Downtown Austin

Downtown Austin

Dienstag, 16. Dezember 2008

Wow

Ja wow, ich lebe noch. Fast drei Monate sind vergangen seit meinem letzten Blog Eintrag. Und ich gestehe ich habe etwas die Lust verloren am Schreiben in diesem Blog. Ich denke das Bloggen einfach so ohne ein stark eingegrenztes Thema oder Sachgebiet etwas überbewertet wird oder der grosse Hype halt einfach vorbei ist ... und auch zu viele am Bloggen sind. Ueber den Inhalt vieler Blogs wollen wir nun nicht noch einmal debattieren.

Aber es ist traurigerweise leider eine Tatsache, dass sich in gut 1.5 Jahren kaum zwei Hände voll treue Leser eingefunden haben. Diesen gilt einerseits mein Dank und anderseits eine Entschuldigung von mir, dass ich hier die Zügel schleifen lasse.

Der doch erstaunlich grosse Rest sind wilde Zugriffe via Google-Suche. Dafür gezielt zu schreiben fehlt mir die Motivation und ist ein Blog denke ich das falsche Portal. Die Leute wollen eine schnelle Antwort zu etwas und kein langes Gerede um den heissen Brei. Und ausserdem habe ich mittlerweile auch eine Freizeitbeschäftigung welche fast alle Freizeit auf braucht.

Ahnen konnte man es vielleicht schon seit August in einigen Berichten zu meinem neuen Spielzeug der Kamera. Das knipsen ist das eine, dann kommt die Nachbearbeitung am Computer und dann gibt es Flickr wo man die Bilder hoch laden kann und unter mehr oder weniger Gleichgesinnten sich anschauen kann. Und das hat gewisses Suchtpotenzial.

Zu all dem kommt nun ein weiteres Spielzeug dazu. Ich habe mir einen speziellen Film Scanner angelacht, d.h. gekauft, und beginne nun alle meine alten Negativ Streifen und Dias zu digitalisieren. Da kommen viele Erinnerungen hoch und einige exzellente Bilder. Die Qualität mit dem Scanner ist famos und die alten Bilder auf Film haben einen Charakter welchen digitale Bilder nicht liefern können. Der Weg ist noch lange bis da alles auf dem Computer habe aber was ich bis jetzt sehe ist absolut erstaunlich und faszinierend.

Ich bin mittlerweile sogar dabei meine alte 35mm Kamera wieder startklar zu machen und kriege auch den Gedanken an eine Mittelformat Kamera nicht aus den Kopf. Dazu hätte ich mir aber dummerweise den Scanner eine Stufe zu niedrig gekauft. Der kann leider keine 120er Rollen verarbeiten. Muss mir das also noch gut überlegen.

Die grösste Frage nun wäre wie es mit dem Blog hier weiter geht. Irgendwie einfach aufhören, schliessen und einstampfen will ich ihn nicht und rein zu einem Photo Blog umschwenken will ich auch nicht. Ich werde mal einen Versuch wagen beides zu kombinieren in dem ich zu einigen Bildern hier irgend welche Geschichten dazu schreibe. Schliesslich ist das Motiv in den meisten Bildern Amerika. Ich denke mal, dass ich so wenigstens alle zwei Wochen etwas hier auf die Reihe kriege.

Im folgenden und als erstes einfach einmal eine wilde Kollektion einiger Bilder. Der ganze Rest kann sich wer will bei Flickr selbst anschauen. Einfach auf eines der Bilder klicken und schwupps solltet ihr dort landen.

Downtown Austin kurz nach Sonnenuntergang
Another Night in Austin

Grosse leuchtende Neon Reklame wird gerne immer mit Amerika gleichgesetzt. Hier ein Beispiel aus Austin. Aber natürlich nicht zu vergleichen mit Ferien Destinationen entlang der Florida Küste oder voll extrem Las Vegas.
And I thought there aren't any Gators in Central Texas


Und auch gelegentlich der Versuch kreativ zu sein, entweder an abstrakten Objekten
Final Version

oder was einem halt sonst so sprichwörtlich vor die Linse kommt
Fence with a view

Also alle Daumen drücken und hoffentlich bis bald mit neuen fotografisch untermalten Beiträgen.

Dienstag, 23. September 2008

Hallo Herr Doktor

Geht es euch manchmal auch so? Da liest man etwas über einen Beruf und denkt sich so, "Mensch das muss ja schon ein tolles Berufsleben sein" oder ähnliches. Hier in Texas wäre ja cowboy zum Beispiel wohl so etwas. Wobei es die so nicht mehr gibt und die Glanzzeiten waren es für diese cowboys überhaupt nicht wenn man sich deren Geschichten frei von Hollywood etwas genauer anschaut.

Hier in Austin-- gemäss dem eigenen Motto Live Music Capital of The World ("Die Live Musik Hauptstadt der Welt")--gibt es aber andere Möglichkeiten.

In meiner lokalen Tageszeitung findet man immer wieder mal nette und interessante Geschichten. In einer Serie--Austin At Work--stellen sie immer jemanden vor welcher einen nicht ganz so gewöhnlichen Beruf hat. Im heutigen Fall war es The guitar doctor im Austin American-Statesman.

Der Gitarren Doktor heisst Mark Erlewine und macht das hier schon seit mehr als 30 Jahren in Austin. Ursprünglich kam er aus dem Norden Amerikas nach Austin als Musiker hatte aber das Handwerk selbst von einem Cousin gelernt und verdiente sich vorerst damit zusätzliches Geld. Nach einiger Zeit hat das Nachtleben in den Bars und das umherziehen im Land aber seinen Reiz bei ihm verloren, vor allem der Gesundheit wegen hat er damit aufgehört. Darauf hin hat er sich voll auf das Reparieren und Herstellen von Gitarren konzentriert.

Wenn man liesst von wem er alles die Gitarren pflegt kommt man etwas ins Staunen und Bewunderung macht sich breit, bei mir zumindestens. Da sind Namen aufgelistet wie Willie Nelson, Bob Dylan, Ted Nugent, Bruce Springsteen, Sting, Bo Diddley und Stevie Ray Vaughan. Ich bin überzeugt die Liste könnte noch länger sein. Dann wird noch eine weitere lokale Legende erwähnt--Billy Gibbons von ZZ Top. Unter anderem auch für ihn hat er sogar Gitarren gebaut. Mehr als 1,000 Stück hat er bisher hergestellt.

Auf einem Bild im Artikel sah ich dann auch eine Gitarre welche ich sofort wieder erkannte, die von Willie Nelson. Ich hatte darüber zu seinem Geburtstag mal geschrieben, dass ich seine Gitarre schon früher bei einem Konzert in der alten Heimat bewunderte. Vor allem wegen dem ab geschrubbten Loch.

Nun ist es wohl dieser Mark Erlewine welcher das Prachtstück in Schuss hält. Er könne gar nicht mehr sagen wie oft er die schon in Händen und zur Ausbesserung hatte, berichtet er. Das besagte Loch welches durch das Spielen entstand wird aber offensichtlich als Willie's Markenzeichen absichtlich nur gepflegt anstatt komplett repariert. Angeblich ist das eine Martin N-20 und wird von Willie Trigger genannt. So lange seine Trigger existiere werde auch seine Musiker Karriere existieren, sagte er Mark angeblich mal. Na wenn das keine Verpflichtung ist?

Und da auch der Herr Erlewine mit der Zeit geht hat auch er eine Website. Die gibt es hier www.erlewineguitars.com. Wer den ganzen Artikel in der Zeitung in Englisch nachlesen will, den Link habe ich oben im Text bei The Guitar Doctor schon eingefügt.

So, und ich grabe mir jetzt mal meine El Loco CD von ZZ Top aus und spiele mir das Lied Leila. Da soll er angeblich im Studio mitgespielt haben, der Mark Erlewine.

Mittwoch, 17. September 2008

Alles scheisse hier in Amerika

So, ich musste gerade mal schnell die Blogroll rechts und meinen Blogreader etwas aufräumen. Habe soeben einen Blog gelesen über den ich mich gerade mal kurz aber mächtig aufregen musste. Plus einige andere welche mir auch immer wieder mal sauer aufstossen. *räusper* Ich wollte einen Kommentar bei jenem hinterlassen aber der Schreiber weiss wohl weshalb er die Kommentarfunktion eingeschränkt hat. Muss ich halt hier etwas Dampf ablassen. Ist vielleicht auch besser so.

Ich frage mich wie man in ein Land auswandern kann über das man wenig bis gar nichts weiss? So auf jeden Fall muss es jener Blogschreiber mit seiner Familie angegangen haben. Anders kann ich mir dessen Einträge in seinem Blog nicht erklären. Mal wohl kurz Ferien gemacht in Amerika, die Landschaft in den Nationalparks bewundert und gedacht hier wollen wir leben. Dass das Alltagsleben kein Nationalpark ist scheint man bei der Planung wahrscheinlich übersehen zu haben. Und ich wette man hat sie diesbezüglich aus dem Freundeskreis auch gewarnt. Nun ist der Schritt aber getan und was macht man?

Von Eintrag zu Eintrag findet man immer mehr negative Punkte, fein detailliert aufgeschrieben und immer wieder und je länger je mehr mit Ausdrücken wie "scheisse" kommentiert. "Sind persönliche Eindrücke" halt, hat er mal geschrieben im Kommentar als Antwort. Das aus seiner Sicht fast alles scheisse ist in Amerika finde ich nun allerdings etwas mehr als nur gerade so einen persönlichen Eindruck. Zumindestens habe ich noch kaum etwas gelesen das nur annähernd gut ist. Ausdrücke wie super oder gar geil wird man in diesem Blog wohl erst dann wieder finden wenn die Familie wieder aus Deutschland berichtet.

Anyways! Den Blog verfolge ich nun nicht mehr und leider leider: Er ist ja nun nicht der einzige. Es gibt immer wieder mal den einen oder anderen Blog und Eintrag wo einer über etwas nicht so begeistert ist hier in The U.S. of A.. Kann vorkommen, ist nicht immer alles Gold was glänzt. Aber trotzdem frage ich mich was manche erwartet haben und vor allem: Weshalb müssen sie sich dann so krass darüber in ihrem Blog auslassen?

Es ist ja nicht so, dass die Leute aus Europa nach einem Urlaub in Amerika berichten. Nein! Das sind richtige Auswanderer--die tun hier leben! Sie haben freiwillig ihre sieben Sachen in Container verschifft und sind ausgewandert.

Was mich dabei immer irritiert (um nicht nerven und aufregen zu sagen) ist, dass sie mit ihrer ach so gebildeten europäischen Ausbildung und Optik die Gründe für diese andere Welt nicht sehen (wollen). Geschweige den verstehen und das den Menschen in der alten Heimat erklären. Kulturförderung - Bildung. Nein, nichts da! Lieber negativ über Amerika herziehen.

