Downtown Austin

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Dienstag, 28. Juni 2011

Kommentar vorhersehbar

Wenn das Thema nicht so ernst und tragisch wäre ich würde mich krank lachen.

Da ist dieser Artikel mit dem Titel USA rügen Schweiz ... . Nur schon ab diesen ersten drei Worten braut sich in meinem Kopf sogleich ein OMG zusammen. Das kommt nicht gut an im Schweizer Wohnzimmer. Ich öffne den Artikel, lese und komme langsam zum Ende wo es eventuell die Möglichkeit gibt einen Kommentar zum Artikel zu hinterlassen. Bis dato 231 Kommentare. Oh my god! Im anderen Zürcher Blatt Schweiz ... in der Kritik ist es mit 10 Kommentaren noch bescheiden aber es herrscht der gleiche Ton.

Früher musste man mühsam von Hand oder mit der Schreibmaschine auf Papier seine Meinung niederschreiben und in einem Briefumschlag an die Redaktion schicken. Mit etwas Glück wurde dann einige Tage später eine Auswahl der Einsendungen abgedruckt in einer separaten Rubrik "Leserbriefe". Gute alte Zeit. Heute ein Klick auf den Kommentar Knopf und schon kann Herr und Frau Schweizer die Luft raus lassen über sein neutrales Weltbild. Schöne neue Zeit.

Die Kommentare zu den beiden Artikeln waren natürlich vorhersehbar. Das Hauptthema sind die Worte im Titel. Um was es eigentlich geht im Artikel ist nicht nur absolute Nebensache sogar vollkommen egal. Man könnte meinen, dass ein Grossteil direkt vom Titel zum Kommentar Knopf gesprungen ist.

Es ist für mich irritierend, dass ein solch ernstes Thema übergangen wird bei so vielen Leuten und der Anti-Amerikanismus dem Thema vorgestellt wird. Das bei einem Grossteil deren Argumente falsch und zum Thema irrelevant sind ist egal. Es sind eh immer die gleichen lahmen Argumente wie die der "Doppelmoral", "Weltpolizist spielen", "die sollen erst vor der eigenen Tür wischen" oder "haben selbst genug Dreck am Stecken". Sucht euch mal was neues und wahres aus.

Es ist erbärmlich und einfach traurig, dass man nebst dem Negativen was man den Vereinigten Staaten vorwirft nun diesen positiven Aspekt nicht sieht, respektive sehen und zugestehen will. In Deutschland ist dieser Report wahrscheinlich kein Artikel wert und folglich kein Thema, den good ol' Germany wird nicht gerügt. Zu positiv! Gleiches gilt für praktischen den ganzen Rest von Europa.

Lassen wir das Negative stehen über Amerika und akzeptieren es vollumfänglich. Fragen uns einfach folgendes: Weshalb kann man den Report welchen die USA seit Jahren produzieren nicht als das sehen was es ist? Etwas positives! Vielleicht als ein Schritt in die richtige Richtung. Nope!

Der Report umfasst 184 Länder, die Schweiz ist nur eines davon. Es ist keine explizite Rüge aus Amerika an die Schweiz. Das einzige Problem: Die Schweiz ist--oh Schreck--nicht an ersten Stelle beziehungsweise nicht vor Deutschland und vor allem nicht den USA im Report. Es ist sogar etwas weiter weg, in einem Tier 2, und man hat eine kleine unangenehme Sache ausgemacht, fein säuberlich aufgeschrieben und ach wie dreist eine Empfehlung abgeben. Böses, arrogantes Amerika, was erlaubt ihr euch.

In der Logik der Kommentatoren soll Amerika folglich erst dann, und wirklich ernsthaft erst dann und keinen einzigen Tag früher, bzw. wahrscheinlich sogar erst nach 50 Jahren Bewährungsfrist, damit beginnen etwas vernünftiges, edles, sinnvolles zu tun wenn sie all das eliminiert hat was dem Ausland--und most important of all der Schweiz--an Amerika nicht genehm ist. Was für eine egoistische, kranke Logik.

