Downtown Austin

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Donnerstag, 29. November 2007

Tamales

Lasst mich raten: 99% aller Leser haben aufgrund des Titels keine Ahnung um was es hier gleich gehen wird. Die 1% die wissen um was es in etwa geht waren wohl kürzlich in Zentralamerika (oder halt Texas) und sind nun über eine Suche im Internet auf diesen Eintrag gestossen. Aber eben, der Grossteil wird sich fragen: "Was zum Geier ist oder sind Tamales?

Well, wie immer kann man es sich leicht machen und das Wort in eine Internet Suchmaschine eintippen und gespannt auf das Resultat warten. Zu meiner Überraschung gibt es tatsächlich eine grössere Anzahl deutschsprachiger Webseiten zum Thema Tamales. Und hiermit ein Ergebnis mehr.

Vor etwa einem halben Jahr hat mich ein Mitarbeiter gefragt ob ich tamales will. Da die Frage in eher freundlichem Ton gestellt wurde durfte ich annehmen, dass damit nichts gewalttätiges verbunden ist und da er aus dem Aufenthaltsraum mit der Küche kam, dass es wohl eher etwas mit Ernährung zu tun hat. Richtig, es ist was zum essen und ich muss sagen die Dinger sind unheimlich gut.

Tamal oder Tamale ist ein Gericht welches die Inkas, Mayas und Azteken schon seit mehreren Jahrtausenden kannten. Es existiert daher auch unter anderem Namen in anderen Ländern und auch die Zubereitungsarten sind höchst unterschiedlich. Gemeinsam ist allen, dass ein Teig auf ein Blatt gestrichen wird und darin eine Füllung gerollt wird. Anschliessend werden diese Rollen im Dutzend und mehr über Wasserdampf gekocht.

Die tamales wie sie in Mexiko bekannt sind und daher durch deren Einwanderer speziell im Süden der USA, sind masa (Maisteig) in einem corn husk (Maishülse/-blatt). Andere Länder kennen noch andere Varianten mit Kartoffelbrei oder Blättern von Bananen oder anderen Pflanzen. Das Wort tamal/tamale kommt von tamalli und stammt aus Nahuatl, der Sprache der Azteken. In die masa mit der husk eingewickelt gibt es als Füllung Fleisch oder andere Zutaten wie es einem die Lust dazu beliebt. Traditionell oder eher konventionell aber Fleisch und offensichtlich mehrheitlich vom Schwein und Huhn. Ich bevorzuge und geniesse im Moment aber auch gerade tamales mit Rind. Lecker!

Bevor wir da noch etwas weitermachen etwas anderes was einige interessieren oder sogar überraschen dürfte.

Mais war bis zur Entdeckung Amerikas in Europa unbekannt und ist bekanntermassen ein Produkt das man vor allem auf dem ganzen amerikanischen Kontinent in vielfältiger Anwendung vorfindet. Warum man sich in Europa davon distanziert gleich etwas später. Im Amerikanischen steht das Wort corn, was auch im Englischen eigentlich Korn bedeutet, synonym für das was im Deutschen spezifisch der Mais ist. Man denke nur an Popcorn. Die Engländer nannten das Korn ursprünglich indian corn, also das Korn der Indianer. Da man im Englischen so gerne vereinfacht und abkürzt wurde daraus wenig später einfach nur corn. Die Spanier wiederum übernahmen ein Wort aus der Sprache der Arawak was uns letztendlich im Deutschen den Mais bescherte.

Schon sehr früh also haben die Urvölker in Zentralamerika begonnen den Mais zu verarbeiten. Der Mais für das masa wird speziell zubereitet oder man muss dazu speziell verarbeitetes Maismehl kaufen. Man findet daher in den Rezepten auch die Bezeichnung masa nixtamalera für nixtamalization. Nixtamalization etwas vereinfacht erklärt ist die Verarbeitung des Korns ohne die Schale. Die Schale wird in einem speziellen Verfahren vom Kern gelöst und danach verarbeitet oder auch gemahlen. Die Urvölker tränkten die Körner in Wasser mit Kalk oder auch Asche gemischt. Die ganze Prozedur hat vor allem auch einen sehr wichtigen, nämlich gesundheitlichen Aspekt. Mais hat im Prinzip keinen grossen Nährwert und das spezielle Verfahren ersetzt fehlende Aminosäuren. Dieses Wissen war in Europa lange nicht bekannt und hat letztendlich auch dazu geführt, dass Mais in der alten Heimat kaum verarbeitet wird und auf dem Speiseplan steht.

Die tamales gibt es hier in Texas in den meisten Restaurants mit Tex-Mex Flair oder ich zB kriege sie in meinem grocery store (Lebensmittelladen) schön Vakuum verpackt und so fast zwei Monate im Kühlschrank haltbar. Ein paar Schlitze in die Verpackung und nach drei Minuten in der Mikrowelle hat man ein ganzes Dutzend herrlich duftender tamales vor sich. Die tamales löst man aus der husk und geniesst sie wie sie sind oder mit einer scharfen salsa. Kürzlich habe ich im Regal einen Beutel gesehen und gekauft mit den Basiszutaten um sie von Grund auf selbst herzustellen. Es ist zwar insgesamt sehr zeitintensiv soll aber die Mühe wert sein. Man stellt daher auch gleich eine grosse Anzahl her. Den Rest kann man dann offensichtlich problemlos einfrieren und kurz im Dampf erwärmen und geniessen.

Mal schauen ob es mir gelingt und wie das Resultat ist. Dann kann ich hier einen Rezepte-Blog starten mit typischen Gerichten aus den Süd-Staaten.

Eine der Ressourcen die ich konsultiert habe für all die Angaben hier ist die Webseite Tamales. Wenn man sich die URL anschaut ist sie Teil der Website Son of the South welche interessanterweise sehr dediziert zum Thema American Civil War (amerikanischer Bürgerkrieg 1861-1865) informiert. Das werde ich unbedingt zu einem späteren Zeitpunkt mal durchforsten müssen und dann vielleicht sogar eine kleine Serie dazu in meinem Blog schreiben. Wir werden sehen! Nebst Tamales ist auf alle Fälle mehr Stoff für meinen Blog vorhanden.

Mittwoch, 28. November 2007

Komische Zahlen

Für viele ist Amerika unter anderen auch das Land der komischen Zahlen. Da wird noch mit Füssen gemessen, dem Pfund gewogen und auch mit Fahrenheit die Temperatur gefühlt. Selbst mit der Zeit haben sie es etwas anders -- aber das hatten wir schon. Da ich im letzten Eintrag auf eine kleine Ungenauigkeit hingewiesen wurde ist es an der Zeit einen Ausflug in die amerikanische Zahlenwelt zu machen. Im konkreten Fall ging es um Fahrenheit und Celsius und damit auch im heutigen Eintrag.

Dank Internet und vor allem der Wikipedia ist es im Prinzip ein leichtes Spiel sich auf die schnelle zu solchen Themen ein Bild zu machen. Somit wäre dieser Blog eigentlich überflüssig aber zum Glück sind die Perspektiven etwas anders gelagert. Soll heissen der Unterschied bei der Suche in Google und Deutsch versus Englisch. Im deutschsprachigen Google findet man in diesem speziellen Bereich hauptsächlich Umrechnungstabellen von Fahrenheit zu Celsius und umgekehrt -- aber kaum Hintergrund Wissen.

Das Ergebnis in der englischen Suche sieht etwas anders aus. Da findet man zwar auch einige Umrechnungstabellen aber auch Webseiten wo Fahrenheit und Celsius mit ihrer Erfindung ordentlich erklärt werden plus einiges mehr. Um nur ein paar Beispiele zu liefern, hier die University of Alaska oder auch bei der NASA.

Bei allen Webseiten ist man sich einig, die Fahrenheit kommen von einem deutsch-stämmigen Physikus namens Gabriel Daniel Fahrenheit um 1714. Er wird auch als der Erfinder des Quecksilber Thermometers beschrieben. Andere Messgeräte existierten zwar schon früher aber waren mit Mängel behaftet welche das Quecksilber offensichtlich eliminierte. Wo die Meinungen etwas auseinander gehen ist bei der Ein- oder Zuteilung der Zahlen auf seinem Thermometer. Einigkeit herrscht noch bei Null Grad das auf dem Trick von Salz und Eis basiert, der endothermischen Reaktion. Salz in Wasser oder auch auf Eis senkt den Schmelzpunkt. Irgendwo ist damit aber Schluss und das Wasser gefriert vollständig oder umgekehrt beginnt zu schmelzen. Dieser Punkt war gemäss dem Herrn Fahrenheit der Punkt Null für seine Skala. Der nächste Punkt war der Schmelz oder Gefrierpunkt von normalem Wasser und ein weiterer Punkt die Körpertemperatur.

Auf sämtlichen Webseiten die ich gefunden habe werden diese weiteren Punkte mit dem Wert 32 resp. 96 angegeben. Keine Seite vermag aber zu erklären wie Herr Fahrenheit darauf kam. Schaut man sich die Zahlen jedoch etwas genauer an erkennt man schnell, dass 32 ein dreifaches von 96 ist und ich denke der gute Herr Fahrenheit hat auf seinem neu entwickelten Thermometer schnell realisiert, dass der Gefrierpunkt ein Drittel vom Nullpunkt entfernt ist. Ob genau oder nur annähernd sei dahingestellt. Unterteilt man nun die Spanne zwischen jenem Null Punkt und diesem oberen Punkt wird dieser Fixpunkt von einem 1/3 durch sukzessives Halbieren in weitere Einheiten unwillkürlich zu einem Bruch oder Verhältnis von 32 zu 96.

Nur wenige Jahre nach Fahrenheit kam der Schwede Anders Celsius mit seiner Tabelle welche den normalen Gefrierpunkt von Wasser auf Null setzte und den Siedepunkt davon auf Hundert. Ein Jahrhundert später kam dann noch William Thomson, auch bekannt als Lord Kelvin, welcher herausfand, dass Kälte nicht unendlich ist und es einen absoluten Nullpunkt gibt. Seine Skala geht daher von diesem Punkt aus und das erlaubt folglich auch keine Minuswerte. Kelvin definiert gegenüber Celsius nur den Nullpunkt anders und benutzt notabene die gleichen Schritte wie Celsius. Folglich muss man nur die Differenz von 273.15 dazu oder weg rechnen. Bei Fahrenheit ist das nicht ganz so einfach.

Kurz nach dem Ableben von Fahrenheit und Celsius hat man den Siedepunkt von Wasser und den 100 °C auf 212 °F festgelegt. Ob es wirklich für die einfachere Umrechnung geschehen ist steht irgendwo in den Sternen aber es resultiert letztendlich in der Tatsache, dass wir somit zwischen Gefrierpunkt (0-32) und Siedepunkt (100-212) gegenüber den 100 Grad in Celsius eine Differenz von 180 Grad bei Fahrenheit haben. Oder anders ausgedrückt als Bruch 100/180, gekürzt sind das 5/9.