Beispiel (ich verzichte auf Links zu jenen Blogs):
Gleich bei einigen Blogs kam das Thema Olympia und die Fernsehübertragung darüber zur Kritik. Es seien nur Amerikaner zu sehen in den jeweiligen Disziplinen. Die einzige Erklärung die den Leuten dazu finden ist, dass die Amerikaner total eingebildet und überheblich sind und sich natürlich um den Rest der Welt einen Dreck kümmert. Das Amerika ein Volk von mittlerweile 300 Mio. Einwohnern ist und mit China die beiden ersten Platz in den Anzahl Medaillen bestreitet scheint unerheblich. Das sie hier wiederum den Final der beiden Chinesen im Tischtennis gezeigt haben wird nicht erwähnt. War halt etwas spät in der Nacht und dummerweise auch keine Deutschen. Und als ob das deutsche Fernsehen lieber von anderen Sportarten als von ihren deutschen Athleten berichtet. Schwachsinn!!!

Um beim Sport zu bleiben. Ist ja auch ein beliebtes Thema bei einigen Auswanderer Blogs um schlechtes über Amerika in die alte Heimat zu schreiben. Da stossen viele an ihre sportlichen Grenzen und an König Fussball und die Formel 1 kommt halt nichts heran. Basketball wird interessanterweise verschont wohl wegen Dirk Nowitzki. Spezialfall jedoch ist natürlich Baseball. Der Reiz von Baseball ist zugegebenermassen wirklich nicht offensichtlich und braucht etwas Zeit und Verständnis. Das Unvermögen (oder ist es einfach nur Ignoranz) die Zeit und den Willen das zu verstehen aufzubringen rechtfertigt meiner Meinung nach aber niemanden diese Sportart einfach als dumm, einfältig oder gar, wie jemand, scheisse zu bezeichnen. Ein einfaches "ich verstehe es nicht" täte genügen. "Ich bin zu dumm dafür" muss es nicht sein. So präzise formuliert will ich das nicht wissen.

Aber das ist wohl genau das Problem. Den eigenen Unwillen das zu erforschen oder die Unfähigkeit das zu verstehen öffentlich eingestehen im Blog dafür wird der natürlich nicht geschrieben. Erstens hätte man nichts zu berichten und zweitens gäbe man halt vielleicht auch jenen Recht wenn man eingestehen müsste mit der Auswanderung wohl etwas die Realität aus den Augen verloren zu haben. Nein, da zieht man lieber Amerika etwas durch die Scheisse.

Last but not least frage ich mich dann jeweils wie das aber zuvor im eigenen Heimatland war. Was hat man damals eigentlich über die Ausländer gedacht welche schlecht über das geliebte Heimatland geredet haben? Wie schnell hat man denen dann gesagt: "Ihr wisst ja wo die Grenze ist!" Und wie wollt ihr denen begegnen wenn ihr wieder zurück geht in die Heimat?

Es gibt hier auch Dinge welche mir gegen den Strich gehen, so total gegen meine Erziehung sind und gegen gewisse Prinzipien verstossen. Letztendlich bin ich aber Gast in einem anderen Land und aus freiem Willen hier. Ich habe mir die Auswanderung zuvor reiflich und lange überlegt. Ich stelle die positiven Dinge in den Vordergrund und versuche was negativ ist zu ergründen und zu verstehen. Sollte ich letztendlich etwas dann doch nicht verstehen würde ich mir nie anmassen das oder Amerika und Amerikaner unisono als dumm, dämlich, idiotisch, schwachsinnig, gestört, krank und scheisse zu bezeichnen.

Für gewisse Menschen scheint letzteres aber kein Problem zu sein. Ich denke aber die werden auch nicht lange in Amerika bleiben und überleben. Sie werden irgendwann wieder zurückziehen in ihr Heimatland und dort weiter berichten wie schlecht dieses Amerika ist und dumm die Amerikaner sind. Ja nicht eingestehen, dass die Auswanderung falsch war und sie sich selbst überschätzt haben.

Und wenn wir schon dabei sind. Ich frage mich auch ob jemand ausser mir und Nicht Amerikaner überhaupt an etwas positivem über dieses Land interessiert ist. Vielleicht sollte ich den Blog hier etwas mehr negativ trimmen. Dann steigt wahrscheinlich auch die Statistik für die Besucherzahlen. Alles scheisse hier in Amerika.

Freitag, 12. September 2008

Schotten dicht!

So, ich mache hier langsam die Schotten dicht. Der Hurrikan Ike macht sich langsam bemerkbar. Die Ruhe vor dem Sturm ist bereits vorbei merke ich draussen auch wenn es noch gute 8 Stunden sein werden bis es hier richtig zur Sache geht. Bin gespannt was wir hier abkriegen.

Insgesamt sind wir in Austin aber sicher da wir genügend vom Meer entfernt sind was den Hurrikan ordentlich genug abschwächt. Zweitens wird gemäss Prognose das Zentrum auch mehr östlich an uns vorbei gehen. Die Vorhersage vor ein paar Tagen hatte uns noch direkt im Visier. Was die Meteorologen hier beunruhigt ist die Dimension--also Breite--von Ike.

Was hier vor allem verrückt spielt sind die Benzinpreise. Die Tankstellen Besitzer scheinen hier richtig greedy (gierig) zu sein. Eigentlich sollten die Preis fallen sind aber die ganze Woche stabil geblieben und heute haben sie teilweise stündlich die Preise gewechselt. Einer hat die Preise am Morgen als ich vorbei fuhr um 10 Cent/Gallone gesenkt. Am Abend war dann aber die Gallone sage und schreibe 30 Cent teurer an selber Stelle. Mein Tank sollte bis irgendwann Dienstag noch reichen. Hoffentlich haben die sich bis dann wieder beruhigt.

Ich werde mal versuchen morgen mit der Kamera die Stimmung einzufangen sofern da überhaupt was ordentliches zu sehen sprich zu fotografieren ist.

Update 8:30 am folgenden Morgen:
Tja, das wird wohl nichts. Der Hurrikan wird östlich an uns vorbeiziehen. Wir werden so wie die Meteorologen das voraussagen nicht einmal gross Regen abgekommen in unserem County.
NEXRAD Radar Bild von wunderground.com

Etwas anders sieht es um die Stadt Houston aus. Die scheinen die volle Packung ab bekommen zu haben und die ersten Berichte im Fernsehen geben erst einen Vorgeschmack auf was da passiert ist. Es war wohl nicht ganz soo schlimm aber nichtsdestotrotz scheinen die Schäden vielerorts immens zu sein.

Sonntag, 7. September 2008

Es herbstet

Der Herbst kommt langsam. Das merkt man hier zwar nicht am Wetter aber an ein paar anderen Dingen.

Seit letztem Wochenende hat die College Football Saison begonnen und heute geht es in der National Football League NFL richtig los. Bei der NASCAR beginnt ab nächster Woche the chase und im Baseball geht es langsam aber darum sich die letzten Plätze zu sichern für den Weg in die World Series welche dann im Oktober ihren ultimativen Höhepunkt haben. Der Slogan dort lautet nicht umsonst There is only one October (Es gibt nur einen Oktober).

Dann kommt morgen die neue Folge von Terminator: The Sarah Conner Chronicles. Da war ja lange ungewiss ob das vorgesetzt wird. Etwas das jedem Fan einer Serie blühen kann welche im Frühling zu Ende geht. Nicht immer wird das Ende geplant und entsprechend im Drehbuch berücksichtigt. So weit ich sehen kann sind alle meine Favoriten wieder am Start. Auch diejenigen welche das letzte Jahr neu gestartet wurden und immer sehr stark gefährdet sind abgesetzt zu werden.

Insgesamt heisst das natürlich alles Stress für mich. Ich muss da alles sehr genau planen damit ich auch ja nichts verpasse. Dem digitalen Videorecorder DVR sei Dank werde ich das aber wohl hoffentlich alles aufzeichnen können und dann anschauen wenn es passt. Wünscht mir Glück!

Vom Wetter her merken wir hier aber noch gar nichts. Es ist immer noch heiss und schön und erfahrungsgemäss wird das auch noch mindestens bis Ende September so weiter gehen. Im Oktober wird es dann langsam und merklich etwas kühler. Man kommt nicht mehr so schnell ins Schwitzen draussen.

Samstag, 6. September 2008

Texas Hill Country Winery Tour

Heute gab es mal was anderes als den normalen Samstag und Wochenende. Mein deutscher Amigo hier hat wie vor ein paar Wochen mit dem Ausflug ans Baseball Spiel in Houston wieder ein Angebot von seinem Apartment Community Entertainement Center--oder wie man das auch immer nennen will.

Dieses mal sind wir ins Hill Country und nach Fredericksburg, TX gefahren (worden) und konnten Weine probiert bei einigen vineyards. Dabei ist mir aufgefallen, dass es im Englischen ein paar verwirrende Begriffe dazu gibt. Letztendlich zwar logisch aber im ersten Moment halt ... verwirrend.

Winery und vineyard unterscheiden sich--irgendwie erstaunlich--mit dem V oder W am Anfang wobei sich beide jedoch auf wine (Wein) beziehen ... denkt man oder dachte zumindestens ich zuerst. Winery ist dabei die Weinerei wenn man das so direkt und einfach mal übersetzen will. Kommt also klar von wine. Der vineyard hingegen ist nicht einfach der Weinberg sondern ein Rebberg. Das Wort besteht aus vine + yard was im Englischen der Rebe und dem Garten (oder halt Berg) entspricht. Um es dann doch noch richtig komplizierter zu machen gibt es gemäss dictionary auch noch vinery was angeblich irgendwie dazwischen liegt aber näher beim vineyard als der winery.

Texas ist ja mittlerweile ein Geheimtipp was amerikanische Weine anbelangt. Das sagen sie zumindestens hier in der Gegend allerorts. Und was ich bisher sonst an Weinen aus Texas gekauft habe muss ich sagen hat es auch tatsächlich einige sehr angenehme Weine. Die meisten wineries und/oder vineyards sind so wie ich das beurteilen kann aber eher Mittel und kleinere Betriebe im Vergleich vielleicht zu den Kalifornischen und dort halt vor allem das ganze Napa Valley das mit seinem Namen natürlich viele Weine in die ganze Welt trägt. Es gibt hier in der Gegend einige Veranstalter habe ich festgestellt welche solche Touren organisieren. Wer als mal nach Central Texas kommt kann das auf seine to-do-list setzen. Sehr empfehlenswert.

So und nach dem Ausflug müsste ich wohl sogar noch ein oder zwei weitere auf meine Shopingliste nehmen.

Dienstag, 2. September 2008

Chillin' by pool

Habt ihr meinen neuen Blog schon ge-check-ed? Nein? Dann mal los und hier klicken.

Dieser Blog bleibt aber natürlich weiterhin bestehen auch wenn es im Moment gerade etwas ruhiger zu und her geht hier. Primär mein neues Spielzeug hält mich etwas vom Blog fern. Und entsprechenden Ideen.