Um was geht es nun im Artikel und Report eigentlich. Ist doch egal! Für diejenigen welche es doch noch interessiert hier ist der TIP Report.

Freitag, 24. Juni 2011

Was macht der Amerikaner im Titel

Im Englischen gibt es das Sprichwort "the pen is mighter than the sword". Das Deutsche Gegenstück "Die Feder ist mächtiger als das Schwert" gibt es zwar auch aber in meinem deutschsprachigen Leben war mir das persönlich nie untergekommen.

Nehmen wir als Beispiel einen Titel. Ein Titel hat die Aufgabe ins Auge zu stechen. Sei das nun ein Titel für ein Buch, einen Film und speziell für einen Artikel in einer Zeitung. Zeitungstitel sind nicht ohne Grund gross und fett.

Der Titel spielt auch eine Rolle in einer Web Seite wie z.B. diesem Blog. Google achtet sehr auf Titel und gewichtet diese stärker als den restlichen Text. Kein Wunder ist mein Eintrag "Alles scheisse hier in in Amerika" bei google.de auf Platz 1 wenn man "scheisse Amerika" eintippt. Man muss sehr weit nach hinten blättern um den Link zu finden wenn man nur nach "scheiss Amerika" sucht. Merke: scheiss und scheisse ist nicht das selbe.

Ein Titel soll also Aufmerksamkeit erregen. Er soll einem auch vorbereiten und einstimmen auf das was da kommt. Wer denkt, dass sich Journalisten und Zeitungsredaktionen wahllos und ohne Sinn und Ziel einen Titel auswählen ist denen bereits auf den Leim gekrochen. Diese Leute sind die Gladiatoren, Ritterhelden, Ninjas oder Samurais; die Feder oder besser das Wort und die Sprache ist deren Schwert.

Gestern bei meinem kurzen online Blick in die alte Heimat stach mir doch ein Titel sogleich ins Auge "Den Amerikanern ist Ai Weiwei zu wenig wichtig". Angesprochen durch den Begriff Amerikaner (und nicht Ai Weiwei) im Titel habe ich natürlich den Artikel gelesen. Am Ende musste ich mich wieder einmal mehr fragen: "Really?" Ernsthaft! Wieso, muss der Amerikaner im Titel stehen wenn das mit dem Artikel wenig bis gar nichts zu tun hat. Schlimmer noch der Titel suggeriert ein Bild das so im Text nicht drin steht. Wer den Artikel nicht (komplett) liesst hat mit dem Titel ein falsches und vor allem negatives Bild im Kopf.

Der Artikel ist in Tatsache ein Interview, d.h. wir haben jemand der stellt zu einem Thema einige Fragen und jemand gibt dazu seine Antworten. Soweit so gut. Irgendwo in der ersten Hälfte haben wir die Frage "Haben die internationalen Proteste etwas bewirkt?", darauf in der Antwort unter anderem "... Das Einzige, was der Westen unternehmen kann, sind Deals: Amerika erleichtert administrative Hürden für emigrierende Chinesen – im Gegenzug nimmt man sich beispielsweise in Tibet etwas zurück". Eigentlich etwas positives über Amerika könnte man meinen. Man könnte nun weiter fragen was ist mit dem Rest der Welt? Was unternehmen den andere Länder? Gibt es überhaupt andere Länder die etwas unternehmen-- ausser Amerika?

Nichts da. Der Interviewer nimmt das Wort Amerika danken auf und stellt eine überraschend andere Frage: "Dann haben die Amerikaner vielleicht Ai Weiwei frei gekauft?" What the F...? Ich brauchte eigentlich gar nicht weiter lesen im Artikel. Mein Blick wanderte wieder nach oben zum Titel "Amerikaner--zu wenig wichtig" und ich wusste ganz genau, es kommt was kommen muss.

