Downtown Austin

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Sonntag, 27. Januar 2008

Woche 04/2008 Rückblick

Howdy. Hier mein Rückblick auf die Woche.

Eins hinter die Waffel
Ein recipe for waffles habe ich schon lange gesucht und war nun zufällig gerade in der Zeitung. Muss ich mir hiermit als Link sofort mal sichern. Was mir nun dazu allerdings noch fehlt ist das Waffeleisen.

Belgian WaffleWer mit der belgian waffle vertraut ist, diesem amerikanischen Leckerbissen der seinen Ursprung wie vieles aber in Europa hat, wird wissen, dass man darüber unbedingt syrup (Sirup) giesst. Viele gehen dabei wahrscheinlich vom Glauben aus, dass es sich bei diesem syrup um einen maple syrup (Ahornsirup) handelt, was es aber selten ist. Der syrup welchen man in den Restaurants bekommt und den man in den Regalen im Supermarkt sieht ist ein, sagen wir mal, reiner Zuckersaft welcher mehrheitlich aus corn (Mais) gewonnen wird.

Wie es der Zufall so will habe ich einige Tage später im Supermarkt solche belgian waffles in einer der Gänge mit den Gefrierprodukten gesichtet; und gekauft. Mal probieren und wenn die anständig sind verschiebe ich das mit dem Eisen mal auf später irgendwann.

Hauptstadt von Montana
Vor ein paar Wochen in einer neuen Folge der Simpsons schrieb Bart am Anfang bei seiner Strafaufgabe den Satz The Capital of Montana is not Hannah (Die Hauptstadt von Montana ist nicht Hannah) an die Tafel. Ich habe mich noch gefragt was es damit auf sich hat aber nicht weiter darüber nachgedacht. Kaum zwei Tage später fiel mir dann der Name Hannah Montana irgendwo auf und in den folgenden Wochen immer wieder und auf diese Woche hin in Austin sogar täglich. Als kinderloser Geselle ist respektive war mir nun bis dato nicht bekannt, dass diese Hannah Montana eine fiktive Teeny Sängerin aus einer gleichnamigen Fernsehserie auf dem Disney Channel ist. Die Schauspielerin Miley Cyrus schickten sie nun in Amerika sogar auf eine Tournee als Hannah Montana und obwohl fiktiv, die Kids scheinen total verrückt danach zu sein. Am Donnerstag war es in Austin so weit mit einem Auftritt und die Nachrichten wussten ausgiebig darüber zu berichten. Ein guter Grund mehr keine Kinder zu haben. Diese Hysterie im eigenen Hause würde ich wohl kaum aushalten.

Das mit der Hannah für die Hauptstadt von Montana ist notabene nicht einmal so abwegig denn in wirklich heisst sie Helena.

Sagt die Kuh zum Polizisten ...
... mein Mann ist auch ein Bulle. Ha ha. Kommen wir zu was ernstem, denn es steht schliesslich auf der Frontseite der Sonntagsausgabe des Statesman (die Zeitung von Austin). Beim Bull Riding, also dem Sport wo sie versuchen möglichst lange auf einem wild gewordenen Bullen zu sitzen, wird nun auch nach Doping geprüft. Und zwar nicht beim bullrider (Bullen Reiter) auf dem Rücken des Bullen sondern beim Bullen selbst. Die Sache ist nämlich die, dass der Besitzer des Bullen einen Bonus erhält für die Leistung seines Bullen. Je wilder ein Bulle versucht seine Last loszuwerden und kürzer die Zeiten sind welche sich ein bullrider auf dem Bullen halten kann umso mehr Geld gibt es für den Besitzer. Und auch nicht zu vergessen, je besser seine Quoten umso begehrter auch seine Gene für die Zucht.

Die Professional Bull Riders Inc. (PBR) wird nun zukünftig Stichproben machen bei den Bullen und nach Steroiden prüfen. Man wendet aber gleichzeitig ein, dass es kaum Probleme geben wird, also Sünder unter den Besitzern. Bei Tests welche viele Züchter offensichtlich und zugegebenermassen vor 10 Jahren gemacht haben wurden zu viele der behandelten Tier steril was den Züchter mehr schmerzt beim Einkommen als der Bonus beim Rodeo.

Da frage ich mich nur weshalb dies bei den Sportler in den anderen Sportarten kein Thema ist. Oder müsste man dazu die Sportler erst zur Zucht frei geben?

Trostlos
Das die kurze Zusammenfassung zum Wetter in der vergangenen Woche. Traurigerweise auch genau wie von den Meteorologen angedroht war es mehrheitlich grau und nieselig. Aber davon habe ich ja schon berichtet. Am Wochenende gab es nun dafür wieder Sonnenschein und die Temperatur war am Nachmittag so angenehm, dass meine Beine mit den Shorts schon mal etwas frische Luft ab bekamen. Die Trennlinie zwischen Braun und Weiss am Bein ist schon bald nicht mehr sichtbar. Zeit das wir das beheben können.

Alle Bilder sind Links zur wikipedia.org.

Mittwoch, 23. Januar 2008

Fäustling gesucht

Es ist mittlerweile bitter kalt und schlecht geworden das Wetter -- auch in Central Texas. Seit einer Woche steigen die Temperaturen kaum noch über 50 °F (10 °C) und mit Ausnahme vom Wochenende ist es dauernd grau und nieselig, was man hier als drizzly, von drizzle, bezeichnet oder in der ganzen feinen Variante als misty, von mist. Ich fühle mich schon ganz mies und deprimiert -- sogar etwas kränklich. Ich kann mir kaum vorstellen wie ich das früher in der alten Heimat monatelang erdulden konnte -- musste.

Dann ist mir hier auch ein wettertechnisches Phänomen aufgefallen. Ich habe das schon im letzten Winter festgestellt und glaube einmal im Sommer, dass die Wolkendecke irgendwie 0 inches (=0 Zentimeter), 0 feet (=0 Dezimeter) oder 0 yards (=0 Meter) wie man will über dem Land hängt. Die Meteorologen sprechen hier dann zwar von fog (Nebel) aber fog mit Null Sicht wie in der alten Heimat haben die im Herzen von Texas wohl noch nie wirklich gesehen und erlebt.

Wer in den Alpen schon mal so mitten in einer Wolke war versteht etwa was ich meine. Und eben, Nebel ist was anderes. Die Sicht in einer Wolke ist nicht so eingeschränkt wie im Nebel aber die Feuchtigkeit trotzdem ungleich höher. Wen ich die Hand ausgestreckt habe fühlte ich eigentlich keinen Regen aber trotzdem wurde alles nass. Wenn gleichzeitig Wind weht fühlt man die Feuchtigkeit im Gesicht. Beim Auto fahren muss man permanent die Wischer sausen lassen. Steht man am Rotlicht sieht man keine Tropfen auf die Windschutzscheibe fallen, nichtsdestotrotz wird die Sicht merklich trübe. Das hatten wir die letzten zwei Tage. Heute war es einfach grau und kalt. Morgen soll zur Abwechslung heftiger Wind kommen.

Wenn Kälte und Wind zusammenkommen sprechen die Meteo Leute wieder gerne vom wind chill factor (Wind Kühlung Effekt). Was man so auf der baren Haut fühlt weil der Wind die eigene schützende Körperwärme wegpustet. Wer bei dem Wetter nackig draussen steht ist wahrscheinlich nicht selber Schuld aber es ist sicher nicht die Regel. Selber Schuld jedoch wer vergisst sich Schutz für Kopf und Hände zu besorgen oder mitzunehmen.

Was im Deutschen die gestrickte Mütze ist bezeichnet man hier als beanie oder vereinzelt auch skully, letzteres wohl eine Abkürzung für skull cap (skull=Schädel). Der Begriff beanie soll sich angeblich von bean (Bohne) ableiten, eine umgangssprachliche Bezeichnung für den Kopf -- im Deutschen kennen wir Obst, die Birne. Meine AC/DC beanie ist in den letzten Tagen ein treuer Begleiter draussen. Hält die Ohren schön warm.

Wer seine Hände schützen will und keine Handschuhe mitgenommen hat muss im Kaufhaus nach gloves fragen, also nicht 'hand shoes' oder ähnliche Wortgebilde erfinden. Ein Handschuh in welchem die Finger zusammen sind, den man im Deutschen gerne Fäustling nennt und wie man ihn zB in der Küche für den oven (Ofen) findet ist ein mitt, eine sehr gebräuchliche Kurzform von mitten. Der Fäustling in der Küche wird notabene auch oven mitt genannt. Der Boxer nennt seinen Handschuh wieder trotzdem einen boxing glove obwohl es per Definition ein mitt ist.

Apropos gloves und darum bin ich überhaupt etwas auf diesen ganzen Eintrag gekommen ist ein Fundstück im Internet -- im sprichwörtlichen Sinne sogar. Man staunt manchmal was man alles im Internet für websites findet.

Die Website One cold Hand? hilft verloren gegangenen Handschuhen ihren Besitzer wieder zu finden. Soweit ich das sehe aber nicht umgekehrt. Wer einen oder wohl besser ein Paar Handschuhe findet kann ein Bild emailen, die Handschuhe an eine Adresse schicken oder die Handschuhe in dafür vorgesehenen Boxen in der Stadt einwerfen. Ein Bild der Handschuhe wird dann online gestellt und der Besitzer kann sich melden. Angeblich gab es bereits eine Wiedervereinigung. Diese Website widmet sich allerdings nur den Objekten in der Stadt Pittsburgh im Staat Pennsylvania. Weitere Seiten gibt es mittlerweile gemäss den Links für New York City, Denver und bald, man staune, 'Milano in bella Italia'.

Wenn es hier in Austin länger kalt wäre würde dafür sicher ein Bedarf bestehen. Dann würde ich doch eine website dafür glatt aufmachen und diese Verantwortung übernehmen. Oder nein doch nicht, denn wenn es so viel länger kalt würde hier täte ich eher wo anders hinziehen. Ich brauche Wärme und kein Zimmer voller stinkender gloves and mittens die doch niemand zurück will.

Ich hoffe auf Sonntag, da gibt es wieder 70 Grad Fahrenheit.

Dienstag, 22. Januar 2008

Handshake

Ich frage mich soeben wieso der Handschlag ein Handschlag ist. Wen oder was schlagen wir. Schlagen wir ein auf das Geschäft mit dem Händeschütteln? Wahrscheinlich. Im Englischen ist es einfach nur das letzte, ein handshake.

