Downtown Austin

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Montag, 31. März 2008

Was blogst du?

Aus verschiedenen Gründen habe ich mir wieder einmal etwas Gedanken gemacht zu meinem Blog. Da ergeben sich naturgemäss drei Fragen:
  1. Weshalb schreibe ich den Blog
  2. Interessiert sich überhaupt jemand für den Blog
  3. Sollte ich was ändern am Blog
Darum heute die Antwort auf diese drei Fragen und somit ein kleiner Blick hinter die Kulissen und Update zu meinem Blog. Als Vorwarnung, es gibt Änderungen -- nur einige kleine allerdings.

Zur ersten Frage. Weshalb ich schreibe sollte man oben beim Text zum Titel entnehmen können, jedoch bin ich damit nicht mehr so zufrieden:
Das ist mein Amerika oder zu mindestens wie ich es sehe. Dieser Blog hat keinen speziellen Inhalt, dh ich will hiermit nicht meine Meinung zu einer speziellen Sache oder Thema loswerden. Obwohl, meine Meinung wird es immer sein. Lasst euch also einfach überraschen und etwas teilhaben an meinem Leben in den USA.
Irgendwie stimmt es schon noch aber mittlerweile hat es sich doch eher in eine spezifische Richtung entwickelt denke ich. Es geht in Tat und Wahrheit um eine spezielle Sache oder Thema.

Die Richtung für diese spezielle Sache habe ich eigentlich bei der Anpassung des Blog Titels zu True America(n) schon vorgegeben. Es soll nicht so sehr ein Tagebuch sein, weil mein Leben dafür einfach zu langweilig ist (oder niemanden im Welt-Weiten-Web etwas angeht); oder eine wahllose Sammlung an Links und Kommentaren zu Themen im Internet; oder ein Pseudo-Fotoalbum. Nein, ich will versuchen das wahre Amerika zu zeigen und das aufgrund von täglichen Eindrücken oder Erlebnissen. Wahr daher weil vielerorts einfach nur subjektive Eindrücke vermittelt werden ohne Hintergrund.

Womit wir zur zweiten Frage kommen, wenn das den interessiert. Dazu kann ich mit der schon mehrmals erwähnten Statistik Auskunft geben. Ich sehe "in etwa" wer von wo und wie oft meinen Blog liesst. Seit meiner letzten Einschätzung vom Oktober hat sich eigentlich nur etwas geändert.

Gemäss der Statistik sehe ich kaum Besuch aus meiner alten Bekanntschaft und habe somit eigentlich vom Leitgedanken her als ich mit dem Blog gestartet bin (m)ein Zielpublikum verfehlt. Wahrscheinlich weil zu wenig (= nichts wirklich) privates von mir dabei ist, wer weiss. In diesem Bereich also Null Veränderung.

Dann sehe ich eine kleine treue Leserschaft bei der es allerdings dauernd Wechsel gibt, dh so viele Neue wie dazu kommen so viele Alte werden wohl irgendwie Blog-Müde und tauchen unter. Verschwinden aus der Statistik. Oder haben auch einfach nur das Cookie gelöscht. Oder einen neuen Computer. Wer weiss das schon. Ist rein statistisch gesehen auch egal denn unter dem Strich sehe ich eigentlich keine wesentliche Veränderung in dieser Gruppe. Ziel verfehlt könnte man sagen.

Aber, wenn jemand tatsächlich meines Blogs müde wird, kann ich das sogar verstehen. Amerika-Erfahrene werden nur gelegentlich überraschendes entdecken und selbst Amerika Interessierte, mit und ohne tiefere USA Erfahrung, werden auf die Dauer neurotisch. Allein der wöchentliche Wetter Rückblick kann einem Mitteleuropäer eigentlich nicht gut tun. Für Hardcore USA Fans fern dem Land ihrer Träume ist mein Blog vielleicht sogar der Overkill. Daher müsste ich den Blog sogar einstellen bevor sich jemand deswegen ein Leid antut. Aber nein, den Gefallen tue ich euch nicht. Da müsst ihr schon selber durch und nach Heilung suchen. Und wie gesagt, so viele sind das nicht.

Allerdings habe ich mir schon oft Gedanken gemacht diese Blog Sucht zu fördern, soll heissen irgendwie Werbung machen um die Zahl von treuen Lesern in meiner Statistik zu erhöhen. Dazu müsste ich aber wohl den Inhalt etwas ändern. Die Beiträge kürzer, sensationeller und irgendwie knackiger machen. So wie viele andere Blogs. Aber das will ich nicht, den aus der Statistik ersehe ich noch einen weiteren Trend. Die einzige wesentliche Veränderung in der Statistik.

Der Grossteil und steigende Zahl der täglichen Leser kommt via Google hier vorbei meistens wegen und für einen speziellen Eintrag. Diese Leute suchen eine Antwort zu einem spezifischen Problem und schwupps, weg sind sie dann auch wieder. Einen Bericht zu den Such-Ergebnissen hatte ich kürzlich geschrieben. Wenn ich dann die gestellten Fragen bei Google noch nachschlage muss ich immer wieder verblüfft feststellen wie wenig Informationen es zu gewissen Themen über Amerika gibt in Deutscher Sprache. Sehr oft sogar nur Müll beziehungsweise die ersten Treffer von Google verweisen auf irgendwelche Foren und Blogs wo dann falsche Kommentare und die immer gleichen Gerüchte über Amerika stehen. Wahrscheinlich noch von Leuten welche in einigen Fällen noch nie über den grossen Teich geflogen sind. Allerdings merke und finde ich das oft schon heraus bei der Recherche bevor ich einen Eintrag schreibe.

Ich habe mir deshalb auch schon überlegt mehr einen reinen Amerika und/oder Auswanderer Ratgeber zu machen aber dafür denke ich ist ein Blog nicht das richtige Format. Da müsste ich schon eine richtige oder ordentliche Website dazu machen. Allerdings müsste ich das persönliche Flair in den Texten zurück binden und alles auch eher professioneller recherchieren und ausschmücken. Das wird mir dann schon zu aufwändig und mutet in Arbeit an. Bis jetzt macht es mir einfach nur Spass und soll, wenn auch in einem kleinen Rahmen, auch ein Einblick in mein Leben sein.

Und damit können wir zur dritten Frage kommen, was sich nun ändert. Eigentlich gibt es dazu nicht viel zu sagen. Der Text zum Titel wird neu und soll deutlicher sagen weshalb ich hier schreibe
Warum Amerika und Amerikaner so sind wie sie sind. Der Versuch eines Schweizer Auswanderers das etwas andere Leben in den USA nicht zu verstehen sondern zu erklären.
Wenn ich meine Einträge der letzten Monate so durchlese trifft es das in etwa, oder? Die Beiträge selbst könnten zukünftig etwas sachlicher werden. Wer per Google bisher auf meinem Blog landete hatte bei einigen Schlagwörtern derzeit nicht immer und überall die ersehnte Antwort gefunden weil ich eigentlich nur um den heissen Brei herum geredet habe. Oder wie man im Englischen sagt beating around the bush, um den Busch herumschlagen. Irgendwie den persönlichen touch soll es aber trotzdem noch drin haben im Text. Also keine trockene Materie und Ergänzung zu Wikipedia.

Wie schon einmal angedroht werde ich mich auch ernsthaft mit Werbung auseinander setzen. Ich denke nicht, dass ich damit gross Geld machen werde aber man kann sich überraschen lassen. Es wird also demnächst an ein, zwei oder gar drei Stellen auf der Seite Werbung via Google's AdSense geben. Mal schauen. Ich hoffe die treuen Leser verzeihen es mir -- und die Einmal-Und-Nie-Wieder Besucher klicken mich zu Ruhm und Reichtum.

Als Ausgleich für die treuen Leser gibt es dafür etwas fürs Auge. Aus meinem Fotoarchiv schnappe ich mir immer wieder einmal ein Bild und schneide daraus einen Panoramastreifen und setze den über den Text Block mit den Einträgen. Die Idee dazu stammt von der Möglichkeit ein Bild hinter den Titel zu legen. Allerdings verträgt sich das nicht so gut mit dem Text weshalb ich das bleiben liess und das Bild dafür an anderer Stelle frei von Störungen platziere.

Ende April geht mein Blog bereits ins zweite Jahr und Themen habe ich schon einige auf Lager und fast täglich kommt mir was neues in den Sinn oder in die Quere. Damit und an dieser Stelle vielen Dank an die treuen Leser und ein Howdy and Welcome an die Neuen -- sofern sie den diesen Eintrag überhaupt lesen und bleiben.

Sonntag, 30. März 2008

Woche 13/2008 Rückblick

Die 13. Woche schon im 2008 und hier der Rückblick auf diese Woche mit etwas Sport und Wetter.

Jetzt geht's los
Schon wieder ist es so weit. Die Baseball Season hat begonnen und wird im Oktober mit der World Series zu Ende gehen. Vor allem sind wir noch gespannt was den nun mit Roger Clemens und Barry Bonds geschieht. Beide stehen unter Doping Verdacht allerdings zu einer Zeit als es in der Liga noch gar kein offizielles Doping Verbot gab. Im übrigen wollen beide eigentlich noch weiter spielen stehen derzeit aber ohne Vertrag da.

Süsse Sechzehn
Im Rückblick der letzten Woche hatten wir den Begriff March Madness. Im gleichen Zusammenhang also mit der NCAA Basketball Championship gab es diese Woche des öfteren den Begriff sweet sixteen zu hören. Diese "Süssen Sechzehn" beziehen sich nun nicht auf das Alter einer Frau respektive Mädchens wie bei Jerry Lee Lewis oder Udo Jürgens (allerdings mit 17 Jahr) sondern auf die Reduzierung der Teilnehmer auf 16 Teams. Da die Championship in vier Regionen aufgeteilt ist entspricht dies auch den Halbfinal Spielen in den Regionen. Die 8 Sieger daraus (an diesem Wochenende) sind dann die Elite Eight und somit das Finale der vier Regionen. Diese vier Finalsieger nennt man dann die Final Four welche innerhalb einer (der kommenden) Woche den Champion ermitteln. Diese letzte Runde wird im Fernsehen seit den 50er Jahren Live übertragen und ist wie viele andere Sport Finale ein Riesen Ereignis. Die Longhorns aus Austin kamen "nur" bis in die Elite Eight, sind nach der Niederlage heute also nicht mehr dabei.

Wechselhaft ...
... ist wohl der richtige Begriff für diese Woche und was die Voraussage anbelangt geht es wahrscheinlich auch so weiter. Im Moment wechselt sich dauernd eine Kaltfront mit einer Warmfront ab über unseren Köpfen. Jedes mal wenn die Front durchzieht regnet es. Bekommen wir die Zungenspitze einer Front ab dauert es etwa 3 Stunden und wenn es uns auf der Seite dieser Zunge erwischt kann es schon mal bis einen halben Tag lang mehr oder weniger stark regnen. Richtig heftige Unwetter hatten wir in unserer unmittelbaren Umgebung zum Glück aber nicht. Die Kaltfront drückt die Temperaturen runter auf um die 60 °F während die Warmfront es wieder bis um die 85 °F steigen lässt. In Celsius sind das gute 15 Grad Unterschied von ca 15 bis 30 Grad. Irgendwie wie Sommer in der alten Heimat.

Donnerstag, 27. März 2008

Ich bin ein Berliner

Nein, eigentlich ein Amerikaner. Heute geht es um Doughnuts oder Donuts. Eine sündhaft feine Sache.

