Downtown Austin

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Sonntag, 2. Dezember 2007

Woche 48/2007 Rückblick

Beschleunigtes Vehikel Pensionierung Programm
Angeblich kümmern sich die Amerikaner ja einen sprichwörtlichen Dreck um die Umwelt speziell wenn es um das Auto geht. Im Online Blick in die News in der alten Heimat musste ich allerdings gerade kürzlich feststellen, dass es dort in diesem Bereich auch hapert. Aber darum geht es nicht, es geht um lokales. Gefunden in der Zeitung. Der Staat Texas und offensichtlich auch einige andere haben das sogenannte accelerated vehicle retirement program (LIRAP) aufgrund dessen man zB in Austin einen Gutschein über $3,000 erhält wenn man seine alte Dreckschleuder von Auto (min. 10 Jahre) gegen ein neueres eintauscht. Sogar $3,500 gibt es wenn es ein Hybrid ist -- also das neue Auto. Das Programm richtet sich jedoch wiederum nur an einkommensschwache Mitbürger. Die Einführung des Gesetzes verzögert sich nun aber noch ein bisschen da man am Prozess mit dem Gutschein noch etwas am Feilen ist. Ein ähnliches Programm gibt es notabene schon nur sind es in diesem $600 und die gibt es auch nur für die Reparatur des Problems wenn das Fahrzeug die Abgaswerte nicht einhalten kann.

Habe ich was verpasst?
Offensichtlich ja. Beim Online Blick in die alte Heimat habe ich einen Artikel gefunden über "Das neue Wohlbehagen im Kleinstaat" - Swissness ist angeblich in. Gut das habe ich vor meiner Auswanderung noch mitbekommen, dass man das weisse Kreuz im quadratisch praktischen Rot wieder gerne schwingt. Auch dass man das Rot endlich mal standardisieren will -- Pantone-mässig (pantone.com). Was mir jedoch entgangen ist war folgender Satz
... Neben typischen nationalen Sympathieträgern wie Swiss Brownies und schneeweissen Viertausendern lässt sich das Angebot von heimatlichen und zugleich urbanen Produkten laufend erweitern ...
Swiss Brownies? Typische nationale Sympathieträger? Und ich dachte immer Brownies sind etwas typisches für Amerika. Und überhaupt: Was sind Swiss Brownies und wie sollen die bitte schön den aussehen, sprich was soll an denen so typisch Schweizerisch sein? Eine Google Suche hat weitergeholfen und da werden doch tatsächlich die guten Schweizer "Brunsli" -- ein typisches Weihnachtsgebäck notabene -- mehrfach und selbstverständlich als Swiss Brownies übersetzt. Was "Brunsli" nun mit amerikanischen Brownies gemeinsam haben sollen ausser chocolate frage ich mich aber schon. Typisch schweizerisch sind sie auf alle Fälle -- die "Brunsli". Und zur Weihnachtszeit wenigstens.

Ich bin legal hier!
Im lokalen Blatt haben sie in einem Artikel die Zahlen aus einer Studie zu Einwanderungen in den USA geliefert. Hier noch ein anderer Online-Artikel zur gleichen Studie. Einige Zahlen aus den Artikeln.

Obwohl die Einwanderungsgesetze und Vorschriften immer strenger werden sind in den USA im Zeitraum der letzten 7 Jahre noch nie so viele Einwanderungen erfolgt. Stolze 10 Millionen und davon angeblich um die Hälfte illegal. Jährlich sind es um die 1,5 Millionen Zuwanderungen.

Ein Drittel all dieser Einwanderer kommt aus Mexico, gefolgt von China, Indien, Philippinen und Vietnam. Das hat einen wesentlich Einfluss auf die Bevölkerungsschichten aufgrund deren Herkunft. Derzeit sind mehr als 72 Prozent der heimischen U.S. Bevölkerung sogenannt Kaukasisch (Weiss), 13% Schwarz, 10% Hispanisch und 2% Asiaten. Die Einwanderung bewirkt massive Verschiebungen dieser momentanen Verhältnisse. Unter den Einwanderern sind mehr als 48% Hispanisch, 23% Asiaten, 21% Kaukasisch und 7% Afrikanisch (Schwarz).

In Städten wie New York und Los Angeles sind 60% der Schüler das was man in der alten Heimat so nett als Secondos bezeichnet -- Kinder von Immigranten.

Texas gehört derzeit zur Spitze was die Einwanderungen anbelangt. Gehöre ich da auch dazu? Zu den legalen natürlich, meine ich.