Die Zeiten als man ein Geschäft mit handshake besiegelte sind längst vorbei. Der Einkauf im Supermarkt bleibt etwa das einfachste Geschäft das man erledigen kann. Wobei, dabei braucht es nicht einmal einen handshake. Internet ist mittlerweile auch nicht schlecht aber da schleicht immer die Angst um, dass jemand anderes ein Geschäft für einem selbst tätigt. Verhindern kann man das kaum ausser man will auf Kreditkarten komplett verzichten. Wer will das schon. Rein technisch betrachtet gibt es dabei mit den Protokollen im Internet einen handshake. Aber um das geht es hier auch nicht.

Wer eine Wohnung mietet besiegelt das selten mit einem handshake dafür mit einer Menge Papier und Unterschriften, sofern die Initialen nicht genügen. Wie versprochen beim Leben in Wohnungen in den Suburbs biete ich einen kurzen Überblick in die vertragliche Seite.

Juristisch gesehen befinden wir uns mit der Miete in Amerika nicht auf unsicherem Terrain wie das gerne immer wieder behauptet wird. Soll heissen es gibt auch hier ein Recht welches das Verhältnis zwischen landlord (Vermieter) und tenant (Mieter) vorgibt. Damit ist schon mal gesagt: es gibt Gesetze, meistens genannt code! Nun die Frage: Wo? Wir müssen uns wieder einmal mehr vor Augen halten, dass die Vereinigten Staaten ein Bund von Staaten ist, wie die EU. Die einzelnen Staaten haben mehrheitlich die Hoheit und Verantwortung für Recht und Ordnung im Staate, so zB auch für das Mietrecht. Auf Ebene federal (des Bundes) wird es nichts zu finden geben. Dann muss man sich also eine Liste besorgen mit den Gesetzen zum entsprechenden Staat. Im schönen Staate Texas stösst man bei der Suche auf den Property Code und darin auf Kapitel 8 mit dem Titel Landlord and Tenant. Wer sich das antun will viel Spass beim lesen. Ich kümmere mich im folgenden mehr darum wie sich das real bei mir angefüllt hat und damit auch folgender Vermerk
Meine Erfahrungen im folgenden beziehen sich konkret auf den Grossraum von Austin, TX aber ich denke es sollte plus/minus auf andere Grossstädte so ab etwa 1 Mio. Einwohner auch zutreffen. Bei kleineren Städten und die gibt es natürlich auch, kann einiges aber anders aussehen. Auch wenn das hier zur Ausnahme irgendwie ein richtiger Ratgeber wird tut es mit Vorsicht geniessen. Thanks!
Wer eine Wohnung besichtigt hat und gerne einziehen will, und da bin ich mir fast 100% sicher, muss überall in der zivilisierten Welt ein Formular ausfüllen. Im Gegensatz zur alten Heimat geht man damit aber schon eine feste Absichtserklärung ein denn allerorts wo ich geschaut habe wurde damit gleichzeitig eine Gebühr erhoben. Dies scheint mir hat mit der hiesigen Marktsituation zu tun, denn es hat (zur Zeit) genügend Wohnraum zur Verfügung.

Zufälligerweise waren gerade kürzlich die lokalen Zahlen zum apartment Markt in der Zeitung, ua die Auslegung welche in Austin 2007 bei 96.6% lag. Und wie ich das im letzten Bericht schon geschildert habe lebt der Amerikaner nicht auf Dauer in einer Wohnung. Der effektiv zur Verfügung stehende Wohnraum dürfte sogar noch höher sein wenn man die Wohnungswechsel mitberücksichtigt.

Der landlord will mit der Gebühr seine Kosten abdecken welche er nun im folgenden hat. Es erfolgt ein background check, dh die finanzielle Situation des zukünftigen tenant wird durchleuchtet. Fällt das zu Ungunsten des Bewerbers aus sollte die Gebühr zurückerstattet werden. Darauf sollte man sich unbedingt vergewissern und bestätigen lassen. Speziell Einwanderer haben hier eine hohe Hürde zu meistern.

Beim background check wird mindestens die credit history (Kredit Vergangenheit, Kreditwürdigkeit) geprüft -- was in meinem Blog eigentlich schon lange ein eigenes Thema wert wäre. Einwanderer beginnen hier dummerweise bei Null und im Sinne einer history (Vergangenheit) ist das nicht sehr förderlich. Viele landlords registrieren noch in anderen Datenbanken, dh sie geben eine Wertung über ihre Mieter ab womit im Lauf der Jahre über eine Person ein gewisses Mieter Profil entsteht. Dann wird der Arbeitgeber meistens auch angefragt um die Angaben zur Beschäftigung zu überprüfen. Auch hier steht der Einwanderer mit einem neuen (und wahrscheinlich seinem ersten) Job auf wackligen Füssen.

Hat man nun trotzdem alle Hürden geschafft und bekommt die Wohnung zugesprochen beginnt wohl der eigentliche Prozess welcher die Gebühr verursacht. Die Verwaltung beginnt mit dem ganzen Papierkrieg und nimmt die Wohnung vom Markt. Mit der Gebühr wollen sie also ihre Aufwände bis zur Unterschrift schützen und verhindern das man kurz vor der Unterschrift kommt und sagt: "Ach ne, doch lieber nicht. Wir haben was besseres gefunden". Viel Aufwand für nichts also für den landlord. Normalerweise sollte die bezahlte Gebühr dann mit dem security deposit (Pfand/Sicherheit) verrechnet werden. Bei mir war das auf jeden Fall so. Also auch nachfragen und absichern.

Der Vertrag besteht in meinem Falle aus mehreren Dokumenten. Da gibt es denn einfachen Vertrag mit den wesentlichen Punkten zur Miete, unterschreiben bitte. Wichtigster Bestandteil ist die Dauer welche wie im ersten Beitrag erwähnt hier fix vereinbart wird. Danach muss verlängert werden oder man zieht aus. In einem separaten Dokument, unterschreiben bitte, wird beschrieben wie man früher kündigen kann und was passiert wenn man Monat-für-Monat verlängert. Alles ist mit teils heftigen Strafen Gebühren verbunden. Das muss man also gut durchlesen und sich überlegen falls man ausser Termin ausziehen will. Da ich eigene Garage und carport (überdachter Parkplatz) habe gibts natürlich entsprechende weitere Dokumente, unterschreiben bitte.

Haustiere werden hier nicht nur einfach gestattet (oder auch nicht), sie werden auch separat mit einem Dokument, unterschreiben bitte, beglückt und kosten soweit ich das gesehen habe überall und zT nach Gewicht extra. Für meine Strassenmischung bezahlte ich eine einmalige Gebühr, ein zusätzliches security deposit und monatlich einige Dollar extra. Zum Glück aber keinen security check für den Hund.

Dann habe ich noch ein Dokument über die Besonderheiten mit dem Eingangstor, allgemeines zur Benutzung der Gemeinschaftsräume, ein Blatt mit Auflistung all meiner Kosten und sonst noch einige mehr erhalten. Unterschreiben hier, hier, Initialen hier und noch eine Unterschrift da. Keine Ahnung mehr was alles und ich will es auch gar nicht mehr wissen. Eigentlich normales Zeugs halt aber eben, mit einem handshake und freundlichen Worten, dass mein ein lieber und braver Mieter ist, geben sie sich nicht zufrieden.

Was man auch noch wissen und beachten muss. Die anderen Verpflichtungen welche mit dem Wohnen dazu kommen (also auch beim Hauskauf) können für Einwanderer umständlich sein. Das Elektrizitätswerk und allenfalls Gaswerk, die Firma fürs Kabelfernsehen und wer will auch die Telefongesellschaft, fast alle wollen von einem Neukunden (also nicht nur Mangels einer credit history) ein security deposit was das Startkapital für Auswanderungswillige belastet.

Damit ist meine Geschichte, und damit auch gleich etwas Ratgeber, zur Miete in den Suburbs einer Stadt beendet. Wer noch Fragen hat kann per Kommentar oder Email (im Profil zu finden) nachfragen. Vielleicht gibt es was für einen Nachfolge-Bericht. Individual Betreuung biete ich hiermit ausdrücklich nicht an.

Sonntag, 20. Januar 2008

Woche 03/2008 Rückblick

Und hier der Medien Rückblick. Du meine Güte, schon die dritte Woche durch im neuen Jahr.

Lauberhorn Abfahrt
In der Sport Section am Montag, ganz klein irgendwo habe ich es gelesen. Der Amerikaner Bode Miller hat das Lauberhorn downhill in Switzerland, gewonnen. The second time in a row! Da sagen wir doch einfach: Wow!

The Greatest
Am Donnerstag (also am 17.01.) festgestellt, dass er Geburtstag hat. Daher ein herzliches Happy Birthday to you zum 66-ten.

Schwein gehabt
Muss man einfach sagen zum Absturz zur Bruchlandung des Flugzeugs in London. Erstaunlich was die Dinger heutzutage aushalten. Das ein paar Passagiere angeblich kaum mitbekommen haben was wirklich passiert ist kann ich mir bei den Bildern einfach nicht vorstellen. Auf jeden Fall waren da noch eine Menge Schutzengel mit an Bord.

Nervenaufreibend ...
... war der Tennis Match down under mit Roger Federer gegen diesen wie-hiess-er-nochmal? Ach ja, Tipsarevic. Kurz nach Mitternacht wollte ich mich kurz vergewissern, das mein Roger wie erwartet auf Kurs ist in der 3. Runde. Nix da, wars! Den ersten Satz im Tiebreak verloren. Na dann schauen wir mal weiter. Und oh boy, was für ein Spiel das war.

Equilibrium
Ein schönes Wort das die Angelsachsen da haben, nicht? Im FreeDictionary wird es ua beschrieben als
A condition in which all acting influences are canceled by others, resulting in a stable, balanced, or unchanging system
Auf gut Deutsch: Gleichgewicht! In einem Kommentar kommentiert (wie sinnig) ein Schreiberling, abgedruckt in der lokalen Zeitung, den economic stimulus von unserem Präsi respektive den Demokraten. Es weist darauf hin, dass die Amerikaner nicht dumm genug sind darauf einzugehen. Angeblich hatten wir was ähnliches im 2001 und es hat nicht funktioniert. Das war notabene zum Anfang des platzens der Internet Blase. Dann gab es früher schon andere Blasen welche sporadisch immer wieder platzen. Nun haben wir die Immobilien Blase welche platzt. Angekündigt wurde sie bereits vor 3 Jahren weshalb ich mich ja für Texas entschieden habe und nicht Kalifornien wo die Blase am grössten ist, oder war.