Der Titel könnte allerdings auch Zuckervergiftung heissen denn soeben hatte ich gleich drei Stück verdrückt. Mein Cheffe hier bringt in letzter Zeit immer wieder einmal solche Doughnuts mit ins Office aber wenn ich meine Nachtschicht beginne ist davon nie was übrig. Nicht so heute, da waren es eben diese drei Stück. Und da die mit dem Alter auch nicht besser werden und ich alleine war habe ich mich geopfert und sie umgehend alle drei vernichtet.

Was sind den nun genau Doughnuts wird sich manch einer fragen.

So etwas ähnliches wie Doughnuts, und höchst wahrscheinlich der Ursprung für diese, kennt man auch in der alten Heimat. Je nach dem wo man aufgewachsen ist und lebt gibt es kleine Unterschiede und heissen tun die Dinger Berliner, Krapfen oder auch Pfannkuchen. Allen gemeinsam aber ist, dass leichte Teig Ballen in Öl frittiert werden und man diese Kugeln oder Scheiben anschliessend mit irgend welcher Fruchtmasse füllt und mit Zucker bestreut.

Der wesentliche Unterschied vom Berliner (wie ich die kenne) zum Doughnut, in Amerika, sind die Varianten. Wie so vieles ist also ein Produkt aus Europa mit den Ausgewanderten exportiert worden und dann hat man ziemlich rasch begonnen damit zu experimentieren und neue Produkte zu erzeugen.

Es gibt nun einige Unterschiede in der Herstellung respektive Zusammensetzung des Teigs aber das Produkt in allen Varianten für einen echten Doughnut muss frittier-fähig sein. Im Ofen gebackene Doughnuts gibt es angeblich auch aber die werden sicherlich nicht so schmecken und luftig locker sein wie die frittierte Variante.

Typisch aber nicht exklusiv für einen amerikanischen Doughnut ist das Loch in der Mitte. Das Wort Doughnut oder besser getrennt dough + nut (Teig + Nuss) lässt darauf schliessen, dass es anfangs wirklich ohne Loch war. Wie das Loch nun in die Nuss kam darüber gibt es einige Legenden aber offensichtlich keine gesicherten Quellen. Die Quizfrage "Wer hat's erfunden?" bleibt folglich auch unbeantwortet.

Egal wer das nun erfunden hat, wie der Ring hergestellt wird oder anders gesagt das Loch in den Teig kommt ist dem Hersteller überlassen. Von einer Wurst die zum Ring geformt wird, dem Apparatus welcher Teig in Ringform ins Öl plumpsen lässt und dem Löcher stanzen mit einer Form ist alles möglich und erlaubt.

Letzteres hat noch einen speziellen Vorteil. Der kleine Ballen der mit der Form ausgestanzt wird haben einige Hersteller als eigenständige Spezialität im Angebot. Die nennen sich meistens doughnut holes (Löcher). Ob es nun Löcher sind aus tatsächlich hergestellten Doughnuts oder ob man einfach Teig Kugeln gemacht hat und diese nun als holes verkauft wollen wir nicht verraten. Soll heissen, ich weiss es nicht -- aber befürchte es und will euch nicht den Glauben daran nehmen.

Nun da wir den Ring frittiert haben kommen wir zum wesentlichen Punkt mit den Doughnuts und wo vielerorts die Qual der Wahl beginnt. Die Ringe werden überzogen mit so ziemlich allem was man sich vorstellen kann und von Kunden gewünscht wird. Da gibt es den einfachen Zucker in Kristall oder Puder Form, den Schokoguss, den Zuckerguss in unzähligen Geschmacksvarianten und der Guss entweder Solo oder besprenkelt mit zB farbigen Kügelchen, Kokosnuss oder was auch immer. Die Varianten einfach mit Guss nennen sich übrigens glazed (glasiert) und das besprenkelt heisst ähnlich wie im Deutschen nämlich sprinkled.

Wie schon erwähnt ist das mit dem Loch nicht exklusiv als Bedeutung für Doughnuts und wir haben auch noch die Doughnuts ohne Loch womit wir eigentlich wieder beim Ursprung sind. Da gibt es oft auch mehrere Varianten mit einerseits der bekannten Konfitüren Füllung aber auch mit Vanille Creme und anderen Leckereien. Ein schönes Beispiel mit einer Auswahl an verschiedenen Varianten habe ich auf der Website von Stan's Donuts gefunden. Und nach dem Blick auf deren Webpage wollen wir last but not least auch noch erwähnen, dass es noch einige andere Varianten und Formen gibt welche man hier gerne einfach auch unter dem Begriff Doughnuts ausstellt und vermarktet. Man merkt es, ganz so genau nimmt man es mit dem Begriff Doughnut nicht -- gut schmecken soll es.

Was nun zum Thema Doughnut wirklich typisch für Amerika ist und wahrscheinlich die Doughnuts auch so populär gemacht hat ist der Geschäftssinn einiger Leute hier. Während in der alten Heimat die Berliner vom Bäcker oder Konditor so nebenbei hergestellt werden, in gewissen Region angeblich sogar nur zu bestimmten Zeiten und Anlässen, gibt es dafür in Amerika einen eigenen Markt also eine grosse Anzahl an Betrieben welche fast ausschliesslich nur Doughnuts produzieren und nebenbei nur noch Kaffee oder andere Getränke anbieten und verkaufen. Und das natürlich das ganze Jahr durch, 7 Tage die Woche und oft auch 24 Stunden nonstop.

Der Geschäftssinn wäre aber nicht komplett wenn hier nicht eine Veränderung zu beobachten wäre. Vor allem die grossen Doughnut Ketten machen sich nun vermehrt im Kampf ums Frühstück bemerkbar. Vor einigen Jahren hat es mit den Hamburger Ketten angefangen welche ihr Frühstücks Angebot massiv ausgebaut haben.

Das Konzept haben die Doughnut Betriebe natürlich aufgeschnappt. Während die Hamburger Betriebe ihr Frühstück eher in Richtung oder Form von Hamburgern gestalten machen die Doughnut Betriebe ihr Frühstück in Richtung Doughnut. Ihnen kommt dabei ein ähnliches Produkt zu Hilfe, der Bagel.

Der Bagel hat die gleiche Ring Form und in etwa Grösse wie ein Doughnut ist aber ein gebackenes Produkt das einer grossen Brezel am nächsten kommt. Wobei es wieder unzählige Varianten gibt und kaum ein Bagel mit einer Brezel direkt vergleichbar wäre. Wie man das schon oft bei den Brezel sieht kann man einen Bagel bequem aufschneiden und mit allem möglichen als Sandwich belegen was man nun einzeln anbieten und verkaufen kann. Als Frühstück zum Beispiel.

Vom Ursprung her haben Doughnut und Bagel aber offensichtlich keine Gemeinsamkeit vor allem weil man den Bagel angeblich klar als jüdischen Ursprungs sieht. Wobei so 100% sicher ist man sich dabei auch nicht.

Bei der Schreibweise sieht man übrigens oft auch Donut wie ich das ganz am Anfang schon aufgeführt habe. Diese Schreibform wurde wahrscheinlich durch einige Betriebe eingeführt um sich von der Konkurrenz abzuheben. Der bekanntest Ableger dafür dürfte wohl Dunkin' Donuts sein während dem sich anderer zB Krispy Kreme Doughnuts nennen. Wer den Link zu Stan's Donuts von weiter oben anschaut wird zB auch noch feststellen, das die Web Adresse mit stansdoughnuts.com auf Doughnuts lautet. Wer denkt "ich bin clever" und stansdonuts.com eintippt, also als Donuts, landet wiederum auch auf der gleichen Website von Stan's aber trotzdem wieder mit Doughnuts.

So und nun muss ich schnell einmal um den Block spurten um die 3 mal ca. 250 Kalorien/Doughnut los zu werden. Ich hoffe das reicht. Richtig gegessen hat man davon ja noch nicht und ich habe bald schon Hunger.

Mittwoch, 26. März 2008

Pudding Test

Heute wieder einmal eine kleine Englisch Lektion und zwar mit einigen idioms oder manchmal auch einfach expressions genannt. Diese sind mir kürzlich über den Weg gelaufen oder besser gesagt natürlich ins Ohr gedrungen.

Im Deutschen werden idioms oder expressions als Redensarten bezeichnet. Also zum Beispiel "nicht alle Tassen im Schrank haben", "wie Sodom und Gomorrha" oder "auf dem Schlauch stehen" um nur mal drei zu nennen. Wer den Hintergrund oder Ursprung nicht kennt oder in einigen Fällen auch mangelnde Fantasie hat wird rein aus den Wörtern selten oder gar nicht schlau. Für Nicht-Muttersprachler und egal ob in Englisch oder Deutsch ein Horror.

Nicht zu verwechseln sind Redensarten übrigens mit den Sprichwörtern was eigentlich Sprichsätze sind. Ein Sprichwort (oder eben Satz) im Deutschen ist zum Beispiel "Hunde die Bellen beissen nicht". Bei diesen hat man oft das Glück, dass sie im Englischen ähnlich oder gleich sind. Englische Sprichwörter sind übrigens proverbs. Nun aber zurück zum Englischen und einigen idioms.

shotgun
In der kürzlich erwähnten TV Serie Terminator: The Sarah Connor Chronicles kamen natürlich auch solche idioms vor. Lustiges Nebenprodukt: Die gute Cameron ist als Roboter nicht genügend darauf getrimmt, wie auch mancher Ausländer, und tut entsprechend witzig auf solche reagieren. Meine Wenigkeit musste folgendes idiom auch erst mit Hilfe des Internet herausfinden.

Als sie in Episode 5 mit John Connor zum Auto rennt und sie einsteigen wollen, sagt John Conner: "I call shotgun" worauf Cameron antwortet "I call 9 millimeter". Der Begriff riding shotgun oder wie von John gesagt call shotgun bezieht sich auf den Beifahrersitz. Das riding (reiten) bedeutet also man fährt auf dem Beifahrersitz und das call (rufen) erhebt den Anspruch auf diesen. Dazu gibt es sogar "offizielle" Regeln. Der Ursprung geht auf den Wilden Westen zurück als auf der Kutsche ein "Beifahrer" mit der shotgun (Schuss Waffe) zur Sicherheit vor Überfällen hoch auf dem gelben Wagen mitfuhr. Interessant dabei ist, dass der Begriff in jenem richtigen Wilden Westen höchst wahrscheinlich nicht bekannt war und erst mit dem Western im Kino oder TV populär und umgehend für den Beifahrer im Auto angewendet wurde.

Um nun noch den Witz mit der Cameron zu verstehen also vielleicht diesen Abschnitt nochmals von Anfang an lesen und bei YouTube die betreffende Szene anschauen.

Wer es trotzdem nicht kapiert kann als Kommentar nachfragen.

Mr. Ripley
Ebenfalls rufen tut man hier sehr oft nach einem Herrn Robert Ripley. Ripley war angeblich vieles und unter anderem hat er in einer Zeitung unglaubliche Geschichten publiziert unter dem Titel Believe it or not (Glaubt es oder nicht). Der Rest, glaubt es oder nicht, ist Geschichte den es hat eine gewaltige Serie ausgelöst. Selbstverständlich gibt es heutzutage auch die Ripley's Website dazu.

Wenn nun jemand in einem Satz call Ripley's einbaut wird damit folglich etwas unglaubliches kommentiert. Man muss dazu aber beachten, dass es meistens als zynischer Kommentar verwendet wird wenn jemand eine vermeintlich heisse Geschichte erzählt die man schon lange kennt oder, mit einem guten Deutschen Idiom, kein Schwein interessiert.
Du: Hey, Pamela Anderson hat sich schon wieder scheiden lassen.
Me: Wow, I guess we have to call Ripley's
So in dem Sinne etwa.

