Downtown Austin

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Mittwoch, 3. Oktober 2007

Endlich Herbst

Sorry wenn ich heute kaum übers Wetter, Klima oder Jahreszeiten im meteorologischen Sinne spreche. Es geht wieder einmal um meine Sucht, das Fernsehen.

Auf vielen TV Kanälen in der alten Heimat gibt es oft Serien zu sehen aus Amerika. Allerdings mit einem kleinen Unterschied. Oft viel zu früh oder dann viel zu später, einige Serien überhaupt nie und dann auch nicht mit einigen typischen Besonderheiten der amerikanischen TV Welt. Im folgenden ein Blick in die Fernsehstube der Amerikaner und eine Liste der Besonderheiten.

Besonderheit Nummer Eins - Prime Time
Prime Time ist das was man im Deutschen allgemein als Hauptsendezeit bezeichnet. Allerdings war es mir nie wirklich klar wann das war in der alten Heimat. Die Hauptausgabe der Nachrichten Sendungen war sicher in der Zeit oder gilt als Beginn aber wann hört sie auf?

In Amerika ist es relativ klar allerdings mit kleinen Unterschieden aufgrund der Zeitzonen wie ich das in Zeit-Verschiebung etwas erklärt habe. An der West- und Ostküste ist die Prime Time von 8pm-11pm und in den Staaten welche unter Central Time fallen bereits eine Stunde früher, also von 7pm-10pm, da sie die Ausstrahlung an der Ostküste zeitgleich sehen. Die Staaten mit Mountain Time sind etwas besonderes und da wage ich keine verbindliche Aussage zu machen denn es kommt auf den Sender, die Stadt oder den Kabel Anbieter an.

Besonderheit Nummer Zwei - TV Schedules (Sendezeiten)
Der tägliche Sendeplan ist mit einigen kleinen Ausnahmen komplett in ganze oder halbe Stunden unterteilt. Man kann sich erstaunlich gut darauf verlassen, dass Sendungen zur vollen oder halben Stunden beginnen. Hier ein Link wo man das Raster schön sieht und sogar einen historischen Rückblick auf die wichtigsten Sender und deren Programm hat. In der alten Heimat kann ich mich noch erinnern, dass ich oft 20:15 auf eine Sendung umgeschaltet habe und dann immer noch 10 Minuten oder länger Teile der letzten Sendung oder noch schlimmer einfach nur Werbung schauen musste. Es gab kaum einen Sender bei welchem man sich auf die Startzeiten verlassen konnte.

Besonderheit Nummer Drei - Commercial Breaks (Werbe Unterbrechungen)
Serien welche einen halbstündigen Block belegen dauern ca 22 Minuten, die restlichen 8 Minuten sind der Werbung vorbehalten. Meistens sind es drei etwa gleich lange Werbeblöcke wobei die Spots oft exakt auf 30 Sekunden oder Bruchteile davon geschnitten sind. Bei stündigen Serien ist die Serie Länge entsprechend etwa das Doppelte und es gibt ca 6 Werbeblöcke. Im Vergleich zur alten Heimat und vor allem den Sendern wie Pro7, RTL etc hat man hier also mehr(ere) Werbeblöcke dafür nicht so ätzend lange.

Besonderheit Nummer Vier - Seasons (Saison/Staffel einer Serie)
Die meisten Serien werden in sogenannten Seasons produziert. Auf Deutsch wäre das wörtlich mit Jahreszeit oder Saison zu übersetzen entspricht aber dem was man als Staffel bezeichnet. Die halbstündigen Serien in ca 22 Einheiten und selbst die stündigen obwohl zusätzlich viel aufwändiger produziert haben um die 20 Episoden in einer Season. Der Beginn der Season ist für die meisten Serien Ende September oder Anfang Oktober. Mit Unterbrüchen zieht sich das durch bis ca. April/Mai bedingt durch Sportveranstaltungen oder andere Live Events und selbst wegen Weihnachten. Jetzt im Herbst wird folglich überall die New Season verkündet und dann im Frühling wird immer gross das Season Finale ausgerufen. Meistens endet eine Season mit einem Cliffhanger, d.h. der Zuschauer bleibt den ganzen Sommer durch im Ungewissen wie es denn nun weitergeht weil die Handlung im spannendsten Moment abbricht. Man steht oder hängt am Abgrund - cliffhanger. In der alten Heimat nimmt man es mit den Seasons oft nicht so genau und da kann es sein, dass die nächste Season bereits in der folgenden Woche schon fortgesetzt wird. Das hat dann oft auch den lustigen Effekt, dass eine Episoden mit einem Weihnachtsthema mitten im Sommer gezeigt wird.

Wie gesagt es ist Herbst was im britischen Englischen autumn heisst aber in Amerika allgemein besser verstanden wird als fall. Beide Wörter haben sich angeblich im 16. Jahrhundert entwickelt und das Wort harvest (Ernte) ersetzt. Während man in England über die Jahrhunderte das fall sprichwörtlich hat fallen liess hat es sich in Amerika gehalten und die grössere Anwendung. Das Wort autumn wird hier meistens poetisch angewendet, Meteorologen verwenden es zur Zeit sehr gerne habe ich festgestellt. Im Fernsehen in Amerika ist jetzt aber Fall Season, keine Zeit für Poesie.

Ich freue mich natürlich schon auf einige Serien wenn sie endlich wieder fortgesetzt werden und dann kommt auch eine ganze Reihe neuer Serien auf den Schirm. Nächstens werde ich einen Überblick verschaffen auch wenn es euch kaum was nützt so lange ihr in der alten Heimat sitzt und warten müsst bis die Serie übersetzt und ausgestrahlt wird -- wenn überhaupt. Einige Klassiker hier habe ich z.B. in der alten Heimat nie gesehen.

Herbst ist überhaupt der grösste Stress. Die NFL ist in full swing, die NASCAR Series ist mit The Chase in den Endzügen und jetzt beginnt auch noch Baseball mit den Playoffs was Ende Oktober mit den World Series beendet wird. Paradox: Die Tage werden kürzer dabei sollten sie doch länger werden damit man Zeit für alles hat was es im TV zu sehen gibt. Vielleicht sollte ich Ferien nehmen!

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