Das zu verstehen was jetzt passiert hat dieser Kommentator in einem schönen Satz zusammen gefasst. Könnte aus einem Leer Lehrbuch sein:
The blessing of capitalism is that — often brutally — it adjusts and re-establishes its equilibrium.
(Der Segen des Kapitalismus ist, dass es -- oft brutal -- sein Gleichgewicht korrigiert und neu ausrichtet.)
Mit all den Anlegern welche nun Geld verlieren habe ich kein Mitleid. Leider hängt da unsere ganze Wirtschaft mit drin, weltweit und wir sitzen am Ende im selben Boot. Statt Gutscheine verteilen könnte doch die Politik da mal ansetzen, oder? Was gehen uns die Spekulaten an?

Und zum Schluss ...
... natürlich das Wetter, wie es war. Nachdem wir nun mehr als einen Monat lang fast immer Sonnenschein und angenehme Temperaturen hatten war ab Dienstag Schluss damit. Der Meteorologe im Fernsehen musste einem sogar daran erinnern, dass wir fast das gleiche Szenario haben wie vor einem Jahr, allerdings nicht mit den gleichen Auswirkungen.

Genau um die gleichen Tage im letzten Jahr hatten wir eine feuchte Front aus dem Süden welche sich über eine kalte Front aus dem Norden schob. Der Regen der in die darunter liegende kalte Luft fiel gefror beim Bodenkontakt und die anhaltende Kälte in den folgenden Tagen beschert der Stadt und Umgebung einen Stillstand unter einer 3 Zentimeter dicken Eisschicht.

Der einzige Unterschied dieses Jahr war, dass die kalte Front aus dem Norden nicht annähernd so kalt war und wir nur vereinzelt mit leicht eisiger Fahrbahn rechnen mussten in den frühen Morgenstunden. Und letztendlich kam es glaube ich nicht einmal so weit. Es war einfach immer wieder mal mehr oder weniger feucht und nass in den restlichen Tagen der Wochen aber mit einem sonnigen Unterbruch am Sonntag. Und so geht es auch etwa weiter. Die kommende Woche sollen nun wieder grau und feucht sein, so richtig un-Austin-artig. Wenn danach gleich der Sommer loslegt hier kann ich es verschmerzen. Aber ich glaube da wiederhole ich mich.

NFL - Championship Games 2007

Mit dem je letzten Spiel in den beiden Conferences der NFL werden an diesem Sonntag die Champions ermittelt. Diese beiden Champions treffen sich dann in zwei Wochen in der Super Bowl XLII. Wer noch nicht weiss wie der Weg in die Super Bowl zustande kommt muss etwas zurückblättern in meinem Blog zu Teil 1 und Teil 2 sowie der Zusammenfassungen der Divional Playoffs 2007 vom letzten Wochenende. Hier in kürze was am heutigen Tag gespielt wurde und wer den nun die Champions sind.

AFC Championship Game
Die San Diego Chargers sind bei den New England Patriots zu Gast aber natürlich nicht als Favorit angereist. Das Recht gehört dem Heimteam und speziell den Patriots welche in dieser Season noch kein einziges Spiel verloren haben. The perfect season (die perfekte Saison) bis jetzt also und soll es nach deren Willen wohl auch bleiben.

Die erste Hälfte haben die Chargers zwar Vorteile können aber keine touchdowns (7 Punkte) erzielen, lediglich drei field goals (3 Punkte). Und das sind im Resultat nur 9 Punkte. Die Patriots wiederum kommen zweimal in die redzone (die letzten 20 yards) der Chargers, erzielen jedoch zwei touchdowns und das sind 14 Punkte. Die Chargers sind somit gut im Rennen aber im Resultat halt trotzdem im Rückstand.

In der zweiten Halbzeit geht es im ähnlichen Stil weiter nur das jedes Team einmal zum Erfolg kommt. Für die Chargers wiederum "nur" ein field goal und die Patriots jedoch wieder ein touchdown. Die einfache Abrechnung zum Schluss 12:21 der mehr oder weniger glanzlose Sieg der Patriots und damit AFC Champion 2007 und Teilnehmer in der Super Bowl.

NFC Championship Game
Es war eiskalt in Green Bay. Das Spiel begann um die 0 Grad und im Verlauf der Partie sank das Quecksilber noch weiter bis um die -5 Grad -- in Fahrenheit wohlgemerkt! Ich habe einen Eintrag über Fahrenheit und man kann es dort nachlesen und anhand der Information umrechnen. Es sollte in etwa minus 18 Grad Celsius ergeben. Eine respektable Anzahl Spieler, die schweren Jungs an der Linie komplett, war aber in kurzen Ärmeln auf dem Spielfeld. Zum Glück wechseln sich die Linien des öfteren aus und vor allem ist die Offensive eines Teams beim Football auch nie gleichzeitig mit der Defensive auf dem Feld. Während diesen Verschnaufpausen sieht man die Spieler dann dicht eingehüllt in überdimensionierten Jacken. Es gab auch noch anderen hart gesottene unter den Fans. Zu denen aber am Schluss, erst das Spiel!

Dem Spiel merkte man die Kälte nicht, im Gegenteil. Jedes Team war wohl bemüht auf Touren zu bleiben. Klare Vorteile konnte jedoch keines der beiden Teams erzielen. Auch aus den kleinen Fehlern welche jedes Team fabrizierte konnte das gegnerische Team keine entscheidenden Vorteile erzielen. Vor allem in der zweiten Halbzeit.

Die Partie war nicht nur auf dem Spielfeld ziemlich ausgeglichen auch auf der Anzeigetafel war das Ergebnis immer etwa gleich und die Führung wechselte dauernd. Kurz vor Schluss schafften die Packers sogar den kompletten Ausgleich an Punkten. Auch wenn etwas unter Mithilfe des Gegners. Gegen Schluss der Partie hatte es der New York kicker Lawrence Tynes zweimal auf dem Fuss mit einem field goal je drei Punkte zu addieren. Den letzten davon sogar 4 Sekunden vor Schluss was so ziemlich das aus für die Packers und den Sieg bedeutet hätte für die Giants -- aber er verfehlt, wie auch den Schuss einige Minuten früher. Somit stand es immer noch unentschieden 20:20 und es ging in die overtime (Verlängerung). Wer die nächsten Punkte erzielt hat automatisch gewohnen und das Spiel ist entsprechend zu Ende.

Die Green Bay Packers hatten nach dem erneuten Münzenwurf das Recht zu beginnen was ihnen der Vorteil brachte als erste zu Punkten. Was ihnen aber wenig nützte den bereits im zweiten Spielzug warf der Quarterback Brent Favre einen Pass welcher von einem gegnerischen Spieler abgefangen wurde (interception) und die Packers mussten somit den Ball dem Gegner überlassen. Und das relativ tief in der eigenen Spielhälfte -- eine mittlere Katastrophe. Die defense der Packers kann zwar einen erheblichen Vormarsch der Giants und ein first down verhindert, was den Giants weitere vier Versuche ermöglicht hätte, aber natürlich nicht den Versuch eines field goals. Dank der interception waren sie in guter Position für einen Versuch auch wenn die Entfernung weiter war als in den letzten beiden Fehlversuchen. Und Lawrence Tynes liess bei diesem Versuch über 47 yards die Chance nicht ungenutzt -- für die Statistik weitere 3 Punkte.

Das nun offizielle Overtime Ergebnis von 23:20 bedeutet die Niederlage der Packers und macht die Giants zum NFC Champion 2007 und wir dürfen wirklich gespannt sein wie sie die perfect season der Patriots verhindern wollen in der Super Bowl XLII. Dazu müssen wir nun schreckliche 2 Wochen warten. Und danach mehr als 7 Monate bis es im September wieder losgeht mit der neuen Saison. Dann hoffe ich natürlich wieder auf die Dallas Cowboys.

Zum Abschluss, wie versprochen, noch was zu den Fans der Green Bay Packers -- genauer gesagt drei weibliche Fans. Irgendwann während der Partie hatte man im Fernseher plötzlich diese drei Fans gross im Visier und zum entsetzen wohl aller Zuschauer standen sie Freude kreischend da im Bikini Oberteil. Dem Analysten und Moderator (ex-Quarterback) Troy Aikman rutschte folgender Kommentar über die Lippen:
It makes me feel like a sissy (Damit fühle ich mich wie ein Jammerlappen).
Man kann den Mädels wirklich nur Respekt zollen. Ob das Bild welches ich hier rein gepflanzt habe nun tatsächlich von diesem Playoff Spiel stammt kann ich nicht beurteilen, den dieses und andere Bilder sind im Moment wie wild im Internet verteilt. Ich kann daher auch keine Urheber Angabe machen. Angeblich ziehen diese Fans diese Show immer wieder mal durch an einem Spiel. Trotzdem nochmals: Respekt -- bei 0 Grad Fahrenheit durchzuhalten mit der Show.

Dienstag, 15. Januar 2008

Wohnst du schon

Knüpfen wir an an das Thema "wohnen zur Miete in den suburbs", dass ich mit einer Einführung in das Leben in Suburbia begonnen habe -- nachzulesen in Teil 1 - Weshalb und Teil 2 - Wie. Und bevor wir loslegen wiederhole ich den Hinweis aus Teil 1.
Meine Erfahrungen im folgenden beziehen sich konkret auf den Grossraum von Austin, TX aber ich denke es sollte plus/minus auf andere Grossstädte so ab etwa 1 Mio. Einwohner auch zutreffen. Bei kleineren Städten und die gibt es natürlich auch, kann einiges aber anders aussehen. Auch wenn das hier zur Ausnahme irgendwie ein richtiger Ratgeber wird tut es mit Vorsicht geniessen. Thanks!
Also! Zur rent (Miete) gibt es einige Parallelen aber doch mehrheitlich Unterschiede zur alten Heimat. Da es im jeweiligen Markt hüben wie drüben wiederum selbst weitere Unterschiede hat werde ich vermeiden Vergleiche anzustellen sondern nur Fakten liefern wie ich sie erlebt habe. Die Unterschiede kann jeder selbst raussuchen. Ich spicke den Beitrag wie üblich auch mit den englischen Wörtern. Das hilft mir es zu verinnerlichen und mancher lernt das vielleicht gerne. Who knows?

Beginnen wir bei der Suche und was man üblicherweise vorfindet. Vorerst eine Parallele; es gibt sowohl private wie kommerzielle Anbieter und man kann in einem Appartement Komplex mieten oder gleich ein einzelnes Haus. Wir konzentrieren uns hier ausschliesslich auf apartment living.

