Downtown Austin

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Mittwoch, 31. Oktober 2007

Gewöhnungssache - Feueralarm

Ein erstes Thema in der Reihe Gewöhnungssache. Weshalb ich mich an Feueralarm erst noch gewöhnen muss.

Im Moment ja noch aktuell kurz nach den Bränden in Southern California. And you know what they say; It never rains in Southern California (on YouTube). Feuer, eine der Naturgewalten und im täglichen Leben eines Amerikaners eigentlich immer präsent.

In der alten Heimat habe ich in manchem Haus gewohnt oder war zu Besuch und nur einmal kann ich mich erinnern Rauchmelder vorgefunden zu haben. Notabene ein Altbau. Hier in Amerika sind die Mistdinger von Rauchmelder und sehr oft auch gleich Sprinkleranlagen fixer Bestandteil in jedem Hotelzimmer, Wohnung oder auch Haus welches ich von ihnen gesehen habe. Es dürfte damit zu tun haben, dass die überwiegende Mehrzahl der Häuser eine tragende Konstruktion aus Holz haben. Eine Leichtbauweise mit Holzrahmen welche nachwievor sehr verbreitet ist. Bevor ich zu meinem pet peeve komme kurz meine Erklärung warum Kanadier, Australier und halt auch die Amerikaner ihre Häuser primär aus oder mit Holz bauen. Es hat wohl, nennen wir es mal so, mit Tradition zu tun.

Unter den ersten Siedlern gab es sicher solche welche Kenntnisse und die Fähigkeit hatten Häuser aus Steinen oder später auch Beton zu bauen. Was ihnen aber über lange Zeit fehlte waren die Rohstoffe, auch Zement wurde erst 1824 relativ später (wieder) erfunden und zwar in England. Das Rezept von den Römern und Ägyptern hatte man ja irgendwann verbummelt. Die Abbaugebiete in Nordamerika und auch Australien mussten alle erste noch entdeckt werden und lagen auch nicht immer direkt vor der Haustür. Nicht so Holz, speziell in Nordamerika. Schaut man sich Berichte der ersten Einwanderer an war das grösste Problem bei der Erschliessung und Erforschung im Osten die endlosen Wälder. Wood framing wie sich das nennt hat sich zum de facto Standard in der Hausbautechnik entwickelt und ist es somit, aus Tradition und Erfahrung, in diesen Ländern auch heute noch. Vor allem ist es einfach zu verarbeiten und die Gehäusekonstruktion steht meistens innerhalb einer Woche. Mittlerweile kommt Beton zwar vermehrt auch zum Einsatz, die Kostenvorteile liegen vor allem im kurzfristigen Vergleich aber, und das interessiert viele Eigenheimbesitzer, nachwievor beim Holzbau. Holz als Baustoff ist günstiger, erst die Pflege und der Schutz vor dem Verrotten macht Holzhäuser auf lange Sicht teurer. Wobei auch hier moderne Verfahren diesen Umstand wiederum korrigieren. Um nochmals den Schwung zu machen zum ersten Satz. In Kalifornien wird angeblich dem wood framing auch noch wegen den Erdbeben der Vorzug gegeben da die Holzkonstruktion mitschwingt und dadurch weniger Schäden an der Gebäudestatik entstehen. Riese in der Wand beschränken sich wohl auf den Verputz und werden wenn gewünscht überpinselt.

Und damit zu meinem pet peeve. Die ersten Monate habe ich in einem Extended Stay Hotel gelebt. Also ein Hotel extra konzipiert für Personen welche ein Hotelzimmer für einen längeren Zeitraum benötigen. Relativ günstig und mit einer kleinen Küche -- und eben einem Rauchmelder. Die Küche war ja gut und recht aber ein anständiges Stück Fleisch oder sonst etwas kochen respektive braten was qualmt war unmöglich. Obwohl der Dunst in der Bude mit dem Auge kaum wahrnehmbar war hat der Rauchmelder irgendwann doch losgeschlagen. Also Türe auf und durchlüften in der Hoffnung, dass der Alarm bald aufhört. Was er dann jeweils auch gemacht hat. Nach dem dritten Versuch hatte ich solche Kochversuche eingestellt.

Das war dann aber im Vergleich zum Feuer Hauptalarm kein Vergleich. Aktiviert jemand den Alarm auf dem Stockwerk von Hand entpuppt sich ein kleines Plastikgehäuse im Zimmer als Sirene. Einmal (als falscher Alarm) erlebt: penetrant laut!

In meiner jetzigen Wohnung habe ich natürlich auch wieder the whole shebang (den ganzen Kram). Unter dem sink (Spülbecken) in der Küche hat es sogar einen süssen kleinen Feuerlöscher. Ebenso in der Garagenbox. Und offensichtlich ist auch einmal jährlich Inspektion in der Siedlung angesagt. Letzte Woche hatte ich von der Verwaltung eine entsprechende Meldung erhalten, dass diese Woche Inspektion angesagt ist. Ob das nun feuerpolizeiliche, versicherungstechnische oder von der Verwaltung selbst auferlegte Pflicht ist, keine Ahnung. Mir eigentlich auch egal. Was in dem Fall etwas dümmer ist, ist der Umstand, dass ich Nachtschichtarbeit habe. Wenn die also mit dieser Inspektion kommen bin ich sehr wahrscheinlich am Schönheitsschlaf. Am Montag sind sie dann nicht gekommen was mir auch recht war. Am Dienstag habe ich einen Zettel an die Tür geklebt, dass sie erst nach 3pm kommen sollen. Um 2pm hat es dann an der Tür geklopft und ich bin im Bett aufgeschreckt. Einige weniger schöne Worte der englischen Sprache sind leise über meine Lippen gerutscht. Na wenigstens nur eine Stunde zu früh. "I'm coming!" 2 Minuten später war der Spuk auch schon vorbei. Der Zettel an der Tür war seltsamer weg und etwas später dachte ich auch noch komisch; Im Brief in welchem sie die Inspektion angekündigt haben war doch was von Alarm testen aufgeführt. Seltsam!

Heute Mittwoch während meinem schönsten und tiefsten Schlaf um 1:30 mittags folgte was ich gestern vermisste. Und nein nicht klopfen an der Tür um die kleinen Rauchmelder zu testen, der Hauptalarm, von aussen bedient, die Sirene welche ich vom Hotel her schon kannte. Ebenfalls gut getarnt hinter einem Plastikdeckel in der Zimmerdecke. Und ebenfalls penetrant laut. "I f#@%ing don't believe it!" Zweimal gute 20 Sekunden lang. Und 5 Minuten später als ich schon halbwegs wieder weg gedriftet bin in eine andere Welt nochmals 10 Sekunden Zugabe.

Ich habe ja nichts an der Bauweise auszusetzen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Rauchmelder Geschichte mittlerweile grundsätzlich Pflicht ist in den meisten Staaten. Egal was die Bausubstanz ist und zumindestens für Vermieter, Hotels etc. Und zugegeben, die Rauchmelder sind ein gute Sache, ehrlich. Werde ich in meinem zukünftigen Haus sicher haben. Aber die generelle Anwesenheit dieser Dinger hier in der Wohnung muss ich psychologisch doch erst irgendwie verarbeiten bis ich mich daran gewöhne. Vom Feueralarm ganz zu schweigen.

Nah wenigstens habe ich jetzt hoffentlich ein Jahr lang Ruhe bis zur nächsten Inspektion. Und bis dann vielleicht auch mein eigenes Heim. Da mache ich dann die Inspektion wann ich will -- hoffentlich.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Gewöhnungssache

Immer wenn sich Veränderungen ergeben im Leben dann heisst das sich auch anpassen an neue Umstände, sich an etwas neues gewöhnen. Gewöhnungssache eben.

Wer durch Auswanderung oder Auslandsaufenthalt, Haus, Hof und Herd hinter sich lässt muss sich zwangsweise aber hoffentlich doch irgendwie freiwillig an neue Dinge im Leben gewöhnen. Falls ich es noch nicht erwähnt habe: Ich bin ausgewandert.

Ich wollte schon lange einmal eine Art Serie starten in meinem Blog über eben solche Gewöhnungssachen und man soll das nun nicht mit gewöhnungsbedürftig verwechseln. Ich werde unter diesem Titel immer wieder mal über etwas berichten, dass ich hier liebe und schätze. Dinge oder Sachen halt welche ich in der alten Heimat entweder schon lange vermisst habe oder was mich in eine tiefe Depression stürzen würde wenn ich -- aus mir im Moment unerklärlichen Gründen -- wieder in der alten Heimat leben müsste.

Zwischendurch wird es auch wieder mal das Gegenteil geben. Etwas das mir negativ oder sauer aufstösst, wo ich im Hinterkopf zensurwürdige Wörter habe und vorne zum Munde raus ein "No problem, sweetheart. No big deal! - Really!" säuseln tue. Man ist ja schliesslich immer stets freundlich in Amerika.

Und damit wir hier auch gleich noch was lernen noch ein kleine Englisch Lektion. Für diese negativen Gewöhnungssachen gibt es im Englischen nebst den üblichen Wörtern welche man schnell einmal im Unterricht gelernt bekommt weitere interessante Wörter respektive einen Begriff. Die üblichen Verben welche man als "belästigen" oder "nerven" lernt sind to bother und to annoy. "Stop bothering me, you annoy me." -- "Hör auf mich zu belästigen, du nervst mich."