Das Problem heutzutage beim Photographieren ist nicht so sehr das knipsen selbst. Das digitale Format macht alles etwas umständlicher. Eigentlich hat es bis dato ja immer geheissen, oder so zu mindestens ist die weitläufige Meinung, sollen einem Computer das Leben erleichtern. Tun sie im Endeffekt aber nicht. Auch schon festgestellt?

Ich habe mein Berufsleben als Bürogummi angefangen, also eine Berufslehre als Kaufmann. Da hat man brav in der Schule das Zehnfingersystem gelernt und einen Brief fehlerfrei zu tippen. Wer Glück hatte durfte das mit einer Kugelkopf von IBM machen oder sonst einem elektrischen Schreibgerät welches keine brachiale Finger Gewalt erforderte und die Hämmerchen verzwirbelte. Das mit dem Tippen für einen Brief ging mit der Zeit ruck-zuck. In 15-20 Minuten war so ein Briefchen fertig--manchmal mit Hilfe von etwas Tipp-Ex.

Aber heute? Du schreibst den selben Brief auch in 15-20 Minuten aber danch beginnst du Dank dem Computer das ganze umzuformatieren, neu zu gestalten und ganze Satzblöcke zu verschieben. Nach 2 Stunden, 35 Minuten und 14 Sekunden schaust du dir das dann befriedigt an und druckst es aus. WYSIWYG sei Dank kommt das auch so aus dem Drucker wie du es getippt hast. Aber dann beim durchlesen fällt dir ein kleiner Tipp Fehler auf den du beim 1,000 mal durchlesen am Bildschirm nicht gesehen hast. Beim korrigieren am Bildschirm machst du dann gleich auch sonst noch eine minimale Änderung. 12 Minuten und 53 Sekunden später bist du folglich bereit für den zweiten Ausdruck. Mit etwas Glück passt dann alles und der Brief kann versandt werden.

Zum Glück schreiben wir heute aber mehr Emails als Briefe. Da werden sogar Tipp Fehler erlaubt (so scheint es manchmal) und auch das mit dem formatieren nimmt man da nicht so genau. Handkehrum schreibt man das eine oder andere Email das man sonst wohl als Brief niemals geschrieben hätte. Und bekommt auch solche Emails die man ja lesen muss. Zeitersparnis ist das alles somit auch nicht. Vom aussortieren von all der Spam ganz zu schweigen.

Aber ich war ja beim Thema Kamera. Hatte man beim 35mm knipsen den Film gefüllt und zur Entwicklung abgeschickt war erst mal etwas Ruhe angesagt. Danach hatte man dann seine 36 (minus die 5 verzitterten) Bilder in der Hand und das war es dann auch schon fast.

Aber mit Digital, nein du! Da fängt das ganze erst so richtig an. Erstens, man macht sich über die Anzahl der Bilder schon gar keine Gedanken. Kostet ja nix! Solange der Speicher noch Platz bietet einfach mal drauflos geschossen. Was nicht gut ist kann man ja später löschen, oder? So weit so gut.

Wenn man dann aber mit der doch etwas kleinen Flut an Bildern vor dem Computer sitzt kann man die entweder ansehen und sagen ja das war's oder ... man geht in die Dunkelkammer.

Die Dunkelkammer hat sich früher sicher nicht gerade jeder Hobbyfotograf geleistet aber heutzutage mit Software ist das nicht mehr so ein grosses Problem. Da fängt der Spass und die Kreativität beim Fotografieren erst richtig an. Und wir sind damit da wo wir beim Briefe schreiben auch schon waren. Der Computer soll alles einfacher machen aber Zeitersparnis ist das letztendlich eigentlich nicht.

Heute ist mal nichts mit Fotos. Da muss ich wieder mal etwas ausspannen und geniessen. Die vergangenen zwei Wochen war es hier so richtig Hochsommer wie in der alten Heimat. Am Morgen schön, am Nachmittag bewölkt und dann je nach Zeit und Gegend wo das ganze gerade durchgezogen ist mit Blitz, Donner und Regen.

Jetzt ist das aber alles vorbei und es ist wieder richtig schön hier in Central Texas. Zeit also am Pool zu liegen und sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen. Zeit an nichts anderes zu denken. Wenn da nicht der Himmel wäre.

Während man dann so da liegt und in den Himmel blinzelt fallen einem die schönen Wolken auf und wie sich aus der Faulpelz Perspektive der Kandelaber mit der Lampe so schön vor den Himmel platziert.

Zum Glück habe ich meine kleine Coolpix mit an den Pool genommen. Das wollen wir doch gleich einmal festhalten.

Eines von den 25 Bildern wird dann letztendlich sicher ein gutes Motiv für den Blog abgeben und in der digitalen Dunkelkammer holen wir auch das besten aus den Pixeln raus.

Schön nicht?

Mittwoch, 27. August 2008

Es gibt was zu sehen

Eigentlich wollte ich noch ein paar Tage warten bis alles wirklich so fertig steht wie es sollte aber was solls. Ich kann nicht mehr länger zuwarten.

Ich habe einen zweiten, neuen Blog eröffnet. Das neue Spielzeug hat mich dazu verleitet. Ich habe mich gefragt was mache ich mit all den Bildern und vor allem was mache ich mit der alten kleinen Nikon Coolpix S1 point-and-shoot Kamera.

Letztere macht eigentlich als 5 Megapixel Kamera ganz ordentliche Bilder ist handlich und kann man locker überall mit hinnehmen. Es soll angeblich und mittlerweile sogar cell phones (Handys) geben welche auch Fotos machen können und sogar Telefondienste in selbigem welche es einem erlauben diese Bilder anschliessen auch gleich online zu stellen. Aber so etwas ist zu simple für mich ... das Konzept so in etwa will ich aber doch übernehmen.

Damit meine alte Kamera also nicht einrostet habe ich beschlossen mit der täglich Bilder zu schiessen. Mindestens ein Bild, wenn es den mehrere werden, wird auf diesen anderen Blog gelinkt und kurz kommentiert. Ab und an kann es aber natürlich auch von der anderen Kamera sein. So genau werde ich das dann nicht nehmen. Jener Blog wird allerdings im Gegensatz zu diesem Blog in Englisch geschrieben sein.

Eine weitere Besonderheit welche ich in jenem Blog nun begonnen habe ist folgende. Der Beginn ist nicht heute sondern im Frühjahr 2006. Da hatte ich ein paar wenige Bilder einer anderen Kamera und ab Mai in jenem Jahre dann diese Coolpix. Insgesamt deckt das aber den Zeitraum seit meiner Auswanderung nach Amerika ab.

Ich habe nun von den Tagen an welchen ich etwas geknipst habe ein Bild aus dem Archiv heraus gesucht, mit der Photosoftware noch etwas überarbeitet und nun im Internet abgelegt.

Die folgenden Tag werde ich nun täglich ca. zwei Tage resp. Bilder kommentieren und aktivieren. In etwa drei Monaten sollte ich dann up-to-date sein. Ab dann gibt es dann nur noch ein Bild pro Tag. Das dann aber hoffentlich immer weiter und bis in alle Ewigkeit. Mal schauen!

Zum neuen Blog geht es hier lang und ist neu nun auch in meiner Blogroll als Ri-cola zu finden.

Dienstag, 26. August 2008

Preissturz

Die Benzin Preise sind in den vergangenen paar Wochen unglaublich in die Tiefe gerutscht. Wäre das sonst was an der Börse würde wohl immense Panik ausbrechen.

Man ist fast verleitet zu sagen es ist wieder richtig billig. Dabei ist es immer noch gut ein Dollar/Gallone entfernt vom tiefsten Wert welchen ich in den vergangenen gut zwei Jahren hier getankt habe. Aber so nette 50 Cents/Gallone sind doch ein ordentlicher Sturz in gut zwei Wochen.

Während einigen Tagen um das letzte Wochenende kam ich kaum nach mit den Preisen ablesen. Da haben sich die Tankstellen wohl einen Preiskampf geleistet untereinander und zeitweise wohl täglich zweimal die Preis angepasst.

An einer Tanke habe ich nach dem 12 Cent Preissturz gegenüber dem Vortag voll getankt und musste am nächsten Tag dann wiederum feststellen, dass ich gleich nochmals 6 Cent an gleicher Stelle hatte einsparen können. Mittlerweile sind es alleine dort auch schon wieder 8 Cent weniger.

Bei einem 20 Gallonen Tank sind das mittlerweile nette 10 Dollar welche man weniger bezahlt pro Füllung. Da kann man sich gleich wieder einen Grande Caramel Frappucino plus ein Cookie bei Starbucks leisten. Das tut doch der Seele und der Wirtschaft gut, oder?

Montag, 25. August 2008

Wer blogt was

Ich habe soeben wieder einen witzigen Blog von jemand entdeckt. Was mich auch daran erinnert hat, dass ich meine Blogroll wieder einmal aufräumen sollte.

Einige dieser Blogger sind eingeschlafen und liefern nichts oder selten mehr intelligentes neues und bei einigen anderen Blogs lese ich gerne mit habe aber noch keinen Link gesetzt. Vor allem habe ich auch einige Blogs gefunden über das Leben in die andere Richtung, also Amerikaner in der Schweiz oder auch Deutschland. Plus zu Themen welche überhaupt nicht mit Auswandern zu tun haben. Schaut daher auch mal rein bei meinen lieben Blogger Freunden in der neuen Blogroll (Blog-Liste) neben an. Ich habe sie auch zweimal gesetzt und unterteilt für Blogs in Deutsch und solche in Englisch. Einer oder zwei Mischen zwar manchmal die Sprache--aber das ist nicht mein Problem.

In einem dieser "neuen" Blogs habe ich beim Nachlesen in seiner Vergangenheit einen Eintrag zur Euro 08 gefunden und dabei kam ich etwas ins grübeln.

War da nicht Euro? Genau da war doch kürzlich die Euro in der Schweiz und Österreich. Die Schweiz kann ich mich erinnern kam nicht sehr weit und da war doch so viel Regen. Die Boston Red Sox gewannen die World Series. Die New York Giants gewannen überraschend die Super Bowl; das zum Leidwesen der New England Patriots. Dann waren doch auch noch in der gleichen Ecke dort oben die Boston Celtics im NBA Final. Aber wer gewann nochmals die Euro??? Deutschland??? Oder war da nicht Spanien??? Ich müsste ehrlich erst googlen. Keine Ahnung mehr.

Entweder werde ich langsam alt oder amerikanisch.

Freitag, 22. August 2008

Alles Sch#@$$e

Da haben wir doch immer so schönes Wetter hier in Central Texas und nun da ich mir mein neues Spielzeug besorgt habe ist der Himmel meistens wolkenverhangen und regnen tut es auch fast täglich mindestens einmal. Einige sagen ja es ist much needed. But I don't care. But nowbody listens.

Ich habe aber doch wenigstens ein paar Aufnahmen machen können und so die Kamera etwas ausprobieren können. Spiegelreflex in Digital, ich kann es nur so sagen, ist echt geil! Meine Coolpix S1 point-and-shoot camera mit der ich bis dato eigentlich sehr zufrieden war kann ich wohl gleich in den Eimer schmeissen. Ich kann sie zwar locker an den Gürtel schnallen und habe sie somit immer mit dabei, aber ... es ist vom Ergebnis her einfach nicht mehr befriedigend.