Die Anzeigen der Privaten findet man eher oder ausschliesslich in der lokalen Zeitung in den classifieds (Anzeigen). Die Anzeigen der kommerziellen Anbieter findet man ebenfalls in der lokalen Zeitung allerdings hat es meistens an einem Wochentag (hier am Sonntag) eine Spezial-Beilage wobei es zur Mehrheit um Kaufobjekte geht aber eben auch zur Miete. Sehr beliebt aber natürlich auch mehrheitlich für den Kauf von Häusern sind die Gratismagazine. Ein sicherer Tipp die zu finden sind der örtliche Supermarkt. Beim Eingang hat es meistens diese Heftchen, also zugreifen und stöbern. Dann haben diese Anbieter meistens ihre eigene Website und die findet man, wenn nicht über die genannten Kanäle dann, natürlich über eine Google Suche. Dabei sollte man sich auf Webseiten über das lokale Unterhaltungsangebot konzentrieren und ein Zauberwort bei der Internet Suche heisst relocation guide (Umsiedlungsführer) plus den Namen für den Grossraum wo man sich niederlassen möchte. Dort gibt es mit Garantie einen speziellen Bereich wo die lokalen Anbieter ihre Werbung platziert haben. Ein Auge sollte man vor allem auch auf broker (Makler) haben. Die können sehr interessant und hilfreich sein. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich die unbedingt empfehlen. Warum sehen wir gleich später? Last but not least gibt es auch spezialisierte Datenbanken (zB ForRent) für Mieten.

Von den privaten Vermietern, wozu ich auch kleine Firmen wie zB Architekten oder Treuhänder (welche "nur" Private vertreten) zähle, habe ich in der alten Heimat schon genügend schlechte Erfahrungen gemacht und würde ich mir auch hier nicht antun. Da hat man zu oft mit einem geldgierigen und knausrigen landlord (Vermieter) zu tun welcher bei der Reparatur sparen will und das Gesetz auch noch selbst in die Hand nimmt. Hier der erste Pluspunkt für den broker -- die arbeiten vorwiegend (wenn nicht gar ausschliesslich) mit grossen Liegenschaften. Hier die Einschränkung: In kleineren Städten gibt es vielleicht nur wenige kommerzielle Vermieter.

Die kommerziellen Vermieter in grösseren Städten sind nun jene welche wie in Suburbia - Teil 2 beschrieben bei der Erschliessung dieser sub-divisions den Ton angeben. In der alten Heimat gibt es das eigentlich auch, dass ein grösseres Gebiet mit mehreren Wohnhäusern überbaut wird, irgend welche 200 oder mehr Wohneinheiten auf einem Gebiet sind. Solche Siedlungen findet man hier auch je näher man am Zentrum der Stadt ist -- und damit älteren Siedlungen. Aber diese Konzepte wollen wir uns nicht anschauen und damit ahnt ihr es schon; die neueren Überbauungen in den suburbs sind anders. Dieser Trend denke ich hat hier vor etwa 10 Jahren angefangen.

An dieser Stelle müssen wir etwas einfügen für das bessere Verständnis. Der Amerikaner ist aus Tradition ein Häuslebauer -- ihre Vorväter auf der Weg Richtung Westen hatten nichts anderes als unbebautes Land vor sich. Der Traum vom eigenen Haus daher nachwievor das ultimative Ziel. Die Home Improvement (Heimwerker)-Sendungen im Fernsehen wie bei Tim Taylor, dem Heimwerker König, sind allgegenwärtig. Zur Miete wohnt hier wirklich nur der Grossstadt Mensch in den Zentren an der Nordost-Küste wie zB in New York oder der Einwanderer -- besser gesagt Zuwanderer. (Der finanziell Schwache der für gar keine mortgage (Hypothek) mehr qualifiziert und dem nur die Miete bleibt, schliessen wir mal aus. Sonst müssten wir hier noch auf die gegenwärtige Hypotheken Krise zu sprechen kommen. Zumal er zur Miete bei den kommerziellen Anbietern auch noch abblitzen wird. Ein Grund mehr private Anbieter zu meiden. Das Leben ist hart in Amerika!) Wer in eine neue Stadt zieht kauft nicht gleich das erst beste Haus. Man schaut sich vorerst etwas um in welcher surburb es sich am besten Leben lässt und bis dahin wohnt man halt zur Miete. Die landlords haben es daher mehrheitlich mit tenants (Mietern) zu tun die quasi nur auf der Durchreise sind. Dauermieter wie in der alten Heimat dürfte es sehr wenige geben und dann wie erwähnt mehrheitlich aus Not.

Die neueren Siedlungen hier versuchen nun wirklich alles um diesen Trend zu brechen und ihre tenants wenn nicht zum Daueraufenthalter zu machen so doch wenigstens die Fluktuationsrate zu senken. Statt auf Profit möglichst viele dwellings (Wohnhäuser) hinzustellen wird grosszügig gebaut. Es gibt viel Grünfläche und die Abstände sind entsprechend gross. Der Grundriss einer Wohnung steht einem Haus kaum in etwas nach. Die Bezeichnung, im Sinn von Nummerierung, der Räume ist übrigens gleich wie bei den normalen Häusern. Ein wesentlicher Unterschied zu meiner alten Heimat. Vom living room (Wohnzimmer) und der Küche geht man einfach aus und zählt nur die bedrooms (Schlafräume) plus die Anzahl baths (Badezimmer). In den meisten neueren Siedlungen scheint mir das zweite bath ab resp. mit dem zweiten bedroom schon fast Pflicht. Ein halbes (1/2) bath ist ein restroom (Raum mit Toilette). Ein 3+2 sind ein Wohnzimmer, eine Küche, drei Schlafzimmer und zwei Badezimmer. Ab zwei bedrooms ist eines immer klar als der master bedroom (Haupt oder Eltern Schlafzimer) erkennbar und oft auch als solches definiert. Was die meisten bedrooms übrigens auch haben ist das walk-in closet -- der begehbare Kleiderschrank. C'est chic!

Alle Wohnungen welche ich besichtigt oder zumindestens die floor plans studiert habe verfügen auch über einen kleinen Raum mit Anschluss für washer (Waschmaschine) und tumble dryer (Tumbler). Kurzer Englischunterricht eingefügt: washer ist eine Abkürzung für washing machine und notabene auch das was im Deutschen die Unterlagsscheibe ist und man beachte beim Tumbler den Scheinanglizismus und Unterschied im Englischen. Zurück zur Wäsche: Diese Geräte bringt man selbst mit oder kann bei den meisten Vermietern welche mieten. Irgend einen gemeinsamen Waschraum gibt es wohl auf dem Areal müsste ich bei mir zB aber zuerst suchen. Er ist auf alle Fälle nicht vor Ort. Ansonsten ist alles vorhanden, dh die Küche ist komplett eingerichtet mit allen appliances (die grossen Geräte im speziellen für die Küche) wie Kühlschrank, Herd, Mikrowelle und Geschirrspülautomaten. Selbst der typische garbage disposal (Küchenabfallzerkleinerer) fehlt nicht. Dazu sind im voran gehenden Link die rechtlichen Aspekte in der EU noch interessant. Hier ist das kein Thema den die Abwasserentsorgung ist entsprechend ausgelegt. Habe ich eigentlich die Ventilatoren an der Decke und Licht in allen Räumen schon erwähnt?

Gut und schön denkt sich mancher, so viel anders ist das noch nicht, oder? Was die eigenen vier Wände angeht ja aber die meisten neueren Anlagen bieten nun wirklich noch einiges mehr. Ob sich der Durchschnittsmieter in Amerika davon beeindrucken lässt, im Sinne von "da bleib ich wohnen bis ich sterbe", steht auf einem anderen Blatt. Beginnen wir damit was am ersten auffällt wer so eine Liegenschaft besucht und sich eine Wohnung ansehen will.

Die Verwaltung hat ein eigenes Gebäude meistens als Club House oder ähnliches bezeichnet. Da die Fluktuation der Mieter wohl wirklich hoch ist und die Anlagen meistens um die 300 oder mehr Wohneinheiten haben arbeiten die Berater gleich vor Ort -- man könnte sich also im Prinzip unangemeldet informieren. Diese Berater fahren einem dann mit einem Golf Cart (also so ein Personenwagen wie auf einem Golf Kurs) durch die Anlage und zeigen entweder das zur Verfügung stehende Objekt oder haben extra eine Wohnung hergerichtet für Besichtigungen. Das Club House hat dann meistens noch einiges mehr zu bieten. Ein grosszügiger Aufenthaltsraum (daher wohl die Bezeichnung Club House) mit einem Billard Tisch und natürlich diversen Sesseln und kleiner Küche mit allem nötigen habe ich überall vorgefunden (was man notabene für Parties reservieren und mieten kann) sowie einem Mediaraum mit Fernseh auf Grossleinwand oder ähnlichem, Computer mit Internetanschluss, Fitnessraum, Sauna, Concierge Service and whatnot. Fast jede Anlage hat ausserhalb vom Club House noch weiteres zu bieten angefangen beim fast obligatorischen Swimming Pool und Fitnessraum bis hin zu Beach Volleyball Court und einmal sogar einem Hundepark wo man seinen pooch (Köter; aber nett gemeint) mit Artgenossen spielen lassen kann. Obwohl selbst Hundebesitzer habe ich mich ernsthaft gefragt ob ich oder sonst jemand das macht.

Wer nun zB in Austin etwas sucht ist mit all dem Angebot fast etwas überfordert und ich kann daher wie erwähnt die Hilfe eines broker empfehlen. Und es gibt noch einen Bonus, sprichwörtlich. Die Vermieter zahlen eine Prämie an diese broker für eine Vermittlung und je nach Marktsituation sind die broker sogar bereit dem Mieter etwas zurück zu geben. In meinem Fall bekam ich $150 dafür das ich ihre Hilfe in Anspruch nahm -- und es war echt genial. Ich habe ihr mitgeteilt welche Gegend ich vorziehe, welchen Preisrahmen und einige Randbedingungen wie Anzahl Zimmer, Parkplatz und natürlich meinen Hund. Sie hat mir eine Liste von 4 Angeboten zusammengestellt und ist die mit mir an einem Nachmittag abgefahren. Aus den geplanten 2 Stunden sind dann halt satte 4 geworden aber insgesamt am Schluss hatte ich Zeit gespart, Geld kassiert und die sprichwörtliche Qual der Wahl.