Chips
Etwas das man auch sehr oft hört ist, dass jemand a chip on a shoulder (ein Schnipsel auf der Schulter) hat. Der chip (Schnipsel) ist dabei nicht genauer definiert, kann also ein Stück von irgend was sein. Vom Ursprung her geht man meistens von Holz aus aber wie dieser Holz Schnipsel nun auf die Schulter kam oder warum ist nicht mehr definierbar. Die Bedeutung ist in indes klar.

Die Person mit dem chip ist nicht gut gelaunt. Man kann folglich vor so einer Person gewarnt werden, dass man sie nicht weiter ärgern soll. Man kann aber auch direkt fragen was das Problem ist:
"What's that chip on your shoulder"
Wer genug Mut hat kann die Stimmung noch etwas anheizen und sich lustig machen wie ich das kürzlich irgendwo in einer Serie im Fernsehen hörte
Want some salsa with that chip?
Da wird beim chip auf Pommes Chips oder eher Nachos/Tortilla-Chips angespielt und gefragt ob man etwas Sosse zum tunken für das Chip will.

Pudding
Das letzte idiom das ich heute habe ist eigentlich ein verkürztes proverb. Ein Sprichwort also aber so verkürzt, dass man den Sinn eigentlich nur noch erahnen kann. Gefunden hatte ich das kürzlich in der lokalen Zeitung
"The real proof of the pudding was the Liberty Hill wildfire," Oldham said.
Das komplette proverb heisst eigentlich the proof of the pudding is in the eating was man direkt übersetzen kann als "Der Beweis für den Pudding ist im Essen". Allerdings könnte proof in diesem Sinne auch die Festigkeit des Puddings beziehen. Das Sprichwort ist relativ alt und kommt ursprünglich aus England wo man Pudding ja angeblich so gerne geniesst. Man ist sich wirklich nicht sicher zur Bedeutung von proof bei Pudding. Die zum idiom gekürzte Variante the proof of the pudding bedeute schlicht und einfach -- der Beweis.

Beim Zeitungsartikel ging es um ein neues Notruf Radio und der Test oder Beweis für das Radio war ein Wildfeuer in Liberty Hill.

Den Pudding könnte man im Beispiel wie wohl in den meisten Anwendung fast bedenkenlos streichen und hat immer noch die richtige Bedeutung. Aber es klingt dann halt nicht mehr so fruchtig.

Montag, 24. März 2008

Endzeit Stimmung

Mit dem was nun kommt bin ich etwas spät dran aber ich habe deswegen Endzeit Stimmung. Ich muss mir also irgendwie Frust von den Fingern schreiben.

Im Rückblick zur Woche 2/08 hatte ich den Start der TV Serie Terminator: The Sarah Connor Chronicles angekündigt. Nachdem ich die beiden ersten Episoden so-la-la gefunden habe hat es mir trotzdem gereicht um die Serie weiter zu verfolgen und ab dann von Episode zu Episode hat es mich immer mehr gepackt.

Von den angeblich geplanten 13 Episoden wurden offensichtlich aufgrund des Autorenstreiks nur deren 9 produziert und ausgestrahlt. Entsprechend war vor 3 Wochen am 3.03. vorerst auch schon wieder Schluss - seit dem habe ich nun jeden Montag Endzeit Stimmung.

Viele TV Serien die unterbrochen worden sind wegen dem Streik kommen nun langsam aber sicher wieder zurück seit letzter Woche. Die meisten werden ihr geplantes Pensum bis zur Sommerpause also erfüllen.

Für andere Serien scheint die season aber vorzeitig beendet und sie haben wie sonst gewohnt ihren Start im Herbst. Man fragt sich wie sich das später bei der Veröffentlichung auf DVD präsentiert. Hat man dann eine Season DVD mit zB nur 15 Episoden statt der üblichen 22-25? Oder wird der kommende Herbst ein riesiges Feuerwerk an Episoden bringen?

Bei anderen Serien wiederum ist die Zukunft ungewiss wie man zB bei serienjunkies.de schön nach Sender und Alphabet sortiert nachlesen kann. Die Serie Las Vegas, welche zur letzten season neu mit Tom Selleck besetzt wurde, lässt man sprichwörtlich als cliffhanger hängen den das Ende der letzten Episode lässt einige Fragen offen. Die Serie war nicht der Riesenhit aber irgendwie hat sie mir mit oder wegen Ex-Magnum gefallen.

Auch mit den Sarah Connor Chronicles ist im Moment noch überhaupt nicht klar ob es eine Fortsetzung und damit Wiedersehen gibt. Das Ende von Episode 9 hat uns Zuschauer auf jeden Fall auch im Regen stehen lassen.

Die Zuschauerzahlen beim Start sollen enorm gut gewesen sein aber dann ins Mittelmass eingebrochen sind. Wie ich schon erwähnte, der Start war nicht 100 % überzeugend. Das Problem ist wahrscheinlich der Vergleich mit dem Kinofilm welchen man zwangsläufig anstellt. Man vergleicht die Charakteren mit dem Original und an Lena Headey anstelle von Linda Hamilton muss man sich halt erst gewöhnen, funktioniert letztendlich aber sehr gut fand ich.

Dann auch die Cameron Phillips, ein weiblicher Cyborg welcher aus der Zukunft gesandt wurde zur Unterstützung beim Kampf, war zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Bis zum nun abrupten Schluss fand ich die, Entschuldigung, rattenscharf. Die Autoren hatten mit ihr am Anfang wohl noch ihre Mühe und vielleicht auch die Schauspielerin selbst aber dann kamen sie offensichtlich plötzlich in Fahrt und haben ein paar absolut köstliche Szenen mit ihr geliefert. Für mich der heimliche Star der Serie. Wohl nicht ganz zufällig ist sie derzeit auch auf der Webpage bei FOX als erste "Person" zu sehen. Obwohl, da hätten wir ein kleines Problem aber auch die grosse Hoffnung. Am Schluss war sie in einer Explosion zu sehen und müsste eigentlich zerstört sein. Kommt die Serie zurück auf den Bildschirm aber ohne Cameron haben sie ein Problem.

Ob und wie es weiter geht ist wie gesagt offen. Es gibt eine interessante direkt von FOX verlinkte Fan Website und darin integriert den Producer's Blog wo der Produzent der Serie einige Informationen Preis gibt. Im Moment aber leider noch nichts konkretes was die Zukunft der Serie anbelangt.

Ob die Serie je in der alten Heimat gezeigt wird scheint auch noch nicht geklärt. Ich kann es auf jeden Fall nur empfehlen aber wenn dann bitte etwas Geduld haben. Wer mit den Terminator Filmen aber schon nichts anfangen konnte wird sich wohl auch nicht für die Serie begeistern können.

Wer nicht warten will in der alten Heimat und Englisch kann hat vielleicht Glück mit folgendem Link: Watch it. Diese Webpage hat unterschiedliche Quellen im Internet zusammengetragen mit Live mitschnitten vom Fernseher. Wer hier in Amerika lebt und es verpasst hat kann es sich auch im Internet anschauen. FOX liefert von einigen Teilen die vollen Episoden und bei Amazon und anderen Anbietern gibt es die bisherigen Episoden zum kaufen und herunterladen.

Während dem Schreiben ist mir aufgefallen, dass ich meine persönliche Hitliste der Komödien hier im Fernsehen, wie einmal angekündgt, noch nie fertig gestellt habe. Das werde ich wohl mit dem Start nach dem Autorenstreik wohl endlich nachholen müssen.

Sonntag, 23. März 2008

Woche 12/08 Rückblick

Zum Sport habe ich ausnahmsweise mal etwas zum Basketball, was fälschlich mit Korbball zu übersetzen wäre wenn man das tatsächlich eindeutschen müsste. Danach wie gewohnt etwas zum Wetter.

Glückssträne
Die Houston Rockets in der NBA (National Basketball Association) haben 22 Siege in Serie hingelegt. Das ist der zweit längste winning streak (Siegesserie) in der NBA, nur die L.A. Lakers hatten mehr in der '71-'72 Saison mit 33 Siegen am Stück. Für viele Kommentatoren war diese Serie etwas unglaublich wenn nicht gar unheimlich, denn die Houston Rockets sind derzeit nicht das Team dem so etwas gelingen sollte. Am Dienstag zu Hause gegen die Boston Celtics war es nun so weit und die Serie kam zu einem Ende mit 94-74. Und damit auch nicht gerade zu knapp muss man sagen.

März Wahnsinn
Wir bleiben beim Basketball gehen aber in die Liga der NCAA. Etwas zur NCAA hatte ich mal beim Football und hier ein kurzer Auszug daraus:
Mit der NCAA wird nun aber nicht nur Football geregelt sondern 23 Sportarten. Unter dem Dach der NCAA tragen die Schulen in den jeweiligen Sportarten regelrechte Championships (Meisterschaften) aus in denen jährlich der Meister erkoren wird. Mehr als 40,000 Sportler kämpfen in insgesamt 88 Championships und alles von der NCAA geregelt und überwacht.
Die championships im Basketball gehen nun in die Finalrunden was innerhalb von drei Wochen erledigt wird und üblicherweise im März stattfindet. Da dies offensichtlich mit einer gehörigen Portion Stress für die Spieler und Fans verbunden ist nennt sich diese Zeit march madness (März Wahnsinn). Selbstverständlich fassen die Stadion an den Universitäten tausende von Zuschauern und sind total ausverkauft und CBS überträgt eine grosse Anzahl der Spiele Live im Fernsehen.

Der Begriff march madness ist mittlerweile so geläufig, dass man zur Zeit dauernd Werbung sieht von Firmen welche Aktionen anbieten wie zB march madness sale.

Äquinoktium
Hätte ich ehrlich auch nicht gewusst aber Äquinoktium ist das deutsche Pendant zum Englischen equinox. Etwas weniger kompliziert und umgangssprachlich Deutsch, die Tagundnachtgleiche. Am 20.März 05:48 UTC war es soweit und das wird allgemein auch als der Frühlingsanfang bezeichnet. Seit ich hier in Texas bin empfinde ich das jedoch mit meinem bisherigen Empfinden, also 40 Jahre verseuchten mitteleuropäischen Empfinden, als Sommeranfang. Der Höhepunkt am 20. Juni wäre dann der Beginn des Hochsommers und die Zeit ab 22. September würde ich sagen nenne ich neu Sommerende. Ob nun am 21. Dezember der Winter beginnt oder einfach schon der Frühling darüber bin ich noch nicht zu einer schlüssigen Antwort gekommen. Ich tendiere aber wohl eher zu Frühling. Oder vielleicht Frühsommer? Nein, das dann doch nicht. In Florida vielleicht.

Präzise zu dieser Woche ist hier in Central Texas auch die Natur erwacht. Während einige Blumen und Blüten schon seit einigen Tagen ihren Kopf raus strecken und die Gräser ihre ersten grünen Halme zwischen dem vertrockneten alten und braunen Gras zum Vorschein bringen entfalten nun auch die Bäume ihre Blätter. Alles wird grün.

Zum Wetter selbst in dieser Woche hatte ich schon etwas am Dienstag gemeldet. Der Rest der Woche war ganz OK mit etwas frischem Wind ausgerechnet auf den Ostersonntag. Unauffällig und angenehm soll die kommende Woche werden. Endlich Sommer!

Samstag, 22. März 2008

Ostenkaninchen

Dieses Wochenende ist bekanntlich Ostern und dazu natürlich eine Kleinigkeit zum Fest in Amerika.