Wer durch etwas irritiert ist oder sich gestört fühlt und dann vor sich hinbrummelt ist meistens vexed. Das Wort to vex beschreibt mehr den Zustand ge-nervt sein oder sich ge-stört fühlen. "He is bothering/annoying me, I'm vexed!" -- "Er stört/nervt mich, ich fühle mich gestört/genervt".

Ein weiteres Verb ist to peeve mit eigentlich der gleichen Bedeutung und Anwendung wie to vex allerdings trifft man es viel öfter in einer anderen Form an. Wer eine Liste im geheimen führt, und sei es nur im Kopf, mit all den Dingen die im so auf den Senkel gehen, speziell im Umgang mit anderen Personen, der hat pet peeves. Wer sich zB daran stört, dass der Mitarbeiter dauernd vor sich hinpfeift sagt dazu "His whistling is one of my pet peeves" -- "Sein Gepfeife geht mir auf die Nerven". Wer etwas mehr über die Herkunft vom Begriff pet peeves wissen will kann das auf folgender Seite unter dem Titel A goat to be gotten beim Word Detective finden.

Der erste und kommende Eintrag zu Gewöhnungssache wird dann auch gleich so eine pet peeve sein von mir.

Das Label dieser Einträge wird entweder Why not oder pet peeve sein. Für diese kleinen und nebensächlichen Dinge welche ich hier in Amerika liebe und weshalb ich nicht zurück will die Antwort: Why not und dann halt eben auch noch die kleinen und nervigen Dinge welche ich hinnehme, erdulde und versuche zu verstehen: die pet peeves.

Sonntag, 28. Oktober 2007

Rote Socken, eine Meile und ein Humidor

Und wie ich das in diesen Eintrag erklärt habe war schon wieder Besen Wetter angesagt. Die Boston Red Sox im Baseball in der World Series swept to their title -- sie haben sich zum Titel durchgebeselt. So erstaunlich und letztendlich aber überzeugend wie sie aus der Championship Serie gegen die Cleveland Indians einen 3:1 Rückstand umbogen, haben sie in der Best-of-7 Serie die Colorado Rockies kurzerhand mit 4:0 Siegen abgefertigt.

Entgegen dem amerikanischen Grundsatz The winner takes it all, was nicht nur so viel heisst wie "Der Gewinner kriegt alles" sondern im übertragenen Sinn vom Zweitplatzierten oder Verlierer spricht keine Sau, schauen wir etwas ins Detail von eben dem Verlierer -- den Colorado Rockies.

Die Colorado Rockies sind innerhalb der Major League Baseball ein relativ junges Team. Sie wurden erst 1991 gegründet und hatten in der Saison 1993 ihren ersten Auftritt in der Major League. Bevor sie in ihrem "eigenen" Stadion spielen konnten mussten sie im legendären Mile High Stadion spielen. Der Name bezieht sich auf die Höhenlage der Stadt Denver im Staate Colorado welche eine Meile über dem Meer liegt, das sind 1,609.334 Meter. Das Stadion war 1948 ursprünglich mit 17,000 Plätzen für Spiele in der Minor League gebaut worden. Dann kamen die Broncos mit Football dazu und über die Jahre wurde das Stadion umgebaut auf letztendlich 76,273 Plätze was den Rockies in den ersten beiden Jahren Zuschauerzahlen bescherte respektive ermöglichte welche bis heute in den Rekordbüchern der Major League stehen.

Zwei Jahre später war dann das eigene Stadion fertig gestellt und wie ihn Amerika üblich erwirbt sich eine Firma das Namensrecht und sponsort das Stadion und so nennt es sich Coors Field. In diesem Fall ist es die Coors Brewing Company, also eine Bierbrauerei welche durch das gleichnamige Bier bekannt ist. Coors Field hat nun nur noch Platz für etwas mehr als 50,000 Zuschauer gilt ansonsten aber als eines der grössten Stadion im Bezug auf das Spielfeld welches auf die Länge im sogenannten Outfield nicht speziell genormt ist. Bedingt durch die Höhenlage von Denver war man sich von Anfang an im klaren, dass Bälle aufgrund des geringeren Luftwiderstand weiter fliegen werden und hat daher die Begrenzung weiter entfernt gezogen. Trotzdem galt der Park als Homerun-friendly weil die trockene Luft in der Höhe wahrscheinlich noch weitere Vorteile verschafft. Das Leder der Bälle wenn sie trocken sind hat offensichtlich zwei weitere entscheidenden Unterschiede.

Der pitcher (Spieler der wirft) hat nicht so einen guten grip (Griff) was für ihn sehr wichtig ist. Würde der pitcher den Ball einfach nur pfeilgerade werfen wäre praktisch jeder Schuss ein Treffer auf das Holz eines batter (Spieler der schlägt) unter den Profis. Der pitcher versucht dem Ball Drall zu geben was den Ball in eine Kurve zwingt und den batter in den meisten Fällen wiederum zum Rätsel raten. Wegen des trockenen Leders hat der pitcher damit aber seine Probleme was zu mehr Treffern und konsequenterweise auch mehr Homeruns führt, also Bälle welche über die Feldbegrenzung hinaus fliegen.

Und wenn wir schon dabei sind erwähnen wir noch die Ausnahme von oder Gegenstück zu solchen Kurvenbällen, der fastball. Der darf pfeilgerade sein, denn er soll so schnell wie möglich sein, so dass der batter im Prinzip ins Leere schlägt oder sich sogar wundert wo der Ball geblieben ist. Der Trick oder die Kunst des pitchers ist eben so viel Varianten wie möglich zu haben und den batter immer im ungewissen zu lassen was ihn erwartet. Der fastball ist eigentlich ein Geschenk für einen Profi batter allerdings nur dann wenn er weiss wann er kommt. Ansonsten ist auch der in der Regel zu langsam. Auf folgender Wegpage kann man seine Reaktion beim fastball in einem Vergleich mit einem Mausklick testen.

Der andere Vorteil welcher bei trockenen Bällen vermutet wird ist die Energieumwandlung wenn der batter mit dem bat (Schläger) auf den Ball trifft. Feuchtes Leder, da weicher, absorbiert angeblich etwas Energie was letztendlich darin resultiert, dass der Ball etwas weniger weit fliegt. Oder im umgekehrten Fall für Denver weiter, ergo mehr Homeruns.

Um etwas realistischere Verhältnisse zu schaffen, besonders im Vergleich zu anderen Ballparks, haben die Verantwortlichen in Denver beschlossen einen Humidor im Stadion zu installieren. Beim Wort Humidor denkt manch einer richtig an Zigarren. Der Humidor soll Zigarren in einem angenehmen und reguliert feuchten Klima halten. Nichts anderes ist es nun mit den Bällen für Baseball nur das dieser Humidor mehr wie ein Kühlschrank aussieht welchen man in einem Restaurant findet, dh begehbar und mit Regalen. Da ein Ball nur für wenige pitches (Würfe) verwendet wird muss innerhalb eines Spieles eine ordentliche Anzahl Bälle zur Verfügung stehen und der Heimclub ist jeweils dafür verantwortlich diesen Vorrat zu halten.

Anfänglich war das mit dem Humidor fast ein Geheimnis und wurde sogleich von den gegnerischen Mannschaften als Betrug und Verfälschung der Verhältnisse betrachtet. Letzteres ist aus physikalischer Sicht sicher richtig aber letztendlich bleiben die Verhältnisse für alle Spieler gleich während des Spiels und soll eben auch die Verhältnisse zu den anderen Stadien ausgleichen. Im Prinzip geben sie damit sogar einen Vorteil auf. Mittlerweile haben einige Clubs auch solche Lagerräume und die Ligaverantwortlichen wollen eigentlich alle Clubs verpflichten solche Bedingungen zu schaffen.

Und damit wäre die Baseball Saison für diese Jahr beendet. See y'all next year at the ballbark!

Samstag, 27. Oktober 2007

Zeit zur Besinnung

Wenn es in Central Texas langsam aber sicher kühler wird ist es Zeit für Besinnung -- für mich zumindestens.

Als erstes hab ich mich zum Wort Besinnung besonnen. Ich war mir plötzlich nicht mehr so sicher ob es das richtige Wort ist. Mein erster Rundblick mit der Hilfe von google.de hat meinen Verdacht auch fast bestätigt, dass es stark mit der Kirche und Religion verbunden ist. Ein Online Wörterbuch hat mich dann doch wieder mehr auf den eigentlichen Sinn zurückgebracht, nämlich "die Besinnung (das Sichbesinnen) auf das Wesentliche" oder halt auch nur einfach sinnen "seinen Gedanken nachhängen, nachdenken, überlegen, grübeln". Nachdem ich das geklärt habe kann ich mich nun auf das Wesentliche besinnen.

