Downtown Austin

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Donnerstag, 8. November 2007

Mode Erscheinung

Ich füge zwar immer wieder englische Wörter ein in meine Texte, mit dem dazugehörigen deutschen Gegenstück, aber so richtig als Englisch Lektion konnte ich die nicht unter dem Label English Lesson veröffentlichen. Irgendwie ist mir in letzter Zeit kaum ein interessantes, wichtiges und vor allem wissenswertes Wort oder Redewendung ins Auge oder Ohr gestochen. Nicht so heute!

Heute habe ich auf dem Discovery Channel eine neue Folge der Mythbusters geschaut. Da ist unter anderem dann der Begriff Muffin Top gefallen. Den Begriff hatte ich zufälligerweise irgendwann schon einmal gesehen und wusste haargenau was damit gemeint war. Leider kann man diesen amerikanischen Leckerbissen ohne etwas Knoff Hoff respektive Know How kaum verstehen. Ich weiss nicht einmal ob es dafür ein deutsches Gegenstück gibt. Den es geht in einem gewissen Sinne um eine eher neue *hüstel* Mode Erscheinung.

Das zweite Wort im Begriff -- top -- kann wohl jeder schnell identifizieren als die Spitze oder der obere Teil von etwas. Da gibt es zB den Ausdruck off the top of my head was so viel bedeutet wie der "erste Gedanke" oder "was einem so spontan dazu einfällt". Etwas bildlich gesprochen was also auf dem Kopf oben gerade so lose herum schwimmt. Oder wenn ich auf der Spitze meiner Lungen schreie at the top of my lungs dann schreie ich so laut ich kann. Beim ersten Wort -- muffin -- geht es um eine Art, sagen wir mal Gebäck welches Amerika Kennern bekannt sein sollte. Für alle anderen müssen wir folglich einen süssen Abstecher in die Küche machen. Genau genommen zuerst in die Englische - England, this is.

Auf diversen Webseiten wird der Ursprung des Muffins bis auf die Zeit um 1100 datiert. Diese Muffins sind eine Art Brotteig mit Hefe allerdings mit relativ viel Milch und somit eher weich und feucht so dass sie im Endeffekt mit Brot im kontinental europäischen Sinne nicht zu vergleichen sind. Gebacken wird der Teig in runden Scheiben und aufgeschnitten werden die beiden Innenseiten mit einem Früchte Aufstrich beglückt. Seit Erfindung des Toaster wird der Muffin sogar getoastet genossen. Andere Varianten klemmen Wurst, Rührei und anderes Zeugs dazwischen. Mit der Auswanderung der Engländer in die neue Welt hat sich der Muffin nicht nur nach Amerika ausgebreitet, er hat sich auch weiter entwickelt. McDonald's hat daraus sogar den McMuffin kreiert in seinem Frühstücksangebot. Wir, und auch die Engländer und Amerikaner tun das, müssen daher im folgenden zwischen einem "englischen" Muffin und einem "amerikanischen" Muffin unterscheiden. Der McMuffin ist notabene per Definition ein English Muffin.

Wir gehen aber noch etwas weiter zurück in die Einwanderungsgeschichte der Engländer den wir müssen auch noch etwas über den amerikanischen Muffin lernen.

Eine Veränderung war die Hefe durch Natron zu ersetzen was zusätzlich einen Ausgleich durch Säure erfordert und mit Beeren oder anderen Früchten und deren natürlichen Säure kompensiert werden musste. Heute wird stattdessen üblicherweise Backpulver verwendet oder ist schon alles in der fertigen Backmischung was keine Säure mehr benötigt, die Früchte sind aber typischerweise für diese nun "amerikanischen" Muffins geblieben. Der Einsatz von einem anderen Treibmittel und Früchten brachte oder erforderte sogar wahrscheinlich auch noch folgende Veränderung. Das Backblech mit den runden Vertiefungen um die "englischen" Muffin Scheiben zu machen wurde tiefer was wiederum zur Folge hat, dass das Gebäck beim backen aufgeht und über den Rand der Form quillt. Der "amerikanische" Muffin ist somit ein pilzförmiger Leckerbissen. Unten eingeengt durch die Form quillt oben -- top -- der Teig raus und so könnte man nun meinen, das ist der Muffin Top. Nur, das stimmt so nicht ganz. Die lieben Fernseh Freunde und Amerika TV Serien Kenner werden zwar etwas protestieren schliesslich ging es bei Seinfeld in einer Folge um eben genau diese Muffin Tops. Elaine befand, dass der Top der beste Teil vom Muffin ist und man ein Riesen Geschäft machen könnte daraus, nämlich nur den oberen Teil zu verkaufen.

In Amerika versteht man umgangssprachlich unter muffin top etwas anderes das oben rausschaut - nämlich Fleisch! Allerdings ist es kein Gebäck mehr sondern das Fleisch von Menschen, zu 90% wohl des jüngeren weiblichen Geschlechts, die nicht unbedingt eine Modell Figur haben. Und sie scheuen sich nicht ihren Bauchnabel zur Schau zu stellen. Dabei packen sie ihren fetten Arsch üppigen Hintern in zu enge low-rise Jeans (also die Sorte welche knapp über dem Schritt aufhören) und tragen dazu natürlich noch ein bauchfreies Oberteil. Et voila, muffin top!

Im Zeichen des guten Geschmacks verzichte ich jedoch darauf dies für das bessere Verständnis mit einem Bild zu illustrieren.

Und für die Liebhaber der Speckrolle an der Taille gibt es im Englischen übrigens den Begriff love handles. Auf gut Deutsch so etwas wie "Liebes Griffe". Aber auch hier, no pictures!

Kommentare:

Andy hat gesagt…

Hi Adrian,

ich lese mir deinen Blog schon seit längerer Zeit durch. Mir gefallen deine Beiträge besonders gut. Ich hoffe es ist in Ordnung wenn ich dich auf meiner Seite verlinke.

Grüße aus Illinois!

Andy

Adrian hat gesagt…

Aye, no problem, sir!

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