Ostern ist nicht so ganz die grosse Sache wie in der alten Heimat und überhaupt kein Vergleich mit Weihnachten. Es werden zwar auch Eier bepinselt, versteckt und gesucht sowie Osterhasen vernascht aber in eher bescheidenem Masse. Die örtliche Schokoladen und Bonbon Industrie ist hier wohl noch nicht auf den Geschmack gekommen.

Was die Feiertage über dieses Wochenende angeht so werden die christlichen Kirchen hier das Fest sicher in etwa gleich zelebrieren. Der Karfreitag ist grundsätzlich kein Feiertag also arbeitsfrei wobei jedoch die Börsen angeblich geschlossen haben. Interessant ist der englische Name dafür, good friday (Guter Freitag). Was an diesem Freitag nun gut sein soll ist nicht klar und wird vielerorts aber auch als Holy (Heiliger) oder Great Friday (Grosser Freitag) bezeichnet. Dem Ostermontag kommt im täglichen Leben gar keine Bedeutung zu. Scheint nicht zu existieren und wird vielleicht nur von einigen Kirchen zelebriert.

Am Ostersonntag haben nun tatsächlich viele Betriebe geschlossen während andere fast trotzig einen Sonderverkauf ausrufen. Das man in Amerika keine gesetzlichen Feiertage resp. Freitage kennt hatten wir schon erklärt. Da sieht man bei einer strip mall oder plaza schon ab und zu eine Traube von Autos vor einem Geschäft während überall sonst fast gespenstische Leere vorherrscht.

Interessantes gibt es zu Berichten zum Osterhasen. Im Englischen ist das nämlich ein Karnickel. Wenn wir nun vom Eier legenden Vieh ausgehen, dann muss es ganz klar ein Hase sein welcher die Eier in ein Nest legt denn der Hase lebt ausschliesslich oberirdisch während sich das Kaninchen sein Nest in eine Höhle im Boden baut. Kurz auf den sprachlichen Unterschied hingewiesen hatte ich übrigens schon einmal zum Thema Filz. Weshalb dieser Umschwung im Englischen scheint nicht belegt zu sein aber vermutlich durch Sprach Probleme übersetzten offensichtlich deutsche Einwanderer, welche den Brauch mitnahmen, den Osterhasen als easter bunny anstatt korrekt als hare (Hasen). Das Wort bunny (man denke zB auch an die Cartoon Figur Bugs Bunny) ist ein umgangssprachliches Wort für rabbit (Kaninchen).

Mit dem englischen Wort easter für Ostern hatte ich letztes Jahr noch so meine Probleme und dieses Jahr ist mir plötzlich auch die Erleuchtung gekommen weshalb. Letztes Jahr dachte ich noch ich hätte ein Problem das zu unterscheiden mit der geographischen Richtung. Im Englischen ist east der Osten aber wir haben auch eastern (östlich) wie zB in Eastern Time als Begriff für die Standard Zeit an der Ostküste. Dieses Jahr ist mir nun aufgefallen, dass die Wörter im Deutschen und Englisch sehr ähnlich sind aber die Endung eben nicht. Und ich bin war nicht allein. Gemäss google wünscht man sich auch tatsächlich mit 17,200 Einträgen fälschlicherweise happy eastern. und nicht happy easter -- also ohne N am Schluss. Merry easter ist übrigens auch falsch. Ein merry (fröhliches) wünscht man sich nur zu Weihnachten.

In diesem Sinne Happy Easter.

Donnerstag, 20. März 2008

Politikern schaut man nicht ins Maul

Ich bin in meinem Blog nicht so sehr fürs Politisieren den ich denke es bringt nichts. Aber heute muss es mal sein denn ich finde das Thema irgendwie so bescheuert und es kreist mir dauernd im Kopf herum. Und obwohl es nun in Amerika passiert ist, ich denke es könnte überall passieren wo es Politiker gibt. Diktatoren sind wohl die Ausnahme.

Ich nehme an man hat es in der alten Heimat auch erfahren und zur Kenntnis genommen, dass die amerikanische Regierung kürzlich beschlossen hat die Wirtschaft anzukurbeln indem man den lieben Bürgern einen Scheck nach Hause schickt. Das Schreckgespenst Rezession geht ja um -- ooohh!

Jeder der Steuern zahlt und mehr als $3,000 Einkommen angibt bekommt $600 oder als Familie das doppelte plus noch $300 pro Kind. Das ganze basiert auf der Steuererklärung welche wir jetzt bis 15. April abgeben müssen und ab einem bestimmten Einkommen das dort deklariert wird gibt es weniger oder gar nichts. Dann gibt es noch andere Erleichterungen aber das lassen wir hier aus.

Das ganze nennt sich stimulus plan, wobei die Übersetzungshilfen den stimulus von Anregung über Antrieb und Impuls bis Reizmittel sehen und in diesem Fall ist irgendwie auch alles darin enthalten. Wir sollen uns also reizen lassen und mit vollen Antrieb die Wirtschaft in Schwung halten. Schaut man sich die Kommentare in den Zeitungen an und einzelne Umfragen ist das Ergebnis aber zweifelhaft.

Eine weitere Meldung kürzlich und zugleich Diskussion war, dass die amerikanische Steuerbehörde (IRS) allen Bürgern ein Schreiben zukommen lässt mit den nötigen Informationen. Eine Verschwendung von Geldern hat es schnell geheissen von einigen Kritikern. Heute habe ich das Schreiben schon in der Hand und es ist tatsächlich etwas Verschwendung, denn es steht nicht mehr drin als das was schon in allen Zeitungen und Nachrichten gemeldet wurde. Es gibt auch nicht viel zu sagen.

Das Schreiben hat mich aber irgendwie unheimlich zum denken an angeregt. Die eine grosse Quiz Frage welche wie angedeutet schon überall in den Medien diskutiert wurde: Was machen die Leute mit dem Geld?

Die Meinung ist mehrheitlich, dass es auf das Bankkonto kommt und dann mal schauen. Mit anderen Worten es wird irgendwie so verwendet wie das reguläre Einkommen auch. Es werden erstens ausstehende Rechnungen (Kredite ab-) bezahlt und was übrig bleibt wird entweder gespart oder verjubelt. Es gibt dann aber sicher einige welche genügend ausstehende Rechnungen haben und das geschenkte Geld verjubeln. Vielleicht sogar noch als Anzahlung für etwas grösseres das man auf Kredit kauft. Wenn schon das Wasser am Hals dann bitte bis zu den Nasenlöchern.

Bei mir kommt es sicher auch erst einmal aufs Konto. Dann mal schauen. An einem PC studiere ich schon seit längerem herum. Das wären je nach Ausstattung etwa die $600. Mal schauen.

Bei mir kamen aber noch zwei weitere Frage auf die ich nur scheu und versteckt formuliert sah in den Media. Aber so offen hat sich niemand dazu geäussert und entsprechend fehlen mir Antworten.

Erstens: Wir wissen nun zwar, dass es nur etwa 25% sind welche planen das neue Geld zu verjubeln aber selbst wenn es 100% sind, was bring das denn wirklich? Der ganze Plan mit noch einigen anderen Aktionen darin ist, je nach Umfang und Quelle, ~$150 billions (Milliarden) wert. Das sollen angeblich etwa 1% des gross domestic product (GDP) sein, im Deutschen bekannt als Bruttoinlandsprodukt (BIP). Sollte dieser stimulus von allen schön gleichmässig verteilt werden hat jedes Unternehmen 1% mehr Umsatz im 2008. Oder interpretiere ich das falsch?

Egal wie viele Prozent von diesem stimulus nun unters Volk gebracht wird, kaum ein Unternehmen wird ernsthaft davon etwas in ihrer Kasse registrieren -- 1% Umsatz im Idealfall. Was wir auch wissen, Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Die Statistiker mit ihren Zahlen zur Rezession werden vielleicht etwas feststellen in ihren Zahlenmodellen -- genau diese 1%. Aber was soll das insgesamt für einen Einfluss auf die Wirtschaft haben? Werden wir nebst den $600 noch den einen oder anderen Dollar mehr ausgeben? Wird sich der eine oder andere noch mehr verschulden? Oder reicht das um Personal nicht zu entlassen oder gar Personal einzustellen? Obwohl das Thema im Moment gar (noch) nicht zur Rede steht. Im Moment geht es "nur" um Rezession und ein anderes Schreckgespenst, die Inflation. Ooooohh!!!

Die Antwort zu meiner Fragen lautet also wohl: nichts. Kommen wir noch zu meiner zweiten Frage. Wer bezahlt den eigentlich das ganze?

Es heisst ja schon immer, der Staat hat die Lizenz zum Geld drucken. Richtig die Lizenz aber auch der Staat kann nicht einfach Geld aus dem Nichts heraus generieren; wie beim Monopoly einmal am Start vorbei. Sonst bräuchten wir auch keine Steuern zu zahlen. Der Staat muss das Geld für den stimulus irgendwo her haben, erwirtschaften, und damit kehren wir gleich zurück zum letzten Satz, den Steuern. Auf irgend eine Geissart kommt das Geld für diesen stimulus von uns selbst, unseren Steuern. Entweder hatten wir letztes Jahr zu viel bezahlt oder was wahrscheinlicher ist wir bezahlen in den nächsten Jahren mehr. Womit uns wieder Geld in der Kasse fehlt und eine neue Rezession? Oder der Staat spart es sonst irgendwo ein was wieder bedeutet der Staat gibt weniger aus und ebenfalls, eine neue Rezession?

Die Antwort auf die Frage hier lautet also wir beschenken uns selbst und schieben die Rezession etwas nach hinten. Das hilft vielleicht, wer weiss das schon. Primär ist es aber eigentlich so, dass die Politiker welche den stimulus erdacht und befürwortet haben hoffen, dass wir denken sie täten uns beschenken. Sind die Amerikaner, sind wir alle so blöd? Ich denke nein und es ist der gleiche Grund warum man dazu kaum was liesst oder hört in den Medien. Journalisten sind schliesslich auch nur Steuerzahler.
Don't look a gift horse in the mouth.
(Dem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul)
Was mich zu meinem letzten Gedanken bringt: Ich bin eigentlich auch "nur" Steuerzahler. Also liebe Politiker, nehmt meinen Blog nicht ernst geschweige denn persönlich, schickt mir einfach den Scheck im Mai, ja? Appreciate it!

Dienstag, 18. März 2008

Etwas Regen

Das Klima und somit auch das Wetter in Central Texas ist fast das ganze Jahr durch angenehm (sofern man heiss mag im Sommer wie ich) und ausser spektakulären Sonnen Auf- oder Untergängen eher ruhig -- ja, das bedeutet oft sonnig. Man spricht hier von etwa 300 Sonnentage aber wenn ich mir andere Städte anschaue in Amerika nehmen das die meisten für sich auch in Anspruch.

Die kleine Ausnahme von der genannten Regel ist der Frühsommer Frühling in der Zeit von März bis irgendwann in den Mai hinein. Mit anderen Worten die Zeit ist reif und heute war es so weit.

Grundsätzlich kommt das Wetter wie in der alten Heimat auch aus westlicher Richtung aber mit kräftiger Unterstützung aus Nord oder Süd und nun liegen sie im Streit über uns. Aus dem tropischen Gürtel im Süden schieben sich vermehrt warme und des öfteren feuchte Luftmassen gegen Nord. Wiederum aus der Gegenrichtung versuchen immer noch kalte Strömungen aus Alaska via Kanada und rechts vorbei an den Rocky Mountains nach Süden vorzudringen.

Manchmal denke ich, dass man statt der Mauer gegen Mexiko besser einen riesigen Berg aufschütten soll, zB an der Grenze zu Oklahoma. Statt der Mauer würde man einen riesigen Graben ziehen zu Mexiko und den Bodenaushub dort aufschütten. Nur so als Idee.