1. Trotzdem das es jetzt kühler wird ist es noch lange nicht so kalt -- und vor allem so lange kalt -- wie in der alten Heimat. Und das der Sommer in Texas im Prinzip 6 Monate dauert und kein Vergleich ist mit dem was ein Sommer ist in der alten Heimat ganz zu schweigen. Und das ist das Wesentliche auf das ich mich besinnen muss. Es fällt mir nur unheimlich schwer wenn es des Nachts keine 70 °F (21.1 °C) mehr hat sondern knappe 50 °F (10 °C) oder noch weniger. Ich weiss ich wiederhole mich zu früheren Einträgen hier aber ICH BRAUCHE WAERME -- keine körperliche Wärme -- Sonnenwärme!

2. Dann ist Ende Oktober auch immer die Halbzeit meiner Auswanderung. Statt mich nur einmal im Jahr Ende April an dieses Ereignis zu erinnern mache ich das auch noch halbjährlich. So quasi eine Halbjahresbilanz ziehen. Sorgfältige Buchhalter machen das! Ergebnis: Alles im Lot!

3. Zum Thema Auswanderung und zum Einjährigen Jubiläum habe ich vor einem halben Jahr diesen Blog gestartet. OK, existiert hat er schon etwas länger aber die ersten Einträge waren spärlich und nichts sagend. Dann hab ich auf das Jubiläum hin reinen Tisch gemacht alles gelöscht und neu angefangen. Jetzt sind die Eintrage öfters und nichts sagend. Zeit also auch hier mal eine Bilanz zu ziehen. Für wenn schreibe ich den nun den Blog. Das kann ich mit der Statistik die im Hintergrund aktiv aufzeichnet halbwegs abschätzen. Von den ursprünglich angepeilten Verwandten, alten Freunden, Bekannten und Genossen in der alten Heimat ersehe ich ausser drei Personen kaum jemanden und könnte den Blog eigentlich kommentarlos einstellen. Jedoch hat es aus der Internet und Blogger Community wohl einige treu Leser und google leitet doch auch erstaunlich viele Surfer auf meinen Blog. Das reicht mir um weiter zu machen. Zur Statistik speziell was via google so alles zu mir findet muss ich mal einen separaten Eintrag machen. Da gibt es einige erstaunliche Ergebnisse. Es gibt Leute die haben Fragen sag ich euch, zB "Auf welchem Kontinent liegt Texas". Hello!?!

4. Tja, und dann Last but unimpeachably not least: Lucky. Es sind mittlerweile genau 12 Jahre her, dass ich zum Hund kam wie die Jungfrau zum Kind. Hätte mir an jenem Morgen jemand gesagt, dass ich am Abend einen 6 Monate alten Hund neben meinem Bett haben werde und dann auch noch mit ihm den Rest seines Lebens verbringe, ich hätte ihn oder sie für nicht ganz richtig im Kopf befunden. Nicht das ich was gegen Hunde hatte, ganz im Gegenteil, aber es hat zur damaligen Zeit nicht wirklich Sinn gemacht irgend ein Haustier zu haben. Wie die Zeit vergeht und das er dann letztendlich wohl oder übel mit mir Auswandern musste war dann natürlich auch klar. Vater's Worte: "Was, den nimmst du mit?" klingt noch lange in meinen Ohren, no hard feelings though! (wie übersetzt man: keine schweren Gefühle? - nix für ungut?) Anyways!

Wie gesagt es war selbstverständlich, dass er mitkommt aber bei seinem Alter wusste ich wirklich nicht wie viel ich davon haben werde. Ist die Reise selbst schon zu stressig für ihn oder ist sein Ende auch sonst schon nahe? Nun, diese 18 Monate später kann ich schon sagen es hat sich wirklich gelohnt und ich frage mich schon täglich wie lange er noch lebt. Kommen wir, Lucky und ich, also zur Besinnung und freuen uns auf die restlichen Tag, Wochen und hoffentlich Monate die noch kommen. Auch wenn sie jetzt etwas kälter werden. Er freut sich sicherlich mit seinem Pelz, dass die grosse Hitze vorbei ist.

Gute Nacht!

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Armer Fidel

Heute im Online Blick in die alte Heimat gefunden.

Bush hält Rede zu Cuba

...
Der erkrankte kubanische Staatschef Fidel Castro wies den Aufruf des US-Präsidenten zu Veränderungen in Kuba zurück, und zwar noch ehe Bush die Rede gehalten hatte. Die kommunistische politische Zukunft entscheiden, schrieb Castro. Der 81-Jährige wurde seit dem 31. Juli 2006 nicht Regierung Kubas und die Bevölkerung - und nicht Washington - würden über ihre mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Damals gab er bekannt, dass eine Darmoperation ihn dazu zwinge, die Amtsgeschäfte seinem jüngeren Bruder Raúl zu übergeben. Das kubanische Fernsehen strahlte mehrfach Filmaufnahmen von Castro aus.

Wie sagt man im Schwiizer Tütsch so schön: "Chomme, tue Sätzli bilde!" oder auf gut Hochdeutsch: Du sollst ganze Sätze bilden.

Einige Zeit später wurde es korrigiert und ist nun so zu lesen.
Der erkrankte kubanische Staatschef Fidel Castro wies den Aufruf des US-Präsidenten zu Veränderungen in Kuba zurück, und zwar noch ehe Bush die Rede gehalten hatte. Die kommunistische Regierung Kubas und die Bevölkerung - und nicht Washington - würden über ihre politische Zukunft entscheiden, schrieb Castro. Der 81-Jährige wurde seit dem 31. Juli 2006 nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Damals gab er bekannt, dass eine Darmoperation ihn dazu zwinge, die Amtsgeschäfte seinem jüngeren Bruder Raúl zu übergeben. Das kubanische Fernsehen strahlte mehrfach Filmaufnahmen von Castro aus.
Schon viel besser, oder? Der arme alte Mann hat sonst schon genug zu leiden.

Bush hält Rede zu Cuba

Dienstag, 23. Oktober 2007

Tuut Tuut

Capital Metro die lokale öffentliche Verkehrsmittel Dings Gesellschaft wird nebst dem Busbetrieb zukünftig auch einen Schienen Bahn Dings Betrieb einführen. MetroRail wird sich das nennen.

Es gibt bereits ein Schienennetz welches im Norden bei Leander vorbei führt und dann hinunter durch Austin. Derzeit fahren darauf vorwiegend Güterzüge mit Containern und anderen Lasten durch plus die Austin Steamtrain Association betreibt Nostalgie Fahrten. Die Güterzug Kompositionen sind von zum Teil erstaunlicher Länge, gezogen von bis zu vier Diesellokomotiven und die veranstalten einen ordentlich Lärm. Ich hatte mal das Vergnügen diese Loks in unmittelbarer Nähe zu erleben wenn sie volle Last ziehen. Ich war zu Fuss auf einem Weg neben den Gleisen unterwegs und als der Zug kam war er noch durch einige Bäume verdeckt. Der Sound war so gewaltig, dass ich über lange Zeit keine Ahnung hatte ob der wirklich auf dem Geleise oder direkt durch mich und Lucky durch fährt bis er endlich neben uns langsam im Schritttempo vorbei rollte.

Nicht zu verachten ist auch das Signalhorn welches sie bei Bahnübergängen blasen. Ich wohne eigentlich einige Meilen von der Linie weg aber da ich etwas erhöht wohne höre ich die Signale des öfteren wenn ich draussen bin.

Die Personenzüge welche nun bald auf dieser Strecke in Betrieb genommen werden sind aber von kleinerem und lärmtechnisch besserem Kaliber. Die herkömmlichen buses sollen lauter sein. Im Austin American-Statesman, der lokalen Zeitung, haben sie die Ankunft der ersten Kompositionen gemeldet und da stand doch tatsächlich zu lesen, dass die Swiss Made sind. Ich musste darauf das Bild dann gleich nochmals etwas genau anschauen, denn die Stadt Zürich hat kürzlich Strassenbahn Kompositionen von irgendwann Mitte dem letzten Jahrhundert ausgemustert und irgendwo in den Osten verschenkt. Angeblich; nicht das da nun was falsch gelaufen wäre.

Aber auch Aufgrund der Bilder auf der Wegpage von Austin Metro scheint alles in Ordnung zu sein. Keine alte Blechbüchsen welche man nach Amerika entsorgt hat.

Montag, 22. Oktober 2007

Bestanden

Wieder mal ein Merkmal wie schnell die Zeit vergeht. Schon 3 Monate ist es her. Ich war heute bei der Nachuntersuchung von meiner Lasik Operation. Die erste Nachuntersuchung am folgenden Tage war ja schon sehr viel versprechend.

Zuerst durfte ich bei Monica durch einige verschiedene Geräte linsen und sie hat alles fein säuberlich in meiner Patienten Akte dokumentiert. Meine Sehfähigkeit ist nicht ganz 20/15 aber perfekte 20/20. Anschliessend musste ich kurz warten und dann kam Dr. Wong noch höchst persönlich um sich selbst zu überzeugen, dass alles bestens verheilt ist. Erstaunlicherweise hat auch er als erstes bemerkt wie schnell die Zeit vergangen ist. Obwohl es einem glücklichen stimmen müsste wenn andere die gleiche Erfahrungen machen, es tut es ehrlich gesagt nicht.