Zweitens, und das ist das andere Ding nun mit meinem neuen Spielzeug, braucht es natürlich neue Software. Was früher die Dunkelkammer war (welche ich sehnlichst immer wollte aber mir nie geleistet habe) ist heute gute Software. Das Kamera Paket bringt meistens zwar einiges mit aber wenn man das Beste aus seinen Bildern heraus holen will braucht es anderes Werkzeug.

Das offensichtlich beste Spielzeug Werkzeug in Sachen Fotobearbeitungssoftware ist wohl Photoshop von Adobe. Ich habe mir mal die Trial Version heruntergeladen und nun 30 Tage Zeit damit rum zu wurschteln. Ich bin im Moment gerade etwas überfordert überwältigt von all den Möglichkeiten welche dieses Paket bietet. Aber mit dem was ich bis dato gemacht habe bin ich schon sehr zufrieden. Ich werde an Adobe wohl nach 30 Tagen die gut $600 fork over (rüberschieben) müssen. Auch wenn ich in dem Paket unzählige Möglichkeiten habe welche ich nie im Leben verstehen brauchen werden -- die andere Software befriedigt einfach auch nicht mehr.

Dann muss man solche Software auch noch neu lernen und hat so den einen oder anderen Stolperstein im Wege. Heute morgen hatten wir endlich wieder einmal einen Sonnenaufgang und ich die neue Kamera dabei. Leider hatte ich bei den ersten zwei oder drei Bildern den Fokus nicht richtig gesetzt. Aber mit Digital ja kein Problem ... das kann man löschen ... kein Filmmaterial verschwendet. Zuhause nun in der Vorschau und Grossansicht auf dem Bildschirm hatte ich beschlossen, dass diese ersten zwei Bilder nun wirklich nichts für die Ewigkeit sind. Ergo, Bilder markieren und löschen bevor ich die überhaupt auf den Computer transferiere. Sie sind nun auch gelöscht, für alle Ewigkeit. Leider aber auch die restlichen 20-30 Bilder welche -- wahrscheinlich -- sentationell waren. Wir wissen das nun natürlich nicht mehr. Die Software hat unter markieren wohl etwas anderes verstanden als ich. Scheiss Software!

Man fühlt sich so leer, hohl, verlassen und einsam in solchen Moment. Der Kopf wird schwer und man lässt ihn leise und sanft auf die Tischplatte sinken. Man sitzt dann so da, eine Minute lang. Ruhig. Leise. Man versucht was soeben war sogleich zu vergessen. Einfach nicht mehr daran denken. Ganz ruhig atmen. Der nächste Sonnenaufgang kommt bestimmt. Und er wird genau so schön und fotogen sein.

Erst hat es dafür am Nachmittag gleich nochmals kurz geregnet. Da macht man dann halt das beste daraus und schiesst wenigstens ein paar Bilder vom Regen. Respektive was davon die Dachrinne herunter kommt.

Und mit Sonnenuntergang, so wie es ausschaut, ist heute auch nix. Sch#@$e!

Nachtrag: Ah, whatta ya know? Einen Sonnenuntergang gab es tatsächlich nicht ... wie erwartet. Aber einige Minuten später hat die Sonne hinter dem Horizont wohl ein Loch gefunden und seine Strahlen da hindurch geschossen und die Wolken am Himmel über Texas erleuchtet. Und ich hatte zum Glück meine Kamera mitgenommen zum Gassi gehen mit Lucky. Man weiss ja nie. Also doch noch ein versöhnlicher Abschluss für den heutigen Tag.

Samstag, 16. August 2008

Spielzeug

Ich habe ein neues Spielzeug. Nein, nicht der Hund -- den hab ich ja schon lange. Eine neue Kamera. Musste doch gleich einmal ausprobiert werden und da kommt mir Lucky als Modell natürlich sehr gelegen. Vor allem wenn er dann auch noch so schön ruhig und treuherzig in die Kamera blickt.
Ich schmelze gleich dahin bei dem Anblick.

Dienstag, 12. August 2008

How ya doin'

Ich habe sonst schon genug TV Serien und Filme die ich im Fernsehen anschauen muss und die Fall Season steht auch schon vor der Tür. Ganz zu schweigen von all den DVDs mit aktuellen Serien welche ich gekauft habe und endlich Aufarbeiten muss. Und davon dann auch noch die neuesten seasons (Staffeln) zu kaufen sobald sie erhältlich sind.

Dann noch eine ganzen Horde von alten Serien speziell der 90er Jahre. Diese würde ich eigentlich auch noch gerne wieder einmal sehen. Von denen werde ich mir aber nun wirklich nicht auch noch die DVDs anschaffen. Sorry, Al Bundy. You're my hero but I have to draw a line.

Genau da kommt mir doch im office hier von einem lieben Mitarbeiter die avi-files auf einem File Server in die Quere mit den ersten paar seasons von The Sopranos (mehr zu den Sopranos bei serienjunkies.de).

Diese TV Serie war ein grosser Erfolg und auch ein riesiges Thema in den Medien als ich 2006 ankam in Amerika. Die Serie wurde bei HBO produziert und ausgestrahlt; ein Bezahlsender welchen ich damals nicht empfangen konnten und auch heute noch nicht abonniert habe -- und wenn auch. Die Serie wurde seit 1999 produziert und im letzten Jahr 2007 beendet.

Natürlich konnte ich nicht widerstehen weil ich über die Serie so viel gehört habe und habe mal rein geschnuppert. Nachdem ich nun die ersten paar Folgen gesehen habe bin ich total fasziniert von der Serie. Im Herbst kommt offensichtlich eine Collection Box von HBO heraus mit allen Staffeln. Da werde ich wohl nicht widerstehen können zumal von den files auch nicht alle seasons komplett sind.

Ich habe mich dann gewundert, weshalb mir die Serie in der alten Heimat nie aufgefallen ist. Nie etwas gehört oder gelesen davon. Nach etwas Recherche im Internet musste ich feststellen, dass die paar deutschsprachigen Sender welche die Serie tatsächlich übernommen haben diese auch wieder an welchen unmöglichen Sende Tagen und Zeiten ausgestrahlt haben. Ich verstehe das einfach nicht. Logischerweise (???) haben sie sich dann über die Zuschauerzahlen gewundert und die Serie abgesetzt. Den Rest hat sich dann angeblich Premiere gesichert.

Warum die Serie in der alten Heimat kein Anklang fand, darüber lässt sich -- nebst den Sendezeiten und Premiere -- nur spekulieren. Ist das Alltagsleben der Mafioso in Amerika für Europäer nicht interessant? Oder war das vielleicht sogar zu wenig spektakulär präsentiert? Auf jeden Fall lässt sich auch wieder einmal mehr vieles nicht so souverän ins Deutsche übersetzen. Allein die Sprache, der Dialekt oder die Betonung in der Aussprache, hat so etwas spezielles. Das so Panettone-weiche How ya doin' der Mafioso kann man einfach nicht gerecht übersetzen und synchronisieren.

Und jetzt entschuldigt mich, ich muss mir nun die nächste Folge anschauen.

Samstag, 2. August 2008

Astro(s)nomisch

Irgendwann musste es wohl einfach geschehen. Mein erstes Baseball Spiel in der Major League. Als Zuschauer natürlich.

Mein German Amigo Torsten hat uns zwei bei seiner Apartment Community angemeldet. Die organisieren offensichtlich immer wieder irgend welche Veranstaltungen für ihre Bewohner. Ist auch kein Wunder wenn man da vor Ort ist; das ist ein richtig kleines Dorf. Suburbia halt -- wer sich zu suburbs erst schlau machen muss kann hier Teil 1 und hier Teil 2 nachlesen.

Für diesen Samstag haben sie einen Reisebus gemietet und damit fahren sie uns direkt vor das Stadion in Houston und danach natürlich wieder zurück. Das ganze für $90, Ticket inklusive. Nicht schlecht, oder?

Distanz mässig sind das gute 160 Meilen (270 km) oder knappe 3 Stunden. Die Fahrt nach Houston ist insofern noch recht interessant weil man sich bewusst wird was da ab Austin und bis Houston eigentlich ist. Es ist wohl sicher nicht nichts ... aber irgendwie eben doch. Nichts!

Entlang von Highways und Interstates ist schon immer irgendwie etwas. Man will ja mit den Reisenden Geschäfte machen. Das Land entlang dieser Highways ist sicher auch günstig und mancher versucht daher wohl sein Glück mit seinem Geschäft.

Der erste Abschnitt auf dem Weg nach Houston ist auf dem Texas State Highway 71. Da hat es gerade mal drei kleine Ortschaften etwas abseits des Highway welche man erwähnen kann. Erst Bastrop, dann Smithville plus noch La Grange.

Wer hier nun die Augenbrauen hochzieht und sich fragt "La Grange, das kommt mir doch irgendwie bekannt vor?" liegt richtig wenn er an die Bluesrock Gruppe ZZ Top denkt. Bei ihrem damaligen Lied La Grange geht es um ein Bordell, die Chicken Ranche, welches vor den Toren dieser Stadt existierte von 1844 bis 1973. Zu dieser Hühner Farm und dem Lied von ZZ Top gibt es auch eine Huhn und Ei Frage. Das Lied wurde 1973 publiziert und es gibt deshalb etwas widersprüchliche Kommentare im Internet. Die einen meinen das Lied habe zur Schliessung beigetragen und die anderen, dass die Schliessung die Basis zum Lied war. Weiter wollen einige das Lied auch als Inspiration sehen für das Broadway Musical "The Best Little Whorehouse in Texas". Ich denke wohl eher nicht aber das Bordell selbst diente tatsächlich als Vorlage. Das Musical wurde übrigens Anfang der 1980er Jahre verfilmt mit Burt Reynolds und Dolly Pardon in den Hauptrollen.

Irgendwann auf halber Distanz kommt man dann auf den Interstate 10 und auf diesem bis hinein nach Houston gibt es keine nennenswerte Siedlung mehr.

Insgesamt gibt es einiges so am Strassenrand zu sehen wo man gerne mal anhalten und vor allem die Kamera zücken will. Irgendwann werde ich mal diese Strecke entlang fahren mit dem einzigen Ziel Bilder zu knipsen. Aber heute gehen wir erst einmal zum Baseball Spiel in Houston.

Das Baseball Team in Houston nennt sich Astros -- seit 1965. Gegründet wurde das Team allerdings schon 1962 nannte sich aber noch Houston Colt .45s. Der neue Name Astros ist eine Referenz an das Raumfahrt Programm der NASA und natürlich das Kontrollzentrum vor Ort. Kennen wir ja alle seit Apollo 13: "Houston, we have a problem!"