Anyways, die beiden Luftmassen treffen nun um diese Jahreszeit in unserer Region immer wieder aufeinander und das gibt dann ordentlich durcheinander. Man weiss ja auch in der alten Heimat was passiert wenn warme auf kalte Luft trifft. Dann gibt es Blitz und Donner meist mit viel Wind, ordentlich Regen und im Extremfall wird der Regen zu Hagel. Der kleine Unterschied zum Sommergewitter wo warme Luft vom Boden aus in kalte Luft aufsteigt, also eine rein vertikale Angelegenheit ist, erfolgt die Auslösung horizontal durch Verschiebung von Luftmassen und geht erst anschliessend ins vertikale über. Solche Konstellationen fördern wiederum die Entstehung von tornadoes. Weitere ideale Bedingung dafür ist offenes flaches Land und daher sind in meiner unmittelbaren Umgebung tornadoes eher selten. Das Terrain im sogenannten Hill Country ist dem Namen gerecht relativ hügelig was der Entwicklung von solchen Zentrifugen entgegenwirkt. Das heisst tornadoes gibt es auch aber die Wahrscheinlichkeit und allenfalls die Intensität und Dauer ist einiges geringer.

Heute Dienstag sind die Massen gleich zweimal aufeinander getroffen. Erst in den frühen Morgenstunden einiges nördlich von uns und in östlicher Richtung, dann aber als vertikales Band über einige Stunden am Nachmittag von Süd nach Nord. Von der Website wunderground.com habe ich mir das zweite Unwetter am Nachmittag als animiertes Doppler Radar Bild abgespeichert.

Man sieht hier schön über einen Zeitraum von etwas mehr als 2 Stunden wie zügig sich die Luftmassen fortbewegen. Die erst grossen (=Einschlag) und dann kleiner (20 Minuten Interval) werdenden quadratischen Punkte sind einzelne registrierte Blitze. Das ganze Gebiet im Quadrat entspricht etwa 400 km. Oben aus dem Bildrand wäre übrigens dann noch Dallas zu finden.

Obwohl das nun in den einzelnen Bereichen wo es tief rot ist und allenfalls ins violett übergeht heftig regnet ist die Dauer -- in der Regel -- relativ kurz. Ein paar Stunden und dann ist das gröbste vorbei. Die Gegend von Dallas wiederum hat es heute mit beiden Unwetter gleich zweimal erwischt worauf der Flughafen zeitweise den Betrieb einstellen musste was Verspätungen auch beim örtlichen Flughafen ABIA zur Folge hatte.

Vielerorts gibt es das Problem, dass die Wassermassen vom meist trockenen Boden nicht richtig aufgenommen werden und es kommt zu örtlichen Überschwemmungen. Oder genau umgekehrt wie letztes Jahr wo es so oft geregnet hat, dass der Boden oft viel zu feucht war.

Über die Jahrtausende sind es oft kleine unscheinbare und mehrheitlich ausgetrocknete Bäche welche das Wasser eines riesigen Gebietes aufnehmen müssen. Entsprechend kommt es zu Überflutungen von solchen Bächen da sich entsprechende Sanierung in unbewohnter Gegend nicht lohnt. Viele Brücken über die erwähnten Bäche sind für Überschwemmungen ausgelegt und Tafeln warnen bei Hochwasser und Strömung darüber hinweg zu fahren.

Am Tag nach solchen Niederschlägen kann man dann immer wieder hören und lesen, dass sich mindestens eine Person von den Wassermassen nicht hat beeindrucken lassen. Entweder sind sie trotz Warnung über eine überflutete Brücke gefahren oder haben sich sonst irgendwie von der Strömung mitreissen lassen.

Wer Vernunft walten lässt und sein Haus nicht in einen Bach hinein baut lebt hier aber eigentlich sicher. All solchen Nachrichten zum Trotz und in der Vorhersage für die kommenden Tage scheint ja wieder die Sonne.

Montag, 17. März 2008

Alles Grün, oder nicht?

Eigentlich ist der Feiertag heute ein Feiertag der Irländer aber wie so viele haben diese Emigranten den Feiertag nach Amerika nicht nur exportiert sondern auch gleich noch etwas umgekrempelt. Oder mindestens die Zeit hat letzteres gemacht.

Eigentlich wollte ich dazu etwas mehr und ausführlicher berichten aber der Tag ist nun, da ich das tippe, schon längst vorbei. Da ich das Datum frei wählen kann stimmt das wenigstens noch, St. Patrick's Day ist am 17. März.

Im Sinne von Blog Management werde ich mir das also für nächstes Jahr vormerken und etwas dazu schreiben. Wer bis dann nicht warten kann darf sich mal bei Wikipedia kurz orientieren.

Zeit zum Feiern mit den Iren hatte ich ja schliesslich auch nicht. See you next year!

Sonntag, 16. März 2008

Woche 11/08 Rückblick

Viel Rückblick gibt es nicht.

Das Wetter war mehrheitlich OK diese Woche und am Freitag gab es mit guten 92 Grad Fahrenheit (~33 °C) sogar den Rekord für dieses Jahr. Für den betreffenden Tag war es auch ein Rekord welcher von 1967 gleich um ein paar Grad übertroffen wurde. Etwas krass war die Luftfeuchtigkeit an diesem Tag welche zeitweise bis auf 5 % gesunken ist. Das machte die Hitze angenehm und nur die kleinste Schweissperle auf der Stirne verdunstete sofort.

So lässt es sich leben.

Samstag, 15. März 2008

Etwas über Leintücher

Nachdem ich im letzten Eintrag etwas Vorarbeit geleistet habe sind wir bereit für den Samstag. Also allenfalls erst einmal einen Eintrag zurückblättern.

Ich hatte wieder einmal eine Einladung von meinem Versicherungs-Fritze, Mark. Einer seiner Arbeitskollegen hat ein Haus gekauft und sie machen etwas BBQ und schauen sich einen Boxkampf an auf HBO.

Das Boxen ist in der alten Heimat zwar auch sehr populär, ich denke da vor allem an Stefan Raab und die Klitschkos, geniesst hier in Amerika aber sicher mehr ansehen. Anders lässt es sich nicht erklären, dass sich Pay-per-view (PPV) lohnt. Und damit sich das auch für den einzelnen Zuschauer lohnt schaut man das nicht alleine sondern veranstaltet eine Party. Sich zu populären Sport Veranstaltungen zu treffen und diese gemeinsam im Fernsehen zu schauen ist in Amerika sehr üblich. Nicht nur wegen PPV sondern weil auch im öffentlichen Fernsehen sehr viel Sport Live zu sehen ist. Da kann man dann schon etwas Pech haben und beim Nachbarn geht es laut zu und her. Für mich kein Problem dieses mal ich war mit von resp. bei der Party.

Solche Kämpfe im Boxen und ähnlichen Sportarten werden hier gerne auch als bout bezeichnet. Am heutigen Abend ging es um vier bouts in Klassen rund um das Federgewicht. Also die jene Sorte von kleinen mageren Menschen die man besser nicht unterschätzen sollte und aus einer Bar zu einem Kampf auf die Strasse bittet. Wer nicht das Glück hat, dass es irgendwie auf Video aufgezeichnet wurde und nur Stunden später schon auf YouTube ist wird nie wissen was wirklich passiert ist. Da geht das Licht aus bevor das Auge blinkt und das Hirn schaltet auf stur Daten zu verarbeiten. Und nein, ich rede hier nicht aus persönlicher Erfahrung. Ich habe nur eine sehr lebhafte Fantasie und kann es mir sehr sehr gut vorstellen.

Die Veranstaltung fand im Mandalay Bay Resort and Casino in Las Vegas, NV statt. Der Hauptkampf war ein Titelkampf im Superfedergewicht (130 lbs/58,967kg) der World Boxing Council (WBC) was einer der vier Weltverbände im Boxsport ist (Liste der amtierenden Boxweltmeister der vier Verbände).

Der Titelverteidiger war Juan Manuel Marquez aus Mexiko und man kann sich wohl gleich vorstellen wie diese Party im Hause etwa aussah. Oder hab ich vergessen zu erwähnen, dass der Mitarbeiter von Mark einen etwas dunkleren Teint hat, pechschwarze Haare und einen spanischen Nachnamen? Nicht zu vergessen, dass ein Drittel der Einwanderer in Amerika aus Mexiko kommen und dieser Anteil in Texas noch einiges höher ist?

Der Herausforderer war Manny Pacquiao von den Philippinen und da es bereits das zweite Aufeinandertreffen der beiden Boxer war wurde der Kampf als Marquez-Pacquiao II angepriesen. Vor vier Jahren beim ersten Treffen lieferten sie sich angeblich ein dramatisches Unentschieden und da Pacquiao in den letzten Kämpfen gleich mehrere Mexikaner bezwungen hatte wurde dieser Kampf noch spezieller. Die Erwartungen waren vor dem Kampf bei den Kommentatoren von HBO sehr hoch. Und auch an der Party jedoch, die Erwartungen der Gäste das Marquez seinen Titel verteidigen kann war da aber irgendwie spürte ich, dass niemand daran glauben wollte.

Der neue Hausbesitzer war auch gleich glücklicher neuer Besitzer eines 50" High Definition Wide Screen Plasma Bildschirms den man sogleich in den Garten schleppte und einer Leinwand gleich an die Hauswand stellte. Die Temperaturen bei knapp 80 °F (~26 °C) am Nachmittag liessen auf einen milden Abend hoffen. Je dunkler es wurde und später der Abend umso kälter wurde es aber und der relativ starke Wind liess es noch frostiger werden. Es ist halt doch noch März und noch nicht April -- selbst in Central Texas. Wir hielten aber alle standhaft aus bis zum Hauptkampf um ca. 10 Uhr abends und während des Kampfes war es dann total egal. Kleine Bemerkung am Rande: Da es um die 30 Leute waren hätten wir uns im Haus alle auch kaum richtig vor den Bildschirm quetschen können.

Das von Mark versprochene BBQ war dann übrigens kein BBQ. Die Abkürzung steht für barbecue, barbeque, Bar-B-Q um nur die gängigsten der möglichen Schreibweisen aufzulisten. Ich habe auch schon Bar-B-QUE oder Bar-B-Cue gesehen. Der Aussprache am nächsten kommt barbeque -- für mein Empfinden. Was nun ein BBQ ist werde ich ein anderes mal erklären, denn das Essen das es gab war, wer hätte das gedacht, rein mexikanischer Natur.

In der Küche hatten sie eine Heizplatte auf die man eine Tortilla kurz beidseitig legte und erwärmte. Dann haben sie wohl bei einem Restaurant die weiteren Zutaten für die Füllung geholt und damit hat man sich dann seinen Burrito gerollt oder eine Enchilada gemacht. In der einfachen Variante und Erklärung kann man sagen, dass man beim Burrito alles in die Tortilla legt und rollt und bei der Enchilada nur das Fleisch und den Rest darüber und drumherum. Im Prinzip hat man im Magen das selbe aber den Burrito kann man bequem von Hand essen. Das aber wie gesagt eine sehr vereinfachte Erklärung und die Veranstaltung hier war auch sehr unkonventionell. Dann gab es natürlich Bier und das bringt man, fast traditionell, in Amerika selber mit. Meistens hat es dann irgend einen grossen Behälter wo man das Bier rein legen kann. Das wird dann mit ordentlich Eis übergossen welches jemand sackweise bei einer Tankstelle oder Supermarkt kaufen musste. Kleiner Tipp: Nur die knausrigen Party Gäste klammern sich an das selbst mitgebrachte Bier und nehmen am Ende auch noch ihr nicht gesoffenes Bier wieder mit nach Hause -- üblicherweise lässt man das für den Gastgeber als Dankeschön zurück.