Nachdem er mir eine orange Flüssigkeit mit einem Fliessblatt an die Augen streicht und sein Meisterwerk durch einen Apparatus begutachtet stellt er mit Freuden fest, dass meine Narben wunderbar verheilt sind und kaum noch was zu sehen sei vom Eingriff. Das ich auch keine Veränderungen der Schärfe oder andere Störungen im Blickfeld hatte erstaunt ihn daher nicht. Bei mir sei alles wirklich ausserordentlich gut verheilt befindet er; "ob ich denn sonst mit dem Resultat zufrieden sei", will er wissen? Bevor ich antworten kann ergänzt er sogleich, "wir können es auch wieder rückgängig machen, nur kann ich dann leider nicht versprechen das es genau gleich sein wird". Nein, nein, lassen wir es mal so, ich bin mehr als zufrieden.

Das einzige was mich (immer) noch stört sind immer wieder irgend welche Flecken im Sichtfeld welche kommen und gehen. Vor allem beim Autofahren nervt es und auch oft am Computer. Er versichert mir, dass das ein Altersproblem ist welches eigentlich nicht schlimmer werden sollte und auch kaum behoben werden kann. Er macht einen Vergleich: Die Flüssigkeit im Auge hat eine Art Haltbarkeitsdatum und wenn das überschritten ist gerinnt die Flüssigkeit -- wie Milch, irgendwie. "Ha ha, very funny!", dachte ich aber angeblich entstehen halt mit dem Alter irgendwie, irgendwann, irgendwelche Flocken welche in dem Saft dann durchschwimmen und wenn sie genau durch den Fokus treiben können sie die Sicht behindern. Im Englischen nennen sie die floaters was man grob mit Fliesser übersetzen müsste. Im Deutschen Wiki habe ich dazu den Begriff Mouches Volantes gefunden -- fliegende Mücken. Leider gäbe es dazu kaum eine Behandlungsmöglichkeiten ausser in extremen Fällen aber dann hätte ich auch ganz andere Sorgen, meint Dr. Wong. Er leide daran notabene auch seit gut 20 Jahren -- man arrangiere sich aber damit.

Stören Aufgefallen ist es mir seit ich in Amerika bin und wie gesagt vor allem beim Autofahren tagsüber in der hellen Sonne, trotz Sonnenbrille. Die Sonne scheint hier schon um einiges Stärker als in der alten Heimat. Nachts ist einfach das Gegenlicht ätzend aber das betrifft glaub jeden. Egal was, falls sich an meiner Sicht was ändern sollte soll ich mich ruhig an ihn wenden. Er habe mich ja eingangs der Lasik Operation ordentlich untersucht und nichts aussergewöhnliches entdeckt, ausser eben ein paar der floaters. "No need to worry, my friend!", ich bin ja so beruhigt. Das war's und mit einem "vielleicht sehen wir uns irgendwann mal wieder" verabschieden wir uns.

Meine Patienten Akten welche er mir in die Hände reicht bringe ich zum frontdesk und Monica beglückwünscht mich wie einen Studenten, "Congratulation, you graduated!" Bestanden! Ich bin ja sooo gut!

Sonntag, 21. Oktober 2007

Rockies vs. Red Sox

Die beiden Finalteilnehmer im Baseball stehen fest. Wer nicht mehr so genau weiss wie die Prozedur für den Einzug in die World Series funktionert kann es hier in meinem früheren Blog nachlesen.

Während es sich in der National League (NL) die Colorado Rockies einfach gemacht haben und die Arizona Diamondbacks in 4 Final Spielen weggefegt haben ging die Serie in der American League (AL) für beide Teams über die volle Distanz.

Obwohl die Cleveland Indians nach vier Spielen mit einem 3-1 kurz vor dem Sieg in der AL standen musste die Entscheidung heute Abend im siebten Spiel der Best of 7 Serie fallen. Zu Hause im eigenen Stadion und somit dem Heimvorteil zeigten die Bosten Red Sox relativ schnell, dass sie es den Indians nicht einfach machen werden. Letztendlich war das Urteil mehr als klar. Mit einem Resultat von 2-11 verpasse Cleveland somit den AL Championship Series Sieg und musste Boston den Einzug in die World Series gewähren.

Total über die letzten drei Spiele haben die Red Sox ein Score von 30-5 gegenüber den Indians erzielt und den anfänglichen 3-1 Rückstand in der ALCS in einen Gewinn gewendet.

Am Mittwoch beginnt nun die World Series und man kann gespannt sein wie stark die Rockies nun wirklich sind nachdem sie bis jetzt fast alle Gegner weggewischt haben. In den Rocky Mountains und mile high Denver, CO, dem Heimatort der Colorado Rockies, hat es in diesen Tagen bereits den ersten Schneefall gegeben. Das Heimrecht liegt jedoch in der AL für diese Serie und die ersten Spiele werden somit im traditionsreichen Fenway Park Stadion in Boston stattfinden.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Zeitreise mit Rundfunk

Es gibt ja diverse Internetseiten welche fast alle Ereignisse an einem bestimmten Tag auflisten. Auf der amerikanischen google.com Webseite nur mal "today in history" eingeben und schon hat man +2 Mio Treffer. Aber auch Zeitungen, Nachrichten und Webportale führen gerne einfach ein beliebiges zeithistorisches Ereignis auf. Das folgende Ereignis habe ich auf so einem Webportal gefunden und gedacht das interessiert mich. Mal schauen was es darüber wohl so besonderes zu berichten gibt.

Wollen wir also ein Fläschchen Champagner entkorken und anstossen auf den heutigen Geburtstag des ... Trommelwirbel ...

Transistorradio
Kurz zusammengefasst, der erste Transistorradio, der Regency TR-1 wurde am 18. Oktober 1954 vorgestellt von der Regency Division aus einer Firma namens Industrial Development Engineering Associates of Indianapolis, Indiana. Zum folgenden Weihnachtsfest des gleichen Jahres wurde das Gerät auf den Markt gebracht.

Die genannte Firma war aber nicht der eigentliche Erfinder des Transistorradios sondern das war Texas Instruments, oder kurz TI welche hier in Dallas, TX beheimatet ist. Von TI kann ich mich aus meiner Jugendzeit noch an solche gewaltige Taschenrechner erinnern mit unzähligen Knöpfen welche unheimliche mathematische Aufgaben lösen konnten. Ich habe mich immer gefragt wer das alles braucht. Der Taschenrechner ist glaube ich eine der wenigen Erfindungen oder Produkte für den Endverbraucher welchen TI selbst vermarktet hat. Ansonsten verbirgt sich TI mit ihren Produkten unbemerkt für den Verbraucher mehrheitlich in den Geräten. So auch bei jenem Radio. Sie hatten den Transistor entwickelt aber wollten die Herstellung und Vertrieb eines Radios nicht selbst in die Hand nehmen. Später waren sie massgeblich an der Erfindung und Entwicklung der Mikrochips beteiligt. Wer sich das Innenleben seines Computers anschaut sollte eigentlich irgendwo einen Chip finden auf dem der Name von Texas Instruments verewigt ist.

Vor dem Transistorradio gab es nur Röhrenempfänger welche für Batteriebetrieb ungeeignet waren und beim Transport waren sie auch äusserst Schaden anfällig. Wenn man sich die ganze Entwicklungsgeschichte anschaut, steht der Transistorradio sogar am Ursprung dieses Blogs. Ohne die Entwicklung der Transistoren hätten wir heute keine Computer, ergo kein Internet und auch nicht diesen Blog. Oder einfach alles etwas später, aufzuhalten war das ganze ja wohl nicht.

Heute ist der Transistorradio, oder das Prinzip und die Idee dahinter, noch nicht ausgestorben aber wird je länger je mehr durch andere Entwicklungen abgelöst. Hier im Office hab ich noch einen kleinen Empfänger rumliegen aber mittlerweile höre ich lieber meine MP3 files welche ich auf einem USB Speicher am PC anhänge oder streame Musik direkt von Sendern im Internet. Da in diesem Falle auch Transistoren involviert sind kann man es sogar auch einen Transistorradio nennen. Also Happy Birthday auch dir, lieber PC.

Ach ja, dann hätte ich noch meinen iShuffle. Aber das ist eine andere Geschichte welche ich ein anderes Mal erzählen muss.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Kaum zu glauben

Irgendwie kann ich es wirklich noch nicht ganz glauben. Da kam ich heute um 6 Uhr früh aus der Nachtschichtarbeit und es war neblig -- bei 69 °F. Das sind gute 20 Grad Celsius und wenn es dabei Nebel hat bedeutet das es ist irgendwie richtig tropisch.

Auf der Heimfahrt ist mir die Windschutzscheibe dauernd, sowohl innen wie aussen, feucht angelaufen. Die Scheibenwischer auf Intervall alle paar Sekunden und die Lüftung innen auf die Windschutzscheibe umgeleitet und aufgedreht.

Bald, aber langsam, soll eine trockene Kaltfront aus Kanada runter ziehen bis knapp nach Central Texas. Morgen dürfte es klar und schön aber doch schon einiges kühler werden am Morgen* und dann ab Freitag früh arktisch in the lower 50s. Das heisst knapp noch über 10 °C wenn ich ins Freie treten werde. Ich hoffe ich kriege keinen Kreislaufkollapse oder sonstigen Kälteschock.

