Downtown Austin

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Mittwoch, 7. November 2007

Gewöhnungssache - Fastfood

Ein weiteres Thema in meiner Reihe Gewöhnungssache. Weshalb ich Fastfood vermissen würde.

Es ist mittlerweile mehr als 20 Jahre her - oh, Schreck - dass der erste McDonald's (McD) in der alten Heimatstadt eröffnet wurde. In gewissen Abständen aber regelmässig wurde das Lokal in den Anfangsjahren mit diversen Attacken verwüstet. Ich denke man darf die Übeltäter Fastfood Gegnern nennen. Mindestens einmal war es sogar arson (Brandanschlag). Ich habe selbst heute noch Mühe zu verstehen was das für Menschen sind die solche Anschläge verüben. Was versprechen die sich davon? Wollen die mir vorschreiben was ich essen darf?

Unbeirrt davon hat McD schon vor einiger Zeit das 100. Lokal eröffnet im Lande meiner schlanken Vorväter. Kentucky Fried Chicken (KFC) hat es unweit jenes ersten McD auch versucht aber wenig später den Betrieb wieder eingestellt. Seit dem habe ich die nirgends mehr gesehen. Vom unmittelbaren Konkurrenten von McD, dem Burger King (BK), habe ich nur einmal in Davos ein Lokal gesehen und leider besucht. Der Double Whopper den ich dort genossen gegessen habe hatte aber mit einem Double Whopper von BK in Amerika wenig bis gar nichts gemeinsam. Der Hamburger hat mich sogar eher an einen BigMac erinnert so dass ich mich nochmals im Lokal genauer umschauen musste wo ich war. Die amerikanische Sandwich Kette Subway's habe ich mal in Luzern gesehen aber die Preise an den Plakaten im Schaufenster haben mich von einem Besuch ferngehalten. Ob sie auch ohne mich überlebt haben, ich weiss es nicht. Bei den Preisen gehen die Argumente in beide Richtung. Und wenn wir die Pizza Hut Filialen auch zur Fastfood Bewegung dazurechnen wollen, so gibt es auch davon glaube ich eher negative Erfolgsstories zu berichten aus dem Land von Cheese and Chocolat. Pizza ist zugegebener Massen ein hartes Business.

Eigentlich erstaunlich, dass die meisten dieser amerikanischen Ketten nicht richtig Fuss fassen können. Den der heimische Markt hat dem eigentlich wenig entgegen zu setzen. Ausser vielleicht eben eine gewisse Fastfood Feindlichkeit oder Angst einer Veramerikanisierung der Essgewohnheiten und Hang zu obesity (Fettleibigkeit). Nebst dem regulären Restaurant gibt es gelegentlich einen Imbiss Stand und mancher dieser begnügt sich mit dem Drei-Würste Konzept. Der Bratwurst oder Cervelat mit Brot und Wienerli im Teigmantel 'garniert' mit Senf, Ketchup oder Mayo -- auch bekannt als Hot Dog. Das Gesicht eines Amerikaners möchte ich mal sehen wenn er den ersten Hot Dog - Made in Switzerland in Händen hält. Ha-ha!

An der Sandwich Front gibt es eine trostlose Einigkeit was der Inhalt sein soll -- man will das Rad ja nicht neu erfinden. Oder gibt es dazu eine Euro Norm oder Reinheitsgesetz? Den Döner Jungen hätte ich ja gerne auch mal öfter besucht aber irgendwie hat es mich immer be-'fremd'-et. Das Konzept mit dem halben Hähnchen wiederum schien nur zu funktionieren wenn man dem Wagen wie den Hasen zu Ostern suchen muss. Wer nicht versteht was ich damit meine, Schwamm drüber. Nicht so wichtig.

Ich will ja was anderes sagen und ich will mich hier ja nun auch nicht als Fastfood Gourmand outten oder als glutton (Vielfrass) der die feine Küche nicht zu schätzen weiss. Es ist vielmehr die Ereignislosigkeit in der alten Heimat was die Zeit vor dem Mittagessen und ab dann bis zum Abendessen anbelangt, und danach bis Mitternacht oder auch bis in die frühen Morgenstunden. Da herrschte meiner Meinung nach immer totale Leere -- nicht nur in meinem Magen. OK, es gibt Ausnahmen, den Ausnahmen bestätigen die Regel und das waren einige Raritäten in den Zentren der grösseren Städte.

Es sind diese einfachen Momente im Leben die für mich, hier, in Amerika den Unterschied ausmachen. Irgendwann mitten im Nachmittag oder sogar kurz nach dem Frühstück das ich verpasst habe. Anstatt einem regulären Mittagessen in der Kantine, einem Abendessen mit Vor- und Nachspeise und Kerze auf dem Tisch. Und vor allem nicht den Kühlschrank und die Vorratskammer durchsuchen nach was essbarem und die Küche in Unordnung bringen. Diese Momente, einfach nur der Wunsch irgendwo hingehen zu können und sich auf die Schnelle ohne grossen Firlefanz etwas zu Essen einverleiben.

Hier habe ich so eine grosse Auswahl, dass es mir oft schwer fällt zu entscheiden. Beim klassisch amerikanischen Hamburger habe ich mindestens fünf Anbieter mit unterschiedlichem Angebot und Qualität. Soll mir nun keiner sagen die sind doch alle gleich. McD ist notabene der den ich hier am wenigsten beehre. Schon mal Jack in the Box versucht? Dann habe ich die Anbieter welche Hähnchen in vielerlei Varianten kredenzen und sogar zum Thema Seafood gibt es Spezialisten -- wobei da habe ich (noch) meine Vorbehalte. Wer sich vorhin beim Thema Sandwich verschluckt hat soll mal zu Schlotzky's Deli gehen. Funny name but serious sandwich. - "Indeed!": sag ich da nur. Und statt dem Türkischmann mit seinem Döner gibt es hier den Hombre aus Mechicho mit seinen Tacos, Burritos und Quesadillas.

Von Pickup oder Curbside Orders wie auch Delivery wollen wir gar nicht erst sprechen. Schliesslich haben die oft nicht durchgehend Betrieb und Angebot. Wobei, da sind wir ja genau beim anderen Punkt. In der alten Heimat ist grundsätzlich nie durchgehend Betrieb. Ich habe wirklich Angst ich muss verhungern wenn ich wieder zurück müsste.

Mann, hab ich jetzt Hunger. Zeit für meinen Salat! Ist übrigens auch Fastfood, muss ich nur noch aufreissen und Sauce drüber schütten. Bon Appetit!

Kommentare:

Lisa hat gesagt…

Tja, Amerika und Fast Food. Dies ist eine unzertrennliche Kombination. Das Essverhalten (nein, besser: Das Konsumverhalten) der Americaner lässt die restliche Welt sprachlos. Wie gehen sie jetzt mit dem Übergewicht um? Wird "gesundes" Essen forciert/gepushed? Nein! Fette Santas werden anscheinend verbannt (http://www.darleenclick.com/weblog/archives/2007/11/silly_season_no.html)
Rein nach dem Motto: See no evil...

Adrian hat gesagt…

"Gesundes Essen" wird tatsächlich sehr gepushed finde ich und nicht nur aus dem bekannten Light und Low Fat Lager. Aber was nützt das gesündeste Essen wenn es das Angebot mir erlaubt es mir 5 mal am Tag einzuverleiben.

Das mit dem Santa geht dann wahrscheinlich auch noch auf die kürzliche Studie: Is Obesity Contagious? Ist Fettsucht ansteckend?

Show Me The Money!