Es wäre nun relativ einfach, wenn man sich merken könnte, dass 5 °C immer 9 °F entspricht im Unterschied. Leider nützt dies dem normalen Touristen in Amerika relativ wenig den er erhält Angaben in Fahrenheit und wenn der Wetterbericht 86 °F oder auch 10 Grad weniger verspricht, was heisst das? Eigentlich einfach das umgekehrte, dass eine Differenz von 9 °F immer auch 5 °C mehr oder weniger sind. Man muss das dann halt etwas aufrunden auf 10 °F zu 5.56 °C oder noch besser mit 20 °F immer auch 11.1 °C.

Oder macht es wie ich, vergesst die Umrechnerei und nebst den harten Fakten merkt euch das was ihr fühlt.
  • Hard fact ist: 32 °F ist der Gefrierpunkt. Alles darunter ist Eis und de facto kalt. Da ich darunter eh kaum einen Unterschied mehr fühle ist eine weitere Definition oder Unterteilung zwecklos. Wer in Regionen lebt wo es oft darunter liegt soll sich mit Kelvin abmühen. Da gibt es nie Minuswerte -- Positiv denken nennt sich das.
  • Unter 40 °F sind dringend Handschuhe anzuraten im Freien.
  • Unter 50 °F ist dringend ein Sweatshirt und eine wärmende Jacke zu tragen im Freien. Bei starkem Wind unbedingt für winddichte Verhältnisse sorgen.
  • Weiterer Hard fact hier: 50 °F sind exakt 10 °C
    ( [50 - 32 = 18] -> [18 : 9 = 2] -> [2 x 5 = 10] )
  • Unter 60 °F ist ein T-Shirt unter einer Jacke allenfalls nicht genug, vor allem wenn es windet.
  • Zwischen den 60 und 70 °F haben wir eine Grauzone und wechseln im folgenden im Bereich von unter auf über.
  • Sind wir über 70 °F wird es langsam angenehm. Im Wohnzimmer kann man auch schon mal barfüssig oder im T-Shirt umher wandeln und es sich vor dem Fernseher bequem machen. Beim Autofahren mit offenem Fenster oder convertible (Cabriolet) (vor allem in den ersten Frühlingstagen) sollte man doch noch eine Jacke, Schal oder ähnliches in Erwägung ziehen -- es ist die gefährliche Zeit wo eine Erkältungen in der Luft liegt.
  • Interessant wird es über 80 °F denn da können wir langsam alle Hemmungen und Kleider fallen lassen. Shorts, T-Shirt und Slipper sind die optimale Bekleidung. In den Wohnräumen muss dringendst die Air Conditioning in Betrieb genommen werden und Cabriolet Fahrer welche das Dach nicht herunter geklappt haben werden mit Schmähblicken bestraft.
  • Steigt das Thermometer über 90 °F beginnt sich die Bevölkerung klar in zwei Gruppen zu spalten. Die Gruppe A findet es einfach nur awesome (grossartig/stark/toll/geil), Gruppe B kann nicht verstehen was daran awesome sein soll. Ich finde es definitiv awesome.
  • Hard fact: Bei 96 °F haben wir bekanntermassen die Körpertemperatur erreicht wobei die gemäss Definition für den Siedepunkt korrigiert werden musste auf 98.6 °F was wiederum genau 37 °C entspricht. Wer solche Temperaturen in seinem Wohnzimmer vorfindet hat definitiv ein grosses Problem. Was die Temperatur im Freien angelangt beginnt nun auch Gruppe A welche es bis hierhin noch awesome fand es als warm (warm) zu bezeichnen. Währenddessen befindet sich Gruppe B schon längst dort wo sich nun auch Gruppe A hin sehnt, in den Schatten oder einem Raum mit Klimaanlage und auf 65 °F herunter gekühlt. Letzteres wiederum bringt die tourists (Touristen) aus der alten Heimat vollends aus der Fassung den das sind 18.33 Grad in Celsius.
  • Bleibt noch über 100 °F. Gruppe A findet es langsam aber sicher auch hot (heiss). Gruppe B stösst das letzte Gebet zum Himmel und beginnt auch sonst wirres Zeugs zu reden.

  • Last but not least noch ...
  • ... ein Hard fact: Ideale Temperatur für Bier ist 38 °F!
Damit solltet ihr nun wissen was ich fühlte als das Thermometer heute morgen bei mir draussen nur 42 °F anzeigt. Es war viiiel zu kalt und die Handschuhe lagen griffbereit.

Sonntag, 25. November 2007

Woche 47/2007 Rückblick

Und auch zu diesem Wochenabschluss ein Blick durch die Medien

Tastes funny
Anlässlich zum Thanksgiving Fest im lokalen Blatt gelesen.

It tastes funny wird mancher wörtlich mit "Es schmeckt lustig" übersetzen. Das Wort funny muss in diesem Fall eher mit "komisch" übersetzt werden. Komisch oder eben lustig ist auch der Name Tofurky was angeblich halbwegs beabsichtigt sein soll. "You remember jokes" (An Witze erinnert man sich) so die Aussage des Erfinders, Seth Tibbott und Gründer von Turtle Island Foods.

Vor mehr als 10 Jahren brachte er eine Fleischalternative aus Tofu auf den Markt die turkey (Truthahn) ersetzen soll -- daher Tofu + rky. Im Zeitungsartikel steht weiter, dass er in den ersten sieben Jahren seiner Firmengründung um Kosten zu sparen in einem Baumhaus leben musste, allerdings mit Strom und Telefonanschluss, bis er mit dem Tofurky einen Hit landete. Heute macht sein Tofu Betrieb $11 Mio Umsatz im Jahr. Gestartet hatte er sein Unternehmen mit $2,500. Und eben im Baumhaus gelebt.

Was an dem Tofurky so speziel turkey sein soll und ob's schmeckt, keine Ahnung. Den 2% vegetarischen Amerikanern wird es aber sicher schmecken.

Ach wirklich?
Zufällig zwei interessante Aussagen in einem deutschsprachigen(!!!) Forum entdeckt.
- "chinesen sind ueber 1 miliard einwohner 1/3 der welt"
- "In Zukunft soll es aber eine neue Weltsprache geben: Esperanto."
Aha! Demnach betragt die Gesamtbevölkerung der Erde wohl 3 Milliarden. Und wann beginnt diese Zukunft, 2010?

Woher weht der Wind?
Da mag mancher energiebewusste Europäer schon etwas staunen, wenn er folgenden Artikel auf der Frontpage der lokalen Tageszeitung mitten in Texas sieht. Primär ist es Werbung für eine Deutsche Firma aber weckt in der heutigen Zeit natürlich Aufmerksamkeit im Sinne von Emissionsersparnis und Umweltdenken.

Im Zeitungsartikel geht es um die Firma SkySails welche ein Segelsystem entwickelt hat für Tanker-, Cargo- und andere Schiffe. Mit einem überdimensionalen Kite-ähnlichen Drachen wird das Schiff gezogen und soll helfen den Brennstoffverbrauch zu mindern.

Am 15 Dezember soll der erste produktive Test auf der MV "Beluga SkySails", einem 460-Fuss Schiff, stattfinden. Interessanterweise transportiert dieses Schiff Windmühlen von Dänemark nach Houston. In Texas werden mittlerweile die meisten Bemühungen angestellt, Energie aus Wind zu produzieren. Das Horse Hollow Wind Energy Center in Texas ist die weltweit grösste Windfarm.

Zum Segeln kommt mir noch folgender Gedanke. Irgendwann werden wir -- resp. die Reeder -- wohl eh wieder auf Segel umstellen müssen; spätestens wenn der letzte Tropfen Erdöl gezapft ist. Vielleicht aber auch sogar ein paar Jahre früher. Gemäss der Website der Hersteller soll sich das System in 3-5 Jahren amortisieren. Da sollten also noch ein paar Jahre dazwischen liegen um Geld zu sparen für das nachfolgende Segelschiff.

What's your name?
Nun ist sie also theoretisch verkauft die Stadt nicht unweit von Austin. Wobei Stadt ja etwas übertrieben ist. Der Begriff town gehört im Amerikanischen schnell einmal einer Gegend die kaum etwas mit einer Stadt verbindet, was die Übersetzung in Deutsche eigentlich bedeutet. Die town Albert, TX ist ein paar Häuser in abbruchreifem Zustand und die Einwohnerzahl wird mit 4 beziffert. Die Stadt respektive wohl eher das Land auf dem die Ruinen stehen war via eBay zum Verkauf ausgeschrieben. Gemäss aktuellem Zeitungsbericht (oder Yahoo) soll der Hammer in der Internet Auktion nun gefallen sein bei $3.8 Millionen an eine unbekannte Person aus Italien. Rechtlich steht das ganze auf unsicheren Füssen aber sollte der Deal tatsächlich zu Stande kommen frage ich mich schon ob der Gringo from Italy eine Namensänderung der Stadt von Albert in Alberto in Erwägung zieht.

Na danke schön
Rechtzeitig zu Thanksgiving ist die Kaltfront aus dem Norden über Texas eingefallen und hat den befürchteten Temperatursturz von 30 °F (~15 °C) und mehr herbeigeführt. Ab Samstag gab es dann Dauerbewölkung und leichten Regen für mehr als 24 Stunden, was man hier notabene eher selten sieht. Mich viermal während dem ganzen Wochenende für's Gassi gehen mit Lucky wetterfest zu machen war schon eine echte Umgewöhnung. An Thanksgiving beim traditionellen Football Spiel der Cowboys in Dallas hat es zu Beginn des Spieles sogar ganz leicht geschneit. Hoffentlich wird es bald Sommer!

Donnerstag, 22. November 2007

Gubbel-Gubbel

Heute machen wir einen Quanten Sprung, oder so. Ich verbinde den heutigen Thanksgiving Feiertag mit Essen (ein Thema das ich in letzter Zeit ja oft habe) und eine kleine Englisch Lektion. Zugegeben, die Verbindung von Thanksgiving und Essen ist nahe liegend. Und wenn ich es mir recht überlege ist die Verbindung von Englisch mit Thanksgiving, da eine typisch amerikanischen Tradition, auch nicht abwegig. Anyways!

Formulieren wir es anders. Aus Anlass des heutigen Feiertages beantworten wir die Frage: Warum ist der Truthahn trotzdem kein Türke?

Im Englischen heisst interessanterweise nicht nur der Truthahn turkey sondern auch das Land mit dem Namen Türkei. Allerdings kommt der Truthahn aus Amerika und nicht der Türkei wie man weiss seit Asterix und die grosse Überfahrt. Als die ihre Überfahrt nach Amerika machten konnte es Obelix ja kaum fassen als er diese unbekannten, grossen Hühner sah und sie freudig einfangen und postmortem (nach deren Ableben) verspeisen wollte. Wenn mir jemand mit dem Lockruf "Gubbel-Gubbel" kommt muss ich unweigerlich an die Jagd Szene im Comic denken. Daher dieser Einschub.

Den Vogel gibt resp. gab es tatsächlich und ursprünglich nur in Nordamerika. Allerdings gab es eine ähnliche Variante in Afrika nämlich das Perlhuhn welches man in Europa wiederum kannte von türkischen Händlern. Nachdem die Spanier das Federvieh nach Europa brachten haben es die Engländer irgendwie mit diesen anderen Vögeln von den türkischen Händlern verglichen und im Englischen ist das Wort turkey, eigentlich bestimmt für die Herkunft der Händler, letztendlich als Bezeichnung für den Vogel hängen geblieben. Via die englischen Emigranten ist das Wort in die Kolonien und damit auch ins Amerikanische ausgewandert.