Hier eine kleine Aufgabe: Ersetze in der Frage vom Interviewer den Amerikaner mit jeder anderen beliebigen Nation; Schweizer, Deutschen, Österreicher, Franzosen, Italiener, Libyer, Rumänen, Mexikaner, Kanadier, Brasilianer, Japaner .. you get my drift! Welchem anderen Land oder besser noch, wäre es allen Ländern ausser Amerika wichtig den Ai Weiwei frei zukaufen? Ernsthaft, welches?

Folglich kommt auf die Frage die Antwort die kommen muss: "Dafür ist er ihnen wohl zu wenig wichtig ...". Er ist nicht nur den Amerikanern zu wenig wichtig es würde sich kein Land überhaupt zu so etwas hinreissen lassen-- ausser Amerika. Wie lange es dauert in Europa bis jemand überhaupt einen Finger rührt ist längst bekannt, meine liebe Schweiz mit ihrer Neutralität wird sich an so etwas erst recht nicht die Finger verbrennen wollen und der Rest der Welt hat genug andere Probleme. Tragisch aber wahr, Ai Weiwei ist allen Ländern zu wenig wichtig. Niemand, kein Land würde ihn frei kaufen. Auch nicht die Amerikaner.

Soweit so gut, ist im Prinzip egal. Nur, unabhängig davon, dass dies eine gelinde gesagt dumme Frage war, habe ich folgende Frage: Weshalb setzt der Journalist oder die Redaktion den Amerikaner in den Titel. Wieso sind sie hier mit ihrem Schwert am herumfuchteln? Wieso muss genau diese Passage aus dem ganzen Interview für den Titel herhalten? Wieso wird der Titel so formuliert, als ob Amerika sich als einziges Land nicht für Ai Weiwei interessiert? Hat das ganze Interview sonst nichts zu bieten um dem Leser ins Auge zu stechen?

Ich will hier wirklich keine "conspiracy theory" heraufbeschwören aber es wirkt auch mich langsam ermüdend solche Artikel fast tagtäglich zu lesen. Ich denke, dass die Mehrheit der Leute nicht von Grund auf negativ auf Amerika gestimmt sind aber kann sich die Masse dem wirklich entziehen wenn sie so subtil mit Titeln und Artikeln gefüttert wird?

Dienstag, 7. Juni 2011

The Magnited States of America

Ach wie liebe ich das Alama Drafthouse, unsere kleine Kino Kette hier in Austin.


For those looking for an English definition or meaning of magnited


First, I am sorry this is a blog written in German and second surprised why Google is ranking this page on top in English. Maybe because this happened in Austin and where I live.
So here is what I think magnited means. I think the not so sober lady meant to say in the magnificent United States of America and that her tongue was a wee bit slow in following up with her arguing. But what do I know?

Wie es scheint hat Google diesen Artikel schon aufgelistet und viele Anfrage kommen nun rein mit was den magnited bedeutet. Gibt es eine Übersetzung oder Definition dazu?
Ehm nein. Fuer magnited gibt es keine Definition, es gibt kein solches Wort. Könnte sich aber noch ändern, im Englischen weiss man das nie so genau.
Selbst das sonst so aufschlussreiche Urban Dictionary schweigt zu diesem Wort. Bleibt uns nur etwas Spekulation.
Wir wissen ja was es ursprünglich heissen soll: The United States of America. Was wir nicht genau wissen aber vermuten ist, dass die Dame am Telefon wohl etwas leicht angeheitert war, sprich nicht nur eine etwas lose sondern auch eine schwere Zunge hatte. Dabei ist ziemlich sicher ein anderes Wort mit United zusammengeschmolzen. Am ehesten kommt mir da magnificent in den Sinn was dann "The magnificent United States of America" wäre.
Sogar Anderson Cooper (CNN) gibt seinen Kommentar dazu.

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