Downtown Austin

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Samstag, 19. April 2008

Betriebsklima

Statt immer wieder über das Wetter etwas zu schreiben heute mal ein anderes Klima, das bei der Arbeit.

Am Freitag wurde ein Putt-Putt tournament (Turnier) organisiert. Das Putt-Putt hat nun nichts mit dem Ruf nach oder von Truthähnen zu tun sondern bezieht sich auf Golf, also von to putt wie das Einlochen auf Englisch heisst. Oder sagt man im Deutschen einfachen putten? Keine Ahnung und auch egal. In Zweier-Teams war man aufgefordert mit allem was man im Office so auftreiben kann einen Golfkurs zu legen. Das ganze war also mehr ein Mini Golf als richtiges grosses Golf mit Rasen. Die Teams mussten dann auch zusammen versuchen auf dem ganzen Parcours so wenig Punkte, dh Versuche zu machen. Wegen meiner Nachtschicht war ich da aber leider nicht dabei, soll aber sehr lustig gewesen sein. Ich konnte mir jedoch in der Nacht davor schon alle Anlagen anschauen und ich muss sagen, die waren zum Teil sehr, sehr kreativ. Ich hätte nicht gedacht, was man alles in einem Büro so zur Gestaltung eines Golfkurses missbrauchen verwenden kann.

Gleich am nächsten Tag heute Samstag gab es dann noch ein BBQ also ein Grillfest im amerikanischen Stil. Da haben wir uns in einem schönen grossen Park getroffen und bei einem der Rastplätze uns eingerichtet. Das Wetter war wunderbar und so gut wie ein Sommertag in der alten Heimat. Die Temperatur stieg über 85 Grad Fahrenheit (~30 °C) was aber dank den Bäumen mit genügend Schatten durchaus erträglich war.

Man hat ein Fass angeschleppt mit Fireman's #4, das ist Blonde Ale, also Bier. Es wird gebraut in einer kleineren Brauerei hier in der Gegend, genauer in Blanco, Texas. Unheimlich leckeres Bier. Der Boss hat sich von einem dieser unzähligen Barbecue Betriebe das Fleisch schon fertig gegrillt organisiert und wir haben alle mit den weiteren Zutaten beigetragen. Da hatten wir also einen riesigen Tisch mit allem was man sich so vorstellt bei einem Grill Essen.

Tja und so zwischendurch und mit dem Bier in der Hand haben wir dann auch noch andere Sachen gemacht wie Frisbee werfen und ganz Amerikanisch auch einen Football und horseshoes. Diese horseshoes sind streng nach dem Wort übersetzt Pferdeschuhe aber richtig natürlich Hufeisen. Solch eine horseshoe Ausrüstung zum Spielen kann man hier in jedem Freizeit oder Sportgeschäft kaufen. Zwei Metallstangen und 2x2 Hufeisen, mit etwas Glück im Reise Set sogar mit Hammer -- und mit einem "Made in China" Aufkleber.

Gemäss der Geschichte bei NHPA (National Horseshoe Pitchers Association of America) wurde das Spiel entgegen der Annahme nicht einmal von Amerikaner erfunden. Oder sagen wir mal zumindestens das erste Regelwerk.

So einen horseshoe, je nach Regel, um die 40 feet (~20 Meter) zu werfen ist nicht einmal so einfach. Das Ziel ist es mindestens einen von zwei horsehoe um eine eingeschlagene Eisenstange zu legen oder so nah wie möglich. Wobei näher als der Gegner reicht auch nicht. Einen Punkt gibt es nämlich erst wenn ein horseshoe so nahe bei der Stange liegt wie ein horseshoe bei der Öffnung breit ist. Einen horseshoe so zu werfen, dass der dann ein ringer ist, also wie ein Ring um die Stange liegt und 3 statt 1 Punkt gibt, braucht einiges an Geschick, Übung und ich denke sogar auch etwas Glück. Vor allem so auf dem Rasen. Die Profis spielen das dann in einer pit, was eine mit Sand gefüllte Grube ist. Der horseshoe bleibt dann eher liegen und springt nicht weg wenn man schon das Ziel trifft.

Eine Variante des horsehoes gibt es übrigens die nennt sich dann washers. Das Wort washer(s) kann jetzt natürlich etwas verwirren, denn mancher der etwas Englisch kann denkt, "das sind doch Waschmaschinen". Nein, wir werfen hier keine Waschmaschinen. Mit dem Wort washer bezeichnet man im Englischen nebst einer Waschmaschine auch das was im Deutschen die Unterlag- oder Unterlegscheibe ist. Fast gleich wie beim horseshoes wirft man nun washers in der etwas grösseren Ausführung in eine pit wo dann allerdings keine Eisenstange steckt, das wäre dann etwas zu schwierig, sondern ein Rohr. Man muss also versuchen einen washer im Rohr verschwinden zu lassen. Wie beim horsehoes auch gibt es solche speziellen dafür hergestellten washers zu kaufen und -- mit der WWWPA (World Wide Washers Player Association) einen Verband und offizielle Regeln dazu.

Und auch für washers gilt, es sieht leichter aus als es ist. Ich durfte das letztes Jahr bei einem Arbeitskollegen ausprobieren. Der hat sich eine washers pit in seinem Garten fix eingebaut. Was bei beiden Sportarten übrigens auch gilt und mir als Tipp von den "Profis" vermittelt wurde
you have to keep a beer in one hand for the balance
(Man muss ein Bier in einer Hand halten für das Gleichgewicht)
Was ich mir natürlich gemerkt habe und es ging tatsächlich einiges besser mit der Zeit.

So einen American Football habe ich übrigens auch zum ersten Mal geworfen und versucht zu fangen fangen. Ist auch nicht ganz so einfach wie es ausschaut. Ich glaube mit der NFL wird das nichts mehr für mich. Aber vielleicht noch mit einer Profi Karriere beim horseshoe werfen. Da habe ich den Boss ihm letzten Spiel doch etwas verblüfft mit meiner Treffsicherheit und ihm eine schmähliche Niederlage zugefügt. Ich hoffe er nimmt mir das nicht übel. Mal sehen ob mein Badge am Montag im Büro noch funktioniert und ich bei der Arbeit willkommen bin.

Am späteren Nachmittag hat sich dann langsam einer nach dem anderen verabschiedet und als einer der Letzten habe ich noch mitgeholfen alles wieder einzuladen und den Platz ordentlich zu hinterlassen.

Am Abend zu Hause machte ich dann auch noch etwas Bilanz wo ich mich allenfalls verbrannt habe während des ganzen Tages an der Sonne. Und sie fällt recht positiv aus die Bilanz. Die Arme haben ordentlich Farbe abbekommen aber kein Rot, der Nacken hatte ich mir vorsichtshalber eingeschmiert und sieht gut aus. Nur bei den Beinen ganz unten wo es vom Schienbein in den Fuss übergeht bis genau dort wo meine Flip Flops waren ist es etwas rot und ist leicht empfindlich auf Berührung. Richtig schlimm scheint es aber nicht zu sein. Ich glaube ich habe Schwein gehabt!

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