Es gäbe sicher noch einiges mehr zu berichten aber lassen wir es vorerst dabei bewenden. Einen weiteren Beitrag werde ich noch nachschieben mit einigen Informationen oder Wissenswertem im vertraglichen Sinne. Da gibt es auch einige Spezialitäten auf welche man gefasst sein muss weil man das so in der alten Heimat wohl nicht kennt.

Sonntag, 13. Januar 2008

Woche 02/2008 - Rückblick

Ein kurzer Rückblick in die Medien und aufs Wetter. Den Sport lassen wir aus, den hatte ich schon separat erledigt. Der Frust mit den Cowboys sitzt mir auch noch im Hirn.

Leichter als Wasser
Ein Leck in einer Wasserleitung hat etwas Licht gebracht in die Vergangenheit von Austin und einige Geschäfte mussten für einige Zeit ihren Betrieb einstellen. Aus Angst vor Feuer hatte man früher Öltanks für Beleuchtung (man staune) und Heizung im Boden gelagert. In den meisten Staaten ist dies seit längerem nun nicht mehr gestattet aber man vermutet dass es noch unzählige solcher stillgelegten Tanks in den Böden hat.

Mitten in Stadtzentrum von Austin hat nun Wasser aus einem Rohrbruch solch einen vergessenen Tank geflutet und das Öl ist an die Oberfläche gesprudelt und in die Regenwasser Kanalisation geflossen was wiederum in einen Bach abgeleitet wird. Um den Schaden zu beheben musste die Wasserversorgung für einige Gebäude eingestellt werden und Geruchsemissionen waren natürlich in der Gegend auch zu beklagen. Man vermutet, dass der Tank und das Öl im besagten Falle gute 100 Jahre alt ist. Wem der Tank gehört und wer dann wohl letztendlich sogar noch für den Schaden aufkommen muss ist bis dato offen. Der Tank liegt exakt zwischen zwei Gebäuden und es ist unklar welches oder ob allenfalls beide Gebäude damit versorgt wurden. Solche Tanks sind die sprichwörtliche Leiche im Keller wenn man ein altes Gebäude kauft.

Gemäss Schätzungen geht man davon aus, dass der Tank sogar noch ziemlich gut gefüllt war. Vermutlich hat jemand auf eine Ölkrise gehofft und wollte einen Gewinn machen. Daraus ist nun wohl nichts geworden.

I'll be back
Der legendäre Satz gestammelt von Arnold Schwarzenegger, alias dem Terminator, wird wahr. Seit längerem bringt der Sender FOX seltsame Anspielungen auf den Terminator, dass er bald im Fernsehen kommt. Nun wissen wir seit kurzem mehr, es gibt nun wirklich eine Serie bei FOX zu sehen: "Terminator: The Sarah Connor Chronicles".

Ich weiss ja nicht. Irgendwie liegt der Sinn oder die Hoffnung darin, dass man diese Maschinerie aus der Zukunft irgendwie in der Gegenwart abwürgt. Vor allem im zweiten Film (Judgement Day) gab es Hoffnung aber Teil 3 hat uns vom Gegenteil überzeugt. Wobei da kann ich nicht mitreden. Den letzten aller Nöldis habe ich noch gar nicht gesehen. Anyways, nun haben wir eine TV-Serie und in der spielt er auch gar nicht mit denn er hat wichtigeres zu tun jetzt. Ich weiss nur nicht ob ich mir das antun soll, im doppelten Sinne. Einerseits etwas das nach einem Ende schreit aber doch nie endet und andererseits natürlich eine Serie mehr in meinen sonst schon gestressten Fernsehkalender aufnehmen. Am Sonntag ist Premiere und am Montag folgt gleich der zweite Teil. Jeweils Montags gehts weiter und weiter und weiter und weiter. Irgendwie kommt mir der Terminator vor wie ein VW Käfer. Er läuft und läuft und läuft und läuft und ...

Programmiert auf meinem digitalen Recorder hab ich es auf alle Fälle schon einmal. Dann kann ich mir die beiden ersten Folgen gleich hintereinander anschauen. So richtig Begeisterung und die grosse Erwartung habe ich zwar nicht.

Wie immer
Das zum Wetter. Mehrheitlich schön, nicht warm aber angenehm. Von mir aus kann der Sommer kommen. Auf die paar vereinzelten kalten Tage die wahrscheinlich noch kommen kann ich eigentlich dankend verzichten.

Divisional Playoffs 2007

Nun gehen die Football Spiele in der NFL in die entscheidende Phase -- die Divisional Playoffs in der AFC und NFC bilden den Auftakt. Wer nicht auf dem laufenden ist wie es zu diesen Spielen kommt muss ein paar Tage zurück blättern. Kurz zusammengefasst; die Divisional Playoffs welche an diesem Wochenende gespielt werden sind die Halbfinale in den beiden Conferences der NFL. Der Final sind dann die Championship Games und die beiden Champions gehen in die Super Bowl. Wie andernorts schon erklärt, die Spiele an diesem Wochenende beziehen sich auf die letzte Regular Season, man spricht daher an diesem Wochenende vom Playoff 2007 (und nicht 2008).

Gestern Samstag in der NFC waren die Seattle Seahawks bei den Green Bay Packers zu Gast und als erste am Zug. Und der Start für die Packers war katastrophal. Kaum vier Minuten waren gespielt und Ryan Grant hatte zwei fumble (Ballverlust) produziert und die Seahawks vermochten umgehende zu Punkten - 14:0 das Resultat auf der Tafel. Die Packers liessen sich davon und auch dem einsetzenden Schneegestöber aber nicht beirren und das Quarterback-Fossil Brett Favre marschierte mit seiner Offensive ab dann unwiderstehlich vorwärts und die Defensive verhinderte solches bei den Seahawks. Das Resultat 20:42 am Schluss ist für die Seahawks ernüchtern. Es zeigt deutlich, sie brachten keine weiteren touchdowns zustande -- nur noch 2 fieldgoals. Der Favorit hat sich durchgesetzt und das Märchen mit Brett Favre geht weiter.

In der AFC geht es wie erwartet mit den New England Patriots weiter, dh wir machen es kurz, sie haben gewonnen. Und sie waren nahe zu perfekt. Das einzig erstaunliche war wie lange die Jacksonville Jaguars mitgehalten haben, also eigentlich auch fast perfekt waren. Bis zur Halbzeit (14:14) waren sie absolut ebenbürtig und auch im letzten Viertel gab es kaum was zu bemängeln. Lediglich im dritten Viertel hatten sie einen turnover (Ballabgabe) und zweimal konnte der receiver (Empfänger) einen Pass nicht halten welcher das Spiel wohl ausgeglichen hätte. Hätte, wäre, wenn und aber -- gegen die Patriots nützt das alles nichts -- 20:31 das Schlussergebnis.

Heute Sonntag geht es mit den beiden anderen Partien weiter.

Als erstes geht es in der AFC los mit den San Diego Chargers die eine theoretische Chance haben bei den Indianapolis Colts. Der Favorit sind aber die Colts mit Quarterback Payton Manning -- notabene die letztjährigen Super Bowl Champions. Das erste Viertel geht an die Colts und die Chargers müssen froh sein nicht schon ein grösseres Defizit zu haben den die Colts haben nicht wirklich Punkte gesammelt und können damit nicht zufrieden sein. Das Spiel geht ab dann ausgeglichen weiter und beginnt langsam zu drehen. Im dritten Viertel bekunden die Colts weiterhin Mühe die Chargers unter Kontrolle zu halten und bringen in der eigenen Offensive auch nicht den nötigen Druck. Zwei fantastische touchdowns für die Chargers sind das Resultat und nur einer für die Colts. Mit 21:17 gehts ins letzte Viertel und für die Colts noch ein hartes Stück Arbeit wollen sie ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Obwohl sie weiterhin eigentlich Vorteile haben können sie es nicht in Punkt umwandelt im Gegensatz zu den Chargers. Und mit dem Schlussresultat von 28:24 haben sich die Colts von den Chargers übertölpeln lassen.

Zum Abschluss von diesem Divisional Playoff Wochenende kommt es mit dem NFC Knaller -- den New York Giants die bei meinem Team zu Gast sind, den Dallas Cowboys. Die Prognosen sind komplett offen, die Stimmung ist gemischt. Die Cowboys haben ausgerechnet in den letzten paar Spielen nicht mehr so überzeugt dafür die Giants umso mehr. Die erste Halbzeit ist komplett ausgeglichen. Kleine Fehler auf beiden Seiten die sich ausgleichen, ansonsten beide Teams sehr solide in allen Bereichen. Entsprechend geht es im dritten Viertel weiter die Cowboys setzen sogar die Dummheit der ersten Halbzeit fort, dass sie in den falschen Momenten Fouls begehen die sie auf ihrem Weg in die Endzone behindert oder dem Gegner es erleichtern fortzuschreiten. Der Unterschied deshalb bis kurz vor Schluss sind ein fieldgoal von Dallas gegen ein touchdown von New York, 4 teuflische Punkte Differenz zugunsten der Giants -- für die Cowboys muss zwingend noch ein touchdown her. Sie versuchen alles bis zur letzten Sekunden und dem letzten Pass aber es soll nicht sein. Die Giants gewinnen in einem hart umkämpften Spiel 21:17. Es hätte aber auch genau umgekehrt sein können. Hätte, wäre, wenn und aber -- auch hier, es nützt nichs.

Schauen wir uns also nächstes Wochenende die Championship Games 2007 an mit den New York Giants gegen die Green Bay Packers in der NFC und den San Diego Chargers gegen die New England Patriots in der AFC. Dabei hätte ich doch so gerne die Cowboys gegen die Packers geschaut. Dang it!

Donnerstag, 10. Januar 2008

Suburbia - Teil 2

Nachdem wir aus Teil 1 wissen wie ich darauf komme und wieso es suburbs gibt schauen wir uns an wie sie entstehen plus noch ein paar andere Dinge drumherum. Wer Teil 1 noch nicht gelesen hat also unbedingt einen Tag zurückblättern.