Zum Abschluss nochmals zum Boxkampf und zum Titel dieses Blogs. Pacquiao hat Marquez in der dritten Runde auf die Leinwand geschickt. Warum "auf die Leinwand" gleich später. Marquez hat sich aber schnell wieder aufgerappelt und wacker die ganzen 12 Runden durchgeboxt. Sein rechtes Augenlid hat zwar mächtig gelitten. Bei einer Pause und Grossaufnahme sah man fast bildfüllend eine riesige klaffenden Wunde und alle Party Teilnehmer haben laut aufgeschrien und das Gesicht verzogen. Es sah hässlich aus und keine Ahnung wie die das in kürze wieder einigermassen gerichtet und die Blutung gestillt haben, so dass der Kampf nicht abgebrochen wurde. Das Resultat musste am Schluss mit den Punkten ermittelt werden. Es war eine sogenannte split decision, dh einer der drei Punktrichter kam nicht zum gleichen Ergebnis oder Sieger; im Gegensatz zur Entscheidung wo das Resultat unanimous (einstimmig) ist. Zum Sieger erkoren und damit neuer Champion ist Manny Pacquiao. Im vorangehenden Link hat es übrigens einige tolle Bilder in der Dia Show. Achtet auf den Ringrichter, der war wohl zuerst in einer Show mit der Blue Man Group.

Nun noch zum Leintuch: Im Englischen wird der Boden eines Boxring als canvas bezeichnet was rein als Wort ziemlich jedes Tuch aus Leinen sein kann. Man findet den Begriff beim Segeln, Malen oder halt auch beim Boxen wo der Boden ursprünglich mit einem Leintuch bespannt wurde. Gemäss dem Ausrüster Everlast wird es heutzutage aus einer Art Kunststoffgewebe (duct fabric) hergestellt. Der Begriff canvas ist jedoch geblieben und daher wird einer nicht zu Boden geschickt wie im Deutschen sondern sent to the canvas, auf die Leinwand.

Als ich um Mitternacht nach Hause fuhr zeigt das Thermometer im Auto etwa 56 °F (~13 °C) an. Es war schon ordentlich kalt und hoffentlich gibt das keine Erkältung.

Freitag, 14. März 2008

Premium Services

Bevor ich meinen nächsten Eintrag für ein Ereignis von Samstag beginnen kann muss ich etwas erklären. Zuerst hatte ich alles in einem Eintrag aber das wurde vieeeel zu lang. Erkläre ich folglich kurz was HBO oder Premium Television ist in einem separaten Eintrag.

Also, HBO ist natürlich eine Abkürzung und steht für Home Box Office. Der Begriff Box Office ist streng genommen das Kassenhäuschen wo man sein Billet für einen Anlass kauft und wörtlich übersetzt das 'Schachtel Büro'. Den Begriff kann man in Amerika wöchentlich hören im Zusammenhang mit der Filmindustrie. Damit werden die Verkaufszahlen eines Films beschrieben, sprich wie viele Billets an den Kinokassen verkauft wurden. Speziell wichtig die Zahlen bei der Neueröffnung von Filmen. Ein Film hat dann zB $45 Mio gemacht at the box office. Die New York Times hat eine Liste online mit den wöchentlichen Zahlen und die trägt entsprechend den Titel Box Office.

Man kann somit ableiten, dass HBO also das heimische Kino ist den es hat (hauptsächlich) Kino Filme im Angebot. Man spannt ein Leintuch an die Wand und macht eigenes Kino zu Hause -- mit Fernseher halt. Um den Vergleich mit der Kasse noch aufrecht zu erhalten muss man erwähnen, dass HBO ein Premium Channel ist, dh man bezahlt eine monatliche Gebühr wenn man den Sender sehen will. Dieses Bezahlfernsehen oder in der alten Heimat auch oft Pay-TV genannt kennt man in Amerika unter dem Begriff Premium Television oder Premium Services. Man mag sich nun streiten ob premium ein Adjektiv ist und für erstklassig/hochwertig steht oder ein Hauptwort und Beitrag/Prämie meint wie zB bei der Versicherung. Im Unterbewusstsein steht es wahrscheinlich vor allem für Werbe Freiheit da keine Unterbrechung durch Werbung erfolgt. Da es nicht nur einen solchen Premium Channel gibt wird das ganze auch gleich über den Kabelnetz- oder Satelittenbetreiber geregelt und freigeschaltet, man braucht somit keine separate Box für jeden channel und bekommt auch keine separaten Rechnungen. Bei meinem Anbieter kostet der erste Premium Channel $10.95 und jeder weitere noch $8 im Monat.

Es geht aber auch billiger. Wer schon des öfteren durch Amerika gereist ist und allenfalls in Motels übernächtigt hat oder mindestens einige am Wegesrand gesehen hat wird vielerorts auf deren Werbetafel den Hinweis "Free HBO" oder ähnliches festgestellt haben. Mit anderen Worten beim Fernseher im Zimmer ist der Empfang eines Premium Channels möglich und gratis.

Mit diesem freien Empfang ist aber speziell heutzutage nur deren Hauptsender gemeint. Mittlerweile bekommt man mit einem Premium Channel gleich ein ganzes Bündel an Sendern mitgeliefert. Dabei habe ich wie beim Kino schon den Begriff multiplex screens gesehen. Diese screens respektive natürlich Sender widmen sich verschiedenen Themen. Da hat man dann zB nonstop Komödien, Klassiker oder was auch immer.

Im Moment habe ich (noch) kein HBO sondern nur Showtime, ein anderer Premium Channel, welcher die ersten drei Monate im Abonnement meines Kabelnetzbetreibers gratis war. So kriegen sie einem am Wickel -- den abbestellt habe ich es (noch) nicht. Das Problem (=Suchtpotential) mittlerweile mit diesen Premium Channels ist für Konsumenten, dass sie auch eigene Produktionen wie Serien im Angebot haben und nicht nur Kino Filme.

Bei Showtime aktuell und wohl auch in der alten Heimat mittlerweile bekannt sind zB Weeds und L Word. Durch HBO produziert und in der alten Heimat auch beliebt waren Sex and the City, Six Feet Under und die Sopranos. Heute laufen vor allem die genannten HBO Serien in Amerika bereits in der Wieder- oder Zweit-Verwertung auf anderen "öffentlichen" Sendern. Wer das damals in Amerika als erstes sehen wollte musste aber den Premium Channel abonniert haben. Das erklärt auch weshalb diese Serien freizügiger sind, damit sind Nacktszenen und Fluchwörter gemeint. In der erwähnten Zweit-Verwertung fehlt das aber natürlich wieder und sie werden auch werbegerecht auf 22 oder 44 Minuten gekürzt für den Halb-Stunden Takt im Fernsehen. Was ich von der alten Heimat noch in Erinnerung habe wird dort wohl das Original verwendet und ausgestrahlt.

Daneben gibt es dann auch noch Pay-per-view (PPV), also Sendungen für welche man selbst im Falle von HBO gleich nochmals bezahlen muss. PPV bei HBO ist soweit ich das von deren Website ableiten kann hauptsächlich Sport oder sogar ausschliesslich Boxen. Womit wir nun bereit sind für den nächsten Eintrag und die Ereignisse vom Samstag.

Dienstag, 11. März 2008

Verschlafen

Nein, nicht ich habe verschlafen. Da ich Nachtschicht arbeite kann ich kaum verschlafen. Das wäre dann aber auch zu blöde. Einer meiner Arbeitskollegen hat offensichtlich heute morgen verschlafen.

Und was macht man dann? Man schnappt sich seinen Blackberry und tippt eine Entschuldigung in ein Email und sendet es ans Team damit die wissen "ich komme später".

Als erstes der Titel/Betreff oder wie sich das nennt in deutschen Emails. Im Englischen das Subject:
Haiku of the late
Haiku??? Was ist Haiku? Ein Blick ins Internet und speziell die Wikipedia gibt Auskunft.
Haiku ist eine japanische Gedichtform. Traditionell besteht ein Haiku aus drei Gruppen von jeweils 5, 7, 5 Silben (strenggenommen japanische Moren), die manchmal zur Betonung dieser Form in drei getrennten Versen oder auch in einer Zeile, geteilt durch Zwischenräume, angeordnet werden.
Ah ha, verschlafen aber schon poetisch veranlagt. Haiku of the late, der Kollege will uns also "ein Gedicht des Verspäteten" vortragen.

Nun also zum Gedicht
A morning DJ
Pets cry in a fog
Darkness. . . . Warmth
8:00 wake up
Auf gut Deutsch in etwa
Ein Morgen DJ
Haustiere schreien im Nebel
Dunkelheit . . . . Wärme
8 Uhr aufwachen
Um 8 Uhr ist er aber normalerweise schon im Office. Die Sommerzeit Umstellung wird ihm wohl noch einen Streich gespielt haben.

Solche Emails erinnert mich immer wieder, dass ich hier mit ein paar interessanten Typen zusammen arbeite. Mehr oder weniger. In der Nacht bin ich ja leider meistens alleine. Ich vermisse sie manchmal meine Arbeitskollegen. Vielleicht sollte ich darüber ein Haiku machen.

Sonntag, 9. März 2008

Woche 10/08 Rückblick

Im Sport habe ich diese Woche zwei kleine interessante News gefunden und natürlich der kleine Wetter Rückblick.

Rücktritt
Nachdem er letzte Saison eigentlich fast sein bestes Jahr hatte gab Brett Favre der Quarterback der Green Bay Packers trotzdem seinen Rücktritt vom aktiven Football in der NFL und bei Green Bay bekannt. Mit seinen mittlerweile 38 Jahren hat er es sich das verdient und wir wünschen ihm alles Gute. Hier noch die Abschrift seiner Rücktritts Rede und das Video.

Umbenennung
Für die Fans der Chicago Cubs mag es ein Schock sein aber der Name des Stadions soll ein neuer, dh verkauft werden. Das Wrigley Field Stadion in Chicago ist nach dem Fenway Park in Boston das zweitälteste Baseball Stadion in Amerika. Es geht hier also um Tradition.

Das erste Spiel fand am 23. April 1914 statt. In den Anfangsjahren hiess es zwar in Ehren des Besitzers noch Weeghman Park aber der Besitz ging im Verlauf der Jahre ab 1920 an den Kaugummi Produzenten William Wrigley über. 1926 wurde das Stadion dann auch nach ihm umbenannt.

Die Sport Arenen in Amerika haben glaube ich fast alle einen Sponsor und der jetzige Besitzer der Cubs und des Stadions scheint nun mit dem Namen für das Stadion entweder nicht genug oder allenfalls gar kein Geld zu machen bis dato. Es ist aus den Artikeln die ich gesichtet habe nicht ersichtlich. Eine Zahl die genannt wurde ist $400 Million, ist aber nur ein Vergleich. Auf wie viele Jahre und was für Details bliebe auch offen. Aber von mir aus, macht damit was ihr wollt. Die Chicago Cubs werden deswegen keine World Series gewinnen.

Brrr
So fing die Woche für mich an. Letzten Montag war es schon richtig warm fast heiss und diesen Montag zog wieder eine frostige Front aus Kanada gen Süden. Ich bin es wirklich nicht mehr gewönnt und vor allem wenn es dann noch mit zügig Wind einem die Kälte unter die Kleider pustet. Die nächsten beiden Tage war es dann wieder schön und angenehm aber am Donnerstag kam noch einmal ein gleicher Kälteschock. Nochmals Bibern und Schlottern. Das Wochenende wurde dafür wieder ordentlich wenn auch noch nicht richtig angenehm warm. Mit der Vorhersage dürfen wir uns aber schon auf einen halben Sommer Anfang freuen. Mit der Zeitumstellung in Amerika passt das ja perfekt zusammen, oder?

