieder weggenommen. Also immer schön voraus planen!

War es für mich also ein richtig gelungener Abend. Durch unseren Besuch hatte ich geholfen ein paar arme junge Frauen finanziell zu unterstützen, eingekauft hatte ich und mein Hund hat auch wieder einmal etwas spezielles abbekommen ausser nur Konserven Futter. So etwas sollte ich bald wieder einmal machen.

Kommentare:

nick_xyz hat gesagt…

Somit bist Du also unter die Wohltaeter gegangen. Ich bewundere Deine Grossmuetigkeit fuer diese bemitleidenswerten Maedchen etwas zu tun :)
Nice article!!
Gruesse,
Nicole

Adrian hat gesagt…

Ach man tut doch was man kann! Und danke fuer die Blumen.

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