Downtown Austin

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Montag, 21. April 2008

Rassel Rassel

Ich bin etwas im Rückstand beim Lesen meiner Zeitung. Jeden Tag so ein Bündel vor der Tür zu haben ist halt schon etwas mit Aufwand verbunden. Man kann das ja nicht im Schlaf lesen, oder?

Beim Aufarbeiten meiner Leseschuld finde ich nun einen interessanten Artikel im Statesman vom letzten Samstag. Und das zu einem Thema das mich schon seit meiner Ankunft hier im Lande beschäftigt. Es geht um Klapperschlangen und Hunde.

Als Europäer ist man sich so eine Gefahr kaum gewöhnt, den man hat sich über die letzten Jahrtausende systematisch von allem gefährlichen Getier im Lande befreit. Das Mammut ausgestorben, kaum Bären mehr, Wölfe und andere Jäger auch so gut wie ausgerottet selbst die harmlosen Blindschleichen müssen sich fürchten gejagt und ausgerottet zu werden. Die ersten Siedler aus Europa haben natürlich in Amerika mit der Tradition gleich weitergemacht, denn schliesslich will man im Land von Freiheit nicht dieses Abenteuer. Mittlerweile hat das Denken hierzu aber zum Glück umgeschwenkt und man versucht sich zu arrangieren. Soweit es geht, dh man versucht Grenzen zu setzen aber nicht auszurotten.

Als ich mit dem Hund hierher kam habe ich mich im Vorfeld auch schon etwas mit dem Gedanken befasst, denn als Mensch fühle ich mich absolut sicher aber beim Hund herrscht eine Ungewissheit. Vor allem weil der ja sprichwörtlich überall seine Nase rein strecken muss. Für Begegnungen wie kürzlich beschrieben durch Kojoten kann ich ihn durch Leinenpflicht gut schützen. Aber gegen das was da in dichtem Gras oder unter Felsen lauert und ihn allenfalls durch irgendwelchen Geruch sogar noch anlockt bin ich machtlos. Ausser natürlich ich meide solche Gebiete aber bei gewissen Tieren kann man nicht wirklich davon ausgehen, dass die sich an ihr zugeteiltes Revier halten. Klapperschlangen zähle ich mal dazu.

Eine Schlange habe ich irgendwo einmal verschwinden sehen aber keine Ahnung gehabt was da nun entschwunden ist. Auch das Skelett hier im Bild kann ich nicht sagen was das mal war. Was man hier im Bild übrigens nicht so gut erkennt ist, wer für das skelettieren zuständig war. Viele der kleinen schwarzen Punkte sind Ameisen und ich habe das damals während knapp drei Tagen erlebt wie die alles kahl geknabbert haben. Das Bild habe ich leider erst ganz zum Schluss der Aktion gemacht.

Zurück zum Hund. Ich habe mich seelisch tief drin irgendwo damit abgefunden, dass es halt allenfalls mal passieren könnte. Schliesslich ist ja nichts unendlich in diesem Kosmos.

Theoretisch gäbe es nun Hoffnung. In dem Zeitungsartikel geht es um ein vaccine (Impfstoff) [1] für Hunde gegen Klapperschlangen, genauer die Crotalus atrox auch bekannt als Western Diamondback Rattlesnake (Westliche Diamant-Klapperschlange).

Die Einleitung im Artikel fand ich noch witzig, um das Thema wohl etwas aufzulockern
"The Far Side" cartoonist Gary Larson would have fun with this sign at Austin's South Lamar Animal Hospital: "Rattlesnake vaccinations given here."

Picture a rattlesnake cowering in a pet carrier with a smug dog as the veterinarian, hypodermic poised.

Sorry, Fido. In real life, the dog gets the shot.

(ich ersparte mir hier mal die Übersetzung weil ich sonst auch noch auf "The Far Side" von Gary Larson eingehen müsste für die die das nicht kennen -- was den Rahmen dieses Eintrags definitiv sprengen würde)
Also wieder zurück zum Thema.

Seit einigen Jahren gibt es einen Impfstoff für Hunde und damit sollen die wesentlichsten Symptome und Probleme für den Hunde nach einem Biss nicht so schlimm sein. Vollständigen Schutz bietet die Impfung nicht wie ich dann bei etwas Recherche zum Thema gefunden habe. Empfohlen wird es nur für Hunde welche wirklich der Gefahr ausgesetzt sind wo man also wohl genau weiss, dass da des öfteren Mal ein Tier im Gebüsch steckt. Und, sehr wichtig, man muss in jedem Fall umgehend in den Notfall mit dem Tier.

Ich belasse es daher mal beim Hoffen und Bangen, dass er die Nase nicht direkt vor eine Schlange parkiert und diese auch ihre Rassel frühzeitig rasseln lässt. Für irgendwas hat sie die ja schliesslich.

Einen Impfstoff für Menschen gibt es notabene noch nicht. Wer beim Veterinär dafür angetanzt ist, tut wie es im Artikel zum Schluss schön heisst -- barking up the wrong tree. Dieses Idiom heisst wörtlich übersetzt den falschen Baum anbellen und bedeutet üblicherweise bei etwas auf der falschen Fährte sein oder im Irrtum über etwas.

Ansonsten halt snake guard boots kaufen. Stiefel welche garantiert gegen Bisse schützen sollen. Und wieso höre ich jetzt was rasseln unter meinem Pult?

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[1] Link zum Hersteller des Impfstoff.

Kommentare:

Kante hat gesagt…

Afaik haben ja auch die Cowboystiefel ihren Hintergrund im Schutz vor Klapperschlangen und sonstigem Getier, das im Wilden Westen so am kreuchen und fleuchen war :)

Adrian hat gesagt…

Not quite. Aber sicher war manch einer froh darum und gemaess Legende sollen sie auch in den Schuhen geschlafen haben aus Angst, dass sich solches Getier in der Nacht "einschleicht".

Zu meinen Eintrag ueber boots hatte ich diesen Link am Schluss und dort weiter findet man auch einige zur Geschichte der cowboy boots. Diese eine Geschichte hier besagt eigentlich gut, dass es in erster Linie ein simpler Reit Stiefel ist aber sich letztendlich in Amerika zu etwas speziellem entwickelt hat.

Steffi hat gesagt…

rattlesnakes haben wir hier in AZ auch zur genuege. aber noch schlimmer sind die kakteen ueberall. der hund meiner freundin ist schon zwei mal an einem kaktus haengen geblieben.........

Adrian hat gesagt…

ha ha. So lange er nur haengen bleibt und ihm nicht die Luft rausgeht ist ja alles okay hoffe ich.

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