Das Trut im deutschen Wort Truthahn soll sich angeblich vom Ruf trut-trut des Tieres ableiten. Spätestens seit Obelix wissen wir aber alle ganz genau, dass es eigentlich Gubbel-Gubbel ist und somit müsste es richtigerweise Gubbelhuhn heissen. Und wenn wir schon bei den Galliern sind. Bei den Franzosen heisst der Vogel dinde oder dindon. Das wiederum leitet sich von der irrigen Annahme ab, dass Columbus Indien entdeckt, also poulet d'inde (Huhn aus Indien). Es ist wirklich interessant, dass dieser Vogel in so vielen Sprachen vom Sinn her unterschiedliche Namen hat und das Wort welches die Urbevölkerung für den Vogel hatte nicht überlebt hat ausser in einigen zentralamerikanischen Ländern.

Um nochmals auf Gubbel-Gubbel zurück zu kommen. Im Englischen schreibt man das als gobble-gobble. Das Verb wiederum to gobble kann natürlich heissen wie ein turkey zu gluckern aber es bedeutet auch etwas hastig herunter schlucken oder würgen. Der Ursprung dieses Wortes bezieht sich nun tatsächlich nicht auf den turkey den gob war schon ein altes englisches und allerdings informelles Wort für den Mund. Manch einer wird jedoch gobble down grosse Massen von Essen zum Thanksgiving.

Wer übrigens mal den Begriff cold turkey (kalter Truthahn) zu hören bekommt, das hat nichts mit den Resten von einem Thanksgiving Dinner zu tun. Der Begriff cold turkey wird gebraucht in Verbindung mit einer Sucht welche man abrupt aufgibt. To quit smoking cold turkey heisst somit, mit dem Rauchen abrupt aufzuhören. Etwas zum Ursprung dieses Begriffs gibt's beim Word-Detective.

Und jetzt mache ich mich an mein turkey sandwich. Leider muss ich Arbeiten aber kann den Feiertag später einmal kompensieren und zudem darf ich die Nachtschichtarbeit zu Hause absitzen. Auch nicht schlecht.

Ein fröhliches Gubbel-Gubbel an alle!

Montag, 19. November 2007

Frust am Laufmeter

Die letzten Tage war fast täglich etwas Frust angesagt.

Ach und übrigens: Wer dann beim Lesen denkt, dass dies doch alles gar nicht so schlimm ist soll sich bitte schön vorstellen wie gewaltig dies alles ist wenn man sich sonst über nichts beklagen oder aufregen muss im Leben. Ist doch wahr!

Frust #1 - Donnerstag, 15.11.2007
Wie ich kürzlich unter dem Titel Lebensumstellung berichtet habe, hätte ich eigentlich am Mittwoch den Jackpot in Lotto Texas knacken sollen. Als ich das am Donnerstag überprüft habe musste ich jedoch feststellen, dass irgendwie etwas falsch gelaufen ist; die haben die falschen Nummern gezogen. Wenigstens hat sonst niemand abgeräumt und jetzt ist sogar noch mehr Geld im Jackpot. Ich gehe mal davon aus, dass sie meine Nummern am Samstag ziehen werden. Hoffentlich hat dann nicht einer die gleichen Nummern wie ich abgegeben und ich muss teilen. Wir werden sehen.

Der Begriff Jackpot hat seinen Ursprung übrigens im Poker Spiel. Eine detaillierte Erklärung dazu -- allerdings in English -- gibt es beim Word Detective.

Frust #2 - Freitag, 16.11.2007
Kennt ihr den Spruch: "Ich habe keine Probleme mit Alkohol. Nur ohne!" So oder ähnlich folgender Frust.

Ich kann ehrlich behaupten, dass ich mit der Nachtschichtarbeit keine Probleme haben. Jedoch habe ich Mühe meinen Schlaf Rhythmus zu finden am Wochenende während meinen drei freien Tagen. Am Freitag wollte ich den Rat eines Arbeitskollegen befolgen. Am Morgen wen ich nach Hause komme, dem Anfang von meinem Wochenende, werde ich nur ein kurzes Schläfchen machen. Also habe ich den Wecker gestellt auf high noon.

Als der Wecker den Befehl zum Aufstehen gab hab ich den erstens zur Ruhe gebracht und mich zweitens nochmals gekehrt für fünf Minuten. Aus den fünf Minuten sind dann aber 5.5 Stunden geworden. Das war nun schlimmer als wenn ich keinen Wecker gestellt hätte denn seit ich Nachtschicht arbeite bin ich noch nie so spät aufgestanden. Dem Kollegen werde ich was husten. Das kann ja heiter werden für dieses Wochenende den so ausgeschlafen kann ich diese Nacht kaum vor dem Morgendämmern an Schlaf denken.

Frust #3 - immer noch Freitag
Da ich so spät aufgestanden bin muss ich meinen Tagesplan halt auf die Nacht verlegen. Kurz vor 10pm habe ich mich auf den Weg ins Fitness Studio gemacht den die haben 24 Stunden geöffnet.

Da ich mich diese Woche eigentlich nur von Salat und Früchten ernährt habe und Alkohol während der Nachtschicht auch kein Thema ist, hatte ich erhofft ein Resultat auf der Waage zu sehen. Ein oder zwei Pfund weniger wäre nicht schlecht den sich über muffin tops lustig machen aber sich selbst in Jeans quetschen ist nicht ideal. Was soll ich sagen, die Waage hat mir schonungslos mitgeteilt, dass ich nicht einmal ein halbes Pfund weniger mit mir herum schleppe. Das ich im Training jedes Mal ein paar Gramm Fett eintausche für ein paar Gramm an Muskelfaser und somit ein Ergebnis auf der Waage nicht unbedingt vorfinde beruhigt mich nur schwach, denn die Jeans sitzen nachwievor eng. Der Traum wieder mal Jeans in Grösse 32 zu tragen, welche ich vor einem Jahrzehnt praktisch als collateral damage mit dem Berufswechsel ins Office und somit zum Sesselfurzer für eine 34 eingetauscht habe, kann ich wohl aufgeben. So hart im Verweigern der Nahrungsaufnahme bin ich nicht und schon gar nicht über längere Zeit (=24 Stunden). Es fällt hier auch sooo schwer.

Frust #4 - Samstag, 17.11.2007
Hab ich schon mal erwähnt, dass ich ein paar (amerikanische) Pfund abnehmen will? Es fällt einem wirklich schwer hier. Soeben habe ich festgestellt, dass mein Kabelnetzbetreiber ein paar neue High Definition Channels aufgeschaltet hat. Unter anderem Food Network, ein Sender bei dem sich alles ausschliesslich ums Essen dreht. Television so real you can taste it. Im Prinzip hätte ich die Möglichkeit den Sender zu blocken wie das eigentlich gedacht ist für den Jugendschutz aber ich schaue mir solche Sendung einfach zu gerne an -- und nun auch noch in High Def. Und dann kriege ich solchen Hunger.

Soll sich niemand wundern warum die Amerikaner so führend sind mit der obesity (Fettsucht). Unlimitierter Zugriff zu Essen und zu fast jederzeit, wie kürzlich unter Gewöhnungssache beschrieben, und solche anregenden Sendungen machen es einem wirklich schwer. Ganz zu schweigen davon, dass man im Sessel sitzt und dabei kaum eine Kalorie verbrennt.

Frust #1 continued am Sonntag, 18.11.2007
Mist! Irgend etwas ist falsch mit Lotto Texas. Meine Nummern sind schon wieder nicht dabei aber zum Glück auch von niemand anderem. Jetzt sind dafür fast $2 Mio. mehr im Jackpot und das nach Steuern. Ist zwar einiges mehr als ich brauche aber vielleicht kann ich das sonst irgendwie verjubeln investieren. Am Mittwoch Abend wird wieder gezogen und dann habe ich am Donnerstag mein eigenes Thanksgiving!

Frust #5 - Montag, 19.11.2007
a) Es ist wieder Montag und b) gemäss Wettervorhersage soll's nun ab Donnerstag tatsächlich für 2 Tage kalt werden. Um die 50 °F (10 °C) - brrr!

Ich brauche etwas to cheer me up (um mich aufzuheitern). Ich glaube ich gehe was Essen.

Sonntag, 18. November 2007

Woche 46/2007 Rückblick

Zusammenfassung einiger Kleinigkeiten welche mich die vergangene Woche via die Medien beschäftigt haben.

Hello, I'm a MAC
Unabhängig aller Euphorie und Werbung rund um das iPhone, Apple produziert nachwievor auch Computer. Und um uns alle auf Weihnachten hin auch daran zu erinnern bringen sie uns seit dieser Woche wieder drei neue MAC Commercials aus der fast schon legendären "Get a MAC" Serie in unsere gute Fernsehstube. Die neuesten und auch eine Kollektion aller alten gibt es übrigens direkt auf Apple's Webpage und nevertheless (nichtsdestotrotz) werde ich mir deswegen keinen MAC kaufen. Aber witzig sind die Spots allemal.

Payback, this time it's for real
Auch die Versicherungsgesellschaft Geico hat neue Spots aus ihrer Werbe Serie "A real person, not an actor". Primär geht es um eine 'echte' Person welche angeblich einen Schadensfall mit Geico hatte und diese Person erzählt kurz ihre Story. Da es dieses Konzept dieser 'echten' Person und ihres 'echten' Erlebnisses ja oft genug gibt im Werbefernsehen ist das hier nun Programm respektive ein Seitenhieb auf diese Spots und vielleicht auch die Konkurrenz. Wer weiss? Die Personen in den Geico Spots sollen nun wirklich, wirklich echt sein und nebenbei steht ein 'richtiger' Schauspieler oder eine Celebrity (Berühmtheit) der/die in einer eigenen Form das Ereignis nacherzählt. Letztes Jahr hatte es einige witzige dabei, zB Little Richard mit seiner Mashed potatoes, Gravy and Cranberry Sauce Version
.

Oder auch der Announcer Guy from the Movies Don LaFontaine


Oder mit Verne Troyer welchen man als Mini-Me aus den Austin Powers Filmen kennt.

Die neuen Geico Spots hab ich bei YouTube noch nicht gefunden. Die ganze Serie ist im Gegensatz zu anderen ihrer Werbe Spots auch nicht auf deren Website zu finden. Nun, diese Neuen sind zwar auch nicht schlecht aber so den richtigen Zwick wie die letztjährigen haben sie nicht. Also verpassen tut man dieses mal nichts. Und nein, ich werde deswegen auch nicht meine Versicherung zu Geico wechseln.

Und damit hätte ich auch mal das neue Feature mit den Videos aus YouTube eingeführt in meinem Blog. So richtig Fan davon bin ich persönlich eigentlich nicht aber für solche Zwecke ist's einfacher. Bilder sagen mehr als tausend Worte.