Der ballpark (wie man ein Baseball Stadion nennt) befindet sich fast mitten im Zentrum. Der ballpark wurde 2000 eröffnet und steht auf dem Areal einer ehemaligen Eisenbahn Station. Houston war zu Beginn des letzten Jahrhunderts eine richtige Eisenbahn Stadt. Eisenbahn Linien und Züge aus allen Richtungen sind von und nach Houston gefahren. Da haben die deutschen Einwanderer auf dem Weg nach Fredericksburg wohl noch nach Hause geschrieben, dass sie mit dem Dampfross gereist sind. Gewisse Elemente beim Stadion sind angeblich sogar noch von früher und auch sonst sollen einige Dinge an diese alte und vergangene Zeit erinnern.

Eine weitere Besonderheit des Stadions ist das Dach welches sich schliessen lässt so dass das Stadion klimatisiert werden kann. Und es war wirklich sehr angenehm.Die Region um Houston hat das kleine Problem, dass es im Sommer nicht nur brutal heiss wird sondern zusätzlich auch noch tropisch feucht. Im Foto nebenan das von ballbarks.com stammt, sieht man das offenen Dach und auch die Fassade welche an eine Eisenbahn Station erinnert. Oder sogar von der alten Station ist.

Wie so üblich hat man für das Stadion auch das Namensrecht an eine Firma verkauft. Die Firma Enron *hust* hat sich damals für mehr als $100 Millionen die Rechte auf 30 Jahre hinaus gesichert. Dass das dann alles etwas anders geendet hat mit dieser Firma wissen wir ja mittlerweile. Das Stadion nannte sich darauf kurze Zeit einfach Astros Field bis man später mit Minute Maid einen neuen Sponsor hatte. Die Firma Minute Maid ist auch in Houston beheimatet, gehört zum Coca Cola Konzern und ist hauptsächlich für Fruchtsäfte bekannt. Das Stadion ist nun folglich als Minute Maid Park bekannt.

Das Spiel heute war gegen die New York Mets. Zu Beginn hat es nicht sehr gut ausgesehen für die Astros; sie sind schon sehr früh mit 4-0 in Rückstand geraten. Das will im Baseball aber noch gar nichts heissen, da können die Punkte sehr schnell kommen. Und tatsächlich fast ganz am Schluss kamen die Astros plötzlich zu ausgezeichneten Möglichkeiten und auch Punkten. Im letzten inning erzielten sie sogar noch den Ausgleich womit die Entscheidung in weiteren innings fallen musste.

In dieser Verlängerung und bereits ersten inning kam es noch besser. Nach dem der pitcher der Mets sehr schnell zwei Spieler der Astros auf die bases ziehen lassen musste kam es für ihn noch schlimmer. Auch die dritte base wurde wegen einem walk besetzt. Und es kam noch schlimmer. Der pitcher geriet 3-2 in Rückstand. Das sind 3 balls und 2 strikes. Ein Wurf mehr der als (vierter) ball gewertet wird und der Spieler kann los marschieren zur 1st base. Da alle bases loaded, d.h. besetzt sind schliessen alle auf und somit darf der auf 3rd base sorgenfrei nach Hause trotten -- 1 Punkt. Der pitcher muss also unter allen Umständen einen strike werfen. Denn im Falle von diesem extra inning und dem Heimteam ist das gleichzeitig auch der Sieg. Die anderen können nur noch die Köpfe hängen lassen und traurig zum Ausgang schreiten. Spieler wie Fans!

Das sind die Momente wo ein Stadion auflebt und die Zuschauer in Extase geraten; egal auf welches Team man setzt. Und sofern die das Spiel verstehen. Die einen als Verteidiger wollen, dass der pitcher sich mit einem gewaltigen Würfen aus dieser Situation befreit und die anderen als Angreifer, dass ihr Mann mit dem bat den Ball weit ins outfield drischt und mindestens einer der drei base runners nach Hause kommt.

Langer Rede kurzer Sinn, unser Mann hat den Ball zwar nicht weit aber doch schwierig kontrollierbar für die Mets ins Feld hinaus geschlagen. Der runner auf der 3rd base, Lance Berkman, konnte problemlos nach Hause rennen und damit war das Spiel gewonnen. Bei diesem letzten Spielzug habe ich bei meiner kleinen Coolpix Camera auf Film umgestellt und das ganze aufgenommen. Leider ist die Auflösung mehr als dürftig und man erkennt die Details nur wenn man weiss wo hinschauen aber die Stimmung kommt vielleicht doch etwas durch.


Ein genialer Tag hatte somit einen tollen Höhepunkt. Einige im Bus waren vielleicht nicht ganz so glücklich da sie Mets Fans waren aber ich fand es toll. Auf jeden Fall hat es Lust auf mehr gemacht. Nur schade, dass ich vergessen habe, dass Spiel im Fernsehen aufzunehmen.

Freitag, 1. August 2008

Bang!

Amerikanische Zeitung haben etwas das es in der alten Heimat nur in ganz ganz kleiner Variante auch gibt. Gemeint sind comic strips, diese gezeichneten kleinen Geschichten mit Humor. Im Deutschen gibt es dafür glaube ich nicht einmal einen eigenen Namen. Das strip in comic strip(s) bedeutet nämlich auch noch, dass es sich um einen Streifen handelt. Also nicht zu verwechseln mit einem ganzen Comic Heft.

Diese Comic Streifen sind meistens drei oder vier Bilder in einer Folge und erscheinen täglich in den meisten amerikanischen Tageszeitungen in einer Doppelseite. Das sind dann mal locker so um die 20 verschiedene strips. Diese Seiten werden meistens als funny pages (lustige Seiten) bezeichnet oder auch abgekürzt einfach die funnies. Am Sonntag gibt es dazu meistens eine längere Geschichte und separate Beilage. Diese Geschichten werden dann meistens auch in Farbe gedruckt.

Nebst den Klassikern wie Garfield, Dilbert, Hagar The Horrible und natürlich (immer noch obwohl offiziell eingestellt) den Peanuts habe ich einen weiteren Liebling -- Pickles.

Bei Pickles geht es hauptsächlich um ein pensioniertes Ehepaar, Earl (er) and Opal (sie). Die Geschichten gehen sehr einfach darum wie sie die Welt sehen und meistern. Der strip von heute hat mich wieder einmal fast unter den Tisch geworfen.
Pickles

Wer nun auch seine tägliche Dossis Pickles braucht kann das auch online mit folgendem Link tun -- Pickles at comics.com. Die Website comics.com hat im übrigen auch eine riesige Auswahl an anderen Comic strips und wie sie tag-täglich in den amerikanischen Zeitungen zu lesen sind.

Viel Spass also beim rumzappen und lesen. Und nicht zu laut lachen während der Arbeit!

Samstag, 26. Juli 2008

Hello Dolly

Nein, nicht das Schaf Dolly und auch nicht die Sängerin Dolly Pardon, der Hurrikan Dolly war in Texas zu Besuch in dieser Woche.

Mitte letzte Woche kam der erste grosse Sturm seit langem wieder einmal auf eine amerikanische Küste zu. Und dann eben auch noch gleich Texas. Von Austin aus mit erlebt ist das aber etwa so weit weg wie in der alten Heimat von zu Hause aus die französische Riviera. Obwohl die letzten Ausläufer ganz am Rande dann doch noch etwas Regen zu uns gebracht haben.

Am Mittwoch Nachmittag gab es so langsam einige grössere Wolken am Himmel zu sehen welche aber noch kaum Niederschlag brachten. Das gab höchstens ein schönes Bild für meine Kamera ... für euch ... von meinem Balkon. Wie von der Wettervorhersage verkündet gab es dafür am nächsten Tag am Donnerstag etwas dringend ersehntes Wasser vom Himmel.

Man spricht hier im Moment doch eher von einer Trockenheit. Mit anderen Worten es hat schon lange nicht mehr so richtig ausgiebig geregnet. Was dann am Donnerstag runter kam vom Himmel war ein netter Sommer Regen aber letztendlich wohl doch auch nur ein sprichwörtlicher Tropfen auf den heissen Stein.

Das eindrücklichste war ein Blitz und Donnerschlag wie ich das noch selten so nah erlebt hatte. Eigentlich in dem Moment als ich durchs Fenster die Erhellung durch den Blitz wahrnahm hat es auch schon gerumpelt und gekracht. Bei mir gleich um die Ecke auf dem Hügel hat es mittlerweile um die drei grosse Antennen Anlagen. Es würde mich nicht wundern wenn es da bei einer davon eingeschlagen hat. Allfällige Bewohner in den Wohnanlagen dort oben müssten noch mehr erschrocken sein.

Am Freitag war dann für uns auch schon wieder alles vorbei und wir haben wieder -- fast wie immer -- lauter blauer Himmel.

Und was habe ich dann wohl am Samstag (wieder) gemacht? Genau, da ging ich mit Lucky (wieder) an den See. Da durfte er freudig rumplantschen und versuchen Wasser zu fangen.

Mit den Pfoten klatscht er aufs Wasser und mit dem Maul versucht er dann irgendwie diese aufspritzenden Phontänen zu schnappen.

Es ist mir bis heute ein Rätsel ob er das absichtlich macht und liebt oder ob es ihn nervt und an den Rand der Verzweiflung bringt. Es ist wirklich schwer zu verstehen weshalb er das jedesmal mit unheimlicher Energie den ganzen Tag lang machen kann. Manchmal gäbe ich eine Million für seine Gedanken. Wenn ich sie den hätte -- die Million. Und er überhaupt Gedanken.

Selbst hier gäbe ich einiges für seine Gedanken -- und eben, sofern da welche wären. Wer weiss das schon.

Auch dieses Mal habe ich ihm mit dem Badetuch etwas Schutz vor der Sonne geboten. Und mir natürlich einen Spass dabei gemacht für dieses Foto. Letzte Woche war es noch zufällig, dieses mal reine Absicht. Aber er nahm es unheimlich gelassen. Wir kennen uns ja mittlerweile.

Dieses mal erinnert er mich irgendwie an Obi Wan Kenobi aus Star Wars. Ich nenne Lucky hiermit ehrfürchtig Obi Wan Medogi (Medogi = My doggy).

May the force be with you!

Samstag, 19. Juli 2008

A Day At The Lake

Heute waren wir am See und Lucky hat sich natürlich wie üblich begeistert in die Wogen gestürzt. In den Pausen habe ich ihm dann mit meinem Badetuch etwas Schutz vor der brütenden Sonne geboten.

Wenn er nun kein Männchen wäre könnte man meinen er sei Mutter Teresa. Oder wenn wir nicht in Amerika wären wo man Winnetou oder Old Shatterhand vorfinden sollte, dass er Kara Ben Nemsi ist.

Oder dann halt einfach ein Hund der mich immer wieder einmal zum Lachen bringt. Und bei diesem Bild kann ich einfach nicht anders.

Er hat sich dann anschliessend auf Beobachtungsposten gesetzt und das treiben am See verfolgt. Genau in seinem Visier sieht man, dass er vor allem natürlich den Hund von einem Kollegen beobachtet. Das Badetuch hängt nun lässig über den Schultern. Nun haben wir ihn also mehr auf Poncho Style. Oder Clint Eastwood mässig -- The dog with no name in his latest adventure: For a pawfull of bones.