Vor den Toren der Stadt wird zuerst die Haupt- und Verbindungsstrassen erschlossen was zuweilen etwas irritierend wirken kann wenn ansonsten noch kaum was gebaut wurde. Wer auf solch eine Strasse gerät fragt sich verwundert wofür hier eine halbe Autobahn gebaut wird. Entlang dieser Strassen werden als erstes fast ausschliesslich Gebäude gebaut in welchem sich Geschäfte niederlassen welche der zukünftigen Bevölkerung etwas verkaufen wollen. Eigentliche Industriegebiete wo produziert wird haben ihre eigenen Zonen. Dazu haben die Städte ihre Zonen Plänen. Die Geschäfte haben entweder ihr eigenes einzelnes Gebäude oder es sind kleinere malls (Einkaufszentren). Wenn das Zentrum nur eine Art Balken oder ein strip (Streifen) ist mit einigen Geschäften drin verwendet man den Begriff strip mall. Parkplätze stehen natürlich auch genügend zur Verfügung. Diskussionen wie viele Parkplätze ein Geschäft oder Zentrum maximal zur Verfügung stellen darf gibt es wohl nicht. In der alten Heimat limitiert man das aus angeblich Umweltschutz Gründen. Paradoxerweise nimmt man dafür Staus in Kauf und lässt die Kunden stundenlang kreisen auf der Suche nach einem freien Platz. Diese Logik begreife ich bis heute nicht. Anyways, hier geht es ja um Amerika -- da ist Mobilität Trumpf.

Hinter der Hauptstrasse sind dann meist die riesigen Gebiete mit entweder Einfamilienhäusern oder eben Appartement Siedlungen. Die Unterteilungen oder erschlossenen Gebiete werden oft als sub-divisions bezeichnet und im Falle von Wohnraum spricht man gerne von communities (Gemeinschaften) oder von village, was übersetzt eigentlich ein Dorf ist. Dank Satelliten Bildern im Internet kann man heutzutage diese sub-divisions abseits der Hauptstrassen sehr gut erkennen. Aus Google maps habe ich ein Parade Beispiel von Las Vegas. Um die Dimension etwas zu begreifen beachte man als Vergleich den Flugplatz, McCarran International Airport und etwas reinzoomen lohnt sich auch. Gleich links vom Flughafen Richtung Nord beginnt übrigens der Strip mit all den grossen Casinos.

Interessant ist ja folgendes und gilt notabene nicht nur unbedingt für Grossstädte. Der einfache Amerika Tourist bewegt sich unbemerkt in den suburbs (oder eben einer Kleinstadt) aber mehrheitlich auf den Hauptstrassen und staunt das an jeder Ecke ein McDonald's und gleich daneben ein BurgerKing steht. Was dahinter oft für riesige Wohnflächen sind und wieviele Menschen dort wohnen entzieht sich seiner Kenntnis. Zurück in der Heimat erklärt er mit Bestürzung wie viele Hamburger Restaurants er gesehen hat. Und überhaupt dann all die Geschäfte. Wer sich dort übrigens hinein wagt muss froh sein wenn er den Weg wieder raus findet -- also eine sub-division meine ich, nicht die Burger Bude oder Geschäfte. Vor allem haben diese Gebiete oft was man hier so schön französisch cul-de-sac nennt, Sackgassen. Ich habe schon einige Male gedacht ich könnte eine Abkürzung nehmen quer durch. Wer sich nicht auskennt, nix da!

Das Leben in den suburbs hat natürlich einen grossen Plus Punkt. Das Land vor den Städten ist meistens relativ billig und somit sinken die Preise fürs Wohnen merklich mit jeder Meile entfernt von downtown. Diese Unterschiede gibt es in der alten Heimat auch nur waren sie nicht so gravierend und wenn es dann wirklich günstiger war lebte man aus Sicht der Grossstädter am Arsch der Welt.

Der negative Punkt am Leben in den suburbs ist natürlich der Verkehr da ein Grossteil der Arbeitsplätze im Zentrum der Stadt konzentriert ist. Morgens wollen alle ins Zentrum und Abends umgekehrt aus dem Zentrum raus. Wiederum andere haben ihren Arbeitsplatz zwar nicht im Zentrum aber wohnen nicht im selben Viertel. Die müssen sich dann quer zum anderen Verkehr durchkämpfen. Eine Route welche meistens nicht gleich gut mit Schnellstrassen erschlossen ist. Der öffentliche Verkehr hat mit dieser Entwicklung auch seine Probleme. Effizient ist er hauptsächlich in einem dicht besiedelten Zentrum oder Satellitenstädte welche über eine Schnellverbindung die Massen in die Stadt pumpen. Je grösser eine Stadt wird und hier halt auch noch grossflächiger umso umständlicher wird es dies zu erschliessen für die Leute am Rande der Stadt.

Levittown auf Long Island bei New York galt um 1950 als die erste suburb und ist heute praktisch der Standard bei der Stadtplanung. Heutzutage kommt nun auch der Benzinpreis und das Umweltdenken ins Spiel und man ist sich bewusst, dass man sich mit dieser Entwicklung der Städte in den letzten 50 Jahren in eine schwierige Situation gebracht hat. Der Ausweg ist eigentlich klar aber natürlich gar nicht einfach. Man liesst und hört des öfteren, dass man wieder näher am Zentrum leben soll und will. Suburbs sollen zukünftig out sein dafür ist nun downtown living absolut In. Entsprechend hat hier in Austin ein Bau Boom an Hochhäusern stattgefunden im Zentrum. Die Investoren hoffen, dass sich viele Leute nun lieber eine Wohnung im Zentrum leisten als ein günstiges Haus oder eine Wohnung in den suburbs. Wer im Zentrum arbeitet und ein entsprechendes Einkommen hat mag das wollen. Viel schlimmer ist ein anderer Punkt. Die Preise sind soweit ich das bis jetzt gesehen habe happig und zudem zielen sie auf Verkauf und nicht Vermietung. Um die Mehrkosten auszugleichen müsste für manchen der Benzinpreis vermutlich noch etwa $1/Gallone mehr steigen. Von der Einschränkung in Wohnfläche und anderen Annehmlichkeiten auf dem Lande ganz zu schweigen. Da ich nicht im Zentrum arbeite lässt mich das alles im Moment mehr als kalt.

In knappen Worten ist das in etwa das allgemeine amerikanische Leben im Sinne von Wohnen in einer amerikanischen Grossstadt und den suburbs. Beim nächsten Eintrag gibt es Informationen wie man zu einer Wohnung kommt in einer Grossstadt und was ein solches Mieter Leben in den suburbs "üblicherweise" erwarten darf.

Mittwoch, 9. Januar 2008

Suburbia - Teil 1

Eine kleine Einschränkung bevor es los geht. Meine Erfahrungen im folgenden beziehen sich natürlich konkret auf den Grossraum von Austin, TX aber ich denke es sollte plus/minus auf andere Grossstädte so ab etwa 1 Mio. Einwohner auch zutreffen. Bei kleineren Städten und die gibt es natürlich auch, kann einiges aber anders aussehen. Auch wenn das hier zur Ausnahme irgendwie ein richtiger Ratgeber wird tut es mit Vorsicht geniessen. Thanks!
Und wieder einmal die altbekannte Weisheit "wie die Zeit rennt" oder fliegt wie im Englischen -- time flies. Im Englischen vergeht die Zeit ausschliesslich im Fluge und rennen tut sie höchstens davon -- time is running out.

Mitte nächster Woche ist es genau ein Jahr her seit ich die Wohnung gemietet habe, kurz darauf auch eingezogen bin und noch eine Woche später der Container aus Übersee angeliefert wurde. Das Jubiläum wäre hier im Blog nicht erwähnenswert wenn es nicht mit einer kleinen Besonderheit in Amerika verbunden wäre. Mietverträge für Wohnung werden auf Zeit abgeschlossen und Wohnsiedlungen können hier auch etwas anders aussehen. Da ich heute meinen Vertrag erneuern habe benutze ich die Gelegenheit und versuche die Verhältnisse im Mietwesen etwas zu erläutern.

Während dem Schreiben ist mir dann aber aufgefallen, dass man die Miete nicht ganz so einfach erklären kann ohne etwas über das normale Leben zu wissen, im Sinne des Wohnens und Strukturen von Städten in Amerika. Es gibt ja nicht nur die vertragliche Seite sondern auch, nennen wir es mal, den sozialen Aspekt. Oder das tägliche Leben. Zuerst also das tägliche Leben in einem Teil 1 und Teil 2 und dann in einem späteren Blogeintrag etwas "juristisches Gesülz" und Fleisch am Knochen zur Miete in Suburbia.

Für das Wohnen speziell in grösseren Städten muss man wesentlich unterscheiden zwischen downtown resp. inner city (Innenstadt) und "auf dem Lande". Bei letzterem spricht man hier dann gerne von den suburbs. Auch wenn es fast ausschliesslich aus Hochhäusern wenn nicht gar Wolkenkratzern besteht hat das downtown living hier für mich sehr viel ähnlich mit der generellen Wohnungssituation und Mietverhältnissen in der alten Heimat. Einzigartig aber sind die Verhältnisse in Amerika mit der Miete in den suburbs und die kenne ich so aus der alten Heimat nicht. Und da ich nun zur Miete bin in den suburbs denke ich muss ich zuerst versuchen zu erklären: Was sind suburbs genau?

Diese suburbs sind etwas typisch Amerikanisches weil es eigentlich nur hier möglich ist. Die Städte wachsen von Innen nach Aussen den vielerorts sind es bis zur nächsten Ortschaft einige Dutzend wenn nicht hunderte von Meilen. Die Strassen dorthin also in oder aus den Städten die vier Himmelsrichtungen. Ich weiss es hat meistens schon noch mehr aber so grob in etwa sieht die Situation halt aus. So grob betrachtet hat Austin zB sogar nur gerade 2 Verbindungen in Richtung Süd und Nord -- die Interstate 35. Im Norden werden Round Rock, Georgetown sowie leicht westlich versetzt noch Cedar Park als Vororte langsam annektiert. Im Süden ist praktisch Funkstille. Richtung Ost und West beginnt Freiheit und Abenteuer. In der alten Heimat gibt es viel mehr dieser kleinen Ortschaften rund um die Grossstädte und sie wachsen vermeintlich unabhängig. Zwischen ihnen und den Städten fliessen die Pendlerströme -- to commute nennt sich das im Englischen. Städteplaner nennen sowas glaube ich Satelliten-Städte was nun nicht einer suburb entspricht.

Man muss sich hier wirklich immer wieder die Dimension vor Augen halten. In Texas halt noch extremer als anderswo aber trotzdem. Ausserhalb der meisten Städte ist freies Land. Zwar in Besitz von jemanden aber weit und breit keine Grenze zu einer anderen Ortschaft. Viele Firmen zieht es ins Zentrum und das Wachstum für die Bevölkerung findet am Rande dieser Städte in relativ grossen Einheiten statt, die Grundstücke welche erschlossen werden sind meistens gross. Im Vergleich zur alten Heimat muss man manchmal sogar sagen riesig.