Ho, Ho, Ho
Warum die Sitten in Amerika mit Santa Claus und dem St. Nikolaus in der alten Heimat unterschiedlich sind kann ich demnächst versuchen aufzuzeigen. Vorerst mal dies! Nachdem ich kürzlich in einem Kommentar darauf hingewiesen wurde, dass man dem Santa Claus seinen dicken Bauch nicht mehr gönnt, zumindestens in einigen Shopping Centers in Amerika, habe ich am Mittwoch Morgen auf der Heimfahrt in einer der Talk Shows in Radio eine ähnliche Nachrichten erfahren. Der Ursprung ist allerdings in Australien aber es geht eben um etwas angelsächsisches!

Irgendwo in Australien also gibt es angeblich so etwas wie eine St. Nikolaus Schule und den 'Studenten' lernt man, das man als Santa Claus in Zukunft nicht mehr das im englischen typische "Ho, Ho, Ho" ausrufen darf. Ein Ho in diesem Sinne repräsentiert eigentlich so etwas wie Überraschung oder Freude. Wer Englisch etwas über das Schulniveau hinaus kennt wird aber auch wissen, dass ho durchaus was anderes bedeuten kann. Der Ursprung von diesem 'anderen' ho kommt offensichtlich aus Ebonics oder das was man allgemein als den Dialekt der afroamerikanischen Bevölkerung in Amerika versteht.

Die Afroamerikaner haben nicht nur eine eigene und typische Aussprache entwickelt sondern auch eine grosse Anzahl Wörter kreiert welche heutzutage oft von allen Amerikanern verstanden und auch angewendet werden. Viele dieser Wörter gelten allerdings immer als etwas derb und tragen oft den Vermerk Slang in einem Dictionary -- sofern sie überhaupt aufgelistet sind. Also auch hier wieder einmal Vorsicht! Das Wort ho ist jedoch kein wirklich neues Wort sondern widerspiegelt lediglich die Aussprache vieler Afroamerikaner für das englische Wort whore was nun vielen sicher auch bekannt ist. Man sieht auch gut, dass dieses Wort die selben Wurzeln hat wie das synonym im Deutschen, die Hure.

Irgendwie scheinen sie in Australien mit dem Ausruf der dreifachen Hure ein Problem zu haben oder der Import des Wortes aus Amerika ist ihnen nicht so ganz geheuer. In der Talk Show hat man jedenfalls mit Vorsicht gehofft, dass dies nicht ein Trend wird und zurück nach Amerika schwappt.

Football
Auch ein kurzer Überblick dazu darf natürlich nicht fehlen. Die Indianapolis Colts haben wirklich im Moment etwas Probleme und eine erneute Niederlage dieses Mal gegen die Kansas City Chiefs nur knapp verhindert. Souverän und einmal mehr in beängstigender Form haben dafür die New England Patriots gesiegt gegen die Buffalo Bills. Ebenfalls souverän aber nicht mit klarer Dominanz haben die Dallas Cowboys die Gäste aus der Hauptstadt, die Washington Redskins, abgefertigt.

Beim College Football war für die Texas Longhorns aus Austin ein spielfreies Wochenende und nächstes Wochenende ist mit dem Spiel gegen Texas A&M aus San Antonio bereits das offizielle Saisonende erreicht in der College League. Danach folgen die Bowle Championship Series (BCS) Games welche nach etwas sonderlichen Regeln ausgetragen werden. Da kommt wahrscheinlich dann noch ein Spiel nachgeliefert im Dezember.

Was Barry Bonds und Al Capone gemeinsam haben
Ich dachte ich hätte beim Artikel damals zum Homerun Rekord eine entsprechende Notiz gemacht, mindestens ein Asterisk (* = Sternchen) wie viele Zuschauer und Zeitungen auch. Anscheinend nicht. Der Rekord damals wurde mit vielen Randkommentaren und eben einem Sternchen versehen da Barry Bonds seit längerem des Dopings verdächtigt wird. Ich wollte dazu eigentlich in einen weiteren Eintrag damals was schreiben aber anscheinend ist mir die Zeit davon gelaufen. Ist ja nichts neues.

Was mit der Doping Geschichte ganz kurz noch interessant ist, ist die kleine Tatsache, dass es beim Baseball bis vor kurzem keine Doping Kontrollen und entsprechendes Regelwerk gab für das was Barry Bonds und notabene Dutzende andere verdächtigt werden. Viele Spieler und speziell aber Bonds sind um die Ermittlungen verstrickt mit der BALCO Geschichte für welche es gerade kürzlich mit der Sprinterin Marion Jones ein unrühmliches Ende gefunden hat. Soweit ich das richtig aus der Presse interpretiert habe gab es aber bei der Leichtathletik wiederum entsprechende Gesetze und Doping Kontrollen.

Barry Bonds wird nun in der Folge auch nicht unbedingt des Dopings angeklagt sondern, dass er bei Ermittlungen im Jahre 2003 den Ermittlungsleuten und vor Gericht nicht die Wahrheit gesagt hat. Ihm dürfte es somit wie Al Capone gehen der auch nicht für sein Hauptvergehen angeklagt wurde. Während Al Capone auf Alcatraz in der Bay von San Francisco absahs hat Barry Bonds die letzten Jahre für die San Francisco Giants gespielt. Irgendwie auch interessant, nicht?

Back to Back
Auch die NASCAR Nextel Cup Series (NNCS) ist zu Ende mit dem letzten Rennen im Homestead-Miami und der Fahrer mit der Nummer 48 Jimmie Johnson gewinnt back-to-back (in Folge) den Titel in dieser Serie.

Donnerstag, 15. November 2007

Ernüchternd

Manchmal gibt es in den Gesetzbüchern schon merkwürdige Paragraphen -- falsch; Paragraphen die unter bestimmten Umständen merkwürdige Vergehen produzieren oder jemanden zu einem Kriminellen machen. Ein kurioses Beispiel habe ich soeben in einem Rundblick durch nationale Nachrichten gefunden.

In der Umgebung von Nashville und Lynchburg in Staate Tennessee wurden in einigen Lagern um die 2,400 Flaschen Jack Daniel's Whiskey gefunden. Das Problem mit einem Grossteil dieser Flaschen ist, dass es mehrheitlich Flaschen sind welche nicht offiziell im Verkauf von Tennessee oder auch der USA zugelassen sind also für den Verkauf im Ausland bestimmt sind. Leider lassen alle Artikel die ich dazu gefunden habe offen wem das Lager gehört. Wenn das Lager keinem Händler gehört mit einer entsprechenden Lizenz gilt der ganze Bestand wegen den örtlichen Gesetzen als illegal und muss zerstört werden.

Ein Grossteil der Flaschen sind absolute Raritäten wie zB mehrere Jahrzehnte alt, die älteste angeblich aus 1914. Dann hat es Flaschen in Quantität und Form welche im regulären Handel in ganz Amerika nicht gestattet ist. Ein Verkauf wäre also ebenfalls illegal gewesen und diese Flaschen somit ein Gut das es zu konfiszieren gilt.

Ich bin mal gespannt wie sich das weiter entwickelt. Wenn die Lager einem Sammler gehören und er nun ernsthaft Probleme hat mit dem Gesetz deswegen wäre das schon etwas kurios und sprichwörtlich ernüchternd.

Da wir hier über das Gesetz von, mit und über Alkohol in Amerika reden, muss man das vielleicht auch noch etwas erklären. Ganz vereinfacht gesagt: es ist sehr, sehr, sehr vielseitig, vielschichtig und kompliziert. Es zeigt sich vor allem, dass Amerika hier -- wie in vielen Dingen überhaupt -- viel eher dem entspricht was die EU ist und nicht ein einzelner Staat in Europa. Die U.S. of A. sind ja auch die "Vereinigten Staaten". Wird oft vergessen. Washington, D.C. muss man eher mit Brüssel vergleichen als mit Zürich Bern, Berlin oder Wien. Oder Paris, Rom, London usw.

Zurück zum Alahol *hicks* -- Gesetz darüber.

Am Einfachsten war es von 1920-1933, das war die Zeit der Prohibition. Da war jeglicher Alkohol über 0,5% verboten in allen Staaten der USA aufgrund des 18. Zusatzartikel in der Verfassung. Der erwünschte Effekt ist ja bekanntermassen nicht eingetreten und noch viel Schlimmer, es wurde die Basis für die organisierte Kriminalität. Organisierte Banden entstanden welche die alkoholischen Getränke illegal herstellten und auch vertrieben. Der 21. Zusatzartikel welcher ausschliesslich zum Zwecke der Aufhebung des 18. Zusatzartikels geschaffen wurde vermochte zwar die Herstellung und den Verkauf in allen Staaten wieder zu legalisieren aber die organisierte Kriminalität blieb. Die Strukturen und Fundamente der organisierten Banden überlebten und sind ein Problem mit dem man heute in Amerika noch lebt und das wohl auch nie gelöst werden kann. Ein anderes, allerdings kleineres, Übel mit der Aufhebung der Prohibition gibt es auch noch. Sie hinterliess ein Vakuum. Die Regulierung über die Herstellung und den Vertrieb von Alkohol war de facto in Amerika nicht mehr existent und ging auf die Staaten, Bezirke und Städte über. Für alle eine neue Herausforderung und ein Start praktisch bei Null. Mittlerweile gibt es zwar wieder ein paar Richtlinien auf Bundesebene aber die sind eher minimal heutzutage. Die Mehrheit der Gesetze haben nur lokale Gültigkeit.

Wer in Amerika Alkohol konsumieren will muss sich folglich erst schlau machen in welcher Stadt er ist und was für Gesetze vor Ort herrschen. Nährboden für Gerüchte. Beispiele? Vielfach ist bekannt -- bzw wird sogar behauptet -- dass das Bier in Amerika dünn wie Wasser ist und man nicht betrunken wird. Die Aussage ist so komplett falsch und kommt daher, dass es tatsächlich einige Regionen gibt mit Bestimmungen wo der Verkauf von Bier den Wert von 3,2% in Gewicht oder Volumen nicht übersteigen darf. Man spricht dann hier von low-point beer. Richtig ist, beim Bier gibt es kein Reinheitsgebot. Dann wird oft noch behauptet, dass es Staaten gibt ohne Alkohol, Utah wird da zum Beispiel gerne immer wieder mal behauptet, was auch nicht stimmt. Auch falsch aber richtiger wäre Mississippi welches erst 1966 die Prohibition aufgehoben hat. Das es gar keinen Alkohol gibt gilt allerdings oft für ein County. Es gibt tatsächlich noch einige Staaten in welchen es eine grosse Anzahl dieser Counties hat in welchen die Herstellung oder der Verkauf nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen gestattet ist. Aber eben, das sind nicht ganze Staaten.

In Texas gibt es eine stattliche Anzahl solcher Counties. Allerdings darf man den Alkohol mitbringen wie man zB lesen kann beim Salt Lick Restaurant in Hays County. Lustigerweise ist auch Lynchburg, Tennessee wo die Destillerie von Jack Daniel's Whiskey beheimatet ist in so einem dry county. Auch wenn der Duft wohl dauernd in der Luft liegt, kaufen kann man ihn dort nirgends.