Samstag, 8. März 2008

Tageslicht sparende Zeit

Heute in der Nacht auf Sonntag beginnt in Amerika bereits wieder eine neue Zeitrechnung. Die Uhrzeit wird um eine Stunde vor verschoben wegen der Sommerzeit.

Die Sommerzeit hat in Amerika einen eher praktischen Namen -- Daylight Saving Time, oder abgekürzt DST. Es ist die Zeit in der man Tageslicht spart. Eine Übersetzung in summertime dürfte einen Amerikaner an Sonne und Wärme erinnern. Je nach Breitengrad auch an die Monate Juni bis August oder so wie hier in Central Texas an April bis Oktober. Die Briten wiederum können das mit der Zeitumstellung in Verbindung bringen da sie sich schon sehr früh auf summertime festgelegt haben. Wahrscheinlich weil die eh nie richtig Sommer kriegen. Ha-ha! Ich wiederum denke auch etwas an Mungo Jerry. Viel Spass beim googlen.

Wenn man sich auf die Suche macht nach "Wer hat's erfunden?" kriegt man keine schlüssige Antwort. Auf alle Fälle nicht die Schweizer. Die älteste Erwähnung schreibt man einem Amerikaner zu.

Als Benjamin Franklin Abgesandter war der Dreizehn Kolonien in Frankreich machte er eine interessante Beobachtung und schrieb die in einem Essay nieder welches am April 26, 1784 in Paris veröffentlicht wurde. In diesem Essay beschreibt er wie er eines frühen Morgens im Juni erwacht ist und erstaunt festgestellt hat, dass die Sonne auch schon auf war. Gemäss dem Text muss man annehmen, dass zur damaligen Zeit kein Pariser Mensch in Paris vor 12 Uhr Mittags aufgestanden ist. Er hat dann im weiteren darüber spekuliert was geschehen würde wenn man wirklich 6 Stunden früher aufstehen würde und entsprechend auch nicht so spät bis in die Dunkelheit wach bliebe. Da man damals den Tag resp. natürlich das Licht fast ausschliesslich mit Kerzen verlängerte konnte er relativ simpel eine Rechnung erstellen und das Sparpotenzial aufzeigen. Er hat dann gleich noch einige weitere Sachen vorgeschlagen aber insgesamt soll dieser Text mehr eine humoristische Beobachtung gewesen sein als ein konkreter Vorschlag. Er wurde de facto auch nie umgesetzt und man findet keine Angaben das es irgendwo auch nur im Ansatz ernsthaft diskutiert wurde. Zu der Zeit hatte man wohl auch noch andere Sorgen als ein paar Kerzen in die Luft verpuffen.

Der nächste Vorschlag war dann von William Willett, einem Engländer, welcher 1907 bei einem frühmorgendlichen Spaziergang feststellte wie viele Fenster Läden geschlossen sind. Er schrieb dann ein Pamphlet mit dem Titel "The Waste of Daylight", also die Verschwendung von Tageslicht. Er beklagt, dass man sich mittlerweile zu stark an die Uhr und damit an die Standard Zeit gewöhnt habe welche auf die Jahreszeiten keine Rücksicht nimmt. Auch er fügt dann einige Rechnungen an was man dabei in England und Ireland sparen könnte. Er wollte die Zeit insgesamt um 80 Minuten verschieben jedoch in einzelnen Abschnitten von je 20 Minuten. Willett der 1915 verstarb hat nicht mehr erlebt wie sein Vorschlag umgesetzt wurde. Im Jahre 1916 wurde es von der britischen Regierung in Kraft gesetzt wegen dem Ersten Weltkrieg. Es waren dann allerdings einmalig 60 Minuten und gleichzeitig hat man es umbenannt und als British Summer Time definiert. Viele Länder folgten dem Beispiel und auch alle hörten damit wieder auf nach dem Ende des Krieges.

Irgendwie traurig aber wahr, das gleiche Spiel ging dann wieder los mit dem zweiten Weltkrieg. England führt dabei zeitweilig sogar eine Double Summer Time ein, also gleich um zwei Stunden. Mit Kriegsende war dann bei allen Länder auch wieder Schluss mit der Zeitumstellung.

In den folgenden Jahren haben viele Länder unterschiedlich mit der Sommerzeit experimentiert. Selbst die einzelnen Staaten in Amerika haben sich unterschiedlich bemüht die Zeit umzustellen. Das hat natürlich zu einem grossen Durcheinander geführt so dass man sich auf Bundesebene auf eine Lösung besinnen musste. Und die Lösung: Die Staaten sind im Prinzip frei ob sie Sommerzeit wollen oder nicht aber dann bitte schön gleichzeitig. Festgehalten wurde dies im sogenannten Uniform Time Act von 1966. Ergänzt wurde es 1986 wobei der Beginn im April vom Ende auf den Anfang des Monats verlegt wurde.

Seit dem letzten Jahr haben wir nun eine weitere Änderung durch den Energy Policy Act von 2005. In diesem Act, was man mit Gesetz und nicht als Akt übersetzt, wurden nebst vielen anderen Sachen auch die Zeiten für die Umstellung neu festgelegt. Man erhofft sich natürlich und dem Titel des Gesetzes entsprechend weitere Energie Ersparnis. Hier gehen bei vielen aber die Meinung auseinander, dazu aber gleich mehr. Unterschrieben werden musste das Gesetz natürlich vom amtierenden Präsidenten also George W. Bush. Umgesetzt wurde es zum ersten Mal im letzten Jahr.

Wie angetönt, der Sinn der neuerlichen Verschiebung und Einsparung wird angezweifelt. Dieser act beinhaltet daher im Bezug auf die Umstellung noch ein interessantes Detail mit folgendem Text
(d) Right TO Revert.—Congress retains the right to revert the Daylight Saving Time back to the 2005 time schedules once the Department study is complete.
Es gibt also eine Studie welche herausfinden soll ob nun wirklich Energie damit gespart wird. Sollte das negativ ausfallen behält sich der Kongress vor den Zeitplan wieder auf die Zeit von 2005 festzulegen. Mit dem Department ist übrigens das Department of Transportation gemeint. Das die Umstellung im Sinne von Energie Ersparnis von einigen grundsätzlich angezweifelt wird muss man wohl kaum erwähnen.

Einen guten Plan für die Umstellung in Amerika findet man bei Wikipedia unter Time in the United States. Da sind einerseits die Zeitzonen aufgelistet, die zukünftigen Termine und auch die Ausnahmen. Mit etwas gutem Willen kann man sich sogar die Zeitverschiebung oder Zeitdifferenz ausrechnen. Bei den Zeitzonen kann man im übrigen feststellen, dass die nicht überall den Staatsgrenzen entlang verlaufen. El Paso County, obwohl in Texas, gehört zum Beispiel nicht zur Central Time Zone sondern zur Mountain Time Zone. Die Zeitzonen sind definiert im Code of Federal Regulations (CFR) im Titel 49, Part 71

Eine sehr gute Zusammenfassung zur Tageslicht Zeit in Englisch gibt es bei der California Energy Commission. Kalifornien möchte nämlich auch gerne eine eigene Schiene fahren bei der ganzen Umstellung. Aber darauf lassen wir uns in diesem Blog nicht ein. Was interessiert uns den schon Kalifornien. This is Texas!

Freitag, 7. März 2008

Gone Country

Wie im letzten Eintrag berichtet bin ich vermehrt auf Country eingestellt und ich habe einen Bericht über eine Reality TV Show beim Sender CMT (Country Music Television) versprochen.

Diese Reality Show nennt sich Gone Country was etwas frei übersetzt soviel bedeutet wie "In Richtung Country gegangen". Der host, also der welcher durch die Sendung führt, John Rich scheint es mir ist nicht einer der ganz grossen Stars am Country Himmel benimmt sich aber wie ein solcher. Er führt aber doch sehr souverän durch die Sendung. Mehrheitlich sind aber eh seine Gäste im Vordergrund.

Seine Gäste sind deren sieben und alle haben eine musikalische Vergangenheit und auf die eine oder andere Art waren mir sogar alle halbwegs bekannt. Die musikalische Vergangenheit liegt bei einigen schon länger zurück und bei allen komplett ausserhalb von Country. Daher der Titel der Show Gone Country, die Musiker sollen oder wollen einen Wechsel in eine andere Musiksparte vollziehen. Und so wie ich manchen dieser Musiker kenne -- das kann ja heiter werden.

In der ersten Sendung wurden alle in Nashville, TN in der Stadt an verschiedenen Orten eingesammelt mit einem grossen Tour Bus. Als erster Passagier stieg glaube ich Julio Iglesias, Jr. ein. Man beachte das Jr. am Schluss, dh er ist der Bruder von Enrique und der Sohnemann vom Papa mit dem gleichen Namen. Kennen tut man den Senior auch in Amerika sehr gut. Leben tut der Junior seit längerer Zeit in Miami habe ich nachgeforscht.

Mit Carnie Wilson kam eine Sängerin dazu welche die Tochter von Brian Wilson ist, das ist einer der Beach Boys. Carnie wiederum hatte in den 90er Jahren einige weltweite Erfolge mit ihrer Schwester Wendy und Chynna Phillips. Sie nannten sich Wilson Phillips. Während der ganzen Show musste ich jedoch immer an Bette Midler denken. Irgendwie hat Carnie immer so herum gezappelt und war hysterisch wie die Midler in vielen Filmen.

Der dritte im Bunde war Sisqo ein Rapper welcher mal mit dem Titel Thong Song einen Titel in die weltweiten Hitparaden brachte. Mehr gibt es zu ihm wohl nicht zu berichten.

Die nächste Passagierin hat mich wiederum in meine Kindheit zurück geschickt. Das war Maureen McCormick aus der TV Serie The Brady Bunch. Im deutschen ZDF lief das in den 70er Jahren unter dem Titel "Drei Mädchen und drei Jungen". Das waren noch Zeiten, hatten wir damals immer geschaut. Maureen spielte in der Serie die älteste Tochter Marcia und wie sich im Laufe der Show herausstellt scheint sie mit der Rolle selbst heute noch in ihrem Privatleben immer wieder konfrontiert zu sein und ernsthafte Probleme zu haben. Selbstvertrauen ist überhaupt nicht ihre Sache.

Ein ganz spezieller Typ kam dann mit Dee Snider an Board. Der war der Lead Singer der Twisted Sister, eine amerikanische Hard Rock Band welche in den 80er einige Erfolge hatte und die vor allem durch Schminke ähnlich wie die Gruppe KISS aufgefallen sind. Ob und wie sich so ein Alt-Rocker auf Country umbiegen lässt habe ich mich sofort gefragt. Na ja, man kann sich ja überraschen lassen.

Es folgte dann Diana DeGarmo, eine Teilnehmerin von American Idol und somit eigentlich jene welche man am wenigsten kannte. Ich zumindestens. Bei der Casting Show 2004 war sie auch nicht die Siegerin sondern "nur" Dritte.

Noch eine grosse Überraschung gab es mit dem letzten Passagier welchen sie am Flughafen aus einem Privatjet abholten. Das weckte natürlich gleich bei allen grosse Erwartungen wer sich einen solchen Auftritt verschafft. Und siehe da, ein guter alter Bekannter -- Bobby Brown. Genau der Bobby welcher als Mitglied von New Edition mal angefangen hat und nun zuletzt eigentlich nur noch wegen Skandalen mit und um Whitney Houston und Drogen Schlagzeilen gemacht hat.