Somit wissen wir nun einmal wie es zu den suburbs kommt. Wie sie entstehen und wie sie etwa aussehen gibt es im nächsten Teil.

Wer in Englisch lesen mag (oder kann), ich habe noch einen Artikel gefunden bei The Next American City mit interessanten Überlegungen zu Suburbia.

Sonntag, 6. Januar 2008

Woche 01/2008 Rückblick

Auch im neuen Jahr mache ich weiter mit etwas Rückblick durch meine lokale Zeitung, sonstige Nachrichten sowie etwas Sport und Wetter in der vergangenen Woche.

Vielen Dank, Dan
In der Zeitung fand ich einen Aufruf des FBI. Man ist auf der Suche nach Dan Cooper. Das interessante daran? Er wird gesucht seit 1971. Damals war er an Bord einer 727 und hat gedroht das Flugzeug zu sprengen. Irgendwo hat man ihm dann $200,000 Lösegeld übergeben und musste ihn vorerst weiterfliegen lassen. Beim Flug über die Kaskaden im Nordwesten von Amerika hat er sich, was bei dem Flugzeug Typ wohl möglich war, mit einem Fallschirm aus dem Staube gemacht. Das FBI glaubte damals zwar, dass er den Sprung nicht überlebt hat aber gefunden hat man weder die Leiche noch das Geld. Demzufolge gilt der Fall halt noch als ungelöst. Der Name Dan Cooper ist im übrigen ein Synonym den man kennt nicht einmal seinen richtigen Namen. Viele der Sicherheitsanforderungen die wir als Passagiere erdulden müssen haben unter anderen auch durch ihn seinen Anfang genommen. Vielen Dank dazu kann man nur sagen.

Wirtschaftsflüchtlinge
Interessante kleine Trend Analyse in der Zeitung. Leute aus Kalifornien welche nach Central Texas gezogen sind. Angezogen durch tiefere Immobilien Preise und Arbeitsplatz Angebot.
2002 - 3355
2003 - 3285
2004 - 3861
2005 - 5186
2006 - 7897
Für 2007 könnte ich mir vorstellen wird die Zahl schon fünfstellig. 2006 sind insgesamt 24,386 Personen in die Region gezogen aus anderen Regionen in Amerika. Ob ich da wohl mit eingeschlossen bin?

Selbst die Franzosen ...
... haben nun wohl das Rauchen aufgegeben. Zumindestens in den Bars und Restaurants. Ich weiss nicht ob ich mehr über die Nachricht selbst überrascht war oder, dass es hier in der lokalen Zeitung einen richtig grossen Artikel dazu gab. Notabene im Business Teil.

Das Wunder von New York
Gab es das in der alten Heimat auch zu lesen? Passiert ist es angeblich am 7. Dezember aber erst gegen Ende dieser Woche ging es hierzulande durch alle Nachrichten. Ein Fensterputzer ist in New York im Hängegerüst zusammen mit seinem Bruder 47 Stockwerke in die Tiefe gestürzt. Während sein Bruder wie erwartet Tod war hat er überlebt und ist nun gemäss den Ärzten auf dem besten Weg einer vollen Genesung. Es dürfte folglich nicht mehr lange dauern bis er hier durch alle Fernseh-Shows geschleust wird und von seinem Sturzflug berichten darf.

Wildcard Games
Wie es im Football mit den Playoffs abläuft habe ich in den letzten beiden Beiträgen erläutert. Wer das gelesen und auch verstanden hat weiss, dass an diesem Wochenende die sogenannten Wildcard Games statt fanden. Im folgenden die Spiele mit den Ergebnissen und damit es allen klar ist, das Team in fetter Schrift ist jenes welches in der Divisional Round antreten muss und natürlich auch wann gegen wen.

American Football Conference (AFC)
  • Jacksonville Jaguars (5) - Pittsburgh Steelers (4) - 31 : 29
    am kommenden Samstag um 8pm ET gegen die New England Patriots (1)
  • Tennessee Titans (6) - San Diego Chargers (3) - 6 : 17
    am kommenden Sonntag um 1pm ET gegen die Indianapolis Colts (2)
National Football Conference (NFC)
  • New York Giants (5) - Tampa Bay Buccaneers (4) - 24 : 14
    am kommenden Sonntag um 4:30pm ET gegen die Dallas Cowboys (1)
  • Washington Redskins (6) - Seattle Seahawks (3) - 14 : 35
    am kommenden Samstag um 4:30pm ET gegen die Green Bay Packers (2)
Die Prognosen für das kommenden Wochenende in der AFC sind eigentlich klar. Die Patriots und die Colts sollten wenn alles mit rechten Dingen zugeht in den Final kommen.

In der NFC wird es schwierig vorherzusagen. Die Cowboys, für welche ich mitfiebere, haben in den letzten Spielen nicht wirklich überzeugt und zudem ist die Verletzung und damit der Start ihres Star Wide Receiver's Terrell Owens fraglich. Die Giants wiederum waren nicht immer überzeugend aber solide. Den Ausfall von Jeremy Shockey haben sie bisher gut verkraftet.

Und was kann man zu den Packers sagen? Dem Quarterback Fossil Brett Favre muss man einfach alles zutrauen in dieser Season. Er sieht zwar aus wie wenn er die Besten Tage schon im letzten Jahrhundert hatte aber er sammelt munter Punkte und übertrumpfte in dieser Season einen Rekord nach dem anderen und steht kurz davor weitere Rekorde, namentlich noch solche von Dan Marino, zu übernehmen und in den wichtigsten Kategorien der alleinige Titelhalter zu sein für eine lange Zeit. Ein Sieg wäre ihm also sicher zu gönnen aber mit den Seahawks scheint es mir haben sie kein leichtes Spiel. In der NFC bleibt also alles ziemlich offen. Wir werden sehen und uns überraschen lassen (müssen).

Zum Schluss das Wetter
Schön, angenehm mild und gegen Ende der Woche sogar richtig gehend warm mit Temperaturen über 70 Grad Fahrenheit. Lediglich anfangs der Woche hatten wir zwei Nächte mit Frost. Aber das konnte ich verschmerzen.

Freitag, 4. Januar 2008

Der Weg zur Super Bowl XLII - Teil 2

Nachdem wir im Teil 1 gelernt haben wieso wir die Super Bowl haben kommen wir also zur Frage; wie kommt ein Team in die Super Bowl oder wie werden sie zum Sieger ihrer Conference?

Wie im Teil 1 angedeutet tragen die Teams mehrheitlich die Spiele innerhalb ihrer Conference aus. Betonung auf mehrheitlich! Es werden jedoch 4 der insgesamt 16 Spiele gegen ein Team der anderen Conference ausgetragen. Schauen wir so eine Conference etwas genauer an. Jede Conference ist aufgeteilt in vier Divisions mit je 4 Teams. Das bedeutet wir haben 2 Conferences mit je 4 Divisions und je 4 Teams; also insgesamt 2 x 4 x 4 = 32 Teams in der NFL. Die Divisions tragen die Namen der Himmelsrichtungen aber so super genau stimmt das nicht wie man auf der Grafik im Link sieht.

Im folgenden habe ich die Formel für den Spielplan noch eingedeutscht. Innerhalb einer Division spielen die Teams zweimal gegeneinander (= 6 Spiele). In einem jährlichen Zyklus spielt jedes Team einer Division gegen alle Teams einer anderen Division je ein Spiel (= 4 Spiele) plus von den verbleibenden zwei Divisions je ein Spiel gegen den gleich Platzierten in der letzten Season (= 2 Spiele). Die 4 Spiele ausserhalb der Conference finden ebenfalls in einem jährlichen Zyklus statt gegen alle Teams einer Division.

Für uns und den Weg in die Super Bowl ist vor allem wichtig, dass jede Division am Schluss einen Sieger hat, also total 4 Teams in jeder Conference. Innerhalb jeder Conference werden diese 4 Teams auch noch aufgrund ihrer plus-minus Bilanz und allenfalls den Resultaten welche sie gegeneinander erzielt haben bewertet. Dazu gibt es keine eigentliche Tabelle aber diese Wertung ist wichtig. Einerseits wichtig weil der höher platzierte immer Heimrecht geniesst und der 3 und 4 Platz noch ein Spiel mehr austragen müssen gegen die sogenannten Wildcard Gewinner -- etwas frei übersetzt, eine Freikarte.

Diese Wildcard Gewinner werden üblicherweise als Plätze 5 und 6 bezeichnet was nicht ganz korrekt ist wie wir gleich sehen werden. Ermittelt werden sie aus den verbleibenden 3 Teams in jeder der 4 Divisions -- in jeder Conference getrennt, ich hoffe das versteht sich mittlerweile. Die Bewertung erfolgt wie zuvor beim 1. zum 4. der Divisions Sieger allerdings kommen nun nur noch die beiden Ersten zum Zuge. Daher 5. und 6. Platz aber es ist rein theoretisch, denn ...

... rein theoretisch könnte somit über eine ganze Conference betrachtet ausser Platz 1 alle anderen Teams der ersten 4 schlechter platziert sein als diese Plätze 5 oder 6 aber da sie in ihrer Division trotzdem Erste sind haben sie ihren Platz unter den ersten 4 auf sicher. Das hat nachwievor Vorrang. Die Wildcards sind daher ganz interessant wie wir in folgendem Fall in dieser Season sehen. In diesem Jahr haben wir in der AFC South und der NFC East zum Beispiel die interessante Konstellation, dass aus diesen Divisions nebst dem Sieger noch 2 weitere Teams in die Postseason gehen. In der AFC South haben die Jacksonville Jaguars als fünfte und die Tennessee Titans als sechste innerhalb der Conference noch Hoffnung auf die Playoffs. In der NFC East sind es die New York Giants (fünfte) aber auch noch die Washington Redskins (sechste).

Machen wir das Bild komplett für diese Season 2007. Hier auch nochmals der Hinweis wie früher schon mal erklärt. Es geht jetzt um die Playoffs 2007 und auch die Super Bowl 2007. Die 2008 Serie beginnt erst 2009.

