Downtown Austin

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Dienstag, 23. September 2008

Hallo Herr Doktor

Geht es euch manchmal auch so? Da liest man etwas über einen Beruf und denkt sich so, "Mensch das muss ja schon ein tolles Berufsleben sein" oder ähnliches. Hier in Texas wäre ja cowboy zum Beispiel wohl so etwas. Wobei es die so nicht mehr gibt und die Glanzzeiten waren es für diese cowboys überhaupt nicht wenn man sich deren Geschichten frei von Hollywood etwas genauer anschaut.

Hier in Austin-- gemäss dem eigenen Motto Live Music Capital of The World ("Die Live Musik Hauptstadt der Welt")--gibt es aber andere Möglichkeiten.

In meiner lokalen Tageszeitung findet man immer wieder mal nette und interessante Geschichten. In einer Serie--Austin At Work--stellen sie immer jemanden vor welcher einen nicht ganz so gewöhnlichen Beruf hat. Im heutigen Fall war es The guitar doctor im Austin American-Statesman.

Der Gitarren Doktor heisst Mark Erlewine und macht das hier schon seit mehr als 30 Jahren in Austin. Ursprünglich kam er aus dem Norden Amerikas nach Austin als Musiker hatte aber das Handwerk selbst von einem Cousin gelernt und verdiente sich vorerst damit zusätzliches Geld. Nach einiger Zeit hat das Nachtleben in den Bars und das umherziehen im Land aber seinen Reiz bei ihm verloren, vor allem der Gesundheit wegen hat er damit aufgehört. Darauf hin hat er sich voll auf das Reparieren und Herstellen von Gitarren konzentriert.

Wenn man liesst von wem er alles die Gitarren pflegt kommt man etwas ins Staunen und Bewunderung macht sich breit, bei mir zumindestens. Da sind Namen aufgelistet wie Willie Nelson, Bob Dylan, Ted Nugent, Bruce Springsteen, Sting, Bo Diddley und Stevie Ray Vaughan. Ich bin überzeugt die Liste könnte noch länger sein. Dann wird noch eine weitere lokale Legende erwähnt--Billy Gibbons von ZZ Top. Unter anderem auch für ihn hat er sogar Gitarren gebaut. Mehr als 1,000 Stück hat er bisher hergestellt.

Auf einem Bild im Artikel sah ich dann auch eine Gitarre welche ich sofort wieder erkannte, die von Willie Nelson. Ich hatte darüber zu seinem Geburtstag mal geschrieben, dass ich seine Gitarre schon früher bei einem Konzert in der alten Heimat bewunderte. Vor allem wegen dem ab geschrubbten Loch.

Nun ist es wohl dieser Mark Erlewine welcher das Prachtstück in Schuss hält. Er könne gar nicht mehr sagen wie oft er die schon in Händen und zur Ausbesserung hatte, berichtet er. Das besagte Loch welches durch das Spielen entstand wird aber offensichtlich als Willie's Markenzeichen absichtlich nur gepflegt anstatt komplett repariert. Angeblich ist das eine Martin N-20 und wird von Willie Trigger genannt. So lange seine Trigger existiere werde auch seine Musiker Karriere existieren, sagte er Mark angeblich mal. Na wenn das keine Verpflichtung ist?

Und da auch der Herr Erlewine mit der Zeit geht hat auch er eine Website. Die gibt es hier www.erlewineguitars.com. Wer den ganzen Artikel in der Zeitung in Englisch nachlesen will, den Link habe ich oben im Text bei The Guitar Doctor schon eingefügt.

So, und ich grabe mir jetzt mal meine El Loco CD von ZZ Top aus und spiele mir das Lied Leila. Da soll er angeblich im Studio mitgespielt haben, der Mark Erlewine.

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