Und wenn ich schon dabei bin will ich noch ein weiteres Gerücht endlich mal aus der Welt schaffen welches sich immer hartnäckig hält. Jack Daniel's ist Tennessee Whiskey und kein Bourbon Whiskey. Bourbon darf zwar überall gebrannt werden unterliegt aber gesetzlichen Bestimmungen [1] und bezieht sich im übrigen vom Namen her auf Bourbon County und das liegt in Kentucky.

Dabei kommt mir in den Sinn. Seit ich hier bin habe ich noch keinen Tropfen Whiskey geschlürft. Ich muss mal in einen dieser Liquor Stores gehen und mir ein paar Fläschchen Liquor besorgen. Allerdings darf ich das nicht Sonntags. Die Herstellung und Verkauf von Alkohol in Texas ist geregelt durch die Texas Alcoholic Beverage Commission - TABC. Im Bezug auf den Vertrieb gibt es dazu noch ein weiteres Kuriosum welches nur in drei Staaten gilt, ua Texas - gibt es hier nachzulesen im Statesman: Alkoholverteilung

Prost!

Mittwoch, 14. November 2007

A horse, a horse

Wer 'nur' als Tourist in die Vereinigten Staaten reist wird mit den Banken hier relativ wenig zu tun haben, auch nicht mit den Kreditkarten und schon gar nicht mit Checks und vor allem nicht der sogenannten Credit History über welche hier so mancher Neuankömmling sich wundert -- und ärgert. Allerdings nicht zu Recht aber die Perspektive eines frisch geborenen Immigranten in den ersten paar Monaten ist halt nun mal so.

Zum Thema Kreditkarten, Checks und Credit History gibt es heute keine Geschichten, Sorry! Es geht nur um Banken und ich gebe es offen und ehrlich zu: ich möchte die Zurückgebliebenen 'Daheimgebliebenen' mit den Gewohnheiten der Banken hier in Amerika etwas ärgern. Etwas zeigen, wie schön man es doch mit den Banken haben kann -- wenn sie nur wollen.

Hat man die erste Hürden überwunden um ein Konto bei einer Bank zu eröffnen und auch etwas mehr als nur gerade das Limit eingezahlt wird man vielleicht bald ein paar nette Sachen erfahren. Erstens hat man genug Auswahl an Banken die einem ein spesenfreies Checking Account anbieten - in der alten Heimat fast ein Ding der Unmöglichkeit. Das Checking Account ist das einfache Bankkonto, Kontokorrent oder Gehaltskonto, wie auch immer man das in der alten Heimat nennt. Bei den meisten Banken ist man zwar noch an ein oder zwei Bedingungen gebunden für die Spesenfreiheit aber wer nicht gerade mit dem sprichwörtlich letzten Dollar in der Tasche ausgewandert ist und auch über ein geregeltes Einkommen verfügt sollte mit diesen Bedingungen keine Probleme haben. Nebst dem Checking hat man üblicherweise noch das Savings Account, also das klassische Sparkonto und da sind die Zinsen hier um einiges höher* als in der alten Heimat.

Mit dem Checking Account verbunden kriegt man als Bankkarte eine sogenannte Debit Card. Obwohl meistens auch mit dem Signet von VISA oder MasterCard versehen ist es keine Credit Card (Kreditkarte) und ist wie erwähnt direkt mit dem Bankkonto verknüpft. Es kann daher dem verdutzten Touristen schon mal passieren, dass ein Verkäufer die Frage "debit or credit?" stellt. Der Tourist darf dann beruhigt und mit stolz gefüllter Brust das Wort "Credit" aussprechen. Aber zurück zum Thema. Diese Debit Card ist in der alten Heimat bekannt als EC-, Bancomat-, Maestro-Karte oder was es sonst noch für Namen dazu gibt. Es ist die Karte mit der man am Automaten Bargeld bezieht aber auch im Lebensmittelladen, an der Tankstelle, McDonald's oder sonstwo statt Bargeld die Karte swiped (durchzieht) und einen PIN Code eingibt. Am gleichen oder einem der folgenden Tage wird der Betrag direkt auf dem Bankkonto abgebucht. Ob man will oder nicht.

Ich merke schon, die grosse Spannung ist noch nicht im Raum. Das war nur etwas Basiswissen damit man versteht um was es im folgenden geht.

Im Herbst letzten Jahres hat meine Bank eine Aktion gestartet unter dem Titel "keep the change". Wer Englisch beherrscht weiss, dass man mit diesen Worten das Trinkgeld gibt bei gutem Service - "behalten Sie das Wechselgeld" auf gut Hochdeutsch. Meine Bank versprach mir, wenn ich bei dieser Aktion mitmache, dass jedesmal wenn ich die Debit Card benutze die Differenz bis auf den nächsten Dollar aufgerundet wird und dieser Betrag von meinem Checking auf mein Savings Account übertragen wird. Und nun kommt das kleine Hämmerchen an der Aktion. Während den ersten drei Monaten addiert die Bank 100%, dh verdoppelt den Betrag, und danach 5% bis zu einem Maximum von $250 jährlich. Ausbezahlt wird der Betrag einmal jährlich und das wäre der kleine Haken, man darf aber sollte die Kontos bei der Bank nicht vorzeitig kündigen. Der Bonus wäre ansonsten futsch.

In den ersten drei Monaten war ich ja nun wirklich versucht im Lebensmittelladen für jedes Produkt einzeln zu bezahlen oder den Einkauf auf mindestens drei Durchgänge auszudehnen. Also zuerst die Konserven Produkte einsammeln, bezahlen, im Auto verstauen und wieder reingehen. Frisch- und Molkereiprodukte einsammeln, bezahlen, im Auto verstauen und wieder reingehen. Wein, Bier und Chips einsammeln, "hey, yeah it's me again. I, ahm, forgot, ahm ...", bezahlen und nun schnell nach Hause fahren. Sehr wichtig, das Bier am Schluss denn hier wird das im Kühlregal gelagert und ist schon kalt und trinkfertig! Cheers!

So dreimal durch den Lebensmittelladen zu kurven war mir dann aber doch zu doof und ich habe mich während diesen ersten drei Monaten auf 4-5 mal pro Woche eingestellt statt 1-2 mal. Wenigstens! Beim Tanken tue ich dafür immer noch - oops - einen Cent über den nächsten Dollar tanken. 99 Cents von mir auf's Savings Account und 99 Cent von der Bank, booyah! Thank You! Also jetzt natürlich nur noch 5% aber das sind immerhin noch, ahm ... 5 Cents, genau. Seltsam, irgendwie wünschte ich mein Auto würde mehr saufen oder mein Weg zur Arbeit wäre länger.

Letzte Woche war das Jahr herum. Zahltag! Schon eine Woche früher hat man mir mit einem Email mitgeteilt, dass es nun bald so weit sei und mir dazu gratuliert das man mir demnächst $60.94 überweisen wird. Ich habe dieses Geld quasi im Schlaf verdient und ich war so glücklich, dass ich diese Bank gewählt habe. Welche andere bescheuerte Bank sonst verschenkt einfach so Geld an seine Kunden.

Aber wartet, es kommt noch besser!

Im Frühling ist mir ein Coupon einer anderen Bank zwischen die Finger gekommen. Wenn ich ein Checking Account bei ihnen eröffne und nicht innerhalb der ersten drei Monate schon wieder kündige bekomme ich $75. Und die Kontoführung ist kostenfrei wenn regelmässig Geld vom Arbeitgeber eingezahlt wird. Wunderbar, nichts leichter als das. Beim Arbeitgeber kann ich auf einer Webseite beliebig Konten angeben. Ich habe mir echt schon überlegt einen bestimmten Prozentsatz meines Einkommens für später zu sparen und auf ein separates Konto abzuzweigen. Also her damit.

Moment, es gibt noch mehr!

Diese zweite Bank hat mir ein paar Monate später eine Aktion vorgeschlagen. Wenn ich mindestens drei Zahlungen elektronisch mache bekomme ich $10 gutgeschrieben. No problem, guys! Statt wie üblich vom Konto meiner ersten Bank habe ich einfach drei Rechnung nun ab dieser zweiten Bank elektronisch bezahlt. Ka-ching und schon wieder klingelte es in der Kasse.

In der alten Heimat sind mir die Zinsen auf dem Konto durch die Spesen fast vollständig aufgefressen worden. Hier betreibe ich banking spesenfrei, kriege von Grund auf schon mehr Zinsen* und dazu noch $145.94 für - eigentlich nichts. Das diese Beträge auf dem Zinsreport erscheinen und ich bei den Steuern als Einkommen deklarieren muss trübt das ganze etwas aber hey, Don't look a gift horse in the mouth (Dem geschenkten Gaul schau man nicht ins Maul).

Happy banking everyone!

* Nachtrag 20.11.2007: Ich muss zu den Zinsen nachträglich noch feststellen, dass die Unterschiede doch nicht soo gewaltig sind. Ich habe mich etwas verwirren lassen und nun noch konkret nachgeprüft. Je nach Bank und Konto bewegt sich die Differenz maximal im Zehntel bis Viertel Prozent Bereich.

Sonntag, 11. November 2007

Woche 45/2007 Rückblick

Ich bleibe dem Konzept mal treu für eine weitere Woche einen kleinen Rückblick zu machen auf Dinge welche mir von der vergangenen Woche im Hirn irgendwo haften geblieben sind oder halt sonst irgendwie mein Interesse geweckt haben. Vielleicht werde ich das künftig regelmässig machen. Mal schauen! Auch dieses Mal hat es wieder einiges an Sport was einige vielleicht nicht so interessiert. Aber was soll's! Ich versuche es wenigstens mit einigen speziellen Anekdoten 'aufzumöbeln'.

Mampf
Am Samstag in der Zeitung gelesen und irgendwie für lustig und erwähnenswert befunden.

Ein 17-jähriges Mädchen im Nordwesten von Austin hat eine Königspython, angeblich eine beliebte Spezies der Gattung beinlose Kriecher als Haustier und ursprünglich aus Afrika. In der Zeitung nannte man es umgangssprachlich ball python da sich die Schlange bei Gefahr in eine Art Ball kugelt. Morgens kurz vor 6 Uhr hat ihr Vater die Notdienstnummer 911 gewählt weil a) die Schlange aus dem Aquarium abgehauen ist und b) beim Einfangen die Tochter gebissen hat und sich nun seit bereits 20 Minuten um ihren Arm geringelt hat. Yup, die Schlange ist non-venomous (ungiftig) aber gehört zur Gattung der constrictors (Würgeschlange). Erst nachdem sie über eine Radiostation einen Aufruf an die Bevölkerung gemacht haben, konnte ein Hörer den Geheimtipp liefern und die Schlange liess locker. Gemäss dem Artikel ist von ammonia caplets (Ammoniak Kapsel) die Rede. Was das nun genau sein soll habe ich keine Ahnung aber beim Geruch von Ammoniak wird auch mir anders und es ist daher für mich kein Wunder hat das auch die Schlange angewidert.