American Football Conference (AFC)
  1. New England Patriots (East)
  2. Indianapolis Colts (South)
  3. San Diego Chargers (West)
  4. Pittsburgh Steelers (North)
  5. Jacksonville Jaguars (South)
  6. Tennessee Titans (South)
National Football Conference (NFC)
  1. Dallas Cowboys (East)
  2. Green Bay Packers (North)
  3. Seattle Seahawks (West)
  4. Tampa Bay Buccaneers (South)
  5. New York Giants (East)
  6. Washington Redskins (East)
Am kommenden Wochenende beginnen nun die Wildcard Games, dh der jeweils 3. spielt gegen den 6. und der 4. gegen den 5. ein Spiel. Ein Spiel entscheidet alles und der Verlierer geht in die Ferien. Das Spiel findet jeweils im Stadion des 3. oder 4. Platzierten statt. Der Sieger kommt dann in die eigentlichen Playoffs welche in einer Woche beginnen wobei der vormals besser Klassierte gegen den 2. und der schlechtere gegen den 1. spielen muss. Wer bis hierher alles unheimlich kompliziert fand kann sich langsam entspannen. Ab nun wird es relativ einfach.

An diesem Wochenende entscheidet dann wieder ein Spiel alles. Je Conference haben wir folglich so etwas wie 2 Halbfinale, bezeichnet werden sie aber als Divisional Round und der Sieger kommt ins Final, aber nennt es das AFC respektive NFC Championship Game. Per Definition sind dies somit auch nicht die Halbfinale der Super Bowl wie man dies fälschlicherweise immer wieder mal hört oder liest. Der Sieger dieser zwei Spiele ist einerseits der Champion in der jeweiligen Conference und anderseits natürlich der Teilnehmer in der Super Bowl.

Im Fernsehen werden natürlich alle diese Spiele Live gezeigt und die Conferences im übrigen von zwei Sendern separat übertragen. Die Spiele der NFC gehen über den Sender vom FOX Network und die der AFC werden vom CBS Network ausgestrahlt.

Die Super Bowl findet dieser Jahr in Glendale, Arizona statt am 3. Februar. Die Austragungsstätte wird schon Jahre im voraus bestimmt und ähnlich wie bei Olympia oder der Fussball WM selektioniert. Städte geben ihre Offerten an die NFL ab und die entscheidet dann aufgrund gewisser Kriterien. Die Super Bowl XLV im Jahre 2011 (für die Season 2010) findet dann zB in Dallas statt.

Und nun, lasst die Spiele beginnen.

Donnerstag, 3. Januar 2008

Der Weg zur Super Bowl XLII - Teil 1

Noch einige Wochen und dann ist es so weit -- die Super Bowl XLII, das grösste Sportereignis in Amerika. Im folgenden nun eine kurze Einführung respektive wie es zur Super Bowl kam (Teil 1) und wer wie zur Super Bowl geht (Teil 2) in dieser Saison.

Zuerst also Teil 1, zum Ursprung. Wir gehen aber nicht ganz bis zur Entstehung von Football zurück. Das kann wer will in meinem Eintrag über Soccer finden und nachlesen. Für die Super Bowl müssen wir uns mehr um die Entstehung der Liga kümmern so wie sie sich heute präsentiert. Dazu gehen wir zurück ins Ende der 50er Jahre im letzten Jahrhundert. In dieser Zeit entstand nämlich der Wunsch neben der bestehenden Liga, der National Football League (NFL), eine weitere Liga zu starten. Wahrscheinlich so unter dem Motto, "was die können können wir auch wenn nicht noch besser". Versucht haben es notabene schon einige aber gescheitert sind sie bis dahin alle. Nicht so diese neue Liga welche sich American Football League (AFL) nannte. Genau wie die bestehende NFL rekrutierte die AFL ihre Spieler auch aus dem grossen Feld des College Footballs und da die AFL noch einige andere Dinge Recht machte und zur echten Konkurrenz wurde entstand ein grosses Problem.

Die Spieler aus dem College wurden mit immer grösseren Geldsummen geködert was die beiden Ligen an den Verhandlungstisch zwang bevor sie respektive ihre Clubs bankrott gingen. Im Jahre 1966 war es dann bereits schon so weit, dass man beschloss in eine einheitliche Liga von 24 Teams zu verschmelzen. Allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass die ehemaligen Ligen weiter existierten in Form von sogenannten Conferences; die National Football Conference (NFC) und die American Football Conference (AFC). Wenn man es genau betrachtet wird man zwar schon feststellen, dass sie einige Teams in die andere Conference verfrachtet haben aber im grossen und ganzen sind die beiden ehemaligen Ligen in der Form der Conferences also noch sehr präsent. Und das ist vor allem wichtig um den Sinn der Super Bowl zu verstehen, wie wir gleich sehen werden. Die neue Liga behielt notabene den Namen des 'älteren' Vorgängers.

Im Grunde wie eine Verschmelzung von zwei Unternehmen in der Wirtschaft wo die alten Strukturen und Organisationen innerhalb des neuen Betriebes noch klar ersichtlich sind aber nach aussen tritt nur noch ein Name in Erscheinung.

Da die beiden Conferences innerhalb dieser neuen Liga also separate Organisationen sind dient seitdem die Super Bowl den Sieger zu ermitteln indem die Champions aus jeder Conference gegeneinander antreten. Das ist somit das wichtigste was man zum Sinn und Zweck der Super Bowl wissen muss.

In den ersten vier Jahren war der offizielle Titel für das Ereignis auch noch AFL-NFL World Championship Game allerdings wurde der Begriff Super Bowl bereits im dritten Spiel inoffiziell verwendet -- ab dem fünften permanent und die ersten vier rückwirkend nummeriert. Der Begriff Bowl ist ausgelehnt von ähnlichen Final Veranstaltungen im College Football. Die Bowl bezieht sich dabei auf ein Stadion respektive deren Form welche einer bowl (Schüssel) ähnelt. Das Wort Super erklärt sich wohl von selbst, denke ich. Die römische Nummerierung gilt als die offizielle Schreibweise, wohl in Anlehnung an römische Gladiatoren und ihre Kämpfe. Irgendwie hat es ja was, oder?

Die Jahreszahl, sollte sie verwendet werden, bezieht sich im übrigen immer auf die Regular Season. Die Super Bowl XLII am 2. Februar 2008 in Glendale, Arizona ist folglich die Super Bowl 2007. Wer Informationen zur Super Bowl 2008 sucht muss folglich noch warten bis 2009.

In jenem ersten Championship Game besiegten die Green Bay Packers die Kansas City Chiefs 35:10 vor mehr als 61,000 Fans im Los Angeles Memorial Coliseum am 15. Januar 1967. Im folgenden Jahr, am 14. Januar 1968, doppelten die Green Bay Packers nach mit dem zweiten Titel dann aber gegen die Oakland Raiders mit 33:14. Der damalige Coach (Trainer) der Green Bay Packer, Vince Lombardi, verstarb am 3. Dezember 1970 und wurde bereits am 10. September damit geehrt indem die Super Bowl Trophy (Trophäe) in Vince Lombardi Trophy umbenannt wurde. Obwohl er mit der NFL als Liga oder dem Championship Titel nichts zu tun hat (ausser halt eben die ersten beiden Titel gewonnen zu haben und sonst ein unheimlich erfolgreicher Football Couch war in der 'ehemaligen' NFL) taucht sein Name entsprechend oft im Zusammenhang mit der Super Bowl auch immer wieder auf.

Die Vince Lombardi Trophy wird übrigens jedes Jahr neu produziert von Tiffany und folglich nicht wie andere Pokale beim nächsten Turnier weitergereicht.

Und im Teil 2 schauen wir uns an wer nun und wie diese 2007 Season in die Playoffs kommt und sich Chancen erhofft auf die trophy.

Dienstag, 1. Januar 2008

Der Satz vor dem neuen Jahr

Mancher wird sich fragen ob es den guten Vorsatz zum neuen Jahr in Amerika auch gibt. Klar gibt es den hier nur heisst der natürlich etwas anders.

Der Vorsatz im Englischen ist die resolution und das neue Jahr ist bekanntlich New Year. Irgendwo als Übersetzung habe ich mal noch pledge gelesen aber das ist schon eher ein Gelöbnis -- ausser resolution habe ich noch nichts anderes gehört.

Geschrieben wird dies in der Form welche man possessive (besitzend) bezeichnet wobei sich der Besitz auf ein noun (Nomen/Hauptwort) bezieht. Das sieht dann wie folgt aus
New Year's Resolution
Solche Formen mit dem Apostrophe S kennt man in der deutschen Sprache eigentlich auch nur hat man im Deutschen mehr Probleme mit der Aussprache und verwendet es kaum. Des neuen Jahr's Vorsatz (oder wäre es sogar Jahres's). Im Englischen kommt dieses Problem meistens im Plural zum tragen ansonsten aber eben eher weniger. Daher gilt, es in einer anderer Form zu sagen, dh beschreibend, gibt es im Englischen weniger und in diesem Fall klingt es selbst in meinen Ohren scheusslich. Wenn man es tut dann vor allem um zu prüfen ob es wirklich ein possessive ist und das 's benötigt. Die Prüfung im konkreten Fall wäre somit the resolution of the New Year -- der Vorsatz vom neuen Jahr. Aber wie gesagt es klingt scheusslich.

Wenn man es in dieser Form liest fällt noch auf, dass das Gute im Vorsatz im Englischen impliziert ist, ergo wegfällt. Man fragt: What is(are) your good New Year's resolution(s)?

Auf der USA Government Website habe ich sogar eine Liste mit bekannten Vorsätzen gefunden. Für mich ist leider kaum etwas dabei in diesem Jahr:
  • Lose Weight - So lange es nicht mehr wird!?
  • Pay Off Debt - Die Versuchung (also Schulden zu machen) ist da aber ich bin ihr nicht verfallen
  • Save Money - Tue ich schon (siehe auch Pay Off Debt)
  • Get a Better Job - Ja ja, vielleicht nächstes Jahr (dachte ich zwar letztes Jahr auch schon)
  • Get Fit - Tue ich auch schon
  • Eat Right - Hmm, ich hätte gerade Lust auf ein Sirloin Steak
  • Get a Better Education - Vielleicht nächstes Jahr
  • Drink Less Alcohol - Noch weniger?
  • Quit Smoking Now - Schon lange erledigt
  • Reduce Stress Overall - Was ist Stress?
  • Reduce Stress at Work - Nochmals, was ist Stress?
  • Take a Trip - Gerne, man gebe mir mehr Geld und Freizeit
  • Volunteer to Help Others - Das wäre noch etwas -- aber noch nicht im Januar
Keine grossen Vorsätze also für mich und das neue Jahr, es bleibt im Moment so wie immer. Das kann ja ein langweiliges Jahr 2008 werden.

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