Ich habe keine Ahnung ob und wie ich die nächsten 4 Monate überstehe mit Temperaturen teilweise unter 20 °C. Irgendwie habe ich noch die dunklen, schwachen Erinnerungen an die letzte Wintersaison wo wir einige Morgen Frost hatten und sogar drei Tage lang eine Eisdecke das Land lahm legte. Wie überstehe ich das bis Anfang März die Hitze langsam wieder die Oberhand gewinnt in Texas?

Irgendwie kann ich es noch nicht richtig glauben, dass der Sommer auch hier bald vorbei sein wird. Zum Glück klettert das Thermometer in den folgenden Tagen noch über die 30 °C.

* Nachtrag: 18.10.2007 04:00pm. Es war dann heute Morgen noch nicht wesentlich kühler. Im Gegenteil! 76 °F zeigte es an in meinem Wagen dafür war die Luftfeuchtigkeit eher niedrig. Richtig angenehm mit offenem Fenster heimgedüst dem Sonnenaufgang entgegen. Ach quatsch, ich muss ja westwärts fahren. Anyways, es war einfach Suuuuper heute Morgen! Irgendwie freue ich mich nicht auf morgen Morgen.

Dienstag, 16. Oktober 2007

Dirty Magnum in Boston

Machen wir weiter mit der Rangliste meiner beliebtesten Dramen im amerikanischen Fernsehen.

3. Platz - Las Vegas : Wer glaube ich Zugriff auf ORF1 hat sieht die Serie bereits in der 4. Season, Pro7 hat sie letzten Jahres angeblich nach 6 Episoden wieder eingestellt und nun auf Kabel 1 hat man aber wieder begonnen und ist nun in der 1. Season. Schön, wir sind hier nun in der 5. Season angelangt. Allerdings, in der alten Heimat ist mir die Serie nie aufgefallen und hier wollte ich nicht in eine alte Geschichte einsteigen aber jetzt musste ich mich fast neu dazu gesellen. Hauptgrund Nummer 1! Tom Selleck (jepp, der Thomas Magnum) ist neu in der Serie in der Rolle des neuen Casino Besitzers A.J Copper -- oh, Verzeihung: Einfach nur Cooper -- und hat somit Schauspieler James Caan ersetzt dessen Charakter sich wegen eines Mordes aus dem Wüstenkaff verziehen musste. Etwas rasant und manchmal auch wirr in der Handlung diese Serie aber im grossen und ganzen recht amüsant, daher ein Comedy Drama. Ich frage mich weshalb man das damals bei Pro7 wieder eingestellt hat. Wenn ich nun aber auch sehe, dass diese Serie sowohl bei Kabel1 als auch beim ORF1 erst nach 11 Uhr Abends läuft wundert es mich nicht so sehr. Ich denke für den Grossteil der Zuschauer im deutschsprachigen Raum ist das schon fast zu spät. Einfach nochmals zur Erinnerung, die Serien hier werden alle in der Prime Time also irgendwo so um 8 oder 9 Uhr abends ausgestrahlt. Warum werden die in der alten Heimat immer so spät oder handkehrum wieder mitten im Tag ausgestrahlt? Egal, mir kann es mittlerweile ja egal sein. Weiter in meiner Sucht Hitliste.

2. Platz - Dirty Sexy Money: Dies ist eine Serie welche neu gestartet ist und im Zentrum steht der reiche Familien Clan Darling mit all ihren kleinen Sorgen, genau genommen die jedes einzelnen Mitglieds in der Familie. Der Einstieg beginnt mit dem Tod des Anwalts der Familie und dem anheuern von dessen Sohn als Nachfolger im Amte des Familien Anwalts. Anwalt ist eigentlich etwas übertrieben. Babysitter, Seelsorger, Bote und was sonst noch alles in diesem Bereich möglich ist. Ein Scheissjob eigentlich aber hey, er kriegt glaube ich $10 Mio./Jahr dafür plus sonst noch irgendwelchen Bonus. Wer sagt da nicht nein, oder? Hervorragend besetzt als Spitze des Clans ist Schauspieler Donald Sutherland und man fragt sich bereits was dieser Tripp Darling für ein Spiel spielt mit dem armen Anwalt und die Familie sonst noch alles treibt. Bis jetzt wurden erst die Charaktere etwas dargestellt und man ist über vieles noch total im Ungewissen. Bin gespannt wie sich das weiter entwickelt. Sollte das in einem Jahr oder so im deutschsprachigen Raum auftauchen also unbedingt reinschauen.

Trommelwirbel, wir kommen zum Spitzenreiter. And the winner is, ...

1. Platz - Boston Legal: Ein absolutes Muss dieses Legal Drama. Legal im Englischen bezieht sich in diesem Fall auf Anwälte und ihr Leben, allgemein aber alles was sich um Recht und Gesetz dreht. Boston Legal hatte einen Vorgänger mit The Practice was angeblich mit 8 Seasons ein grosser Erfolg war in Amerika. Wenn man das im deutschen Wiki nachschaut, wurde jene Serie auch einmal in der alten Heimat ausgestrahlt und zwar sehr originell von Pro7 um 12 Uhr mittags tag-täglich bis knapp zur Hälfte aller produzierten Episoden. Sie haben sich wahrscheinlich noch gewundert weshalb das keine riesen Einschaltquoten bekam. Kabel1 hat angeblich noch nachgedoppelt -- wahrscheinlich um 2 Uhr morgens. Anyways, zurück zu Boston Legal. Das läuft offensichtlich mittlerweile bei VOX um 22:00 sogar zu einer vernünftigen Zeit in einem ordentlichen Wochen Rhythmus. Leider konnte ich erst im letzten Jahr zum Saison Start der Season 3 die Serie zum ersten Mal sehen. Demnächst werde ich wohl nicht darum herum kommen mir die DVDs davon zu besorgen und mir nach und nach alle Shows von Anfang durchzuschauen. Mittlerweile hat nun die Season 4 begonnen. Speziell und legendär mittlerweile für diese Show sind die meta-references (Meta-Referenzen). Unter Meta-Reference versteht man das Einfügen von Text oder Aktionen welche dem Zuschauer das Gefühl vermitteln, dass die Charaktere (oder der ganze Film) eigentlich wissen, dass alles nur Fiktion ist und sie als Person nicht echt sind. Meistens Referenzen zu sich selbst als Schauspieler, zur eigenen oder anderen Serien oder anderen Charakteren welche sie gespielt haben. Am Schluss der letzten Season sagt Denny Crane zB: "Ich bin gespannt was wir in der nächsten Season alles erleben". Auch gibt es speziell von ihm, als Schauspieler William Shatner, immer wieder Referenzen zu seinem anderen Ich, Captain James T. Kirk aus Raumschiff Enterprise, respektive Star Trek wie das im Original eigentlich heisst. Schauspieler James Spader umgekehrt war bei den Emmy Awards so clever bei seiner Dankesrede eine Referenz zu den Sopranos (welche ich leider nie geschaut habe) zu spannen: "I feel like I just stole a pile of money from the Mob, and they're all sitting over there". Köstlich!

So, und nun entschuldigt mich. Ich muss eine neue Serie im Internet nachholen welche offensichtlich auch einiges Potential besitzt -- zumindestens habe ich gute Kritiken dazu gelesen. Pushing Daisies ist irgendwie ein Fantasie Krimi Drama wo ein Typ angeblich Personen wieder zum Leben erwecken kann allerdings mit einigen Tücken. Auf jeden Fall stellt er diese Fähigkeit wohl der Polizei zur Verfügung und hilft Ermordeten noch kurz ein letztes Mal zum Auferstehenden und den Mörder preis zu geben. Was da noch übrig bleibt für den Film frage ich mich jedoch. Mal schauen, wenn es was ist werde ich das vielleicht einmal noch nachtragen hier mit einem separaten Eintrag. Hoffentlich bringt es nicht meine Hitliste durcheinander.

Ach ja, und bald auch meine Hitliste der halbstündigen Shows. Die dürfte etwas länger werden. Satte 11 Titel habe ich zur Zeit aufgelistet!

Montag, 15. Oktober 2007

Ugly Chuck in Miami

Hier nun also meine einstündigen Top 6 Drama Serien im amerikanischen Fernsehen

6. Platz - Ugly Betty : Bevor ich die alte Heimat verliess kann ich mich noch an eine Serie erinnern welche ein ähnliches Konzepte hat und "Verliebt in Berlin" hiess. Ich habe das zwar nie geschaut aber irgendwie habe ich das Konzept nur allein beim Durchzappen durch die Kanäle kapiert. Irgendwann letztes Jahr habe ich auch irgendwo mitbekommen, dass Ugly Betty ein Ableger einer Serie aus Kolumbien ist welche mittlerweile in 130 Länder verpflanzt wurde. Die erste Season dieser nun amerikanischen Produktion welche letztes Jahr gestartet ist habe ich nicht verfolgt bin jetzt aber dank Internet* etwas am Aufarbeiten und in den Beginn der 2. Season eingestiegen. Nett, nicht der Knüller aber eben, zum im Internet anschauen ganz OK.