Eigentlich wartet er nur auf ein Zeichen von mir, so etwas wie ein Zucken in meinem kleinen Zehen, dass er wieder ins Wasser darf. Und kurze Zeit später durfte er dann auch wieder herum plantschen. Vor allem weil ich selbst auch wieder eine Abkühlung nötig hatte.

Der Tag war, wie fast immer eigentlich, traumhaft. Die Temperatur am Nachmittag wieder knapp an die 100 °F (~38 °C). Bei der hier üblich tiefen Luftfeuchtigkeit aber durchaus erträglich. Das Wasser wiederum war leider fast etwas zu warm und bot kaum wirklich Abkühlung.

Die Wolken welche wie Watte am Himmel hängen sind an Tagen wie diesem für mich typisch Amerika. Ich habe diese Formen an vielen Orten in Amerika in Erinnerung. In der alten Heimat gibt es die wohl so selten, dass ich behaupte die gibt es nur in Amerika.

Irgendwie wusste ich schon lange, dass es hier am Lake Travis einige schöne Ecken gibt an denen ich auch mit dem Hund hin gehen kann. Grosse Bereiche des Sees sind aber kaum zugänglich, dass heisst bewaldet oder zu steil. Ein grosser Teil der Zugänge ist dann natürlich wiederum privat. Dann gibt es aber einige der Travis County Parks welche fast während dem ganzen Jahr einen Eintritt verlangen. Das hat mich bei einigen Erkundigungen als ich damals ankam vorerst abgehalten da ich das dann schon etwas planen wollte. Ich zahle doch nicht Eintritt um kurz zu schnuppern und gehe dann wieder. Aber richtig geplant habe ich es dann leider nie.

Es brauchte folglich wieder einmal den leichten Tritt in den Hintern aus einer anderen Ecke. Der Ausflug an den See kam durch eine Anregung im Office zu stand. Ich habe das dafür gleich zum Anlass genommen um mir eine annual permit zu beschaffen. Nun hält mich nichts mehr ab und fern vom Wasser. Während den nächsten 12 Monaten kann ich nun unbeschränkt in die Parks am See. Am nächsten Wochenende geht es dann gleich wieder ans Wasser. Lucky wird es mit Sicherheit freuen. Irgendwie tut er mir nun fast Leid, dass ich ihm das die letzten zwei Jahre eigentlich vorenthalten habe.

Im Park wo wir hier waren kann man sogar gegen eine zusätzliche Gebühr sein Zelt aufschlagen und übernachten. Das wäre der nächste Plan. Mal schauen ob ich das noch dieses Jahr hinkriege und Lucky das mit erleben darf.

Ob das für ihn und mich dann aber so entspannend wird mit all den nächtlichen Geräuschen im Freien weiss ich aber noch nicht. Rehe spazieren da sowieso mit 100%-iger Garantie umher und Armadillo wie Opossum tatzeln hier auch dauernd durch die Gegend. Und coyotes sind dann natürlich sicher auch noch irgendwo auf der Streife.

Freitag, 11. Juli 2008

Vorspiel, Höhepunkt und Lust auf mehr

Ein richtig anregender Titel nicht? Er hätte aber genau so gut lauten können: "Why we really don't care". Ihr ahnte es nun vielleicht, es geht wieder oder noch einmal um das Thema Soccer und die Liebe der Amerikaner zu diesem Sport. Inspiriert hat mich die vergangene Euro08 und ein Kommentar der mir irgendwie immer noch im Hinterkopf herum spukt und dem ich eine Antwort schulde. Und den Spuk will ich mal los werden. Im besagten Kommentar werden zwei weitere Theorien vorgestellt warum Amerikaner so ein klitze kleines Problem haben mit Soccer.

Wir beginnen erst mit Theorie #2:
Soccer hat ein Problem wegen den Labbershorts (auf gut Deutsch übersetzt - Frauen und ihr Faible für nackige knackige Hintern). Ich finde den Aspekt interessant und richtig aber aus einem komplett anderen Grund als die Labbershorts. Vergleichen wir die vier grossen Sportarten in Amerika (Baseball, American Football, Basketball und Icehockey). Als erstes gleich vorneweg -- es gibt Konkurrenz zu soccer und der Rest der Welt hat nichts! Aber zurück zu den Labbershorts. Davon vermag eigentlich nur gerade American Football bekleidungs-technisch unter diesem Aspekt zu überzeugen. Gleichzeitig sind dort aber auch die meisten Spieler mit Übergewicht zu finden was, meiner bescheidenen Meinung nach, wieder kontraproduktiv wirkt. Im weiteren stellt Basketball die Labbershorts beim Soccer ins Abseits. Diese Labbershorts sind folglich eine Mode Wendung die nicht nur auf Soccer beschränkt ist und wenn ich alte Bilder oder Filme von Basketball wie auch Soccer ansehe finde ich sind die neuen Shorts ästhetisch sogar ein Gewinn. Wobei, woher soll ich das wissen, ich schau den Männern beim Spiel nicht auf den Hintern. Anyways!

Ein ganz anderer aber nicht so ferner Gedanke zwängte sich mir auf. Kommen wir nochmals zurück auf American Football aber nicht wegen den engen Shorts. Nur schon wenn die Spieler aus den Katakomben aufs Spielfeld stürmen: American Football ist Testosteron pur! Muskel bepackte Männer welche sich auf heroische Art und ohne Furcht und Tadel auf dem Spielfeld dem Gegner stellen. Das ist was anders als solch schmächtige Fussballtreter welche bei der kleinsten Berührung schreiend und wimmern sich auf dem Boden wälzen. Es ist nun schwer für mich zu entscheiden was aufregender auf Frauen wirkt aber als Mann muss ich mich für diese Heulsausen im Fussball einfach schämen. Beim American Football schrei ich jedoch ein zehnfaches "in die Schlacht meine Freunde" wenn es an die Line of scrimmage geht. Da schiesst Adrenalin und das Blut kommt in Wallung. Ach weh, es wird Zeit das der September kommt.

Selbst bei Basketball, Baseball und natürlich Icehockey ist mehr Kraft und Energie ersichtlich womit sich, denke ich, der amerikanische Mann mehr identifizieren kann als den Weicheiern auf dem pitch. Ich kann das mittlerweile auch und ganz ehrlich, ich glaub die amerikanischen Frauen stehen da auch mehr drauf. Der modische Aspekt mit den engen Hosen und dem Blick auf den knackigen Hintern gilt nur als Ablenkung für deren eigentliches Motiv. Die wollen Männer die zupacken können. Yeah Baby!

Kommen wir nun noch zu Theorie #1:
Die Möglichkeit, dass ein Spiel unentschieden enden kann geht gegen die ehrgeizige Natur des Amerikaners. Hmm, oder sind es doch die 90 Minuten Langeweile bevor am Schluss ein Unentschieden resultiert? Wer weiss? Was ich aber immer schlecht fand ist, wenn solch ein Unentschieden in der Liga sogar den Titelgewinn sichert noch vor dem Ende der kompletten Saison und im Falle von einem Turnier genügt in die nächste Runde zu kommen. Und dabei kam mir etwas in den Sinn was ich in früheren Berichten zum Thema Soccer in Amerika komplett unterschlagen habe. Die Playoffs!

Sämtliche vier grossen Sportarten feiern ihren Höhepunkt jährlich in einem grossen Finale. Selbst in der alten Heimat sind die Begriffe bekannt: World Series, Super Bowl oder Stanley Cup. Nur Basketball fällt dabei etwas ab und hat einen schlichten Titel, die NBA Finals. Fussball in Europa hat zwar die Champions League und den geschmähten UEFA Cup aber die sind im Vergleich noch jung und vor allem halt auf Europa beschränkt. Für Amerikaner örtlich und daher auch zeitlich zu weit weg um sich richtig damit identifizieren zu können, obschon die Spiele im Fernsehen gezeigt werden. Eben so die Fussball WM oder auch die Euro. Ein grosses Manko hier, dass die auch nur alle 4 Jahre statt finden. Dem Amerikaner ist dieser Turnus Entwöhnung was dem Rest der Welt Entzug ist.

Die Eishockey WM um das Thema Weltmeisterschaften noch zu komplettieren hat ein ähnliches Dilemma. Die findet zwar jährlich statt aber mehrheitlich in Europa und zum Zeitpunkt wenn die Playoffs in der NHL kurz vor dem Höhepunkt sind und da kommt ein interruptus natürlich gar nicht in Frage. Sogar dieses Jahr in Kanada habe ich gar nichts im Fernsehen gesehen. Irgend ein PayTV Kanal hätte die Spiele glaube ich gezeigt. Mein Kabelnetzbetreiber hatte den sogar nicht einmal im Angebot. Selbst bei Olympia gibt es für die NHL keine Ausnahme und darum gibt es das Miracle on Ice, 1980 in Lake Placid. Ich weiss, das passt nun so überhaupt nicht zu Soccer. Ausser das man dies mit dem "Wunder von Bern" vergleichen kann. Puh, Brücke geschafft!

Die verschiedenen Soccer Leagues in Amerika haben es aus den erklärten Gründen nie auf eine Dimension gebracht ein vergleichbares Final im eigenen Lande auf die Bühne zu stellen. Die MLS besteht im Moment nur gerade aus 14 Clubs. Auch hat es der jeweilige Liga Sieger nie geschafft in der CONCACAF mit Siegen in Serie im Champions' Cup, etwas vergleichbares wie die Champions League, Soccer wenigstens einmal im Jahr so richtig in den Fokus der amerikanischen Zuschauer zu bringen.

Dem amerikanischen Soccer fehlt bislang eine Regular Season als Vorspiel und ein Playoff als show down und richtiger Höhepunkt mit den besten Teams und Spielern im Kampf um den Titel. Und damit auch wieder Lust auf mehr in der nächsten Saison. Ein immer wiederkehrender Zyklus der bei allen vier grossen Sportarten schon seit mehr als einem halben Jahrhundert sich dreht wie die Planeten um die Sonne. Die MLS, bezeichne ich dabei mehr als symbolisch Pluto, hat zwar mittlerweile zum Saison Ende ein Playoff aber erstens ist das alles immer noch sehr jung und dann halt eben auch nicht das was man in den anderen Sportarten in einer Best-of-7 Series zelebriert. Ja ich weiss, American Football macht das auch nicht aber das ist die Ausnahme welche die Regel bestätigt. Die MLS spielt ein Finale mit einem Hin- und einem Rückspiel um den Sieger in einer der beiden Konferenzen zu ermitteln. Die beiden Sieger ermitteln dann in einem Spiel den Sieg über den MLS Cup.

Fazit: Mit einem flauen Vorspiel und einem quicky als schwachem Höhepunkt erwacht beim Amerikaner wohl selbst mit engeren Hosen nicht Lust auf mehr.