Im Verlauf von weiteren 5 Folgen ging es dann nicht darum einzelne Teilnehmer zu eliminieren. Das war schon einmal ein grosser Unterschied zu anderen Reality TV Shows. Alle 7 Teilnehmer waren also bis zum Schluss dabei. Die Folgen werden nun dauernd immer wiederholt auf dem Sender und Ausschnitte wie zum Teil ganze Episoden gibt es auch im Internet bei cmt.com nachzuschauen und die habe ich im folgenden verlinkt.

Die Episode 1 war das Zusammentreiben und somit die Vorstellung der Teilnehmer wie ich das vorhin etwa gemacht habe. Untergebracht wurden sie zusammen in einem grossen Gästehaus von John Rich und da sollten sie sich an das Country Leben angewöhnen.

In der Episode 2 sollten sie sich mit Kochen ans Leben gewöhnen. Es galt einige Freunde von John Rich (und sich selbst) mit Southern cooking zu verwöhnen, also typischem Essen aus dem amerikanischen Süden. Carnie Wilson hatte sich dabei als ausgewiesene Köchin gezeigt und zum gelingen der Gerichte massgeblich beigetragen. Punkte gab es dafür aber wohl keine. Nach dem Essen dürfen oder müssen sie einen ihrer ehemaligen Hits in einem Club vorsingen. Die beiden grossen, alten Stars Dee Snider und Bobby Brown geraten sich dabei fast etwas in die Haare. Zur grossen Keilerei kommt es aber nicht.

Eine Überraschung wartet in Episode 3 denn sie werden auf die Ranch der Country Sängerin Gretchen Wilson verfrachtet wo sie mit dem Leben auf dem Lande in Berührung kommen was wesentliche Element der Country Musik sind. Ausschnitte im Internet gibt es dazu leider wohl nicht.

Noch mehr Elemente die zu Country gehören lernen sie in Episode 4 kennen. Da geht es nicht um Cowboys sondern um Zwischenmenschliches mit gemeinnütziger Hilfe. Sie waschen Autos, sammeln Geld und besuchen ein Kinder Krankenhaus. Bobby Brown hat dort eine besondere Erfahrung mit einem schwer kranken Kind kurz vor dem Tode. Er schwört ein besserer Mensch zu werden. Wir werden sehen. Wohl nicht während der Sendung aber später irgendwann einmal im Fernsehen oder auf den Titelseiten am Zeitschriftenstand im Supermarkt.

Endlich um Musik und auch etwas Image geht es dann in der Episode 5. Da kommen sie mit anderen Musikern und Songschreibern aus der Szene zusammen und können ihre Ideen einspielen. Das Ziel ist schliesslich ein Lied zu schreiben und zu präsentieren. Der Gewinner wird dann von John Rich einen Titel produziert bekommen. Sie werden dann auch noch in einen Kleiderladen geschickt und sollen sich für den Auftritt einkleiden. Dee Snider kann mit gar nichts etwas anfangen was dort zur Auswahl steht. Ein Rocker halt durch und durch.

Endlich heute das grosse Finale. In einer ganzen Stunde werden nun die 7 Möchtegern-Country-Stars ihre Titel auf einer Bühne vor Publikum vortragen. Man ist richtig gespannt wer den nun vom Publikum nieder gemacht wird und total sein Ziel verfehlt hat. Und vor allem: Wird Maureen das Nervenbündel überhaupt bis vor das Mikrofon kommen?

Was da nun im Final folgte hab ich wirklich nicht erwartet. Eigentlich alle 7 Teilnehmer haben sehr positiv überrascht. Einige waren vielleicht nicht ganz so nah und typisch auf Country eingestellt aber kein einziger war total oder mindestens erheblich daneben. Auch das Publikum hat sich entsprechend von allen mitreissen oder mitgehen lassen. Speziell Maureen (Being Me) und Bobby Brown (The Man I'm Gonna Be) fand ich hatten sehr persönliche Titel und die auch sehr gut vorgetragen. Sisqo hat sich wohl leider mit einer kleinen nicht Country-mässigen Tanzeinlagen geschadet und dem Dee Snider ist sein Rockerherz und der Mittelfinger durchgerutscht. Julio (The Way I Want You) liess sich dafür zu einer kleinen Text Passage in Spanisch mitreissen was ihm aber vor allem von den weiblichen Zuschauern keine übel nahm. Die waren eh alle ganz verzückt und schwebten fast vor der Bühne.

Im anschliessenden Kommentar musste John Rich eingestehen wie gut sich alle auf Country eingestellt haben und das er damit eigentlich nicht gerechnet habe. Er hätte sich die Sache eigentlich einfacher vorgestellt, denn an ihm lag es nun einen Sieger zu benennen. Mit Ausnahme vielleicht von Sisqo und Dee Snider mit ihren Ausrutschern hätte es nun wirklich jeder sein können. Selbst Julio Iglesias Jr. welcher sich sprachlich nicht mit den reinen Amerikanern messen kann und mehr Latino als Cowboy klang war durchaus ein Kandidat. Dem Sieger winkte die Produktion des Songs durch John Rich und der will sich natürlich auch jemanden mit Zukunft auswählen und mit dem er sich nicht blamiert. Damit war für mich eigentlich Maureen wieder gestrichen den trotz dem sehr guten Lied wird die sich mit ihrer Unsicherheit nicht richtig vermarkten lassen.

Wie üblich für solche Sendungen wurde natürlich die Verkündigung des Siegers durch einen Werbeblock verzögert aber danach war es offiziell. Zum Sieger wurde tatsächlich der Gringo aus Spanien ernannt, der Julio Iglesias Jr. Und er selbst konnte es natürlich kaum glauben und alle haben sich total mit ihm gefreut. Damit habe auch ich nun nicht wirklich gerechnet aber wer weiss, vielleicht höre ich den Gringo bald über KASE 101 in meinem Radio.

Bin auch schon gespannt ob es von dieser Reality Show eine weitere Folge gibt.

Donnerstag, 6. März 2008

Etwas Country muss sein

Ich muss es zugeben, ich drifte bei der Musik langsam immer mehr ins Abseits ab. Von dem was aktuell in der Hitparade läuft habe ich mittlerweile weder hier noch geschweige den in der alten Heimat eine Ahnung. Der Grund dafür ist, dass es hier so tolle Radiosender gibt welche sich nicht um das hier und jetzt kümmern sondern das was mal war. Mit Ausnahmen aber dazu später.

Ein wesentlicher Unterschied beim Radio in Amerika ist das Radio Format. Die überwiegende Mehrheit der Sender widmet sich einer bestimmten Musikrichtung, Thema oder auch Format genannt. In grösseren Städten hat man praktisch für fast jeden Musikgeschmack 'seinen eigenen' Sender.

Zuhause habe ich meistens 103.5 BOB FM* eingestellt welcher nach eigenen Angaben alles spielt. We play anything ist das grosse Motto des Senders aber der komplette Spruch heisst eigentlich anything he likes, also alles was er [Bob] mag. Wer nun Bob auch immer sein mag weiss man nicht so genau. Wenn man aber Bob FM hört weiss man was Bob mag und wer er etwa sein könnte. Er könnt zum Beispiel ich sein. Bei Bob FM läuft so ziemlich alles was die letzten, sagen wir mal, 30 Jahre sich auf den vorderen Plätzen der amerikanischen Hitparaden getummelt hat; und damit mehrheitlich der Welt. Da kommt immer wieder einmal ein Titel wo ich innehalten muss und denke: "Ooh, das waren noch Zeiten". Meistens gefolgt von einem: "ich glaube ich werde langsam alt". Kaum ein Stück das ich nicht kenne oder sogar noch die Vinylscheibe selbst im Regal hätte. Als ehemaliger DiscJockey ja auch kein Wunder.

Dann höre ich auch immer wieder mal (aber immer weniger) rein bei 93.7 KLBJ* welche sich selbst The Rock of Austin nennen. Der Rock bezieht sich hier natürlich nicht auf das weibliche Kleidungsstück sondern schon eher bildlich als den rock (Fels) in der Brandung respektive natürlich in Austin und vor allem das Format, die Rock Musik. Mehr oder weniger nonstop läuft Classic Rock was für das amerikanische Musikverständnis die grossen Rock Hymnen aus den 70er und 80er Jahren sind. Mit leichten Verwässerungen und Überbleibseln der 90er des letzten Jahrhunderts.

Nur mit diesen beiden Sendern alleine ist man von der Entwicklung der Pop & Rock Musikwelt de facto abgeschnitten. Das ist komplett der Fall bei Classic Rock Sendern denn ob und wie sich die weiterentwickeln bleibt abzuwarten. Keine Ahnung ob die ihr 20 Jahre Fenster über die Jahre weiter nach vorne schieben und somit eine kleine Entwicklung stattfindet oder ob die einfach aussterben wie ihre Zuhörer. Wenn ich meine Erfahrung aus den Amerikareisen in den 90er dazu nehme dürfte letzteres der Fall sein.

Bei den Sendern hingegen wie Bob FM besteht Hoffnung und man kann annehmen, dass vermehrt Titel auftauchen welche ich nicht oder kaum kenne da sie neueren Datums sind. Damit käme ich halbwegs mit den ganz grossen Titeln in Kontakt aber halt um ein paar Jahre verspätet. Kann mich wer will also etwas 'zurückgeblieben' nennen. Ich habe breite Schultern, da läuft das ab. Zumal ich mich nun zu etwas anderem outten (ist das mittlerweile ein deutsches Wort?) werde.

Im Auto bin ich seit Monaten nur noch auf KASE 101 eingestellt, welcher aber eigentlich auf 100.7 sendet, und damit auf 100% Country Music.

Der Begriff Country alleine kann für Verwirrung sorgen, den darunter fallen eigentlich sehr viele unterschiedliche Musik Richtungen. Einen guten Überblick verschafft die Wikipedia. Erstaunlicherweise sogar in Deutsch was wohl darauf hin deutet, dass es auch in der alten Heimat eine grosse Fan Gemeinschaft gibt. Ich erspare mit daher eine Zusammenfassung und werde ein anderes mal einige Muster aus dem Internet zusammentragen. KASE 101 sendet mehrheitlich Neo-Traditionalismus aber das Wort nimmt hier eigentlich niemand in den Mund -- trotz der Unterschiede, hier ist alles Country. Was Country anbelangt bin ich nun somit auf dem laufenden ausser das ich hier wiederum (noch) nicht mit der Vergangenheit mithalten kann. Bei älteren Titeln fehlt mir der Erinnerungseffekt. Hat den Vorteil ich fühle mich selten alt bei dieser Musik.

Da es beim Fernseher nicht viel anders funktioniert als beim Radio gibt es natürlich auch einen Sender welcher sich mehrheitlich um Country kümmert. Im Kabelfernsehen zu empfangen und 1983 in Nashville, Tennessee gegründet gehört CMT (Country Music Television) heute zum MTV Network respektive deren Muttergesellschaft Viacom. Seit kurzem habe ich mir diesen Sender als Favoriten markiert und somit ins Gezappe einprogrammiert. Nicht ganz unerwartet haben die ihre Variante einer Reality Show und darauf bin ich kürzlich gestossen und hängen geblieben. Den das war irgendwie ganz erfrischend und witzig. Ganz anders als all die anderen Reality Shows und dazu im nächsten Eintrag mehr. Am Freitag ist bereits Finale.

* Zu den Sender Namen der Radiostationen hatte ich übrigens früher schon mal berichtet und weshalb dabei der Mississippi relativ wichtig ist.

Show Me The Money!