Downtown Austin

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Dienstag, 4. September 2007

In Memorium Michael Jackson

Wie es der Zufall so will habe ich heute schon wieder etwas vor am Abend. Ich treffe mich mit meinem deutschen Buddy. Wir haben beschlossen dem Konzept der Unterstützung hilfebedürftiger junger Frauen treu zu bleiben wie ich das gestern schon beschrieben habe. Wir sind zu einem weiteren Lokal dieser Art von Gastronomie gegangen, dieses Mal bei Hooters am Riverside Drive. Die Hooters Restaurants sind schon eine grössere Kette und gehört sicherlich zu den Vorvätern dieser Family Restaurants. Mittlerweile sind sie auch in Europa vertreten denn gerade kürzlich habe ich erfahren, dass es solche Lokale auch in der alten Heimat gibt. Sogar mit entsprechendem Aufruhr -- typische amerikanische Doppelmoral! Keine Ahnung die Leute. Die Speisekarte von Hooters ist zwar nicht so umfangreich wie bei Bone Daddy's aber das ist auch nicht so schlimm, denn es sind die Chicken Wings welche einfach Pflicht sind bei Hooters. Man(n) kann sagen, dass man(n) ausschliesslich wegen diesen Wings zu Hooters geht. Ja, und natürlich auch wegen dem Sport am Fernseher und um die armen jungen Frauen zu unterstützen. Die Musik war auch noch interessant, es liefen einige (sehr) alte Titel. Vor allem bei Day Tripper von den Beatles konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Eigentlich hätte ich ja heulen müssen. Kaum jemand ausser mir in dem Lokal dürfte schon geboren sein als der Song die Charts stürmte.

Anschliessend wollten wir noch etwas die Bierkultur in Austin fördern. Sind wir also zum Ginger Man an die 4th Street gegangen. Beim Ginger Man kann man sich ein Bier aus einem der mehr als 70 Hähne an der Wand zapfen lassen. Oder auch eines der vielen Flaschenbiere bestellen. Das Lokal ist in einem alten Gebäude und der sehr hohe Raum gibt dem Lokale eine besondere Atmosphäre. Nebst der Bar hat es die üblichen Tische aber auch einige Lümmelecken wo man sich auf einer Couch oder in einem Sessel niederlassen kann. Wer will kann auch noch ein Spiel machen an einem der Dartboards oder am Billardtisch. Am heutigen Dienstag Abend war nicht viel los aber so mussten wir uns folglich nicht um einen der Sofa Plätze streiten. Geschlürft haben wir zuerst ein Guinness (weil man das einfach nur ab Fass richtig geniessen kann).

Auf dem Ecktisch hatte es einige Kopien eines Biermagazins in welchem ich etwas geblättert und gelesen habe. Da war auch ein Artikel über Michael Jackson, ein Engländer und der Kultautor oder Ratgeber wenn man so sagen kann über Bier und dann aber auch über Whisky. Also nicht DER Michael Jackson - die singende, gebleichte und kinderliebende Pop-Ikone aus Amerika. Zu meiner Zeit als Bartender hatte ich mir mal die kleine Ausgabe des Bier Ratgebers gekauft, also das vom Autor nicht vom Sänger. Das erinnert mich, es muss echt sch....e sein den gleichen Namen zu haben wie eine Bekanntheit. Wo war ich? Ach ja, im Magazin habe ich dann auch erfahren, dass er [der Autor] ua als Beer Hunter (Bier Jäger) bekannt ist und eine entsprechende Website hat. Muss ich also mal rein schauen. Etwas später war es Zeit für ein zweites Bier. Wie ich am Tresen stand und auf das Bier warte sagt ein anderer Gast zum Bartender: "So, Michael Jackson's dead, huh?" - "Jup" so die knappe aber bestätigende Nachricht des Bartenders. Hmm, da hatte ich gerade den Artikel gelesen und nun erfahre ich, dass er tot sein soll? Zuhause im Internet gegooglet und tatsächlich ist seit kurzem bekannt, dass er angeblich schon am letzten Donnerstag in London im Alter von 65 Jahren an einem Herzversagen gestorben ist. Möge er in Frieden ruhen und hoffentlich im Himmel weiterhin auf die Jagd nach Bier gehen dürfen. Ich hab leider keine Ahnung wie die Regeln dort sind, mit Alkohol und so. Ich denke, ich sollte einmal in eine der Kirchen hier gehen und nachfragen. Könnte ich auch noch das Thema Doppelmoral besprechen. Das gäbe sicher einen interessanten Blog Eintrag. Der Gast im Pub hat noch gemeint; er hat halt vielleicht zu viel Bier und Whisky testen müssen. Wer weiss das alles schon, so viele Fragen und keine Antworten. Als zweites Bier habe ich mir übrigens noch ein dunkles amerikanisches Bier gegönnt. Hab mir aber leider den Namen nicht gemerkt. Geschmeckt hat es auch so. Ein Hoch auf Michael!

Auch hier war die Musik noch interessant. Mehrheitlich alles Blues, R&B und Soul Klassiker aber dazwischen immer wieder ELO (Electric Light Orchestra). Irgendwie weird (sonderbar, eigenartig). Keine Ahnung ob die Musik ab Band, CD kam oder die Mischung aus den Wünschen in einer Music Box zusammengestellt wurde. Auf alle Fälle kam ich mir nicht mehr so Prähistorisch vor.

Das Haus in dem das Ginger Man Pub geheimatet ist, ist wie viele Gebäude in Downtown Austin (Innenstadt von Austin) bedroht irgendwann einem grossen Hochhaus Platz machen zu müssen. Immer wieder liesst und hört man vom Kampf der alteingesessenen Austinites gegen die finanzstarken Unternehmen. Erstere wollen Austin eigenartig und verrückt halten, letztere natürlich haben wahrscheinlich nur den Profit im Visier.

Austin eigenartig, sonderbar oder auch verrückt zu behalten (wie immer man weird übersetzen will) ist übrigens ein Motto von vielen für Austin und lautet Keep Austin Weird. Es ist sogar bei der lokalen Politik auf der Agenda unter Cultural Vitality (kulturelle Lebensfreude). Irgendwann werde ich dazu mal etwas ausführlich berichten und einen Streifzug durch das Zentrum von Austin machen für euch. Da gibt es wirklich einige verrückte Sachen zu sehen und natürlich zu berichten.

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