Freitag, 4. Juli 2008

Unabhängige heisse Hunde

Also wieder einmal ein Jahr vorbei. Zum eins, zwei, dritten mal nun erlebe ich den Independence Day (Tag der Unabhängigkeit), den Nationalfeiertag von und in Amerika. Beim ersten Mal hatte ich noch keinen Blog, zumindestens nicht diesen. Beim zweiten Mal bin ich doch etwas in die eigene 'alt-heimatliche' Geschichte gerutscht. Well, wie damals schon gesagt: "Nobody is perfect!"

Was soll ich nun dieses Jahr dazu betragen? Geschichte? Nein! Dazu gibt es schon genug und wer es noch nicht weiss kann das alles sehr schön Nachlesen, sogar in Deutsch, in der Sammlung des Deutschen Historischen Museums. Viel Spass!

Ich erinnere mich stattdessen an den ersten Feiertag den ich hier erlebte und was ich damals wohl geschrieben hätte. Damals noch in meinem Dauerhotel Zimmer. Dem kleinen knuffligen Röhrenbildschirm und den knapp 15 Kanälen. Und da sah ich auf dem Sportkanal ESPN ein etwas sehr ... sagen wir mal ... kurioses und aussergewöhnliches Schauspiel. Etwas das es wohl wirklich nur so in Amerika geben kann. Und dann Live im Fernsehen. Und dann auch noch am Nationalfeiertag. Es war der Nathan's Hot Dog Eating Contest!

Als erstes wohl die Frage: "Was oder wer ist Nathan?" Nun, Nathan ist bekannt, denn das ganze heisst Nathan's Famous; famous = bekannt. Nathan's Famous ist wieder einmal so ein faszinierendes englisches Konstrukt welches natürlich nicht komplett ist. Komplett heisst es nämlich Nathan's Famous Frankfurters. Somit sind es die famous Frankfurters und nicht Nathan is famous.

Ein Frankfurter, man ahnt es, ist etwas zum Essen, ein Würstchen. Eines welches man üblicherweise in eines dieser weichen länglichen Brötchen steckt und dann einen Hot Dog (heisser Hund) nennt. Warum das nun ein 'heisser Hund' ist, darüber ranken sich allerlei Gerüchte aber leider wenig erwiesene Tatsachen. Auch warum der Name Frankfurter obsiegt hat bleibt ein Rätsel. Den in Deutschland soll diese Art oder Form von Würstchen interessanterweise nach einer anderen Stadt in einem anderen Land benannt sein, Wien. Das Wiener Würstchen oder zumindest etwas sehr ähnliches kennt man auch in der Schweiz in der niedlichen Form als 'Wienerli'. Für die Österreicher jedoch soll es tatsächlich ein Frankfurter sein und die wollen es offensichtlich nicht mit ihrer Hauptstadt assoziiert haben. Fragt sich was die Polen sahen in dem Würstchen ... oder Nathan?

Nathan war ein polnischer Einwanderer mit dem interessanten Nachnamen 'Handwerker'. Nathan Handwerker hat 1916 in Coney Island einen Hot Dog Stand eröffnet. Diese Halbinsel in der Nachbarschaft zu New York ist vor allem bekannt dafür, dass fast der ganze Strand eine riesige Vergnügungsstätte ist. Seit dem Beginn 1895 wurde ein Park nach dem anderen dort eröffnet mit allem was man sich dazu vorstellt. Eine Bude mit schneller Verpflegung gehört da natürlich unbedingt hin und Nathan mit seinen Famous Frankfurters war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Seine Hot Dogs waren offensichtlich der ultimative Renner auf Coney Island und das famous innert kürze Wirklichkeit. Nathan's ist mittlerweile natürlich eine Kette und hat Stände unter dem eigenen Namen in allen 50 Staaten von Amerika und auch anderen Ländern. Auch die Zutaten gibt es in Supermärkten unter deren Namen zu kaufen. Die Geschichte zu Nathan's und mehr gibt es natürlich auf deren Website.

Kommen wir zum letzten Teil, dem eating contest. Was auf gut Deutsch ein (Fr)Ess Wettbewerb ist. Oder anders ausgedrückt wer kann am meisten Hot Dogs (fr)essen.

Der Wettbewerb existiert seit Beginn von Nathan's Famous. Angeblich sollen 4 junge Einwanderer den 4. Juli 1916 auf Coney Island verbracht haben. Dann haben sie sich gestritten wer der grössere Patriot ist und sollen den Streit bei Nathan's mit einem Wettessen bereinigt haben. Im darauf folgenden Jahr wurde das offensichtlich wiederholt und der Rest ist Geschichte.

Mittlerweile ist der ganze Wettbewerb stark reguliert und untersteht der IFOCE. Das ist eine Abkürzung für International Federation of Competitive Eating. Es gibt also tatsächlich eine Internationale Organisation für wettbewerbsmässiges Essen. Zugelassen zu diesem 4th of July Ereignis bei Nathan's werden nun nur noch Mitglieder der Organisation und wer in einem der Qualifikationsanlässe gewonnen hat.

Beim contest bei Nathan's stehen am Schluss folglich 20 Teilnehmer auf einer Bühne und versuchen so viele Hot Dogs wie möglich runter zu würgen zu verspeisen. Bisher war der Zeitrahmen dafür 12 Minuten, ab diesem Jahr sollen es nur noch 10 Minuten sein. Weshalb und wieso dazu wird angeblich gestritten. Der Rekord von Joey Chestnut aus dem letzten Jahr sollte somit ungefährdet in alle Ewigkeiten bestehen. Es wird daher gemunkelt man will den 6-fachen Vorjahres Sieger Takeru Kobayashi oder andere Nicht-Amerikaner daran hindern den Rekord zu brechen. Wie auch immer, die Zahl der verdrückten Hot Dogs ist beängstigend -- 66 Stück in 12 Minuten. Man beachten = rechne, dass sind im Schnitt 5,5 Hot Dogs pro Minute.

Der ganze Spass (sofern man das so sehen will) wird von zig-tausenden Zuschauern vor Ort beobachtet und seit einigen Jahren nun auch Live im Fernsehen von ESPN übertragen. Das ganze Spektakel beginnt um 12 Uhr EST (Ostküste).

Ich hoffe es ist nun niemandem schlecht vom lesen und wünsche auf alle Fälle a Happy 4th of July und einen guten Appetit.

Freitag, 27. Juni 2008

Erst Schiessen dann Fragen

Heute etwas zu einem Klischee. Vorab aber vielleicht schnell was ist den ein Klischee. Dazu aus der Wikipedia

Ein Klischee ist eine überkommene Vorstellung oder ein eingefahrenes Denkschema, eine abgedroschene Redensart oder vorgeprägte Ausdrucksweise, ein überbeanspruchtes Bild (Stilmittel), das sich auf eine entweder regelhaft wiedererkennbare oder äquivalent dazu häufig zugeschriebene gemeinsame Eigenschaft einer Menge von Personen, Objekten etc. (konkret einer Menge von Individualbegriffen) bezieht und auf welche das Klischee demnach angewendet werden kann.
Wow! Man beachte: das ist alles ein Satz!

Im Englischen ist es übrigens auch ein Klischee allerdings wird die französische Schreibweise beibehalten. Die Aussprache bleibt daher fast wie im Deutschen ausser das am Ende noch ein schwaches I angehängt wird. Die Bedeutung ebenfalls aus Wikipedia jedoch der Englischen:
A cliché is a phrase, expression, or idea that has been overused to the point of losing its intended force or novelty, especially when at some time it was considered distinctively forceful or novel.
Etwas kürzer, oder?

Das oder ein cliché über die Amerikaner beinhaltet, dass sie so übertrieben freundlich sind und sich immer und überall erkundigen wie es einem den auch geht und so. How are you?, How is it going? oder auch How are you doing? heisst die oft gestellte Frage. Der verwirrte deutschsprachige Mittel Europäer, kaum zum ersten Mal in Amerika, kriegt Schweiss Ausbruch und weiss nicht wie er mit seinen mageren Sprachkenntnissen seinen Wesenszustand beschreiben soll. Mancher wundert sich vielleicht auch noch wie man einen wildfremden Menschen fragen kann wie es ihm denn geht. Es scheint doch schon etwas intim wenn nicht sogar frech zu sein, oder?

Ich könnte nun seitenlang schreiben über die verschiedenen Variationen und Möglichkeiten. Einen Ratgeber sozusagen, wie Grüsse ich die Amerikaner richtig und all die Unterschiede zur alten Heimat aufzeigen. Oder den Grund und allfällige Herkunft dieser Freundlichkeit finden. Ich überlasse das gerne anderen Wissenschaftlern Bloggern. Ich bringe hier nur eine kleine Sache welche mich selbst nach mehr als zwei Jahren immer wieder einmal vor Probleme stellt. Ach nein, eigentlich kein Problem -- mehr verwunde(r)t.

Als Vergleich oder weshalb überhaupt zuerst die alte Heimat. Wenn ich damals zB mit meinem Hund spazieren ging und mir jemand entgegen kam beginnt zuerst einmal das Problem mit dem Augenkontakt. Da wird man oft erst auf den letzten paar Metern angeschaut. Dann passiert eine von zwei Möglichkeiten:
  • Variante 1: Leider viel zu oft, die andere Person schaut sofort wieder weg. Dem Gesichtsausdruck nach könnte man meinen die Person ist soeben bei einem peinlichen Vorfall erwischt worden. Der Kopf wendet sich ab und die verbleibenden zwei Schritte bis man vorbei ist werden grosser und schneller um der angespannt Situation noch schneller zu entkommen. Hier einer solchen Person nun einen einfachen Gruss wie "Hallo" zu sagen wird in den seltensten Fällen erwidert. Oder die Person ist so geschockt, dass die Luft Zufuhr durch die Stimmbänder blockiert ist und keine Silbe mehr heraus kommt.
  • Variante 2: In Millisekunden beginnt etwas, fast wie bei einem Duell im Wilden West. Wer zuckt zuerst mit der Lippe? Ein einfaches Zucken mit der Lippe - Zieh! - und schon zuckte es beim Gegenüber und er oder sie schiesst einem einen Gruss entgegen. Natürlich hat man das erwartet und schiesst ebenfalls blitzschnell seinen Gruss auf sein Gegenüber ab. Sehr oft brauchte es eine Zeitlupenaufnahme um festzustellen wer nun zuerst seinen Gruss losgeworden ist. Der Zeitpunkt des ersten Zuckens übrigens ist meistens so exakt gesetzt, dass man beim letzten Hauch des Grusses auf gleicher Höhe ist. Jede weitere Kommunikation wird damit elegant unterbunden.
Dieses Duell kann man natürlich schön manipulieren -- zur eigenen Belustigung. Sobald der Augenkontakt hergestellt ist und klar ist, dass die andere Person dem Duell nicht ausweicht zuckt man und feuert seinen Gruss ab. Die andere Person vermag in den meisten Fällen nicht mehr richtig zu reagieren. Die Augen sind vor Schreck und Überraschung weit aufgerissen. Volltreffer! Der vorbereitete Gruss bleibt vorerst im Hals des gegnerischen Duellanten stecken. In den meisten Fällen vermag der Gruss dann doch noch zu entweichen. Allerdings geht er ins Leere da man sich schon passiert hat. Auf dem eigenen Gesicht macht sich der Ausdruck des Triumphs breit. Gotcha!