Rote Plünderer
Ich hätte es ja besser wissen müssen aber manchmal muss mein es einfach erst auf die harte Tour lernen. Einige Wochen nach meiner Einreise bin ich durch ein Warenhaus marschiert auf der Suche nach einigen Kleidern. Der Grossteil war noch eingelagert in der alten Heimat und wartete auf die Verschiffung. Und überhaupt brauchte ich mehr Kleider angepasst an das heisse wärmere Klima. An einigen Kleider Karussells hatte es verbilligte T-Shirts so um die $5 und ein graues T-Shirt von Adidas mit dem Logo einer Uni in Texas und sonstigem Text fand ich cool. Nun, cool mag das sein wenn man in den Ferien weilt und das T-Shirt zurück in die alte Heimat nimmt und dort zur Schau führt. So gemacht schon einige Male früher aus den Ferien in Florida zum Beispiel. Irgendwie macht man sich nicht so darüber Gedanken ob es das College oder die University auf dem Shirt nun wirklich gibt und was das nun allenfalls für ein Sport Team oder ähnliches ist. Im vorliegenden Fall ging es um die Red Raiders von Texas Tech. Diese Red Raiders (Roten Plünderer) erhielten ihren Namen von einem Reporter der 1932 ein Football Spiel, auswärts und mit den Spielern in ihren roten Trikots, so bildlich kommentierte wie eine Plünderung beim gegnerischen Team. Die Texas Tech ist in Lubbock, Texas zu Hause also irgendwo weit weg im Norden von Texas. Allerdings jedes Mal wenn ich mit dem T-Shirt irgendwo unterwegs war hat mich jemand verdutzt angesprochen "hey, I'm a Raider too!" ober "Wow, I graduated from Texas Tech too". Und jedes Mal musste ich verlegen mitteilen, dass ich das T-Shirt nur gekauft habe weil es cool aussieht und im Ausverkauf war. Seit dem liegt es im Schrank und wird nur noch zu Hause getragen. Dem T-Shirt vom NBA Team Utah Jazz das ich vor 12 Jahren mal gekauft habe geht es ja nicht anders. Das war noch zur Zeit von Karl The Mailman Malone und John Stockton. Malone im speziellen gilt als einer besten Basketball Spieler seiner Zeit, wenn nicht sogar der Beste. Dummerweise war ausgerechnet zu seinem Zenit einer noch höher -- His Airness Michael Jordan. Das Jazz T-Shirt nun im NBA Land der Spurs und Mavericks zu tragen wenn man ansonsten herzlich wenig mit Utah zu tun hat ist auch etwas doof. "Tja, es ist so, ich war mal im Zions National Park, der liegt in Utah", ist nicht gerade die beste Ausrede dafür.

Warum ich das überhaupt alles erzähle? Am Samstag war eine grosse rivalry (Rivalität) im College Football in Gange. Die Red Raiders zu Gast bei den Texas Longhorns hier in Austin. Allerdings gab es für sie hier nichts zu plündern. In einem ereignisreichen Spiel endete der Auftritt der Raiders in einer Niederlage (43:59) bei 'meinen' Longhorns. Von denen habe ich übrigens T-Shirts and whatnot (usw.) und obwohl ich nie einen Fuss über die Türschwelle der Uni gesetzt habe bin ich als Austinite doch fast verpflichtet dem lokalen Team meine absolute Ergebenheit zu zeigen. Solltet ihr irgendwo also mal ein Texas Longhorns T-Shirt finden könnt ihr das ruhig kaufen und tragen, ihr könnt dann wenigstens sagen ihr kennt jemanden.

Kleiner Ausrutscher
Unter dieses Thema muss man wohl das Sunday Night Football oder kurz SNF Spiel (Live Bildübertragung des Football Spiels von Sonntag Abend auf NBC) sehen. Die Indianapolis Colts, notabene die letztjährigen Super Bowl Gewinner, waren zu Gast bei den San Diego Chargers. Angefangen hat es mit unglaublichen 4 Interceptions (vom Gegner abgefangene Würfe) in der ersten Spielhälfte für den Colts Quarterback Peyton Manning. Zum Schluss sollten total 6 solcher Interceptions in seiner Spieler Statistik notiert sein. Die Chargers vermochten den Ball von einem dieser ersten Interception sogleich in einen Touchdown zurück zu tragen wie auch auch schon den Kickoff. Weil die Colts Defense (Verteidigung) ansonsten nichts anbrennen liess oder die Chargers Offense (Angriff) zu schwach war hiess es zur Spielhälfte nur 7:23. Wie mancher Experte weiss heisst das im Football noch überhaupt nichts. Und tatsächlich konnten die Chargers in der zweiten Hälfte keinen einzigen Punkt mehr auf die Anzeigetafel bringen. Allerdings hatten auch die Colts ihre liebe Mühe damit, speziell kurz vor Schluss noch als der Kicker einen läppischen 29-yard Field goal attempt (Versuch ein Feldtor zu machen) nicht zwischen die beiden Stangen brachte. Was die erste Führung im Spiel für die Colts bedeutet hätte. Und letztendlich den Sieg aber bei 21:23 war Schluss und die Chargers hatten einen glücklichen Sieg und die Colts eine schmerzliche Niederlage auf ihrem Konto.
Bei den New York Giants spielt übrigens Eli Manning, das ist der kleine Bruder von Peyton Manning, ebenfalls als Quarterback. Die Giants wiederum hatten die Dallas Cowboys zu Gast und das Spiel ging aber seinen erwarteten Gang. Die Cowboys hatten mit Tony Romo den besseren Quarterback und mit T.O. Terrell Owens auch einen Wide Receiver welcher zwei fantastische Pässe zu zwei Touchdowns davon trug. Das erinnert mich übrigens, dass ich von den Cowboys endlich mal etwas gear (Klamotten) kaufen sollte. Als Texan und nur 300 Meilen von Dallas entfernt darf ich das.

Fahrenheit 76,5
Ich habe festgestellt, dass 76,5 °F (24.72225 °C) -- plus/minus ein Grad in Fahrenheit -- irgendwie die ideale Raumtemperatur ist. Also nicht unbedingt für mich aber für das was der Raum, ich, mein Hund, der Kühlschrank, der Fernseher, das Licht, der Computer und was sonst noch an Wärmequellen hergibt aber umgekehrt auch von Aussen in etwa abwenden mag. Das alles bis zu 10 Grad Fahrenheit Unterschied. Sobald die Temperatur über etwas 86 °F steigt beginnt auch die Innentemperatur langsam zu steigen oder umgekehrt ab 66 °F zu sinken. Da die paar Kältewellen in den letzten Wochen allesamt zu schwach waren und zu nördlich abgedreht sind haben mir immer noch das Klima welches die Breitengrade eigentlich versprechen. Wie andernorts schon mal erwähnt sind wir auf der Breite von Kairo. Leider haben wir keine Alpen welche die Kälte aus dem Norden abfangen und mit den Rocky Mountains eine Flanke welche wahrscheinlich solche Luftmassen sogar noch zusätzlich Richtung Süden und Central Texas treibt. Aber eben, im Moment ist noch alles warm und überhaupt sollte es ein warmer Winter werden da wir im Moment im Einfluss von El Niña stehen. Sie sollte uns gnädig sein was die Temperaturen anbelangt und wir werden sehen wie lange noch und vor allem wie tief. Im Moment haben wir nachmittags noch fast Rekordwerte bis zu 88 °C (31.1 °C) und selbst in der Nacht sinkt das Thermometer kaum unter 60 °F (15.5 °C).

Lebensumstellung
Ab nächsten Mittwoch ist es soweit. Da ist der Jackpot in der Lotto Texas auf $21 Millionen angewachsen. Nach Abzug der Steuern wird der ausbezahlte Gewinn etwa $12.8 Millionen sein. Ich habe beschlossen das ist genug für mich um mich zur Ruhe zu setzen und am Mittwoch können also meine 6 Zahlen aus 54 gezogen werden. Ich gebe denen seit längerem regelmässig meine vier Optionen ab. Ich habe ihnen einen Brief geschrieben, dass es nun genug ist für mich und sie eines der vier Angebote annehmen können. Man weiss ja nie wann ein anderer Teilnehmer beschliesst den Jackpot zu räumen. Für mich sind diese $12.8 Mio nun genug -- soll sich ein anderer nerven, dass er nicht genügsam war. Ich kann es kaum erwarten den frühzeitigen Ruhestand anzufangen und ein neues Leben zu beginnen. Ich werde als erstes mit Lucky etwas durchs Land ziehen hier und ihr könnt euch auf viele spannende neue Geschichten freuen im Blog.

Donnerstag, 8. November 2007

Mode Erscheinung

Ich füge zwar immer wieder englische Wörter ein in meine Texte, mit dem dazugehörigen deutschen Gegenstück, aber so richtig als Englisch Lektion konnte ich die nicht unter dem Label English Lesson veröffentlichen. Irgendwie ist mir in letzter Zeit kaum ein interessantes, wichtiges und vor allem wissenswertes Wort oder Redewendung ins Auge oder Ohr gestochen. Nicht so heute!

Heute habe ich auf dem Discovery Channel eine neue Folge der Mythbusters geschaut. Da ist unter anderem dann der Begriff Muffin Top gefallen. Den Begriff hatte ich zufälligerweise irgendwann schon einmal gesehen und wusste haargenau was damit gemeint war. Leider kann man diesen amerikanischen Leckerbissen ohne etwas Knoff Hoff respektive Know How kaum verstehen. Ich weiss nicht einmal ob es dafür ein deutsches Gegenstück gibt. Den es geht in einem gewissen Sinne um eine eher neue *hüstel* Mode Erscheinung.

Das zweite Wort im Begriff -- top -- kann wohl jeder schnell identifizieren als die Spitze oder der obere Teil von etwas. Da gibt es zB den Ausdruck off the top of my head was so viel bedeutet wie der "erste Gedanke" oder "was einem so spontan dazu einfällt". Etwas bildlich gesprochen was also auf dem Kopf oben gerade so lose herum schwimmt. Oder wenn ich auf der Spitze meiner Lungen schreie at the top of my lungs dann schreie ich so laut ich kann. Beim ersten Wort -- muffin -- geht es um eine Art, sagen wir mal Gebäck welches Amerika Kennern bekannt sein sollte. Für alle anderen müssen wir folglich einen süssen Abstecher in die Küche machen. Genau genommen zuerst in die Englische - England, this is.

Auf diversen Webseiten wird der Ursprung des Muffins bis auf die Zeit um 1100 datiert. Diese Muffins sind eine Art Brotteig mit Hefe allerdings mit relativ viel Milch und somit eher weich und feucht so dass sie im Endeffekt mit Brot im kontinental europäischen Sinne nicht zu vergleichen sind. Gebacken wird der Teig in runden Scheiben und aufgeschnitten werden die beiden Innenseiten mit einem Früchte Aufstrich beglückt. Seit Erfindung des Toaster wird der Muffin sogar getoastet genossen. Andere Varianten klemmen Wurst, Rührei und anderes Zeugs dazwischen. Mit der Auswanderung der Engländer in die neue Welt hat sich der Muffin nicht nur nach Amerika ausgebreitet, er hat sich auch weiter entwickelt. McDonald's hat daraus sogar den McMuffin kreiert in seinem Frühstücksangebot. Wir, und auch die Engländer und Amerikaner tun das, müssen daher im folgenden zwischen einem "englischen" Muffin und einem "amerikanischen" Muffin unterscheiden. Der McMuffin ist notabene per Definition ein English Muffin.