Natürlich noch etwas Sport
Im Football haben die Dallas Cowboys ausserordentlich am Donnerstag gespielt und ebenfalls ungewöhnlich wurde das Spiel nicht von einem der drei (CBS, NBC & Fox) der grossen vier Networks (+ABC) oder ESPN übertragen sondern von NFL Networks. Was zu etwas Frust sorgte bei einigen Leuten. NFL Network sendet mehr oder weniger nonstop Informationen zu Football und gehört offensichtlich der NFL. Sie selbst hat sich nun für diese Saison acht Spiele zur Live Übertrag zugestanden. Nun kann aber dummerweise niemand, wie das fast seit Urzeiten üblich ist, das Spiel sehen der keinen Kabel- oder Satelliten Anbieter hat. Noch dümmer wer einen Anbieter hat aber dieser will NFL Network nicht im Angebot haben. Das Problem ist nämlich in letzterem, dass NFL Network noch Geld will vom Anbieter, $8/Jahr und Anschluss. Egal ob der Kunde beim Anschluss sich nun für Football interessiert oder nicht. Mein Anbieter Time Warner Cable plus ein paar andere Anbieter weigern sich nun die Kosten zu übernehmen und stillschweigend dem Kunden zu überwälzen bei einem späteren Aufschlag. Wofür ich im Prinzip auch dankbar bin. Die meisten Anbieter wären jedoch bereit NFL Network in ihren jeweiligen Sports Tier zu schieben, also ein Zusatzpaket an Sendern mit ausschliesslich Sport im Angebot welches der Konsument für ein paar Dollar im Monat abonniert. Eigentlich nicht mehr als fair, oder? Wobei da wiederum Sport drin ist welcher nicht jederman braucht -- wie Eisfischen, oder so. Nur, dieses Verschieben in den Sports Tier ist wiederum den Herren vom NFL Network nicht Recht den der Football Fan soll das Spiel free (kostenlos) sehen dürfen -- wie er sich das bis dato gewönnt ist. Free, my ass! Was soll daran frei sein, bitte schön? Entsprechend haben sie gegen einen Anbieter geklagt, sind aber unterlegen. Das Verfahren geht nun in die Revision.

Wie gesagt ich bin im Prinzip froh, dass sich diverse Anbieter weigern das Spiel von NFL Networks mitzumachen. Es wäre der Einstieg in Pay-per-View (Bezahlfernsehen) auf Raten für Football was bis dato fast traditionell gratis war. Da NFL Network der NFL selbst gehört und sie bisher auch die Verträge mit den anderen Sendern geführt hatte würde sie sich zukünftig kaum mit den acht Spielen und $8 begnügen wenn sie den einmal bei allen Anbietern im Vertrieb sind.

Ach ja, Dallas hat dann gewonnen gegen Green Bay und ich musste eh arbeiten -- also habe ich kaum was verpasst.

Und zum Schluss das Wetter
Darf natürlich nicht fehlen. Auf das Ende der Woche und wohl auch in die nächste Woche haben wir keine Kältefront aus dem Norden zu erwarten und bewegen uns somit bei den Temperaturen im Bereich um 70 °F, also locker über 20 °C. Allerdings sollen ab Montag die Temperaturen speziell in der Nacht drastisch sinken bis zum Gefrierpunkt, da die Nächte klar sind. Das wird lustig, im T-Shirt zur Arbeit und mit Daunenjacke nach Hause.

1 Kommentar:

MTrementore@yahoo.com Marc Trementore hat gesagt…

Es ist ja auch so, dass es federal tax breaks gibt (i.G.z. den state tax breaks, die du hier offenbar beschreibst). D.h. dass jeder Autohersteller der Hybrids anbietet eine bestimmte Anzahl dieser Hybrids mit einem Tax Break versehen verkaufen kann - bis zu $6000 pro Hybrid. Das ganze ist jedoch gestaffelt, so dass Toyota mit seinem Erfolgsmodell Prius schon nach kuerzester Zeit keine Tax Breaks mehr anbieten konnte (bzw. in einer zweiten und dritten Phase einfach weniger bis dann in einer vierten Phase nix mehr). Man sieht, dass die Amerikaner bewusst auch sogenannte umweltfreundliche Autos unterstuetzen und man sieht hier an der East Coast deutlich mehr Hybrids als z.B. in Europa. Wobei, wenn man dann ins gelobte Land des Autobaus geht, sprich Michigan, so kann man Nicht-SUVs an einer Hand abzaehlen.

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