5. Platz - Chuck : Eine Serie welche jetzt neu gestartet ist. Chuck ist der Name von einem Computer Fritze und ist angestellt in einer Art Media Markt. Er bekommt irgendwie eine Ladung geheimer Daten des CIA in sein Gedächtnis gebrannt und zwar fast sprichwörtlich. Beim Betrachten einer Datei am Computer wird sein photographisches Gedächtnis gefüttert und die Daten im Computer anschliessend vernichtet. So einfach, ha ha! Somit wird er für den CIA und auch NSA unheimlich wichtig und wird nun wohl als Datensilo durch einige haarsträubende Geschichte getrieben. Den Piloten hatte ich mir im Internet mal angeschaut und muss sagen, ja ich schau mal weiter. Und noch weil Sarah Lancaster mitspielt -- nur so nebenbei.

4. Platz - CSI:Miami : Was soll man dazu sagen? Von all den CSIs und anderen Polizeistories die einzige welche ich mir anschaue und genau genommen wie ich das viel früher in einem Eintrag schon mal erwähnt habe vor allem wegen HDTV. Der Aufnahmestill und 1080i im echten 16:9 Verhältnis sind wirklich erste Sahne. Also eine Serie welche ich definitiv nicht im Internet schaue. Wer CSI:Miami in der deutschsprachigen TV Landschaft fieberhaft mitverfolgt hier ein paar Top Information um sich die Spannung zu versauen. Ansonsten halt jetzt schnell die Augen zu: Horatio Caine (oder H. wie sie ihn alle liebevoll immer wieder nennen) wird irgendwie Vater, Mr. Wolf (wie er immer so schon genannt wird von H.) wurde ja gefeuert und taucht aber immer wieder auf, Frank Tripp ist jetzt Sergeant und rennt in Uniform und mit Glatze rum und ach ja, die Mädels sind alle immer noch viel zu hübsch und zu sexy angezogen für ihren Beruf. Aber wir beklagen uns ja nicht darüber, nicht? Die Computertechnik macht natürlich auch weitere Fortschritte und mittlerweile verschieben sie Daten wie Tom Cruise im Minority Report auf Glastischen und Wänden. Spooky!

Die Plätze 3, 2 und 1 schreibe ich nun schon mal weiter aber bringe ich erst morgen im nächsten Eintrag. Wir wollen es etwas spannend machen. Sofern hier überhaupt jemand täglich rein schaut in meinen Blog.

* Zu TV Serien im Internet in einem weiteren Eintrag etwas mehr.

Sonntag, 14. Oktober 2007

No biggie

Ich muss endlich an mein Thema vor einigen Tagen anknüpfen über die Fall Season im Fernsehen -- bevor die dann schon wieder vorbei wäre. Ich hatte angekündigt einen kleinen Überblick zu geben über die aktuellen Shows am TV. Und um es gleich vorwegzunehmen, ich will hier keinen TV Guide über die amerikanische Fernseh Serien Landschaft kreieren, nur einen kleinen Einblick in meinen Alltag und was ich mir hier im Moment zu Gemüt führe. TV-Süchtig hin oder her, alle Serien anschauen das schaffe auch ich nicht und will ich mir auch nicht antun.

Bei der Recherche im Internet wollte ich natürlich auch herausfinden ob und wann den bestehende Serien ausgestrahlt werden in der alten Heimat. Auf der Website der serienjunkies.de findet man erstaunlich gut so ziemlich alles was man dazu braucht. Ich kann mir sogar eine grosse Vorstellung und Kritik der einzelnen Serien ersparen, brauche nur einen Link darauf an entsprechenden Stelle einzufügen.

Wie das Spiel mit den Serien abläuft habe ich in jenem letzten Eintrag geschildert und ich werde mich in einem ersten Eintrag auf die einstündigen Serien konzentrieren und die halbstündigen Shows in einem weiteren Eintrag behandeln. Zu diesen einstündigen Serien kann man grundsätzlich sagen, dass sie nicht dem Schema der sogenannten Sitcom entsprechen. Dazu im nächsten Eintrag mehr. Wenn man nun die TV Guides zum amerikanischen Fernsehen und den Serien anschaut sieht man des öfteren als Genre "Drama" angeschrieben und wundert sich dann vielleicht wenn die Sache doch relativ lustig und nicht todernst - dramatisch - ist. Dazu sollte man kurz was sagen.

Drama im Deutschen hat im Gegensatz zum Englischen meiner Erfahrung nach ein kleinen Unterschied -- es hat zwei Bedeutungen:
[1] literarischer Text, der zur Aufführung auf einer Bühne o. ä. gedacht ist
[2] tragisches Geschehen
Im Englischen gibt es die zweite Bedeutung nicht. Hier ist es fast ausschliesslich die Darstellung einer Handlung mit Schauspieler und durch Dialoge, genau so wie auch im Wiki beschrieben. Ein Satz wie: this is not a big drama (Das ist kein grosses Drama), im Sinne einer Tragödie oder Missgeschicks, dürfte daher bei Angelsachsen etwas Stirnrunzeln auslösen -- no big deal oder einfach ein no biggie wird dafür besser verstanden. Und obwohl die Redewendung to make a drama out of something (ein Drama aus etwas machen) gleich wie im Deutschen existiert ist die Bedeutung eine andere. Im Englischen ist es das was man im Deutschen als "eine grosse Geschichte aus etwas machen" bezeichnet. Das Wort drama im Englischen also am besten immer als Geschichte verstehen oder übersetzen.

Aber machen wir doch weiter mit den Serien und zwar gleich in einer Art von Rangliste im nächsten Eintrag. Sonst wird das hier zu lange.

Freitag, 12. Oktober 2007

Columbus Day

Obwohl im Titel Columbus Day steht ist heute am 12. Oktober nicht Columbus Day. Columbus Day ist resp. war am 8. Oktober. Jeder Durchschnittseuropäer weiss aber ganz genau warum ich das heute eintrage. Genau so wie jeder halbwegs gebildete Europäer blitzschnell das fehlende ergänzen kann. Christoph Columbus war von Nationalität her _______ und hat unter ________ Flagge die Inseln von _________ am __. Oktober 14__ entdeckt. Oder brauchen nun einige doch etwas Auffrischung in der Geschichte über die Entdeckung des amerikanischen Kontinents? Ja? Also gut.

Keine Webpage wagt es eindeutig zu bestätigen -- es sei mit hoher Wahrscheinlichkeit zu belegen -- , dass Christopher Columbus in Genua geboren ist und somit von Geburt her Italiener ist. Mit Geburtsurkunden und solchem Krams nahm man es halt damals noch nicht so genau aber füllen wir oben in die Lücke mal Italiener ein.

Wie die meisten Kapitäne hatte auch er natürlich kein eigenes Schiff sondern war auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Sponsoring würde man das heute wohl nennen für solch ein risikoreiches Abenteuer. Auf den Segeln wäre dann zB gross "Red Bull verleiht Flügel" zu lesen. Der Sponsor in seinem Falle war das spanische Königshaus und somit schipperte er mit drei Kähnen unter spanischer Flagge los und wie allgemein bekannt auf der Suche nach einem Weg nach Asien in Richtung West. Interessanterweise hat er damals einen Fehler gemacht, welchen man beim Flug einer Sonde zum Mars auch gemacht hat. Er hat irgendwelche Meilen falsch interpretiert und die Route somit falsch, gleich kürzer, kalkuliert. Zweitens hatte man den Erd Radius zur damaligen Zeit noch falsch, gleich kleiner, berechnet. Seine "falschen" Meilen hatte er folglich zu kurz und zu wenig gerechnet. Hätte er die effektive Distanz gewusst zwischen dem was er von Spanien bis zB Japan vor sich gehabt hätte wäre er ziemlich sicher nicht in See gestochen. Das da nun noch was dazwischen lag konnte man damals noch nicht ahnen.

Nach nur 5 Wochen segeln sind sie auf Land gestossen was heute die Bahamas sind. Die Insel San Salvador gilt heute als die wahrscheinlich erste Insel der Bahamas welche sie angelegt haben. Die Bahamas Inseln waren übrigens bereits bewohnt durch die Lucayans welche man auf bis zu 70,000 Einwohner schätzte. Sie sind innert des folgenden Jahrhunderts komplett eliminiert worden. Wer die eingeschleppten Krankheiten der Europäer nicht überlebt hat ist bei der Deportation und unter der Versklaven zugrunde gegangen. Ach ja, wir wollen den Tag und das Jahr noch festhalten. Es war der 12. Oktober 1492 als sie San Salvador Island entdeckten und Columbus soll sich übrigens bis zu seinem Tode 1506 nicht im klaren darüber gewesen sein, dass er statt dem Weg nach Indien einen neuen Kontinent für die (damalige) westliche Welt entdeckt hatte.

Columbus hat nie einen Fuss auf das Gebiet der heutigen USA gesetzt sondern bereiste mehrheitlich die vorgelagerten Inseln und Regionen im Golf von Mexiko was zum grossen Teile zu Mittelamerika gerechnet wird. Trotzdem hielt man zum 300-jährigen Jubiläum der Entdeckung des Kontinents in New York City eine erste Feier ab. Hauptsächlich die Emigrierten aus Italien und speziell solche aus Genua sollen zu den ersten gezählt haben damals. Zur 400. Jährung war es dann der damalige US Präsident Benjamin Harrison welcher den Tag für die Vereinigten Staaten zur Erinnerung und Feier ausrief. Der Tag wird heute notabene in mehreren Ländern der "Neuen Welt" auch mit zum Teil anderen Namen geehrt.