Wir gehen aber noch etwas weiter zurück in die Einwanderungsgeschichte der Engländer den wir müssen auch noch etwas über den amerikanischen Muffin lernen.

Eine Veränderung war die Hefe durch Natron zu ersetzen was zusätzlich einen Ausgleich durch Säure erfordert und mit Beeren oder anderen Früchten und deren natürlichen Säure kompensiert werden musste. Heute wird stattdessen üblicherweise Backpulver verwendet oder ist schon alles in der fertigen Backmischung was keine Säure mehr benötigt, die Früchte sind aber typischerweise für diese nun "amerikanischen" Muffins geblieben. Der Einsatz von einem anderen Treibmittel und Früchten brachte oder erforderte sogar wahrscheinlich auch noch folgende Veränderung. Das Backblech mit den runden Vertiefungen um die "englischen" Muffin Scheiben zu machen wurde tiefer was wiederum zur Folge hat, dass das Gebäck beim backen aufgeht und über den Rand der Form quillt. Der "amerikanische" Muffin ist somit ein pilzförmiger Leckerbissen. Unten eingeengt durch die Form quillt oben -- top -- der Teig raus und so könnte man nun meinen, das ist der Muffin Top. Nur, das stimmt so nicht ganz. Die lieben Fernseh Freunde und Amerika TV Serien Kenner werden zwar etwas protestieren schliesslich ging es bei Seinfeld in einer Folge um eben genau diese Muffin Tops. Elaine befand, dass der Top der beste Teil vom Muffin ist und man ein Riesen Geschäft machen könnte daraus, nämlich nur den oberen Teil zu verkaufen.

In Amerika versteht man umgangssprachlich unter muffin top etwas anderes das oben rausschaut - nämlich Fleisch! Allerdings ist es kein Gebäck mehr sondern das Fleisch von Menschen, zu 90% wohl des jüngeren weiblichen Geschlechts, die nicht unbedingt eine Modell Figur haben. Und sie scheuen sich nicht ihren Bauchnabel zur Schau zu stellen. Dabei packen sie ihren fetten Arsch üppigen Hintern in zu enge low-rise Jeans (also die Sorte welche knapp über dem Schritt aufhören) und tragen dazu natürlich noch ein bauchfreies Oberteil. Et voila, muffin top!

Im Zeichen des guten Geschmacks verzichte ich jedoch darauf dies für das bessere Verständnis mit einem Bild zu illustrieren.

Und für die Liebhaber der Speckrolle an der Taille gibt es im Englischen übrigens den Begriff love handles. Auf gut Deutsch so etwas wie "Liebes Griffe". Aber auch hier, no pictures!

Mittwoch, 7. November 2007

Gewöhnungssache - Fastfood

Ein weiteres Thema in meiner Reihe Gewöhnungssache. Weshalb ich Fastfood vermissen würde.

Es ist mittlerweile mehr als 20 Jahre her - oh, Schreck - dass der erste McDonald's (McD) in der alten Heimatstadt eröffnet wurde. In gewissen Abständen aber regelmässig wurde das Lokal in den Anfangsjahren mit diversen Attacken verwüstet. Ich denke man darf die Übeltäter Fastfood Gegnern nennen. Mindestens einmal war es sogar arson (Brandanschlag). Ich habe selbst heute noch Mühe zu verstehen was das für Menschen sind die solche Anschläge verüben. Was versprechen die sich davon? Wollen die mir vorschreiben was ich essen darf?

Unbeirrt davon hat McD schon vor einiger Zeit das 100. Lokal eröffnet im Lande meiner schlanken Vorväter. Kentucky Fried Chicken (KFC) hat es unweit jenes ersten McD auch versucht aber wenig später den Betrieb wieder eingestellt. Seit dem habe ich die nirgends mehr gesehen. Vom unmittelbaren Konkurrenten von McD, dem Burger King (BK), habe ich nur einmal in Davos ein Lokal gesehen und leider besucht. Der Double Whopper den ich dort genossen gegessen habe hatte aber mit einem Double Whopper von BK in Amerika wenig bis gar nichts gemeinsam. Der Hamburger hat mich sogar eher an einen BigMac erinnert so dass ich mich nochmals im Lokal genauer umschauen musste wo ich war. Die amerikanische Sandwich Kette Subway's habe ich mal in Luzern gesehen aber die Preise an den Plakaten im Schaufenster haben mich von einem Besuch ferngehalten. Ob sie auch ohne mich überlebt haben, ich weiss es nicht. Bei den Preisen gehen die Argumente in beide Richtung. Und wenn wir die Pizza Hut Filialen auch zur Fastfood Bewegung dazurechnen wollen, so gibt es auch davon glaube ich eher negative Erfolgsstories zu berichten aus dem Land von Cheese and Chocolat. Pizza ist zugegebener Massen ein hartes Business.

Eigentlich erstaunlich, dass die meisten dieser amerikanischen Ketten nicht richtig Fuss fassen können. Den der heimische Markt hat dem eigentlich wenig entgegen zu setzen. Ausser vielleicht eben eine gewisse Fastfood Feindlichkeit oder Angst einer Veramerikanisierung der Essgewohnheiten und Hang zu obesity (Fettleibigkeit). Nebst dem regulären Restaurant gibt es gelegentlich einen Imbiss Stand und mancher dieser begnügt sich mit dem Drei-Würste Konzept. Der Bratwurst oder Cervelat mit Brot und Wienerli im Teigmantel 'garniert' mit Senf, Ketchup oder Mayo -- auch bekannt als Hot Dog. Das Gesicht eines Amerikaners möchte ich mal sehen wenn er den ersten Hot Dog - Made in Switzerland in Händen hält. Ha-ha!

An der Sandwich Front gibt es eine trostlose Einigkeit was der Inhalt sein soll -- man will das Rad ja nicht neu erfinden. Oder gibt es dazu eine Euro Norm oder Reinheitsgesetz? Den Döner Jungen hätte ich ja gerne auch mal öfter besucht aber irgendwie hat es mich immer be-'fremd'-et. Das Konzept mit dem halben Hähnchen wiederum schien nur zu funktionieren wenn man dem Wagen wie den Hasen zu Ostern suchen muss. Wer nicht versteht was ich damit meine, Schwamm drüber. Nicht so wichtig.

Ich will ja was anderes sagen und ich will mich hier ja nun auch nicht als Fastfood Gourmand outten oder als glutton (Vielfrass) der die feine Küche nicht zu schätzen weiss. Es ist vielmehr die Ereignislosigkeit in der alten Heimat was die Zeit vor dem Mittagessen und ab dann bis zum Abendessen anbelangt, und danach bis Mitternacht oder auch bis in die frühen Morgenstunden. Da herrschte meiner Meinung nach immer totale Leere -- nicht nur in meinem Magen. OK, es gibt Ausnahmen, den Ausnahmen bestätigen die Regel und das waren einige Raritäten in den Zentren der grösseren Städte.

Es sind diese einfachen Momente im Leben die für mich, hier, in Amerika den Unterschied ausmachen. Irgendwann mitten im Nachmittag oder sogar kurz nach dem Frühstück das ich verpasst habe. Anstatt einem regulären Mittagessen in der Kantine, einem Abendessen mit Vor- und Nachspeise und Kerze auf dem Tisch. Und vor allem nicht den Kühlschrank und die Vorratskammer durchsuchen nach was essbarem und die Küche in Unordnung bringen. Diese Momente, einfach nur der Wunsch irgendwo hingehen zu können und sich auf die Schnelle ohne grossen Firlefanz etwas zu Essen einverleiben.

Hier habe ich so eine grosse Auswahl, dass es mir oft schwer fällt zu entscheiden. Beim klassisch amerikanischen Hamburger habe ich mindestens fünf Anbieter mit unterschiedlichem Angebot und Qualität. Soll mir nun keiner sagen die sind doch alle gleich. McD ist notabene der den ich hier am wenigsten beehre. Schon mal Jack in the Box versucht? Dann habe ich die Anbieter welche Hähnchen in vielerlei Varianten kredenzen und sogar zum Thema Seafood gibt es Spezialisten -- wobei da habe ich (noch) meine Vorbehalte. Wer sich vorhin beim Thema Sandwich verschluckt hat soll mal zu Schlotzky's Deli gehen. Funny name but serious sandwich. - "Indeed!": sag ich da nur. Und statt dem Türkischmann mit seinem Döner gibt es hier den Hombre aus Mechicho mit seinen Tacos, Burritos und Quesadillas.

Von Pickup oder Curbside Orders wie auch Delivery wollen wir gar nicht erst sprechen. Schliesslich haben die oft nicht durchgehend Betrieb und Angebot. Wobei, da sind wir ja genau beim anderen Punkt. In der alten Heimat ist grundsätzlich nie durchgehend Betrieb. Ich habe wirklich Angst ich muss verhungern wenn ich wieder zurück müsste.

Mann, hab ich jetzt Hunger. Zeit für meinen Salat! Ist übrigens auch Fastfood, muss ich nur noch aufreissen und Sauce drüber schütten. Bon Appetit!

Dienstag, 6. November 2007

Harte Zeiten

Wie ich festgestellt habe, hat sich die Nachricht tatsächlich auch schon in Zeitungen in der alten Heimat verbreitet. In Amerika ist die Schreiber Gilde für TV Shows und Filme seit gestern Nacht in den Streik getreten. Offensichtlich sind die Schreiberlinge gut organisiert in einer Gewerkschaft und hatten einen Rahmenvertrag mit den Film und Fernsehstudios der nun ausgelaufen ist und erneuert werden soll. Da soll es im neuen Vertrag aber mit einigen Details etwas hapern. Man kann es sich leicht vorstellen, es geht ums liebe Geld.

Auf der Webpage von CNN.com haben sie sogar schon die Frage gestellt was denn ein Leben ohne TV wäre. Nun so weit müssen wir uns ja nun nicht fürchten. Erstens werden die Schreiberlinge irgendwann auch wieder arbeiten müssen oder wollen und umgekehrt die Produzenten wieder was senden. Auf die eine oder andere Art muss es also irgendwann zu einem Kompromiss kommen. Und dann haben wir ja noch Sport. Der kommt hoffentlich ohne Drehbuch aus. Und wenn dann wage ich mal zu behaupten, dass solche Autoren mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit nicht in einer Gewerkschaft Mitglied sind.

Was bedeutet das nun aber alles auf den Alltag eigentlich im amerikanischen Fernseh Haushalt, zB von mir. Nun, die erste Auswirkung habe ich schon heute erlebt. Da ich ja des Nachts arbeite habe ich mir heute Nachmittag die Aufzeichnung von der Tonight Show mit Jay Leno angeschaut welche am Montag ausgestrahlt wurde. Da hätte Tommy Lee Jones dabei sein sollen und auch Garth Brooks hätte seit langem wieder einmal einen Auftritt gehabt. Der Mega Country Star hat nach langer Abstinenz kürzlich ein Best of Album herausgebracht, The Ultimate Collection, mit drei neuen Songs plus 30 seiner grössten Hits. Was ich allerdings gesehen habe war Jerry Seinfeld, also eine Aufzeichnung von vor zirka zwei Wochen. Schon gesehen und kurzerhand gelöscht!