Ob meine etwas anderen Erfahrungen hier nun in ganz Amerika gelten weiss ich leider nicht. Bei meinen damaligen Reisen waren die Bedingungen auch anders. Und es hat auch jetzt etwas Zeit gebraucht bis es mir aufgefallen ist. In meiner unmittelbaren Umgebung spielt sich das Ganze auf jeden Fall wie folgt ab.
  • Variante 1: Dafür, dass Amerikaner dem cliché nach so überaus freundlich sind geschieht diese Variante leider unerwartet oft. Jedoch mit einem kleinem Unterschied. Kein Augenkontakt! Selbst nicht im letzten Moment schwenken die Augen noch kurz zu mir herüber. Totale Ignoranz. Man kommt sich vor wie Luft oder ein Geist. Etwas überraschend auch, dass es dem Gefühl nach mehrheitlich Frauen sind. So nach dem Motto, "Wah, ein Mann! Bloss schnell weg hier." Dabei kennen die mich doch gar nicht. Woher will die wissen das ich nur das eine will? Versteh ich nicht. Ich will doch nur "Hallo" sagen.
  • Variante 2: Die ist angenehmer ... oder sagen wir besser positiver. Sie hinterlässt mich nämlich selbst nach zwei Jahren immer noch als Verlierer. Das ist nicht angenehm, oder? Das Problem hier ist ... es wird sofort geschossen! Kaum ist der Augenkontakt hergestellt und sei man noch so weit weg schallt einem aus der Ferne der Gruss entgegen. Hier im Süden meistens ein "How's it going?" Ich weiss nicht was die grösste Entfernung war aber jemand hat mich sicher schon aus weit mehr als 10 Metern gegrüsst. Man berücksichtige dabei auch noch, dass man speziell hier in Texas langsamer zu Fuss unterwegs ist. Da müsste man noch 20% dazurechnen - von jeder Seite! Die Hitze und ein strammer Schritt passen nicht so wirklich zusammen hier im Süden. Nur so nebenbei bemerkt.
Ich würde ja nur zu gerne mal wissen wie der Amerikaner im Normalfall so auf die Frage den Gruss antwortet. Aber ich habe keine Ahnung. Ich habe es glaube noch nie geschafft zuerst abzudrücken und wenn dann war der andere wahrscheinlich meistens auch alien (Ausländer). Ha, da kriege ich sie alle!

Aus meinen angeborenen Gewohnheiten der alten Heimat zum Duell bin ich aber gegenüber Einheimischen grundsätzlich immer zu spät. Wenn mein Instinkt denkt "jetzt bin ich nah genug" und mein Blick beginnt sich auf die entgegenkommende Person zu richten stehe ich bei der schon voll im Fadenkreuz. Boom! "How's it going?" - "Dude, gimme a break! Don't you see ... I'm bleeding here!"

Vielleicht kommt das hier in Texas alles noch von früher und liegt irgendwie am Wilden Westen. Damals hatte man sich sicher schon auf Schussdistanz gegrüsst und abgeschätzt was der andere für Absichten hat. Man weiss ja nie! Je nach Situation hat man wohl sogar erst geschossen und dann gefragt. Da macht dann die Frage "How are you doing?" sogar richtig Sinn, oder?

Ich frage mich sehr oft wie das hier vor mehr als 150 Jahren für die ersten Siedler gewesen sein muss. Da hatte man das Gesetz noch sprichwörtlich in der eigenen Hand.

Freitag, 20. Juni 2008

Jetzt geht's abwärts

Ab heute Nacht geht es wieder bergab -- mit der Sonne. Um 23:59 UTC hat die Sonne ihren Höchststand erreicht und die Meteorologen beginnen nun auch offiziell vom Sommer zu sprechen. Aufgrund dieser Angabe in UTC ist das in der alten Heimat schon zwei Stunden später und damit am nächsten Tag, dem 21. Juni. Hier in Central Texas ist das aber schon 5 Stunden früher -- oder muss man 'später' sagen -- am 20. Juni am späten Nachmittag.

Für die deutsche Bezeichnung "Sonnenwende" gibt es kein direktes Wort im Englischen. Der Fachbegriff solstice scheint das gängige Wort zu sein oder allenfalls midsummer respektive midwinter. Zumindestens meine Erfahrung soweit aufgrund der Wörterbücher den die lieben Kollegen hier waren alle etwas verzweifelt auf meine Frage wie das den heisst wenn die Sonne kehrt macht am Himmel. Ist hier in Texas vielleicht auch nicht so wichtig; die Sonne brennt hier schliesslich schon seit Wochen vom Himmel.

Warum mir das ansonsten ein Blog Eintrag wert ist und was da speziell oder anders sein soll in Amerika? Es gibt dabei tatsächliche ein oder zwei Dinge welche dem durchschnittlichen Mitteleuropäer nicht so ganz bewusst sind.

Ich verweise dabei als erstes auf meinen Eintrag zu den Breitengraden, sprich der Lage in Breite von Amerika auf dem Globus. Ein zweiter Verweis folgt.

Während die Lage von Mitteleuropa den Tag so lang und die Nacht so kurz macht im Sommer ist das vor allem für Regionen im Süden der USA einiges anders. Die Nähe zum Aquator -- oder ist es die Entfernung zum Nordpol? -- gibt uns hier nicht soo viel mehr Tageslicht. Einige Vergleiche zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gefällig?

Also, (bei wunderground.com übrigens nachzuschlagen) hier zuerst einige Beispiele zu Städten in Amerika:
  • Miami: Rise 6:30 AM EDT - Set 8:15 PM EDT (13:45 Stunden)
  • Austin: Rise 6:29 AM CDT - Set 8:35 PM CDT (14:01 Stunden)
  • Los Angeles: Rise 5:42 AM PDT - Set 8:07 PM PDT (14:25 Stunden)
  • San Francisco: Rise 5:48 AM PDT - Set 8:34 PM PDT (14:46 Stunden)
  • New York: Rise 5:24 AM EDT - Set 8:30 PM EDT (15:06 Stunden)
  • Chicago: Rise 5:16 AM CDT - Set 8:29 PM CDT (15:13 Stunden)
Und nun zum Vergleich einige Städte im Mittleren Europa:
  • Zürich: Rise 5:28 AM CEST - Set 9:26 PM CEST (15:58 Stunden)
  • Wien: Rise 4:53 AM CEST - Set 8:57 PM CEST (16:04 Stunden)
  • Paris: Rise 5:45 AM CEST - Set 9:58 PM CEST (16:13 Stunden)
  • Frankfurt: Rise 5:16 AM CEST - Set 9:38 PM CEST (16:22 Stunden)
  • London: Rise 4:44 AM BST - Set 9:22 PM BST (16:38 Stunden)
  • Berlin: Rise 4:43 AM CEST - Set 9:33 PM CEST (16:50 Stunden)
  • Hamburg: Rise 4:49 AM CEST - Set 9:53 PM CEST (17:04 Stunden)
Zwischen Miami und Hamburg besteht also ein Unterschied von mehr als 3 Stunden. Selbst zwischen Zürich und Chicago, was schon ziemlich hoch im amerikanischen Norden ist für mich, noch 45 Minuten. Dieser Unterschied ist nun wahrscheinlich nicht so gravierend für das Leben in Amerika als vielmehr ... die Zeit vom Sonnenuntergang.

Man beachte, dass praktisch überall spätestens um 8:30 Uhr Abends die Sonne am Horizont verschwunden ist. Und das trotz Sommerzeitumstellung! Diese daylight savings time (DST), wie sich die Sommerzeit in Amerika nennt, hat also für die meisten Amerikaner eine viel grössere Auswirkung und Bedeutung. Ohne DST wäre es praktisch überall in Amerika bereits um 8 Uhr Abends schon dunkel.

Die Nähe zum Äquator verursacht nämlich noch einen weiteren Unterschied ... die Sonne verschwindet schneller am Horizont. Man beachte dazu die Zeiten bei den twilight (Dämmerung) Phasen. Die sogenannte civil twilight (bürgerliche oder auch zivile Dämmerung) zB in Hamburg ist um 10:47 PM CEST. Das sind 54 Minuten nach dem effektiven Sonnenuntergang! Bei mir in Austin dauert das ganz -- 9:03 PM CDT -- gerade mal 28 Minuten. In Miami, am Zipfel von Florida noch etwas südlicher (8:41 PM EDT) nur noch 26 Minuten. Umgekehrtes gilt natürlich am Morgen und total könnte man bei diesem konkreten Vergleich nochmals eine Stunde Differenz beim Tageslicht dazu rechnen als Unterschied. Und wer den Sonnen Auf- oder Untergang und die Dämmerung fotografieren will muss sich beeilen.

Das soll nun aber nicht heissen, dass es hier keine Gegner der Zeit Umstellung gibt. Zu dieser DST hatte ich auch schon einen Eintrag und damals einige negative Stimmen gelesen. Wer das nochmals auffrischen will also den Link anklicken.

Diese ganze Geschichte mit dem kürzeren Tag oder längeren Nacht hat natürlicher wiederum einen positiven Effekt wenn das Pendel um schlägt, im Winter. Die Tage sind dann nicht ganz so kurz ... und grau!

Der Sommer hat hier notabene in Central Texas schon lange Einzug gehalten. Das Hoch welches ich schon mal vermeldet hatte ist nach einem kurzen Kollaps von etwa einem halben Tag schon voll präsent. Keine Störung aus dem Norden bringt uns Abkühlung und Regen.

Die Meteorologen vermelden mittlerweile fast jeden Tag einen neuen oder zu mindestens einen eingestellten Temperatur Rekord. Meine Anzeige zu Hause gab bis Montag noch die höchste Temperatur vom letzten Jahr an mit 100.4 Grad Fahrenheit. Das sind ziemlich genau 38 Grad in Celsius. Letztes Jahr war ja nun nicht so die grosse Hitzekammer. Am Montag hatte ich aber 102.1 °F auf der Anzeige, fast ein Celsius Grad mehr: 38.94 °C! Gestern sogar noch 3 Zehntel drauf, 102.4 °F -- 39.1 °C.

Selbst das Wasser im Pool ist nicht mehr erfrischend. Die sollten da mal eine Wasser Kühlung einbauen oder am Morgen eine Ladung Eis rein schmeissen.

Heute gab es wenigstens mal eine kurze Abkühlung, der Guss vom Himmel blieb jedoch aus. Das obwohl der Regen Radar eine grosse Zone auf dem Weg Richtung Austin angezeigt hat in der Nacht. Wie magisch haben sich diese Niederschläge kurz vor der city limit (Stadtgrenze) in nichts aufgelöst.

Vor die Tür zu gehen war heute fast ein ganz neues Gefühl. 86,7 Grad Fahrenheit -- irgendwie fröstelt es mich.

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