Offizielle Aufnahme in den US Code und als Federal Holiday fand der Columbus Day in einer Ergänzung von 1968 und wird seit Inkrafttreten 1971 immer am zweiten Montag im Oktober gefeiert. In jener Ergänzung, dem Uniform Monday Holiday Act, wurde eine Mehrzahl der Feiertage auf den Montag der betreffenden Woche verschoben. Warum fragt man sich nun wohl. Der Hauptgrund ist sicherlich ein verlängertes Wochenende. Ein weiterer und nicht so auffälliger Grund ist, dass die Regierung keinen Einfluss hat auf die Feiertage in den Mitglied Staaten. Oder anders ausgedrückt und damit etwas klarer als Grund für die Verschiebung. Die Regelung der Federal Holidays bezieht sich im Prinzip eigentlich nur auf die Regierungsstellen und andere nahe Organisationen. Sämtliche Federal Offices -- welche somit für die Regierung in Washington, D.C. tätig sind -- bleiben an diesen Tagen geschlossen. Die Staaten selber können wiederum eigene Feiertage festlegen. Die wiederum auch nur für ihre Amtsstellen, dh nicht für Unternehmen und Bewohner des Staates. Was hier viele Europäer als seltsam empfinden ist nichts anderes als die sprichwörtliche Freiheit in Amerika. Der Staat hat nicht zu befehlen wer wann zu arbeiten hat und in diesem Fall natürlich wer nicht.

Alljährlich bittet der US Präsident in einer Proclamation (Bekanntmachung), dass man den Tag entsprechend würdigen und feiern soll. In diesem Jahre 2007 also der 8. Oktober. Den Montag habe ich persönlich etwas verschlafen (im sprichwörtlichen Sinne) und musste später auch zur Arbeit. Aber am Freitag dem 12. Oktober da werde ich ganz bestimmt ... ach was sag ich, ich hab ihn auch verschlafen. Obwohl ich den Bericht mit dem 12. Oktober datiere schreibe ich das hier nun Tage später. Vielleicht nächstes Jahr, wobei; wie feierte man den Columbus Day? Reicht es wenn ich eine Pizza von Little Caesars bestelle und einen Merlot aus dem Napa Valley trinke? Ich meine er war ja Italiener. Oder ein paar Tacos und etwas Tequila? Mexiko ist ja auch irgendwie spanisch, zu ehren der spanischen Krone, oder so.

Als Bonus folgend noch der Link zur Columbus Day Website. Es scheint es gibt für wirklich fast alles eine eigene Website. Columbus, mach's gut alter Junge! Ich trink auf dich nächstes Jahr. Versprochen!

Montag, 8. Oktober 2007

It ain't over until it's over

Es -- in diesem Fall das Football Spiel -- ist erst vorbei wenn es vorbei ist. Diese schmerzliche Erfahrung mussten soeben die Buffalo Bills machen gegen die Dallas Cowboys im heutigen Monday Night Football Spiel in der NFL. What a game!

Leider bin ich in der Nachtschichtarbeit und konnte das Spiel nicht Live anschauen. Ich musste mich über den Live Ticker auf dem laufenden halten und was ich da gesehen haben -- ich glaube ich muss mir am Morgen wenn ich nach Hause komme das Spiel gleich auf meinem DVR (Digital Video Recorder) anschauen. Internet sei Dank konnte ich mir aber eine kurze Zusammenfassung hier oder hier schon mal anschauen.

Ich habe auch bis zum Schluss gehofft. Das ist das geniale und aufregende an Football. In den letzten Minuten kann noch so viel passieren wegen den Besonderheiten wie die Zeit gestoppt und gestartet wird.

Man, I love this game!

Sonntag, 7. Oktober 2007

Besen Wetter

Wow, was für ein Wochenende. Habt ihr die Division League Series gesehen im Baseball? Nein? Gut, ich habe auch nicht alle Spiele gesehen, auch ich muss arbeiten und hart meine Dollares verdienen.

Ich weiss, ich werde wohl etwas ausholen -- resp. erklären -- müssen damit einige verstehen um was es gleich geht. Die Baseball Season geht in die Schlussphase. Die Regular Season (normale Spielsaison) ist vorbei und nun geht es darum in den World Series den "Weltmeister" zu küren.

In der alten Welt wird der Begriff "Weltmeister" dabei immer etwas missverstanden und den Amerikanern etwas Arroganz oder Überheblichkeit vorgeworfen weil sie sich hier Weltmeister schimpfen in einer Liga in welcher nur amerikanische Clubs spielen. Erstens darf man dazu sagen, dass der Begriff sich auf die neue Welt bezieht, zweitens der Begriff bereits in den 1880er Jahren erstmals verwendet wurde, drittens Baseball wurde zu dem Zeitpunkt fast ausschliesslich nur in Amerika gespielt, viertens die ersten World Series der Neuzeit wurden 1903 ausgetragen und fünftens mit den Toronto Blue Jays ein kanadisches Team mitspielt (allerdings erst seit 1977). Da waren sogar noch die Montreal Expos aber die sind nun die Washington Nationals, nur so nebenbei. Dann gibt es denn nicht zu unterschätzenden Umstand, dass dies zwischen zwei unterschiedlichen (damals angeblich sogar verfeindeten) Ligen gespielt wird -- einerseits die American League und andererseits die National League. Nicht verwunderlich nannten zuvor beide Ligen (respektive deren damalige Vorgänger) den Gewinner ihrer Liga auch selbstherrlich den Baseball Champion of the United States. Man brauchte folglich etwas "höheres". Es gibt weitere Anzeichen, dass der Name auch in weiser Voraussicht kreiert wurde weil man ernsthaft glaubte und erhoffte, dass man die Meister aus Ligen aus der ganzen Welt einschliessen könnte. Das hat sich jedoch nie ernsthaft entwickelt.

Was nun über das Wochenende ausgetragen wurde ist noch nicht die World Series selbst. Die wird wie erwähnt nur zwischen den beiden Champions jeder Liga ausgetragen. Folglich muss erst der Champion ermittelt werden und das erfolgt in je zwei Playoff Serien. Die vier besten Teams der American League und der National League tragen jetzt ihre ersten quasi Halbfinale aus, die sogenannten Division League Series in einer Best of 5 Serie. Die Sieger kommen dann in ihren jeweiligen Final, die sogenannten Championship Series -- welche am kommenden Donnerstag beginnen, dann aber mit einer Best of 7 Serie. Die beiden Sieger daraus kommen dann in die World Series, ebenfalls in einer Best of 7 Serie. Kompliziert? Einfach nochmals durchlesen, ist nicht so schwierig und sonst halt eine Zeichnung machen. Hilft immer!

Was war nun so speziell an diesem Wochenende?

Nun, von den total vier Partien in diesen Division League Series sind drei Partien in den Best of 5 Serien bereits im 3. Spiel entschieden worden. Mit anderen Worten, drei Mannschaften haben in drei Spielen der Serien nicht ein einziges Spiel für sich entscheiden können und sind ausgeschieden. In so einem Fall spricht man im Baseball von einem sweep (fegen) -- das Team wurde weggefegt. Auch die New York Yankees standen kurz davor- to be swept away (weggefegt werden) - durch die Cleveland Indians konnten aber das Spiel 3 nach anfänglichem Rückstand doch noch für sich entscheiden.

Beim letzten Spiel zwischen den Philadelphia Phillies und den Colorado Rockies gab es auf den Zuschauer Tribünen noch was aussergewöhnliches zu sehen. Da es sich um das Heimspiel in Denver, Colorado handelte und sich die Fans natürlich einen sweep wünschen haben es sich einige Spassvögel nicht nehmen lassen Besen mit ins Stadion zu bringen und diese begeistert in der Luft zu schwingen. Das hat also nichts mit Walpurgisnacht oder dem bald anstehenden Halloween zu tun.

Nachtrag 9.10.07: Die Yankees sind nun auch weggefegt. Somit haben wir folge Partien.
American League Championship Series (ALCS)
Cleveland Indians vs. Boston Red Sox
National League Championship Series (NLCS)
Colorado Rockies vs. Arizona Diamondbacks

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Bye-Bye Shorts

Wie ich das Ende August angekündigt habe bin ich nun ein full-time employee (fest angestellter Mitarbeiter). Das machte noch eine weitere Anpassung nötig nämlich bin ich jetzt auch voll in die Nachtschichtarbeit eingeteilt. Dazu habe ich mich sogar freiwillig gemeldet, denn es hat einerseits den Vorteil für mich, dass ich nun meinen Hund Lucky permanent zur Arbeit mitnehmen kann und anderseits gibt es einen 15% Lohnzuschlag. Auch nicht schlecht, oder?