Warum ist diese Show so schnell betroffen? Bevor die Gäste zum Interview oder Auftritt kommen -- was eigentlich kein Drehbuch erfordert -- erfolgt der Monolog. Das sind lustige Sprüche, Anekdoten, Witze und zum Teil sogar kleine Sketche am Anfang der Show welche meist täglich frisch geschrieben werden aufgrund von aktuellen Ereignissen. Dummerweise werden solche Sprüche nicht von ihm persönlich ausgedacht sondern von eben solchen Autoren geschrieben und da auch die für den Mr. Leno in der Gilde Mitglied sind, haben auch die gestreikt, ergo keine Show. Ich werde mir also bis auf weiteres die Aufzeichnung dieser Show ersparen können oder sie einfach täglich am folgenden Tag löschen, so wie heute. Dafür wieder mal bei Late Night mit David Letterman reinschauen wäre von der Idee her eine sehr gute Alternative nur ... dem ergeht es gleich und zig anderen Shows die auf gleichem oder ähnlichem Konzept und somit Material basieren. Also, alle täglich frisch produzierten Shows sind mehr oder weniger per sofort eingestellt und die Sender werden in der Zwischenzeit mehrheitlich Shows von früher liefern. Mich schmerzt dabei nur der Jay -- und ich kann's verkraften.

Und nun zur wirklich schlechten Nachricht. Die meisten der idiotischen Reality Shows sind davon kaum betroffen da sie nicht nach Drehbuch arbeiten. Sonst wären sie wahrscheinlich auch kaum Reality Shows und was dummerweise damit sogar noch bewiesen wäre. Die grösste Angst ist nun, dass sie vermehrt auf solche Shows schwenken oder solche weiter auskosten, ausreizen. Vor allem schmerzhaft wenn es auf Kosten der TV Serien gehen würde.

Was die Serien anbelangt welche ich kürzlich mit dem Beginn der Fall Season erwähnt habe -- ja ich weiss ich sollte die 30 Minuten Serien noch nachliefern -- die haben noch eine Galgenfrist, da sie auf einige Wochen hinaus im voraus produziert sind. Die Christmas specials dürften allesamt schon im Kasten sein und auf dem Weg in den Schneideraum. Einige Studios vermelden, dass sie auch noch genug Drehbücher in der Schublade haben. Kritisch dürfte es für einige Serien somit ab Anfang nächsten Jahres werden. Allerdings habe ich letzte Woche bei einer der neuen Serien bereits eine erste Wiederholung vorgeführt bekommen. Wahrscheinlich beginnen sie schon früher damit und schieben so das ganze etwas in die Länge in dem sie neue Episoden und reruns, wie man Wiederholungen so schön nennt, mischen. Im Prinzip ist das nichts neues oder gar ungewöhnliches im amerikanischen Fernsehalltag. Solche hiatus (Unterbrüche) welche auch durch andere Umstände entstehen können werden seit langem und gerne mit reruns gefühlt. Und sie haben kaum eine andere Wahl. Je länger der Streik dauert je mehr wird anschliessend Material fehlen welches sie uU kaum innert nützlicher Frist gestellt bekommen oder auch gar nicht verarbeiten können. Für jede Woche die nun gestreikt wird dürfte somit in Zukunft eine Show in der Fortsetzung um eine Wochen nachrutschen und wir Zuschauer in der Lücke mit einem rerun geglückt werden welcher normalerweise am Ende der Saison folgt, ergo das Season finale wird weiter in den Sommer reinrutschen. Denke ich mal. Unter dem Strich wird sich also bis zum nächsten Sommer nicht viel ändern für uns amerikanische Zuschauer ausser, dass der Mix von neuen und alten Shows etwas mehr durchmischt wird. Ausser ...

Ausser der Streik dauert sehr lange. 1988 hatten sie bereits schon mal gestreikt und damals dauerte es ganze 22 Wochen bis zur Einigung. Aber wir wollen im Moment noch nicht auf das schlimmste hoffen, der Schreck mit den Reality Shows sitzt mir noch tief genug in den Knochen.

Sonntag, 4. November 2007

Woche 44/2007 Rückblick

Eigentlich wollte ich zum Thema Sommerzeit etwas schreiben da der Wechsel, dh der Sprung zurück, in Amerika erst dieses Wochenende statt fand. Zu dem Thema hört man nämlich immer wieder mal Horrormärchen im Bezug zu Amerika, da wollte ich mal etwas Aufklärung bieten. Bei der Recherche bin ich auf so viel Material gestossen das man hierzu erwähnen und berücksichtigen sollte, dass ich das auf die nächste Zeitumstellung verschieben muss. Kann ich wenigstens in der Zwischenzeit ordentlich vorbereiten und am entsprechenden Tag nur noch publizieren. Schwuppdiwupp, so einfach! Wenn ich es denn nur nicht vergesse.

Da mir auch sonst gerade nichts sensationelles auf den Fingern brennt, dass ich so auf die schnelle Präsentieren kann zur Ausnahme mal eine Sammlung von kleinen Ereignissen in der vergangenen Woche hier in Amerika.

The Power of Television
Seit 1975 gibt es im amerikanischen Fernsehen auf NBC am Samstag Abend eine mittlerweile legendäre Comedy Show, oder man könnte sogar Satire Sendung sagen, namens Saturday Night Live. Oder kurz auch nur als SNL bekannt. Viele Persönlichkeiten fühlen sich geehrt und zum Teil betteln sie auch richtig gehend um in dieser Sendung einen Auftritt als Host (Moderator) der Sendung zu haben oder auch nur ein Gast in einem Sketch zu sein. Eine Überraschung mit einem solchen Gast gab es diesen Samstag Abend. In einer Satire über die Präsidentschaftsvorwahlen (was für ein Wort) der Demokraten -- Halloween im Hause von Hillary (und Bill) Clinton -- hatte Spitzenkandidat Barack Obama einen kurzen und unerwarteten Gast Auftritt. Er durfte sogar die ebenfalls legendären Satz sagen: "Live from New York, it's Saturday Night". Der "normale" Host der Sendung war auch etwas ungewöhnlich nämlich Brian Williams der Anchorman von NBC Nightly News. Also ein Nachrichtensprecher.

Martina Hingis
Richtig, auch die war ein Thema hier in Amerika und gleich mehrfach. Erstens hat ihr Rücktritt und die Umstände in den Sportnachrichten natürlich auch seinen Platz gefunden zwischen all den anderen lokalen Sportereignissen. Und sie respektive natürlich eher die Umstände waren sogar für satirische Anekdoten gut. Jay Leno in der Tonight Show hatte einen Gag dazu und im satirischen Wochenrückblick der vorhin erwähnten SNL Show kam sie auch zu ehren. Die Gags waren lustig aber ich erspare es mir diese hier niederzuschreiben oder gar auf Deutsch zu übersetzen.

Longhorns Football
Natürlich darf das lokale College Football Team nicht fehlen im Rückblick. Es hat über lange Strecken im Spiel gegen Oklahoma State nicht gut ausgesehen aber wie an anderer Stelle auch schon mal erwähnt will das im Football selten was heissen. Bis kurz vor Schluss hatten sie den Rückstand in ein Unentschieden aufgeholt und auf die letzten beiden Sekunden sich sogar noch einen Fieldgoal Attempt gesichert. Den hat der Kicker dann sicher verwandelt was in einem 38:35 Sieg geendet hat. Yeehah!

Clash of the Titans
Und bleiben wir beim Football wechseln aber von College Football zur Profi Liga in die NFL. Die letztjährigen Champions die Indianapolis Colts waren in dieser Saison bisher unbesiegt so aber auch die New England Patriots und heute Sonntag war Showdown. Zusätzlich interessant war es noch weil der Quarterback von New England, Tom Brady, zur Zeit auf rekordverdächtigem Kurs ist. Seine Statistiken werden im Moment von allen Kommentatoren mit "als noch nie dagewesen" oder ähnlichem bezeichnet. Wenn er so weiter macht bis zum Ende der Saison dürften einige Rekorde seinen Namen tragen auf längere Zeit. Das Spiel war hart umkämpft und die Colts schienen für lange Zeit als die glücklichen Gewinner aber genau in den entscheidenden letzten Minuten der Partie hat sie das Glück verlassen und sie gaben die Führung aus der Hand und verloren 20:24 vor eigenem Publikum.

$67.5 Million
Noch mehr Football. So viel Geld kriegt Tony Romo für die nächsten 6 Jahre als Quarterback der Dallas Cowboys. Wie das in etwa ausbezahlt wird ist in diesem Blog aufgelistet. Interessant an der Geschichte sind zwei Dinge. A) es sind die Dallas Cowboys, das Team für welches ich das mache was man im Englischen to root for nennt. Also das Team für das man Sympathie hat, Fan ist, applaudiert usw. B) Tony Romo war eigentlich ein Niemand bis vor kurzem. Aus dem ganzen Pool von Football Spielern welche aus dem College Program ausscheiden zupfen sich die Profi Clubs in den sogenannten Drafts die besten Spieler raus. Der Rest kann versuchen sich eine "normale" Berufskarriere zu schmieden oder hoffen als sogenannter Free Agent doch noch von einem Club unter Vertrag genommen zu werden. Aus dem College hat er es nicht in den sogenannten Draft des Jahres 2004 geschafft wurde aber trotzdem anschliessend von den Cowboys unter Vertrag genommen. Vor etwas mehr als einem Jahr wurde er in einem Spiel quasi in einem Verzweiflungsschritt in der zweiten Halbzeit, für den bislang enttäuschenden Drew Bledsoe, eingewechselt. Seine Leistung war so passable, dass Coach Bill Parcells beschloss Romo im nächsten Spiel starten zu lassen und von da an nahm das Märchen praktisch seinen Lauf für Romo und Bledsoe auf der Reservebank platz. Und nun mit dem Vertrag in der Tasche gilt er als der kommende grosse Star am Quarterback Himmel in Dallas seit Troy Aikman. Schlagzeile hat er gleich anschliessend noch gemacht weil er "angeblich" mit Britney Spears gesehen wurde. Gemäss seinem Kommentar sollen sie aber nur zufällig im gleichen Club gewesen sein und sie hat angeblich darauf angesprochen nur gefragt: "Tony, Who?". Also angeblich noch nie von ihm gehört oder den Namen schon wieder vergessen. Es wäre ihm auf jeden Fall zu wünschen, dass er mit der Kohle in der Tasche sich andere Gefährtinnen leisten kann. Und damit meine ich nichts unseriöses.

Der Winter kann warten
Mir kann es ja nur recht sein. Das Wetter ist seit Tagen wunderschön, Sonne pur und die Temperaturen wieder angenehm warm. Täglich über 80 °F (26.7 °C) und in der Nacht auch nicht mehr so kalt. Nächste Woche sollte es eine kleine Kaltfront wieder etwas nach unten bis zu uns schaffen aber nicht für lange und allzu tiefe Temperaturen. Mal schauen. Auf Dauer abwenden lässt es sich ja nicht.

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