Heute morgen war meine Schicht um 06:00am zu Ende und als wir nach draussen kamen hat es mich gleich etwas geschüttelt. Der Blick auf das Thermometer im Auto bestätigt meinen Verdacht. Es ist zum ersten Mal seit langer Zeit kühler als 20 °C und mit 66 Grad Fahrenheit sogar deutlich kühler als mein eigentlicher Referenzgrad die 70 °F was 21.1 °C entspricht. Einen niedrigeren Wert hatte ich das letzte Mal irgendwann im Mai registriert. Selbst die Luftfeuchtigkeit scheint relativ niedrig weshalb es sich zusätzlich noch kälter anfühlt. Einen kleinen Temperatur Rückgang hat man uns ja schon angedroht auf nächstes Wochenende da eine Front aus Kanada Richtung Süden gedrückt wird.

Werde ich heute Abend vorsichtshalber also wieder in Jeans und nicht mehr in Shorts zur Arbeit gehen und für alle Fälle eine Jacke im Auto lassen. Bevor es nach Hause ins Bett geht muss ich nämlich noch einen kleinen Spaziergang machen mit Lucky. Heute ging es allerdings noch gut auch ohne Jacke. Es war vor allem der erste Schock als wir raus kamen und unser Office scheint auch in einem Kälteloch zu stecken. Dort wo wir unseren Spaziergang machen zeigt das Thermometer im Auto immerhin wieder 69 °F an.

Bleiben die Shorts also nur noch den Nachmittagen vorbehalten. Da sollte es bis an den November ran doch noch immer mindestens 80 °F werden. Das ist schon fast etwas frisch zu einem richtigen Texas Summer aber immerhin doch noch 26,5 °C und in der alten Heimat ist das schon beinahe Hochsommer!

Ich hoffe ihr seit nun nicht neidisch. Ganz echt, das war nicht meine Absicht!

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Endlich Herbst

Sorry wenn ich heute kaum übers Wetter, Klima oder Jahreszeiten im meteorologischen Sinne spreche. Es geht wieder einmal um meine Sucht, das Fernsehen.

Auf vielen TV Kanälen in der alten Heimat gibt es oft Serien zu sehen aus Amerika. Allerdings mit einem kleinen Unterschied. Oft viel zu früh oder dann viel zu später, einige Serien überhaupt nie und dann auch nicht mit einigen typischen Besonderheiten der amerikanischen TV Welt. Im folgenden ein Blick in die Fernsehstube der Amerikaner und eine Liste der Besonderheiten.

Besonderheit Nummer Eins - Prime Time
Prime Time ist das was man im Deutschen allgemein als Hauptsendezeit bezeichnet. Allerdings war es mir nie wirklich klar wann das war in der alten Heimat. Die Hauptausgabe der Nachrichten Sendungen war sicher in der Zeit oder gilt als Beginn aber wann hört sie auf?

In Amerika ist es relativ klar allerdings mit kleinen Unterschieden aufgrund der Zeitzonen wie ich das in Zeit-Verschiebung etwas erklärt habe. An der West- und Ostküste ist die Prime Time von 8pm-11pm und in den Staaten welche unter Central Time fallen bereits eine Stunde früher, also von 7pm-10pm, da sie die Ausstrahlung an der Ostküste zeitgleich sehen. Die Staaten mit Mountain Time sind etwas besonderes und da wage ich keine verbindliche Aussage zu machen denn es kommt auf den Sender, die Stadt oder den Kabel Anbieter an.

Besonderheit Nummer Zwei - TV Schedules (Sendezeiten)
Der tägliche Sendeplan ist mit einigen kleinen Ausnahmen komplett in ganze oder halbe Stunden unterteilt. Man kann sich erstaunlich gut darauf verlassen, dass Sendungen zur vollen oder halben Stunden beginnen. Hier ein Link wo man das Raster schön sieht und sogar einen historischen Rückblick auf die wichtigsten Sender und deren Programm hat. In der alten Heimat kann ich mich noch erinnern, dass ich oft 20:15 auf eine Sendung umgeschaltet habe und dann immer noch 10 Minuten oder länger Teile der letzten Sendung oder noch schlimmer einfach nur Werbung schauen musste. Es gab kaum einen Sender bei welchem man sich auf die Startzeiten verlassen konnte.

Besonderheit Nummer Drei - Commercial Breaks (Werbe Unterbrechungen)
Serien welche einen halbstündigen Block belegen dauern ca 22 Minuten, die restlichen 8 Minuten sind der Werbung vorbehalten. Meistens sind es drei etwa gleich lange Werbeblöcke wobei die Spots oft exakt auf 30 Sekunden oder Bruchteile davon geschnitten sind. Bei stündigen Serien ist die Serie Länge entsprechend etwa das Doppelte und es gibt ca 6 Werbeblöcke. Im Vergleich zur alten Heimat und vor allem den Sendern wie Pro7, RTL etc hat man hier also mehr(ere) Werbeblöcke dafür nicht so ätzend lange.

Besonderheit Nummer Vier - Seasons (Saison/Staffel einer Serie)
Die meisten Serien werden in sogenannten Seasons produziert. Auf Deutsch wäre das wörtlich mit Jahreszeit oder Saison zu übersetzen entspricht aber dem was man als Staffel bezeichnet. Die halbstündigen Serien in ca 22 Einheiten und selbst die stündigen obwohl zusätzlich viel aufwändiger produziert haben um die 20 Episoden in einer Season. Der Beginn der Season ist für die meisten Serien Ende September oder Anfang Oktober. Mit Unterbrüchen zieht sich das durch bis ca. April/Mai bedingt durch Sportveranstaltungen oder andere Live Events und selbst wegen Weihnachten. Jetzt im Herbst wird folglich überall die New Season verkündet und dann im Frühling wird immer gross das Season Finale ausgerufen. Meistens endet eine Season mit einem Cliffhanger, d.h. der Zuschauer bleibt den ganzen Sommer durch im Ungewissen wie es denn nun weitergeht weil die Handlung im spannendsten Moment abbricht. Man steht oder hängt am Abgrund - cliffhanger. In der alten Heimat nimmt man es mit den Seasons oft nicht so genau und da kann es sein, dass die nächste Season bereits in der folgenden Woche schon fortgesetzt wird. Das hat dann oft auch den lustigen Effekt, dass eine Episoden mit einem Weihnachtsthema mitten im Sommer gezeigt wird.

Wie gesagt es ist Herbst was im britischen Englischen autumn heisst aber in Amerika allgemein besser verstanden wird als fall. Beide Wörter haben sich angeblich im 16. Jahrhundert entwickelt und das Wort harvest (Ernte) ersetzt. Während man in England über die Jahrhunderte das fall sprichwörtlich hat fallen liess hat es sich in Amerika gehalten und die grössere Anwendung. Das Wort autumn wird hier meistens poetisch angewendet, Meteorologen verwenden es zur Zeit sehr gerne habe ich festgestellt. Im Fernsehen in Amerika ist jetzt aber Fall Season, keine Zeit für Poesie.

Ich freue mich natürlich schon auf einige Serien wenn sie endlich wieder fortgesetzt werden und dann kommt auch eine ganze Reihe neuer Serien auf den Schirm. Nächstens werde ich einen Überblick verschaffen auch wenn es euch kaum was nützt so lange ihr in der alten Heimat sitzt und warten müsst bis die Serie übersetzt und ausgestrahlt wird -- wenn überhaupt. Einige Klassiker hier habe ich z.B. in der alten Heimat nie gesehen.

Herbst ist überhaupt der grösste Stress. Die NFL ist in full swing, die NASCAR Series ist mit The Chase in den Endzügen und jetzt beginnt auch noch Baseball mit den Playoffs was Ende Oktober mit den World Series beendet wird. Paradox: Die Tage werden kürzer dabei sollten sie doch länger werden damit man Zeit für alles hat was es im TV zu sehen gibt. Vielleicht sollte ich Ferien nehmen!

Dienstag, 2. Oktober 2007

Jay, I envy you

Heute beim surfen im Internet einen kleinen Leckerbissen entdeckt in Jay Leno's Garage.

Jay Leno, der Host der Tonight Show auf NBC ist ein grosser Car Freak und hat eine eigene Garage (eigentlich eine grosse Halle) und darin eine Sammlung mit einer grossen Anzahl von Klassikern. Seit einiger Zeit gibt er auf einer Webpage mit kleinen Clips einen Einblick in sein "Privat Museum". Sein chief mechanic in der Big Dog Garage, Bernard Juchli, ist übrigens auch ein ausgewanderter Schweizer. Jay ist sich aber selbst nicht zu schade selbst Hand anzulegen wie man in einigen der Clips sieht. Man sieht ihn auch immer wieder im Fernsehen in Spezial Sendung über alte Klassiker und er scheint ein richtiger Fahrzeug Experte zu sein in Sachen Klassikern. Also nicht nur einfach ein Promi mit Kohle und irgend einer Auto Sammlung aus Prestige Gründen.

In seinem neuesten Clip hat er nun eben diesen Leckerbissen, einen 1966 Shelby Mustang 350 GT. So richtig interessant wird es nach einigen Minuten wenn er das Fahrzeug auf die Strasse führt. Da kommt noch richtig Sound aus der Maschine. Also ruhig die Boxen etwas aufdrehen am Computer. *schmelz*

Show Me The Money!